Gunter Preuß - Rufe in die Wüste

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In «Rufe in die Wüste» finden sich Interviews mit Gunter Preuß und Aufsätze von ihm aus dem Zeitraum von 1973 bis 2009. Darin wird die eigene Befindlichkeit immer wieder kritisch an den gesellschaftlichen Gegebenheiten gemessen. Es ist auch ein Gang durch die Zeit und zwei Gesellschaftsordnungen, wobei der sich beharrlich zu Wort meldende Schriftsteller in seinem Kunstschaffen nicht am Alltagsgeschehen vorbeikommt. Mag mancher Text auch noch so privat erscheinen, er ist ein politischer Text, weil der Autor nicht Kunst von Leben und Individuum nicht von Gesellschaft trennen will. Die persönliche Zeitreise, die einen Lebenslauf kennzeichnet, sollte auch für andere Zeitgenossen interessant sein.

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Da Sie für das Leipziger Theater, fürs Leipziger Publikum und für das Theaterpublikum überhaupt ein vorläufig Unbekannter sind, möchte ich Sie zunächst bitten, einiges zu Biografie, Werdegang, bisherigen literarischen Arbeiten zu sagen - im Telegrammstil.

Jahrgang 1940, Grundschule, Lehre als Fernmeldemechaniker in Leipzig. Dann Arbeit in anderen Berufen: Lagerist, Transportarbeiter. Starke Neigung zum Leistungssport: Judo bei der Deutschen Hochschule für Körperkultur. Danach drei Jahre Fachschule für Artistik in Berlin, wurde krank, musste abbrechen. Dort entstanden auch 1959/60 die ersten Schreibversuche. Der Grund: Die ganze vertrackte Situation, in die ich geraten war. Das gespaltene Berlin zu dieser Zeit, die ständigen politischen Auseinandersetzungen, Leben auf einem Vulkan, ich war damals 18 Jahre alt. Da blendete der Glanz von „drüben“, Kinos, Schaufenster, usw.. Tagsüber aber wurden wir an dieser Schule gefordert, also Drahtseilakrobatik, Jonglieren, Flugtrapez, alle artistischen Genres. Dazu die theoretische Ausbildung, Fremdsprachen, Ästhetik und mehr. Ich war neugierig, auf mich und die anderen, auf das Leben überhaupt. Ich wollte nicht nur die Oberfläche beharken, ich stellte mir die alten Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach der Vergänglichkeit usw.. Für die Antworten reichte die Artistenschule nicht, ich besuchte „illegal“ Vorlesungen in Philosophie und Germanistik an der Humboldtuniversität.

Waren es im Grunde nicht Fragen, die aus der politischen Situation entstanden und damit außer ihrer „schriftstellerischen“ Bewältigung auch eine politische Entscheidung verlangten?

Wir Studenten pendelten fast täglich zwischen Ost und West. Früh zum Unterricht, nachmittags mal rüber ins Kino oder nachts in eine Bar, nur ein paar Pfennige des begehrten Westgelds in der Tasche. Die gespaltene Stadt und der Wechsel zwischen hüben und drüben spaltete auch uns Überläufer. Das Hin und Her war eine ständige Überforderung. Der eine hielt den zunehmenden Druck aus, der andere nicht. Auch wenn manches Erleben recht privat erschien, so war es im Grunde doch auch politische Auseinandersetzung. Man suchte sein Zuhause in der Zeit, eben nicht nur das schützende Dach über dem Kopf, sondern den angemessenen gesellschaftlichen Spielraum.

Viele Menschen verabschiedeten sich täglich aus dem Osten in den Westen. Auch von den Studenten verschwand mancher von heute auf morgen. Auch mein Freund, der mit mir die Schule besuchte, ging bald nach drüben. Unser Jugendtraum sollte sich für ihn erfüllen. Wir waren ja aufgebrochen, um die ganze Welt zu erkunden. Er heuerte in Bremen auf einem „Bananendampfer“ für einen Südseetrip an. Wir trafen uns Jahre später in Leipzig wieder. Gesehen hat er nicht viel, er hat im Maschinenraum geschuftet und Befehle ausgeführt. Geblieben war ihm ein Foto, das er gern herumreichte, das zeigte ihn auf einer Südseeinsel in Tarzanbadehose und ein Hulamädchen im Arm. Das farbige Foto, mit dem er Eindruck machen wollte, war eigentlich Zeugnis seines Scheiterns.

Sie aber hatten Ihr Zuhause gefunden?

Ich blieb an der Artistenschule, hielt aber dem Leistungsdruck nicht stand, war weiterhin ein Pendler zwischen den Welten, begann zu malen und zu schreiben, um Antworten auf quälende Fragen zu finden, und erkrankte schließlich an Seele und Leib. Ich lag ein knappes Jahr in der Klinik - in der Zeit starb auch meine Mutter, an die ich problematisch gebunden war -, fand dann zurück nach Leipzig und arbeitete wieder in meinem alten Beruf als Fernmeldetechniker.

Und wie ging es mit dem Schreiben weiter?

