Regina Zeh - Der schicksalhafte Kuss

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In meinem Buch berichte ich zunächst kurz von der Lebenssituation meiner Eltern, die sich nach dem Krieg in einer für sie neuen Umwelt zurechtfinden und einleben mussten, dann von meiner Erkrankung an Polio und der Traumatisierung durch Krankenhausaufenthalte und wie meine Familie mit meiner Behinderung zurecht kam. Es folgen Eindrücke, die ich vom achten Lebensjahr an im Krankenhaus machte; wie ich schließlich den Weg ins Leben fand und wieder – auch als Erwachsene – problematische Erfahrungen in Krankenhäusern machen musste.
Ich berichte, welche Möglichkeiten ich nutzte, um die Folgen meiner Erlebnisse zu verarbeiten und schließlich lernte, aus «Stroh Gold zu spinnen».

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1. Teil - Vorgeschichte

Und so hat es angefangen

Der Start meiner Eltern

Meine Eltern stammen beide aus Schlesien. Mein Vater wurde 1942 in den Krieg eingezogen. Meine Mutter wurde mit ihren Familienangehörigen 1946 aus ihrem Dorf vertrieben und in einem niedersächsischen Dorf bei verschiedenen Familien einquartiert. Meine Mutter und ihre Zwillingsschwester erhielten ein Zimmer in einem Bauernhof. Sie hatten auf dem Feld, im Stall und im Haus die anfallenden Arbeiten zu machen. Als Gegenleistung waren Zimmer und Verpflegung frei, zusätzlich bekamen sie 30,- Reichsmark pro Monat.

Mein Vater kam am 20. Oktober 1947 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Seine 75 kg Reisegepäck enthielten Kaffee, Kakao, Zigaretten zum Tauschen, Werkzeug und einige Kleidungsstücke. Er fand sofort Arbeit bei einem Elektroinstallateur und richtete zusammen mit diesem eine Spielwarenfirma am Ort neu ein.

Darüber hinaus machte er alles, was sich ihm als Arbeit anbot. Da er ein guter Handwerker war, waren seine Fähigkeiten gerade im ländlichen Gebiet sehr geschätzt. (Noch heute, 2013, 36 Jahre nach seinem Tod, werde ich auf ihn angesprochen.) Dennoch war Bargeld rar. Viele Familien mussten ihre Existenz völlig neu aufbauen, so auch meine Eltern. Alle Möbel und die Aussteuer waren in Schlesien geblieben, weil sie nur das Nötigste mitnehmen konnten. Das Nötigste waren die Bekleidung, die sie auf dem Leib hatten, und Ausweispapiere. Ende Dezember 1947 heirateten meine Eltern. Am Morgen der Hochzeitsfeier musste meine Mutter noch die Kühe melken, erst dann hatte sie frei.

An der Hochzeitsfeier nahmen 20 Gäste teil. Der Anzug meines Vaters und das Brautkleid, der Schleier und die Schuhe meiner Mutter waren geliehen. Das Essen zahlte einer der Gäste, der nicht genannt werden wollte. Meine Eltern haben nie aufdecken können, wer ihnen dieses Geschenk gemacht hatte.

Nach der Hochzeit hatte das junge Paar zunächst ein Zimmer mit einem Bett und einem Sofa, einem Federbett und einem Koffer mit Bekleidung. In diesem Zimmer wurde ich am 1.10.1948 geboren. Dann bekamen meine Eltern ein zweites Zimmer, das als Wohnküche eingerichtet wurde. Nach und nach schafften sich meine Eltern Hausrat und Möbel an.

Meine Mutter arbeitete noch am Morgen des Tages meiner Geburt im Stall. Meine Schwester Theresia kam ein Jahr später zur Welt, Christina 1951 und Monika 1952. 1958 wurde Maria, 1959 Petra, und 1964 wurde Andreas geboren.

Nach dem Krieg herrschte bis etwa 1960 Wohnraummangel. Viele Häuser waren durch Bomben zerstört, und zusätzlich mussten zehn Millionen Flüchtlinge und Vertriebene untergebracht werden. Bis 1955 bewohnten wir (d.h. meine Eltern, meine drei Schwestern und ich) zwei Zimmer in der ersten Etage eines geräumigen Bauernhauses. In unserer Wohnküche gab es einen Küchenschrank, den Küchentisch, ein Sofa, Stühle, eine kleine Kommode, einen Kohleherd mit Backrohr und ein Waschbecken, aber kein fließendes Wasser. Zum ersten Geburtstag nach der Eheschließung schenkte mein Vater meiner Mutter einen Elektroherd, den er selbst gebaut hatte und der jahrelang gute Dienste leistete.

Das andere Zimmer war unser Schlafzimmer, durch das man gehen musste, um in die Küche zu kommen. Gleich links neben der Tür waren die Ehebetten meiner Eltern, und am Fußende stand das kleinste Kinderbett. Neben den Ehebetten hatte noch die Spiegelkommode Platz. An der Querwand war ein Fenster mit Blick zum Hof und auf den Misthaufen. Vor dem Fenster stand die Tischnähmaschine meiner Mutter. Daneben waren die Nachtschränke meiner Eltern übereinandergestellt, dann kam der Kleiderschrank. An die daran anschließende Wand waren zwei Kinderbetten quergestellt. Vom Fenster darüber war das Dach der Waschküche zu sehen, das nach rechts abfiel und über dem Weg im Garten endete. Am Fußende des zweiten Kinderbettes stand in der Ecke an der Wand das vierte Kinderbett. Gleich daneben war die Tür zur Wohnküche. Der Fußboden im Schlafzimmer und in der Küche bestand aus Holzdielen, die regelmäßig mit Bohnerwachs und Bohnerbesen gepflegt wurden. Auf dem Fußboden in der Küche waren die Dielen zum Teil mit Stragula (einer kostengünstige Linoleumimitation) abgedeckt.

