Wiebke Hein - Bleicher Jasmin

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Einmal in China leben? Helen freut sich auf ein Abenteuer. Davon kriegt sie dann doch zu viel, denn der plötzliche Tod ihrer Nachbarin wirft einen Schatten auf das Idyll in der Fremde: vielleicht ist doch nicht alles so unbeschwert und arglos, wie es scheint? Aber was geht es Helen an? Auf keinen Fall will sie in das Wespennest von ehrgeizigen Geschäftsleuten, gelangweilten Nachbarn und dynamischen Müttern stechen. Doch bald schon entwickeln sich die Dinge so, dass ihr keine andere Wahl bleibt.
Natürlich ermittelt man als Hausfrau und Mutter besser sehr diskret. Doch im Kreis der Ausländer bleibt vieles nicht lange geheim. Wenn man freundlich nachfragt, erfährt man immer etwas: beim Ausflug mit dem Elternbeirat zu einem Kloster in die Berge ebenso wie beim Wandern auf der Chinesischen Mauer; beim Kaffee mit den Damen vom Yoga genauso wie beim teuren Mineralwasser im Penthousebüro des Investmentfunds mit Blick auf die Verbotene Stadt.
Die Nachforschungen führen durch Pekings weite Strassen und enge Hutongs, in protzige Villen und kulinarische Tempel. Was lauert hinter den gepflegten Fassaden? Mit was für Leuten hat man es eigentlich zu tun, wenn man in die weite Welt zieht? China ist gross und der Fall verzwickt, doch wenn man sich nicht immer an alle Regeln hält, kann man fast alles erreichen!

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Endlich wurde die Ampel grün und sie konnte blitzschnell vor dem anfahrenden Gegenverkehr links rüber kreuzen. Noch ein bisschen in der Gegenfahrbahn und sie war schon da. Vier Minuten nach ein Uhr stand sie vor dem mächtigen schmiedeeisernen Tor der Anlage. Als Cora das letzte Mal gemeckert hatte, war sie auch nur ein Viertelstündchen zu spät gewesen. Ah, endlich lief heute mal eine Sache gut. Die gelangweilte Wache hat sie einfach nur durchgelassen. Sie war nicht wirklich zu spät!

Zweimal rechts und dann war sie schon in der Straße mit den Häusern Nummer 336 bis 368. Die Zahl vier klingt auf Chinesisch wie tot und da wollte natürlich keiner wohnen. Das führte dazu, dass sie in Haus Nummer 338 arbeite, das neben 350 stand. Bis auf die Hausnummern sahen die Häuser fast alle gleich aus. Trotz des Namens “Jasmin-Garten” hatte der Architekt wohl an Italien gedacht. Die Häuser waren in rot, ockerfarben oder gelb gehalten, die Betonfassaden waren verschönert mit kleinen Erkern, aufgemalten Fensterläden und einem kleinen Portiko. Verwitterte Säulengänge und ausladende Brunnen zierten die Grünflächen. Die Villen waren mit ihren drei Stockwerken plus Keller riesig. Da gab es ganz schön was zu putzen.

In einer kargen Ebene gelegen, gab es in Peking eigentlich immer viel Wind, der Staub und Erde mit sich brachte. Traditionell waren alle Häuser hier grau gestrichen. Da konnte es viele Jahre hinwehen und die Farbe harmonierte ideal mit ihrem Staubbelag. Das war mit den ockerfarbenen Wänden ganz anders. Über allem hing schnell ein grauer Schleier, aber dank dem unermüdlichen Einsatz einem großen Heer von Ayis waren sogar die Briefkästen und die Mülltonnen staubfrei.

Wang Ayi atmete erleichtert aus, als sie gerade noch rechtzeitig vor der erst letzte Woche gewienerten Glasfront anhielt. Sie winkte der Nachbarin von gegenüber zu, die an den Blumen vor ihrem Haus werkelte. Wieso die immer in so alten Klamotten herumlief und nicht den Gärtner das Unkraut zupfen ließ? Hatte die so eine faule Ayi? Peinlich war das! Manchmal waren Ausländer nicht leicht zu begreifen. Ihre Taitai war zwar anstrengend, aber immerhin beschämte sie nicht durch dreckige Klamotten oder indem sie auf der Straße niedrige Arbeiten erledigte.

Während sie ihre hohen Schuhe vor der Türe auszog, malte sich Wang Ayi aus, wie schön sie sich auf ein nagelneues Sofa setzen würde, wenn sie das Geld einer Taitai hätte. Dann würde sie den ganzen Tag keinen Finger heben, einen großen Fernseher würde sie dann haben und nie mehr kochen. Und dann würde sie den Fahrer bestellen und mit der glänzenden Kreditkarte Kleider im letzten Schrei einkaufen und anschließend zur Maniküre stolzieren.

Dieser Tagtraum wurde unterbrochen, denn beim Reinkommen stellte Wang Ayi überrascht fest, dass Licht brannte, Musik spielte und die schweren Gardinen im Wohnzimmer zugezogen waren. Noch mehr wunderte sie sich, dass die Taitai ihr nicht antwortete, obwohl sie deutlich ihre rotlackierten Füße auf dem Sofa sah. Vielleicht war sie eingeschlafen? Hatte sie womöglich schon am frühen Morgen zu viel getrunken?! Ihre Freundin aus Haus 386 spottete manches Mal über ihre Taitai, die schon morgens gerne einen Schluck trank. Cora war sonst eigentlich nicht so. Aber erleichtert dachte Wang Ayi, dass nun gar nicht aufgefallen war, dass sie ein winzig kleines bisschen zu spät war. Jetzt besser nicht diesen glücklichen Umstand ruinieren und sie bloß nicht wecken!