Ich versuchte weiter meine Erlebnisse schriftlich fest zuhalten und dachte nicht daran, das Schreiben vielleicht einmal hauptsächlich zu betreiben. Doch das Schreiben wirkte wie eine Droge, es brachte zwar kein dauerhaftes Glück, aber ich wollte davon nicht mehr lassen. Mit der Zeit wurde es mir in mir zu eng, ich suchte die Erfahrungen anderer und besuchte Zirkel „Schreibender Arbeiter“, wo ich hoffte, auf Gleichgesinnte zu treffen. Ich fand auch Freunde, ja, aber eigentlich wurde vom Zirkelleiter ein böses Spiel mit mir getrieben. Er versuchte mich zu verunsichern und schob mich zwischen den Zirkeln hin und her. Daran war wohl nicht mein mangelndes Talent schuld, das politische Engagement und die Parteilichkeit standen ohnehin im Vordergrund. Es fehlte mir einfach an Anpassungsfähigkeit und bedingungsloser Gläubigkeit. Entgegen der Meinung des Leipziger Schriftstellerverbandes habe ich mich schließlich am „Literaturinstitut J. R. Becher“ beworben, bin dort auch für mich überraschend angenommen worden, habe von 1970 bis 1974 studiert und in dieser Zeit ein Kinderbuch und den Band Erzählungen „Die Grasnelke“ veröffentlicht. Letztes wurde mit einem Förderpreis des Ministeriums für Kultur und auch mit der „Erich-Weinert-Medaille“ ausgezeichnet.

Nach Absolvierung des Literaturinstituts „Johannes R. Becher“ haben Sie gleich den Schritt zum freischaffenden Autor getan. Gehört dazu nicht - neben hinreichendem Mut - eine entsprechende moralische und materielle Förderung durch unsere Gesellschaft?

Ich hätte mich nicht zum Freischaffenden machen können ohne die Unterstützung durch den „Rat des Bezirkes“. Für die Arbeit an einem Roman, mit dem ich immer noch zu schaffen habe, bekam ich ein großzügiges Stipendium. Einige andere Arbeiten sind fertig: der Fernsehfilm „Ein verdammt wunderschöner Tag“ (inzwischen gesendet) und drei Hörspiele für Kinder. Im Herbst erscheinen der Band Erzählungen „Die großen bunten Wiesen“ und der Roman „Julia“. Anderes ist in Arbeit.

Sie haben jetzt einiges erzählt, und ich habe lauter Zwi­schenfragen gestellt. Trotzdem hätte ich gern manches noch genauer gewusst. In dem Stück, um das es hier geht, ist die Titelfigur Muzelkopp Fernmeldemonteur. Sie haben eine Lehre in diesem Beruf absolviert. Haben Sie die abgeschlossen, und warum sind Sie weggegangen aus diesem Beruf?

Die Lehre habe ich wahrlich mit Müh und Not abgeschlossen. Ich hatte mir den Beruf auch nicht selbst ausgesucht. Ich wäre lieber nach Meißen zur Porzellanmalerschule in die Lehre gegangen. Aber meine Mutter, immer noch von Kriegsängsten geplagt, wollte ihre kleine Familie immer in Reichweite um sich haben. Mein Vater, selbst Arbeiter, hatte schon meinem älteren Bruder den Berufsweg geebnet, der inzwischen die Maurerlehre beendet hatte und nun zielstrebig zum Ingenieur studierte. Ich sollte nun, was der große Bruder erfolgreich vorgemacht hatte, ebenso erfolgreich nachmachen. Doch ich fühlte mich im Lehrkombinat eingesperrt, geistige Enge und disziplinarische Unterwerfung machten uns jungen Leuten, von denen ja die meisten erst vierzehn Jahre alt und somit noch Kinder waren, tüchtig zu schaffen. Einige, zu denen auch ich gehörte, rebellierten immer wieder und versuchten auszubrechen. Als es dann nach drei sich quälend dahinschleppenden Jahren dennoch geschafft war, arbeitete ich ein paar Monate im Fernmeldeamt, wo es nicht anders zuging wie im Lehrkombinat. Gegen den erbitterten Widerstand meiner Übermutter kündigte ich dennoch bald. Mein Freund und ich wollten endlich richtig zufassen, etwas anpacken und in eine Richtung bewegen, die wir selbst bestimmten. Wir waren ständig am Träumen von großen Taten, jedes Frühjahr saßen wir auf gepackten Koffern, um endlich in die Ferne zu gehen. Wenn wir nach Arbeitsschluss eingekeilt in der überbesetzten Straßenbahn standen, bewunderten wir Männer vom Bau, von Wind und Wetter gegerbte Kerle mit großen vernarbten Händen. Wir schämten uns, dass wir noch immer im sterilen Fernmeldeamt gefangen saßen, Drähte anlöteten und im Wählersaal nach Störungen suchten.

Dann also Transportarbeiter, Güterbodenarbeiter. Warum gerade das? War das so was mit Zupacken? Wo man richtige Massen bewältigen, Kraft einsetzen konnte?

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