„Nun ja“, meinte Wolf nachdenklich, „damit sprechen Sie wohl den größten der beiden entscheidenden Unterschiede zwischen unseren Religionen an, die trotz aller eben festgestellten Gemeinsamkeiten existieren: Im Christentum, und das hat es unverändert aus der mosaischen Lehre übernommen, ist der Lebensweg mit dem Tode unwiderruflich zu Ende, er ist eine Einbahnstraße. Es gibt dann bei den Christen die Verheißung des Himmelreichs, aber nur, weil Jesus mit seinem Tod die Sünden derjenigen auf sich genommen hat, die vorher Buße getan haben.“ „Aha“, fiel Su ein, „und der hinduistische und buddhistische Lebensweg ist dem gegenüber ein Kreis, oder besser, eine Spirale mit dem Höhepunkt des Nirwana. Die Wiedergeburt, die mir viel logischer erscheint als ein Himmelreich mit Milliarden von Toten, bietet die Möglichkeit, im nächsten Leben seine Schuld wieder gut zu machen, selbst wenn man zur Strafe als Hund wiedergeboren worden ist. Besser ist es natürlich, eine Schuld schon in diesem Leben zu bereinigen und damit das Karma zu verbessern. Denn nur Buße tun und bedauern genügt bei uns nicht, man muss schon aktiv Gutes tun.“ Wolf nickte und wollte fortfahren, doch Barbara kam ihm zuvor:
„Der zweite, weniger klare Unterschied zwischen den Religionen liegt in der Zahl der Götter. Die Juden kennen nur einen einzigen Gott, die Christen haben daraus mit Jesus und dem Heiligen Geist die Dreieinigkeit gemacht, worunter sich nur Theologen etwas vorstellen können. In Asien gibt es zwar viele Götter, aber die wesentlichen sind doch Brahma, Wischnu und Schiwa, die nach vielfacher Ansicht sogar ebenfalls eine Art Dreieinigkeit bilden. Und für die meisten Thais spielt nur Buddha eine Rolle, der ja kein Gott ist.“ „Zwei Jahre habe ich unter Christen gelebt und einiges über ihre Religion gelernt“, lachte Siripong, „aber erst heute sind mir die Unterschiede zu unserem Glauben so richtig klar geworden.“
Weil es schon recht spät geworden war, verabschiedeten sich die Lehmanns mit der Bitte, das nächste Treffen bald wieder bei ihnen in Bang Pa In zu haben. „Diese Su Chan ist eine ganz erstaunliche junge Frau“, überlegte Wolf laut, als sie nach Entrichten der Maut auf die Stadtautobahn einbogen, „attraktiv und intelligent, noch recht jung und trotzdem sicher im Urteil, und dabei von natürlicher weiblicher Anmut.“ „Ein bisschen verschossen in sie?“, spottete seine Frau. „Ach, du weißt ja, dass ich schon immer eine Schwäche für Frauen hatte, die schön und intelligent sind“, gab er lächelnd zurück. „Deshalb bin ich ja damals auch bei dir hängen geblieben ...“ „und heute bin ich nur noch intelligent, ich hoffe wenigstens“, fiel Barbara ihm ins Wort. „Aber das ist schon das zweite Kompliment in dieser Woche. Wird das nicht etwas viel?“ Ohne auf ihren Spott einzugehen fuhr er fort: „Verschossen, nein, sie könnte ja unsere Enkelin sein. Aber erstaunt und erfreut, dass es heutzutage in diesem Land solche selbstständigen Frauen gibt. Das gibt mir Hoffnung für die Zukunft, denn sie werden ihre Kinder ebenso erziehen. Thailand ist ja das einzige Land im Umkreis von 5.000 Kilometern, wo so etwas möglich ist.“ „Ja, du hast Recht“, stimmte Barbara zu, nun wieder ernst geworden. „Ich glaube, die Königin hat durch ihr Vorbild keinen geringen Anteil daran. Übrigens hätte ich nichts gegen eine Enkelin wie Su einzuwenden.“