Nachdem sie sich ein Glas Wasser genommen und den Staub der Straße aus dem runden Gesicht gestrichen hatte, lief sie auf Zehenspitzen rüber, um zu schauen, ob Cora wirklich fest schlief oder ob sie lieber schon mal ein Glas mit Kopfschmerztabletten bringen sollte.

Auf dem Glastisch neben dem Weinglas und den Zeitschriften läutete plötzlich das Telefon. Wang Ayi zuckte zusammen. Das Klingeln klang irgendwie anklagender als sonst. Unsicher ging Wang Ayi ans Telefon. Es war aber wieder nur so ein automatisches Band, was einem eine Versicherung verkaufen wollte. Die Sache mit ihrer Taitai gefiel ihr nicht. Die war doch um die Zeit immer beim Yoga. Nun lag sie auf dem Sofa und ließ sich nicht vom lauten Telefon wecken? Sie wird doch nicht so schlimm betrunken sein? Wang Ayi brauchte Beistand.

Vielleicht hat die deutsche Nachbarin ja eine Idee, was los sein könnte? Die war doch gerade noch am Blumenbeet gewesen. Etwas in Sorge öffnete Wang Ayi noch einmal die Haustür. Mit etwas Mitleid registrierte sie, dass die Frau von gegenüber nun tatsächlich voller Staub und Erde war. Denn genau in dem Augenblick erhob sich die und wollte zurück ins Haus. Sie unterdrückte ihren Missfallen und rief mit ihrer freundlichsten Stimme hinüber. „Oh, das Blumenbeet sieht jetzt aber hübsch aus. Sag mal, kannst Du vielleicht mal ganz kurz gucken kommen?“

Helen war sehr zufrieden. Ihre kleine Ansammlung Blumen trotzte Wind, Trockenheit und umherfliegenden Fußbällen. Alles war so grau und staubig, die meisten Nachbarn hatten ihren Vorgarten einfach zubetoniert. Die haben die Garagen in ein extra Zimmer umgebaut und stellten dann ihre riesigen Autos lieber vor ihrem Haus ab. Es wunderte sie immer wieder, dass der Gingko dort noch leben konnte. Es erfüllte sie mit einer kleinen Genugtuung, dass sie eine kleine bunte Oase des Widerstandes vor ihrem Haus pflegte. Sie goss noch einmal großzügig und klopfte sich die Erde von den Händen. Sie wollte lieber schnell ins Haus. Heute war wieder so ein Tag mit schlechter Luft. Das machte sie im Herbst besonders missmutig, denn es erinnerte sie daran, wie schlimm im Winter der Smog werden würde.

Plötzlich rief ihr Wang Ayi zu. Wang Ayi klein und kräftig. Ihre kurzen dicken Haare umrahmten ein rundes, flaches Gesicht. Über ihrem kräftigen Oberkörper spannte sich ein Pullover mit reichlich Strass in der Form eines angebissenen Apfels. Ein Landei in der Stadt. Helen mochte sie nicht besonders gerne. Ihre Oma hatte immer gesagt: “Wie der Herr so’s G’scherr”. Das bezog sich meist auf Hunde, die oft genauso bissig, faul oder träge waren wie ihr Frauchen. Und Helen fand Wang Ayi eben nicht viel sympathischer als ihre Arbeitgeberin, sie hatte auch etwas Falsches und Verschlagenes an sich.

Die Ayi nutzte es aus, dass Helen leidlich Chinesisch sprach. Dabei lobte sie immer so überschwänglich und versuchte ihr zu schmeicheln, dass es Helen kalt den Rücken runterlief. Was sie nun wohl wollte? Nachbarschaftliche Hilfe konnte sie schlecht verweigern. Freundlich lächelnd und schon mal auf der Suche nach einer Ausrede, warum sie gleich wieder weg musste, ging Helen auf die andere Straßenseite.

Helen zog die Schuhe aus und ging ins Haus. Sofort verstand sie, warum Wang Ayi sie gerufen hatte. Es war eisig kalt im Haus. Jemand musste die Klimaanlage auf die tiefste Stufe eingestellt haben. Ein abgestandener, etwas süßlicher Geruch lag in der Luft. Im Wohnzimmer herrschte Dämmerlicht weil die Vorhänge geschlossen waren und nur das Licht über die Vorderseite des Hauses einfiel. Die Küche war aufgeräumt, aber auf dem Esstisch stapelten sich jede Menge Unterlagen. Sonst war es doch immer so ordentlich hier.

Die zarten Schultern in ihren schicken Cashmereüberwurf geschmiegt, ruhte Cora regungslos auf dem edlen, weißen Designersofa. Klaviersonaten von Beethoven kamen in Konzerthausqualität aus den hohen Holzboxen, die auf dem Boden neben dem hohen Fenster zum Garten standen. Auf dem Bild über dem Sofa radelten drei Frauen, anmutig ihre großen Strohhüte balancierend, durch Reisfelder. Vermutlich Vietnam. In der Vitrine neben dem Sofa konnte man Andenken aus der Heimat bewundern. Das antike Meissner Kaffeegeschirr von Oma aus Hamburg. Das war den ganzen weiten Weg von der deutschen Küste über die süddeutsche Provinz nach Peking gereist. Dazu standen im kecken Dialog ein paar schrill bunte Keramikstücke von lokalen Künstlern wahrscheinlich aus dem angesagten Stadtteil 798 Artzone. An der Wand tickten drei große silberne Uhren mit verschiedenen Zeitzonen. Unter denen stand ordentlich New York, Berlin und Peking. Helen fühlte sich damit gleich wie an einer Rezeption im Hotel. Als müsste man sich immer daran erinnern, dass man nicht zu Hause ist.

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