Ben Worthmann - Leben für Fortgeschrittene

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Leben für Fortgeschrittene: краткое содержание, описание и аннотация

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"Leben für Fortgeschrittene" ist der dritte und letzte Teil der Familien-Trilogie von Ben Worthmann. Teil 2: "Meine Frau, der Osten und ich, Teil 1: «Etwas ist immer». Alle drei Teile können auch abhängig von einander gelesen werden.
Die Jahre vergehen, doch das Dasein bleibt turbulent. Im Job gibt es nur Stress, die Kinder wollen nicht erwachsen werden, die Verwandten sind anstrengend, die Nachbarn nerven, der Hausarzt schwört auf amouröse Abenteuer als beste Medizin und es wird gestorben. Und dann kommt es auch noch zu verwirrenden Enthüllungen über das Doppelleben eines Paares im vorgerückten Alter. Die große Frage bei all dem lautet, ob es ein Leben nach dem Tode gibt, wenn auch nicht gleich unbedingt nach dem eigenen…
******Witzig, nachdenklich, selbstironisch und ziemlich ehrlich schreibt der Autor von «Etwas ist immer» auch diesmal über sich und seine Generation.***********
Außerdem von Ben Worthmann im Handel: Die Thriller «Die Frau am Tor», «Nocturno», «In einer Nacht am Straßenrand», «Tödlicher Besuch» sowie, als neuestes Werk, «Auf gute Nachbarschaft»

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„Kann sein, dass es der Pollenflug ist“, sagte ich noch, „ich habe irgendwo gelesen, dass solche Allergien ganz plötzlich auftreten können.“

Anna musterte mich skeptisch und meinte, ich solle vielleicht doch versuchen, mit etwas weniger Rotwein auszukommen.

Beim Rasieren – nass, aus Überzeugung – fiel mir auf, wie unvorteilhaft mein Gesicht neuerdings wirkte, zumindest um diese Tageszeit, da half auch keine Frühjahrsbräune. An diesem Morgen war es außerdem wieder mal so weit. Angeblich waren diese Klingen absolut verletzungssicher, ich hatte gelesen, die Firma habe Hunderte Millionen für das neue Werk investiert. Ich fragte mich, was mit dem Geld geschehen war. Am eigenen Leibe musste ich erfahren, dass man sich mit diesen Klingen jede Art von Gesichtsverletzung zufügen konnte. Ich fluchte, als mir das Blut am Kinn herunterlief, schaffte es aber irgendwie, die Wunde mit einem kleinen fleischfarbenen Pflaster zu kaschieren. Vielleicht sollte ich mir den Kopf gleich mit rasieren, wo ich schon mal dabei war, mich zu verstümmeln, dachte ich voller Bitterkeit. Von einer vernünftigen Behaarung konnte dort oben schon lange keine Rede mehr sein.

Vor einer Weile hatte sich ein Friseur in Kreuzberg, den ich in der Mittagspause aufsuchte, eine halbe Stunde damit beschäftigt, und ich hatte vergeblich zu ergründen versucht, was er da eigentlich trieb. Schließlich dämmerte mir, dass es sich um einen schwulen Friseur handelte. Er war türkischstämmig, höchstens Mitte zwanzig und hatte einen orange gefärbten Kurzhaarschnitt. Womöglich stand er auf ältere Männer. Vor ein paar Tagen war ich wieder in jenem Salon gewesen, wurde diesmal aber von einer jungen Frau mit schwarzem Haar bedient. Sie hatte ein keckes, ebenmäßiges, eindeutig orientalisches Gesicht und eine ziemlich aufreizende Figur in ihren Jeans und dem knappen Topp, und sie widmete sich meinem Haupthaar gleichfalls mit einer solchen Hingabe, dass ich mich zu fragen begann, ob ich auf meine fortgeschrittenen Tage womöglich so etwas wie eine multikulturell-bisexuelle Aura entwickelte. Ein irritierender Gedanke.

Immerhin schien der Rest meines Körpers, abzüglich des Kopfs, noch einigermaßen in Ordnung zu sein – ein kleiner Lichtblick, aber irgendeinen Sinn musste es schließlich haben, dass ich seit Jahren Stammkunde im „Body Shape“ war. Um in den Genuss dieses Lichtblicks zu gelangen, musste ich allerdings erst auf den Badezimmerschemel steigen, sodass ich mich komplett im Spiegel betrachten konnte – ein Vorgang, bei dessen Anblick sich ein Psychologe wohl seinen Teil gedacht hätte. Beim Heruntersteigen knickte ich mit dem Fuß um und sah mich abermals veranlasst, unflätige Bemerkungen auszustoßen, und zwar so laut, dass Anna es mitbekam und fragte, ob irgendetwas sei.

Inzwischen überlegte ich ernsthaft, ob es nicht doch besser gewesen wäre, ihrem Rat zu folgen und Reinhold wegen eines Attests anzurufen. Aber ich überwand mannhaft den Anflug von Larmoyanz, duschte heiß und kalt, schlüpfte in meine Jeans, streifte ein kurzärmeliges schwarzes Polohemd über und holte mein leichtes graugrünes Leinensakko aus dem Schrank. Als Anna mich erblickte, hob sie die Brauen und meinte, ich sähe ja ganz passabel aus, aber ob denn unbedingt die alten Jeans sein müssten. Ich sagte, sie müsse das verstehen, dies sei meine individuelle Form des Protests. Sie nickte sofort, das verstand sie. Von unserem Chefredakteur, der noch ziemlich neu in dem Laden war, wurde der Ausspruch zitiert, dass es ein Zeichen für mangelnde Leistungsbereitschaft sei, wenn jemand sich weigere, im Dreiteiler zur Arbeit zu erscheinen. Vor diesem Hintergrund war ich für mein Empfinden immer noch deutlich overdressed.

