Maxi Hill - Die Würde

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Als der angolanische Vertragsarbeiter Amadou in den Vor-Wendejahren auf Betty trifft, begehrt er sie aus reinem Heimweh, weil sie seiner Schwester Nsamba ähnelt. Für Betty, die Altenpflegerin, ist Amadou nur eine der willkommenen Abwechslungen zu ihrem freudlosen Job. Im Widerstreit der Kulturen trennen sich ihre Wege, bis Betty schwanger wird, und nicht weiß, von wem… Zu allem Übel hat Betty auch noch ein Problem mit der Heimbewohnerin Irma, deren Kinder gerade aus Angola zurückgekehrt sind, mit dem Versprechen an die Eltern, deren Sohn Amadou in der DDR zu unterstützen. Bald wird Piet und Toni Hein klar, dass mit Irmas wie mit Amadous Würde sträflich umgegangen wird.
In der Wendezeit treten erstmals auf ostdeutschem Boden Kräfte in Erscheinung, die Amadous Schicksal fatal besiegeln, aber auch solche, die Irma verzweifeln lassen …Zum Glück gibt es auch mutige Menschen, wie den Journalisten Volker Brandt, die etwas bewirken können…

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Der andere der beiden schlägt kräftig die Fahrertür zu und poltert los:

»Hättest dir lieber einen anderen Tag aussuchen sollen. Wer weiß wie lange die da unten noch so herum grölen. Vielleicht fliegen noch Pflastersteine!«

Die Ladeklappe scheppert laut. Seine Worte: »Zum Glück liegt die Bude im ersten Stock«, gehen im Lärm unter.

Oben, als er auf John Hein trifft, besinnt sich der Mann darauf, weswegen sie gekommen sind, und fragt: »Hast du Trauer oder so?«

»Na vielleicht«, entrüstet John sich, wie er es gewöhnlich tut und er meint damit, das hätte ihm gerade noch gefehlt. »Meine Mutter ist zum Pflegefall geworden. Ich hab sie im Altenheim untergebracht.«

»Na, das ist doch ’ne Lösung!«

»Endlösung. Sie weiß es nun noch nicht!«, dröhnt seine Stimme durch die Räume, die ohne Gardinen und jeglichen Zimmerschmuck, aber vollgestopft mit Kisten und Bündeln einen hässlichen Anblick bieten.

Der überflüssigen Floskeln waren es damit genug, die Männer wollen keine Zeit verlieren. Zuerst tragen sie das schwere Möbel über die Treppen nach unten. Der dritte Mann führt Regie und lässt sich von Zeit zu Zeit eine der gepackten Kisten oder ein weiches Bündel reichen, je nachdem, ob es etwas zum Abpolstern gibt oder zum Füllen von Zwischenräumen.

Mitten auf der Treppe bricht von einer der Kisten der Boden durch. Klirrend stürzt der Inhalt die Treppe herunter und der Träger hat Mühe, noch festen Tritt zwischen all den Utensilien zu behalten, die verstreut herumliegen. Ein Fluch hallt von den kahlen Wänden. Mühsam beginnt er ganze Berge von Besteck einzusammeln, auf dessen Vollständigkeit Irma Hein immer großen Wert gelegt hatte. Zu guter Letzt ramscht er die vielen silbernen Messer, Gabeln, Löffel, Suppenkellen, Zuckerzangen und Tortenheber — alles durcheinander — wahllos in ein großes Tuch.

»Was macht eine alte Frau mit so viel Messern und Gabeln?«, zetert er.

»Vielleicht Gabelstapeln«, feixt der dritte Mann, der den edlen Intarsientisch aus dem Intershop, den Piet seiner Mutter vor zwei Jahren geschenkt hatte, vorsorglich in eine weiche Decke hüllt und behutsam beiseite stellt. Solch gute Stücke gehen nicht dorthin, wo diese Fahrt heut enden soll, bei allem guten Zweck, den Gebrauchtwaren erfüllen.

Das Treffen

Bettina Zonn löffelt einen Eiskaffee. Immer wieder schielt sie durch den luftigen Stoff der halbhohen Gardine auf die belebte Straße. Der Keks, der gewöhnlich das Erste ist, was sie zwischen ihre rot gefärbten Lippen schiebt, liegt zerbröselt auf dem Tablett. Sie ist nervös. Dieser Dienst bringt sie noch um. Wer kann das aushalten — tagein, tagaus nur Alte und Gebrechliche, sabbernde Münder und stinkende Ärsche. Nein, alt möchte sie nie werden. Wenn der Docht des Lebens runtergebrannt ist, will sie gehen, sang- und klanglos. Diese Unwürde könnte sie nicht ertragen. Bettina ist außerstande, ihre Hände ruhig zu halten. Der Krach mit der Schenck, ihrer Chefin, liegt ihr noch im Magen. Es ist einfach zu wenig Personal da. Sie kommen gerade zu den notwendigsten Dingen; Waschen, Betten machen, Verbände und Katheter legen. Schlimm. Noch schlimmer: Sie vom Personal sind nicht die Einzigen, die über diese Missstände Bescheid wissen. Peinlich bei ihrem Ethos, der Mensch stehe im Mittelpunkt. Bettinas Lippen verziehen sich schräg. Wenn ihr früher jemand gesagt hätte, dass sie jedes Mal beten würde, es möge nichts passieren, wenn sie allein Nachtwache hat, hätte sie ihn schallend ausgelacht. Heute betet sie, nicht richtig zwar, nur eben so, wie man flehentlich hofft. Nur weiß sie nicht, für wen sie fleht, für wen sie hofft. Für sich, um sich Aufregung vom Leib zu halten? Für die Alten, um denen Leid und Ängste zu ersparen? Einer alleine für so viele Alte ist Irrsinn und der wiederum entwickelt sich zur Regel. Trotzdem geht es ihr noch besser als ihrer Freundin Fanny auf der Intensivstation im Krankenhaus. Tauschen möchte sie mit der nicht. Dort sterben sie auch alle naselang, aber einen Unterschied gäbe es dabei, sagt Fanny: Für sterbende Patienten kostet eine Stunde Lebenserhaltung mehr als das Monatsbudget für einen Pflegefall im Heim. Ist das gerecht?

