Seine ständig weiter präzisierten Mentaltechniken werden bereits vielfach in der Therapie (u.a. Psychotherapie, Logopädie, Psychiatrie und Musikpädagogik) eingesetzt.
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Peter Schmidt ist auch Autor des inzwischen als Maßstäbe setzend geltenden Bestsellers zum gleichen Thema:
„ Die Kraft der positiven Gefühle. Mit neuen Mentaltechniken innerlich frei werden“, dtv München
Jetzt auch als eBook im ePUB, PDF und Kindle-Format
INFORMATIONEN
http://stressabbau-eq-training.blogspot.de/
Vorbemerkung
1 Ausgangsfragen
2 Was erleben wir in emotional belastenden Alltagssituationen?
3 VORÜBUNG 1: Fokussierung auf negative Gefühle
4 Was Gefühle zum Problem macht
5 VORÜBUNG 2: Fokussierung des Blicks auf positive Gefühle
6 Was Gefühle anziehend macht
7 Der Umgang mit Gefühlen, Emotionen, Affekten und Stimmungen
8 Die Technik des desensibilisierenden Blicks
9 Der Unterschied von Verhaltensänderungen durch Erkennen und durch desensibilisierenden Blick
10 Wozu desensibilisieren?
11 Hauptfaktoren der Desensibilisierung
12 VORÜBUNG 3: Zulassen negativer Gefühle
13 VORÜBUNG 4: Nichtanhaften an positiven Gefühlen
14 Desensibilisierender Blick bei nicht-emotionalen Problemen
15 VORÜBUNG 5: Desensibilisierender Blick
16 Welche Faktoren behindern den desensibilisierenden Blick?
17 Was es bedeutet, von Wut oder Ärger übermannt zu werden
18 Lassen sich Stimmungen und Launen verändern?
19 Was es heißt, einer Versuchung zu erliegen
20 Desensibilisierender Blick bei Sucht
21 Desensibilisierung vorweggenommener Probleme
22 Desensibilisierender Blick und „emotionaler Nachhall“
23 Rückwirkender desensibilisierender Blick
24 Desensibilisierender Blick zur Leistungssteigerung im Sport
25 Desensibilisierender Blick im Gespräch
26 Wie wir Werte und Lebenssinn erleben
27 Ein pragmatisches Modell der menschlichen Beweggründe und Motivationen
28 Unser Umgang mit dem Schmerz
29 „Die Krankheit des Bewertens“ – Bewerten und desensibilisierender Blick
30 Irrationale emotionale Bindungen
31 Prophylaxe: Wie man Problemen vorbeugt
32 Die Technik des desensibilisierenden Blicks im Vergleich mit anderen zulassenden Mentaltechniken
33 Desensibilisieren als Lebenshaltung
Anhang
Die Entwicklung der Theorie der Emotionalen Intelligenz seit Daniel Goleman
Zitierte Literatur
Personenregister
Es gibt so etwas wie ein universelles Prinzip, um emotionale Probleme zu bewältigen! Viele Menschen verfügen intuitiv darüber. Hocheffektive Meditationstechniken wenden es seit Tausenden von Jahren an, ohne dass man bisher ausreichend seine Grundlagen definiert hätte. Die Verhaltenstherapie hat das Grundprinzip nach dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckt. Aber erst mit der praktischen Umsetzung von Einsichten aus der neuen Psychologie der Emotionalen Intelligenz wurde seine universelle Geltung und Wirksamkeit erkannt – es wurde systematisiert zur „Technik des desensibilisierenden Blicks“.
Dazu war es erforderlich, Begriffe wie Gefühl, Emotion, Affekt und Stimmung – und damit auch unser Verständnis von Werten und Wert- und Sinnerfahrungen – neu zu definieren und ihre wesentlichsten Eigenschaften herauszuarbeiten. Fast nebenher erlernt man dabei auch die Grundlagen eines anderen Lebensverständnisses, das sich durch immer mehr emotionale Qualität, durch Leichtigkeit, Leistungssteigerung, Selbstmotivation und eine neue Art von Konfliktbewältigung auszeichnet.
