Oliver Trend - Gebrochenes Schweigen
Здесь есть возможность читать онлайн «Oliver Trend - Gebrochenes Schweigen» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Gebrochenes Schweigen
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:5 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 100
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Gebrochenes Schweigen: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Gebrochenes Schweigen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Gebrochenes Schweigen — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Gebrochenes Schweigen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Der Letzte der Dreiergruppe sprang jetzt ebenfalls hinter der behelfsmäßigen Deckung hervor, etwa zwei Meter vor mir und fing einige Kugeln ab, die mich sonst wahrscheinlich getroffen hätten. Er stöhnte laut, ging aber nicht in die Knie, er taumelte lediglich kurz. Darauf hob er zitternd sein Gewehr durch den Nebelschleier und drückte ab. Heute kann ich mit Sicherheit sagen, dass er damals unwissend mein Schutzengel war, denn in jenem Moment spürte ich eine kräftige Hand auf meiner rechten Schulter, die mich aus der Starre erlöste.
Ich ließ mich fallen, rollte unbeholfen, aber schnell auf die Seite, kam irgendwie wieder auf die Beine und sauste los. Vorbei an meinem fallenden Schutzengel und den vier Soldaten, die ihre Gewehre noch immer auf den Fallenden richteten.
Ich stürmte in das Zimmer, aus dem zuvor die Soldaten kamen, ohne mich umzudrehen, dann war Endstation! Im Saal vorne wurde wieder geschossen und geflucht, ohne dass sie auf mich reagierten. Da glaubte ich, in dem heillosen Durcheinander abermals ein Fahrzeug zu hören und hastete zu einem der Fenster.
Diese waren ebenfalls mit Säcken ausgefüllt. Über einem lag der Soldat, den ich vorhin von oben gesehen hatte, besser gesagt, was von ihm übrig geblieben war! Seine Beine waren ihm abgerissen worden; ich konnte deutlich die glitzernden Innereien in seinem aufgeplatzten Unterleib erkennen.
Nach einiger Überwindung brachte ich es fertig, an einem der Fenster daneben hinaus zu spähen. Nichts! Doch plötzlich brauste ein khakibrauner Jeep hupend die matschige Straße hinauf. Ich beobachtete ihn eine kurze Weile, registrierte einen Mann mit weißem Hut, weißem Hemd, der bequem auf der Beifahrerseite saß. Und, als hätte mir mein geliebter Gott ein dunkles Tuch von den Augen gezogen, erkannte ich, wer es war.
Heilige Maria, er lebt!
Da donnerte das Flugzeug erneut nahe am Kloster vorbei, während dutzende Kugeln in die Wand hinter mir einschlugen und sie wegfetzten. Ich warf mich laut brüllend auf den Steinplattenboden und bedeckte mit meinen Armen meinen Kopf. Über mir schossen unzählige Felsbrocken durch die Luft. Es zischte bedrohlich, gepaart mit einem schrillen, unstetigen Pfeifen. Einer der Stützpfeiler stürzte laut krachend in sich zusammen.
Ich befürchtete in meiner Angst und dem unsagbaren Getöse, das ganze Gewölbe über mir stürze gleich ein. Sand von geplatzten Säcken wurde durch das Gewölbe geschleudert, sodass ich lauthals brüllte. Die Sandkörner stachen und piesackten mich überall, wo ich nackte Haut entblößte. Nach mehreren Sekunden prasselte der Sand an die Wände. Das Zimmer und der davor liegende Saal waren jetzt nicht mehr getrennt. Dort, wo eben noch ein Gefecht stattfand, lagen jetzt nur noch Tote!
In meiner Panik wollte ich zur nahen Treppe zurückkriechen, die weiter nach unten führte. Dahin, wo sich hoffentlich Lucia und ihre verbliebenen Schwestern aufhielten. Meine Knie schmerzten vom vorangegangenen Sturz, bei jeder Bewegung auf dem knirschenden Sand, die ich tat. Ich drückte mich weinend an den blutüberströmten Soldaten vorbei, ohne sie anzusehen. Es rieselte jetzt eine Unmenge Staub auf mich hernieder. Dazwischen einzelne Mauerstücke, von denen manche die Größe einer Faust wie meine hatten. Als ich endlich nahe genug an der Treppe war, sprang ich auf und rannte. Meine Knie wollten nicht, doch meine Angst – die Angst, hier drin begraben zu werden – war in jenem Moment eindeutig stärker.
Wieder donnerten Gewehrsalven ins Gewölbe; ich fühlte, wie etwas Schreckliches passieren würde. Aus mehreren Richtungen hallten ratternde Maschinengewehrsalven an meine Ohren. Die Schwestern! Dachte ich panisch und hastete die Treppe hinab. Von unten her drangen laute Gewehrschüsse zu mir hoch, verzweifelte Schreie und wieder Schüsse, als Lucia und Schwester Maselda die Treppe hinaufhetzten.