Die Stadt liegt grau und düster. Sie sieht es nicht, sie kennt es nicht anders. Das schöne Stadtzentrum mit der Hauptkirche lag einst östlich der Neiße, das haben ihr die Alten erzählt. Es sei zerstört von den darüber hinweg rollenden Panzerarmeen und den abräumenden Russen danach. So etwas vergessen die nicht, ihre Alten. Wenn man denen aber sagt, sie sollen sich schon mal ausziehen, wenn man sie waschen will, das vergessen sie gleich wieder, noch ehe man den Satz zu Ende geredet hat.

Nicht weit vom Café entfernt, die Straße ein Stück ostwärts, dort an der Grenze hat Simon jetzt Dienst. Schenkt sie ihm Glauben, ist sein Dienst noch stressiger als ihrer. Am schlimmsten sei es gewesen, als der visafreie Reiseverkehr aufgehoben wurde. Das hätten die aufständischen Polen verursacht, dieser Walesa mit seiner Solidarnosc. Jaruzelski habe über das Land Kriegsrecht verhängt, um die kommunistische Herrschaft zu erhalten. Wahrscheinlich wären sonst die Russen einmarschiert. Das alles erzählt Simon und noch viel mehr. Das meiste ist lange her, neun Jahre und länger. Es kümmert sie nicht, sie findet es schlimm genug, dass sie sich dauernd so etwas anhören muss. Lieben und Reden sind ein jämmerliches Gespann. Wenn dieser Jumbo dabei redet, versteht sie es wenigstens nicht. Simon aber sagt, vielleicht wären ohne den ganzen Stress noch mehr Polen hier. Wenn es nach ihr ginge, könnten die alle bleiben, wo der Pfeffer wächst. Im Kombinat sollen es zweitausend sein, die dort arbeiten. Manche von denen gehen täglich über die Grenze zurück, andere aus dem Landesinneren bleiben die ganze Woche hier, in einem Wohnblock in der Oberstadt, genau wie Waclaw und Oxana. Wären die Polen und die Tschechen nicht, müsste sie todsicher noch öfter Nachtdienst schieben. Das weiß sie nur zu gut. Wenigstens das hat die Schenck im Griff. Nachts muss ja keiner mit den Alten reden, da können die Polen ruhig Wache halten. Bei Tage muss man zu viel reden mit den Alten …

Ein Farbklecks huscht durch das graue Bild. Das war er, dieser Typ von Samstagabend, denkt sie. Schon klappt die Tür hinter dem Windfang aus dicken Pferdedecken.

Amadou tritt ein, blitzschnell huschen seine Blicke durch den Raum, niemand sieht, wie scheu die Augen an einer Stelle verharren, wie er zögert, doch dann tänzelt er zum Tisch am Fenster und fragt wie beiläufig:

»Ist der Platz noch frei?«

Die Frau bewegt nur eine Hand und nickt. Auch sie tut wie er, als sei niemals dieser gewisse Abend gewesen, niemals sein Bekenntnis über die kleine Schwester und niemals ihr Zwinkern, das ihn warten ließ, bis die Zeit ihrer dahin gehauchten Bemerkung gekommen war.

»Ich bin Ricardo«, sagt er mit gutem Grund. Es ist genug, wenn seine Landsleute ihm einen Spitznamen verpasst haben. Amado – Der Verliebte. Was sollte diese Nsamba von ihm denken? Er spürt beim ersten Blick, dass diese Frau es nicht verstehen würde.

»Betty«, sagt sie ein wenig forsch. »Beinahe wäre ich wieder abgezischt. Ich habe mich mit gewissen Unannehmlichkeiten herumzuschlagen, da fehlt einem die Geduld …«

Er schaut sie an, doch er hört nicht hin. Nur eines bleibt haften — Betty. Die helle Haut macht sie noch schöner als Nsamba, noch zarter, und er ist ihr so nah, so nah, dass er sie riechen kann. Sie riecht sehr gut, besser, als ihre trotzige Sprache klingt. Ein peinliches Gefühl kriecht ihm die Kehle hoch, lässt ungesagte Worte sterben und ganz andere gebären, die er nie hätte herauswürgen sollen.

»Verzeihung. Wir haben ein wichtige Konferenz.«

»Sie hatten eine wichtige Konferenz?«, verbessert sie ihn, er aber hörte nur die Frage, nicht die Feinheiten in der Sprache.

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