Auch bei den Gastgebern war der Nachmittag noch Gesprächsthema: „Stand deine Bluse vorhin nicht etwas zu weit offen?“, fragte Siripong, als sie in ihrer leichten Hauskleidung beim Abendessen saßen. Doch damit hatte er in ein Wespennest gestochen. „Erstens ist das allein meine Sache“, gab Su ärgerlich zurück. „Zweitens war es nicht gewollt, ich hatte den Knopf wohl nicht richtig zugemacht. Es war mir selbst peinlich, aber nur ein kleines bisschen. Denn zum dritten ist Khun Wolf ein Gentleman, der keine Augen für meinen Ausschnitt, sondern nur für das Amulett hatte. Und zum vierten war ja noch der blöde BH darunter, ohne den ich mich hier nicht zeigen kann, obwohl ich davon sicher einen Hängebusen bekomme. In Europa hat sich niemand daran gestört, wenn meine Brustspitzen die Bluse ausbeulten.“ Siripong sah seine Frau erstaunt an. Solche Ausbrüche waren selten bei ihr. Aber sie hatte ja Recht. Was ging ihn ihr Blusenknopf an. An ihrem Gesicht sah er, dass sie sich wieder beruhigt hatte. „Verzeih“, sagte er und strich ihr über das Haar. „Ganz sicher“, antwortete sie mit weicher Stimme, „auch ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich hatte nicht das Recht, dich so anzublaffen, denn so ganz falsch war deine Mahnung ja gar nicht.“
Ihr Hinweis auf die größere Freizügigkeit in Europa rief in Siripong eine Erinnerung wach: In der Nähe von Villingen-Schwenningen gab es einen Baggersee, in dem die Menschen völlig nackt badeten, nicht nur topless, wie auch Su es gerne tat, wenn andere Frauen es vormachten. Für sie war es denn auch kein Problem gewesen, sich ganz auszuziehen, aber er hatte lange gezögert, bis er merkte, dass die befürchtete Erektion ausblieb. Der Anblick einer nackten Frau erregte ihn viel weniger, als wenn eine knappe Bekleidung die Phantasie beflügelte. Stolz hatte er gesehen, dass Su immer wieder bewundernd betrachtet wurde und überrascht festgestellt, wie viel schöner das Schwimmen ist, wenn das Wasser den ganzen Körper direkt umspielt. Nur etwas konnten sie mit ihrer Erziehung nicht vereinbaren, das manchen deutschen Paaren selbstverständlich schien: in diesem Zustand öffentlich miteinander zu schmusen.
Diese Erinnerung veranlasste Siripong zu der Bemerkung: „Ich habe ja gar nichts dagegen, wenn andere deinen schönen Busen bewundern, solange ich der Einzige bin, der ihn anfassen darf.“ Und er streichelte ihre Brust unter dem leichten Kleid, bis die Spitzen fest wurden. Su sah ihm in die Augen. „Darauf kannst du dich verlassen, solange ich lebe“, sagte sie mit heiligem Ernst. „Bevor ich dich kennen lernte, nannte man mich ,die wilde Su’, aber jetzt gehöre ich mit Leib und Seele dir ganz allein.“ Siripong war erschüttert von ihrem Ernst. „Ich bete zu Kuan Jin, dass ich stets dasselbe sagen kann“, antwortete er langsam, denn er musste sich über jedes Wort klar werden, um ehrlich sprechen zu können, „aber eins weiß ich ganz sicher: Ich werde dich immer über alles lieben.“ Su wusste genug über das männliche Seelenleben, um mit dieser Antwort zufrieden zu sein. Sie musste ihm dafür danken, auch erregte sie das Streicheln ihrer Brustspitzen. So ließ sie das Kleid von den Schultern gleiten, löste seine Kleidung und umarmte ihn zärtlich, bis auch seine Erregung fühlbar wurde. Auf dem weichen Teppich gaben sie einander ihre ganze Liebe.
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