Lucia bedeutete mir in Panik, ich solle still sein. Ihre Augen, die aus einem schmutzigen Gesicht starrten, entblößten mir dabei das nackte Grauen.
Ich nickte verstört, während ich mich eilig umdrehte, um mit ihnen wieder nach oben zu flüchten.
Wieder hallende Schüsse im Untergeschoss, dieses Mal ohne Schreie; wir wussten, die da unten, wer auch immer die armen Teufel waren, hatten das Leben hinter sich gebracht!
Ich wimmerte, ohne es zu wollen, in mich hinein, konnte einfach nicht damit aufhören. Wollte, dass es wieder so wurde, wie es vor meinem schrecklichen neunten Geburtstag war! Wir hörten, wie Soldatenstiefel über und unter uns über die steinigen Böden stapften.
Plötzlich blieb Lucia auf dem zwischendurch bebenden Treppenlauf stehen. Sie packte mich am Schopf. „Hier rein!“, schnaubte sie außer Atem. Ihre Augen blitzten dabei unheilvoll auf, ich ahnte, dass sie keinen Widerspruch duldete.
Staub und feine Gesteinsbrocken, die sich unentwegt von der Decke lösten, rieselten auf uns hernieder.
Maselda drückte schwer atmend einen bestimmten Stein an der linken Wand, der sichtlich keine besonderen Merkmale aufwies, in das Mauerwerk hinein. Der Stein glitt mühelos und mit einem leisen Kratzen zurück.
Beinahe im selben Moment öffnete sich gegenüber eine Luke, Lucia drückte sich schnell durch, dann ich und zuletzt Maselda. Ehe die Soldaten die Stelle auf der Treppe erreichten, schloss sich die Luke, als hätte es sie nie gegeben. Da erzitterte die ganze Festung in ihren Grundmauern, gefolgt von einem mächtigen Krachen und nachfolgenden Grollen, als würden die Anden selbst erwachen. Wir krochen indessen durch einen engen schachtähnlichen Gang, der uns nach oben zu führen schien, als die Decke über uns einzustürzen drohte.
„ Bastardos, no me gusta nada !“, schimpfte Maselda in den Lärm hinein, „ banditos del Diablo !“, als sie grob von Schwester Lucia unterbrochen wurde, die abrupt stoppte und nach hinten, „sei still Maselda, um Gottes Willen, sei still!“, fauchte.
Dann krochen wir alle schweigend weiter, während ich noch immer leise wimmerte.
Vor mir Lucia, hinter mir Maselda, die jetzt etwa so leise fluchte, wie ich weinte. Zwischendurch zauberte sie eine kleine Flasche aus ihrer nach Schweiß stinkenden Robe und nahm einen kräftigen Schluck daraus. Am Ende machte sie sich nicht einmal mehr die Mühe, den Schnaps zu verstecken, da sie sich alle paar Minuten einen Mundvoll gönnte.
4
Castillo de la Tolleda . Der alte Mann blickt sehnsüchtig aus dem gewölbten Fenster, während er umständlich eines seiner weiten Purpur-Gewänder mit antiken Verzierungen an den Ärmelenden an den Hüften zuschnürt. Erinnerungen längst vergangener Tage suchen ihn seit einiger Zeit anheim. Erinnerungen an eine glorreiche Epoche, in die er damals große Schande brachte.
Und trotzdem ist es eben diese Schande, die mich zu dem machte, was ich heute bin! Seine zittrigen Hände schieben den schweren rostroten Vorhang beiseite; er beobachtet, wie Faretti vom hauseigenen Butler zum Taxi im Innenhof des Castillo de la Tolleda gebracht wird.
Ich bin ein entseelter Strippenzieher, der die Menschen nach seiner Pfeife tanzen lässt, wie es mir beliebt! Habe jegliches Mitgefühl verloren, sehe nur noch meine Ziele vor Augen. Nickt er zittrig und hüstelt. Einen winzigen Augenblick tut es ihm beinahe Leid, wie er mit dem Italiener umspringt. Doch Melidas hat schon vor sehr langer Zeit gelernt, solche Anwandlungen von Mitgefühl im Keime zu ersticken, in dem er sich sofort wieder seinen Zielen widmet. Faretti wird in Berlin hoffentlich finden, was ich will! Heute werde ich Sofía mitteilen, dass sie nach Venezuela reisen wird. Er grinst lautlos in sich hinein.
Der pittoreske Hof ist von säuberlich gestutzten Olivenbäumen und Zypressen umgeben und grenzt ihn vom Garten und dem Steilhang weiter hinten ab.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Gebrochenes Schweigen»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Gebrochenes Schweigen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Gebrochenes Schweigen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.