Anders als Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder vorwiegend kognitive Mentaltechniken zielt diese Methode bei emotionalen Konflikten ohne Umwege direkt ins Zentrum der uns am meisten bedrängenden Probleme …
Und was mindestens genauso wichtig ist: Wir verfügen damit zum ersten Mal in der Geschichte der Mentaltechniken über ein psychologisch klar definiertes mentales Instrument, das sich „in Aktion“, also innerhalb unserer Tagesaktivitäten, im Stress, in der Arbeit, im Gespräch, beim Vortrag, bei schwierigen Verhandlungen und Verkaufsgesprächen, im Sport – vor allem auch bei Herausforderungen, die umgehendes Handeln erfordern – sekundenschnell einsetzen lässt.
Man benötigt dazu also keine Entspannungs- oder Imaginationsübungen. Solche Vorübungen dienen lediglich der Vorbereitung, um das Prinzip des neutralisierenden Blicks zu verstehen. Später wird die Technik ohne Versenkungs- und Entspannungsübungen praktiziert.
Dazu ist in problematischen Situationen oft nur noch eine einzige, kurze innere Wendung erforderlich. Unsere Einführung folgt dabei einer inzwischen bewährten lernpädagogischen Strategie, die man „perspektivistisch“ nennen könnte: Die wichtigsten Punkte werden nicht in einer einzigen Formulierung, in einem „Arbeitsgang“ vermittelt – wobei dann möglicherweise das Wesentliche überlesen oder wieder vergessen werden könnte –, sondern nur, so weit es nach dem jeweiligen Kenntnisstand geboten ist.
Verschiedene Beschreibungen, wechselnde Gesichtspunkte und Wiederholungen verdeutlichen und festigen danach das Wissen über die Technik des desensibilisierenden Blicks und die Theorie der Emotionalen Intelligenz immer mehr, aus der diese neue und hochwirksame Methode der Konfliktbewältigung entwickelt wurde.
Seit Daniel Golemans bahnbrechendem Buch Emotionale Intelligenz, 1995 (deutsch 1996) gibt es zwar ein Fülle von Büchern und Ratgebern, die sich mehr oder weniger kompetent mit dem Thema befassen, was wir tun sollten um „emotional intelligent“ zu handeln. Doch dürfte vielen Lesern und Experten kaum entgangen sein, dass die meisten nur wenig brauchbare Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung bieten.
Ähnlich wie beim Neurolinguistischen Programmieren (NLP), einer Methode, deren Wirksamkeit z.B. das Nachrichtenmagazin FOCUS nicht ohne gute Gründe in Zweifel zieht, zeigt sich auch bei Ratgebern zur emotionalen Intelligenz, dass es sich meist um theoretisch überfrachtete und dabei trotzdem merkwürdig vage bleibende Darstellungen handelt, mit den sich im Alltag wenig anfangen lässt.
Stellvertretend für diese Vagheit und Unbestimmtheit bei aller grundsätzlichen Richtigkeit mag ein Zitat aus Daniel Golemans Emotionale Intelligenz stehen. Dabei bezieht sich Goleman auf die Regeln des so genannten Self Science Curriculums , das den Regeln emotionaler Intelligenz entspricht:
„ Umgang mit Gefühlen – das ‘Selbstgespräch’ auf negative Botschaften wie etwa stumme Kränkungen überwachen; erkennen, was hinter einem Gefühl steckt (z.B. die Verletzung hinter dem Zorn); Wege finden, um mit Befürchtungen und Ängsten, Zorn und Traurigkeit fertig zu werden“.
Wer, so darf man hier mit Recht fragen, wird nach solchen durchaus zutreffenden und emotional intelligenten Hinweisen nun auch tatsächlich „Wege finden“, um mit seinen Gefühlen fertig zu werden? Simpler gefragt: Was genau sollen wir praktisch tun?
Analysiert man, woran es eigentlich liegt, dass Einsichten über unsere emotionalen Probleme zu so wenig alltagstauglichen Ergebnissen führen, dann findet man einerseits eine allgegenwärtige Begriffsverwirrung und andererseits – soweit Probleme doch klar erfasst werden – mangelndes Wissen, wie man diese Erkenntnisse umsetzen kann und welches eigentlich das genaue Ziel solcher inneren Veränderung sein sollte.
Besonderer Wert wurde daher in diesem Ratgeber wieder darauf gelegt, keine isolierte Mentaltechnik zur Bewältigung emotionaler Konflikte zu vermitteln, sondern in möglichst anschaulicher und begrifflich überzeugender Weise zu den Grundeinsichten emotionaler Intelligenz hinzuführen.
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