Gelebt und gespielt wurde in der Küche. Hier wurde auch gebadet. Wir hatten eine große Zinkwanne, die zum Baden hervorgeholt und auf den Fußboden gestellt wurde. Das Wasser wurde aus der Nachbarwohnung geholt und auf dem Herd erwärmt. Die Toiletten waren im Erdgeschoss im Stall. Dafür musste man die Treppe hinunter, an der Hintertür und der Waschküche vorbei, durch den Pferdestall (die Pferde konnten einen sehr langen Hals und deshalb Angst machen) und an den Kühen und Schweinen vorbei. Unter dem Hühnerstall waren die Toiletten. Diese Toiletten waren Plumpsklos und rochen entsprechend. An der Wand hing immer ein Stapel aufgefädelter Zeitungsblätter, in Postkartengröße gerissen. Die Deckenbretter über der Toilette waren der Fußboden des Hühnerstalls und nicht richtig dicht. Mit etwas Glück konnte man die Toilette mit einer zusätzlichen Verzierung auf dem Kopf oder auf der Mütze verlassen. Mit solchen und noch bescheideneren Wohnverhältnissen mussten in dieser Zeit viele Familien zurechtkommen.

1952 bekam mein Vater einen festen Arbeitsplatz bei einem Elektroinstallateur im Ort. Da er dort einen Stundenlohn von nur 0,52 DM bekam, war er immer bemüht, das Familieneinkommen aufzubessern. Er baute eine Ölmühle, mit deren Hilfe er aus Raps Öl presste. Zehn Prozent des Erlöses war sein Verdienst. Mit dem Rapsöl wurden Kartoffeln gebraten, Kuchen gebacken, Gemüseeintöpfe angereichert und andere Lebensmittel eingetauscht. Meine Eltern pachteten einen Garten und bauten da Obst und Gemüse an, um die Familie gesund zu ernähren. Meine Mutter nähte in den ersten Jahren aus alten Kleidern die Bekleidung für uns Kinder. Außerdem wurde Kleidung von einer Familie zur anderen weitergereicht.

Zur Geburt ihrer vierten Tochter bekam meine Mutter eine neue, elektrische Nähmaschine von meinem Vater. Er handelte bei elektrischen Geräten nach dem Motto: Das Neueste, was aus den „Kinderschuhen“ heraus ist, ist gerade richtig! – Alt wird es von alleine. Noch viele Jahre lang nähte meine Mutter, Röcke, Kleider, Mäntel und Jacken für uns Kinder und für sich selbst.

Der kränkende und krank machende Kuss

Angeblich war ich ein süßes Kind. Das ist nicht unwichtig! Denn 1950, als ich etwa zwei Jahre alt war so wurde mir erzählt bekam meine Mutter Besuch von einer ihrer Freundinnen. Diese sah mich, nahm mich in die Arme, hob mich hoch und küsste mich auf den Mund. In meiner Familie war es nicht üblich, dass Kinder auf den Mund geküsst wurden. Es ist bekannt, dass gerade auch kleine Kinder ein gesundes Empfinden von Nähe und Distanz haben. Dieser Kuss war eine deutliche Überschreitung der Grenze zu diesem kleinen Kind, das sich noch nicht dagegen wehren konnte. Meine Mutter war über dieses Verhalten ihrer Freundin auch Jahrzehnte später noch sehr empört.

Aber es sollte noch schlimmer kommen. Im Verlauf ihres Besuchs erzählte die Freundin: „Stellt euch vor: Im Zug war ja so ein krankes Kind...“ Vierzehn Tage später wurde ich krank.

Meine Mutter erzählte mir später, dass es wie eine Grippe begonnen hatte, mit Husten, Schnupfen und Fieber. Aber plötzlich konnte ich nach dem Mittagsschlaf nicht mehr stehen. Ich knickte immer wieder ein. Mein Vater, der zufällig zu Hause war, meinte, dass ich wohl noch nicht ausgeschlafen hätte und dass meine Mutter mich noch einmal hinlegen sollte. Nach einer halben Stunde versuchte meine Mutter mich noch einmal hinzustellen, und ich knickte wieder ein. Daraufhin rief sie beim Arzt im Dorf an und schilderte die Symptome und ihren auf Zeitungsberichte gegründeten Verdacht. Der Arzt bestätigte, dass tatsächlich alles auf Kinderlähmung (Polyomyelitis oder kurz: Polio) hindeute, und ordnete an, dass sie sofort mit mir ins Krankenhaus fahren sollte. Unser Hauswirt besaß neben seiner Landwirtschaft auch ein Telefon und das Taxigewerbe mit einem der wenigen Autos im Ort. Man fuhr mich ins Krankenhaus der nächsten Stadt, eine Kreisstadt. Ich war tatsächlich der einzige Fall mit Kinderlähmung in der ganzen Umgebung.

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