„Schade, dass du zur Arbeit musst“, sagte Anna, nachdem ich meine zwei Toasts mit fettarmem Käse und einen mit Quark und Honig gegessen und meinen Kaffe getrunken hatte. Ich hatte herausgefunden, dass es mir besser bekam, wenn ich nicht zu üppig frühstückte.

„Ja, es ist wirklich schade“, gab ich zurück.

„Und denk daran, mal wieder deine Mutter anzurufen“, sagte sie noch, bevor ich das Haus verließ. Sie selber würde, sobald ich in den Volvo gestiegen war, mit einer ihrer Freundinnen oder Bekannten telefonieren. Anna verbrachte viel Zeit am Telefon, die Erfindung erst des schnurlosen Apparats und dann des Handys war für Frauen wie sie ein wahrer Segen. Sie konnte telefonierend dies und jenes im Haus erledigen oder im Garten sitzen. Auch ohne Telefon redete sie viel und gern, jedenfalls sehr viel mehr als ihr Ehemann, dessen unterentwickelter Äußerungsdrang in ihren Augen eines seiner größten sozialen Defizite darstellte. Als ich sie einmal darauf hinwies, dass dieses allgemeine Menschheits-Phänomen seit langem evolutionsbiologisch nachgewiesen sei - „Frauen reden grundsätzlich mehr als Männer und meistens reden sie redundant“ -, lächelte sie nur nachsichtig.

„Ja, ich werde meine Mutter anrufen“, versprach ich.

Meine Mutter und Lossau verbrachten den Winter stets im Haus in Mellingen, einerseits, weil es weniger Orte in Deutschland gibt, in denen der Winter so unangenehm ist wie in Berlin, andererseits aus Sparsamkeit, soweit es Hans-Gerd anging. Für ihn war dies die kostengünstigste Methode, die kalte Jahreszeit hinter sich zu bringen. Der jetzt zurückliegende Winter in Mellingen war allerdings kein Zuckerschlecken gewesen. Meiner Mutter ging es nicht gut, sie hatte ein paarmal zum Arzt gemusst. Deswegen waren die beiden auch noch nicht wieder nach Berlin herüber gewechselt wie sonst im Frühjahr. Sie wollten erst kommen, wenn es meiner Mutter wieder besser ging.

Ich nahm mir fest vor, sie anzurufen. Doch dann kam alles ganz anders.

2. Kapitel

Reinhold saß auf der Untersuchungsliege, die mit einer Folie bespannt war, ich hockte auf einem scheußlichen grünen Plastikstuhl, und zugleich saß ich, wie man so sagt, auf heißen Kohlen. Aber das schien Reinhold nicht weiter zu bekümmern, falls er es überhaupt bemerkte. Wir befanden uns in dem Raum, in dem der sogenannte Kontrollcheck stattfand, dem ich mich auf Annas Betreiben jährlich unterzog. Reinhold baumelte mit den Beinen. Er fragte mich, ob ich eine rauchen wollen, er selbst hatte gerade wieder einmal begonnen, mit dem Aufhören aufzuhören. Ich wollte jetzt so früh am Morgen noch nicht rauchen, es war erst halb zehn, und meine erste Camel gönnte ich mir immer erst zum Kaffee nach der Redaktionskonferenz. Reinhold erklärte mir rundheraus, er habe festgestellt, dass ihm die Abstinenz nicht bekomme. Das galt in seinem Fall nicht nur für den Suchtstoff Nikotin. Jeden Mittag Schlag zwölf öffnete er ein spezielles Türchen in einem seiner Schränke, entkorkte die Flasche Hennessy und nahm seinen Mittagscognac zu sich, dem dann im Laufe des Tages noch so einiges folgte, wie er mir selbst erzählt hatte, von den Abenden gar nicht zu reden. Dagegen war ich mit meinem Rotwein ein Waisenknabe.

Der sogenannte Kontrollcheck hatte auch diesmal geendet wie immer. Reinhold hatte mir ein paar Komplimente gemacht wegen meiner „ziemlich guten körperlichen Verfassung“,wie er sich ausdrückte, und die üblichen neidischen Bemerkungen über meine mühsam erworbenen paar Muskeln geäußert, um mir alsdann sein Herz auszuschütten. Reinhold hatte Probleme, und wie so häufig war ich derjenige, der sie sich anhören musste. Manchmal fragte ich mich, wem hier eigentlich das Recht zustand, irgendwelche Rechnungen wegen irgendwelcher Dienstleistungen bei der Krankenkasse einzureichen.

Reinhold war ein paar Jahre älter als ich, aber sein Haar war noch dunkel und voll im Gegensatz zu meinem. Ich traute ihm ohne weiteres zu, dass er gewisse Mittelchen schluckte, schließlich saß er an der Quelle. Ich wusste, dass er häufig Affären hatte. Helga, seine Frau in zweiter Ehe, sprach Anna und mir gegenüber ganz offen darüber, und sobald man jemanden in unserem Viertel auf Reinhold ansprach, hieß es gleich: „Ach ja, der Herr Doktor, der hat es schon immer gern getrieben.“ Ich traute ihm auch zu, dass er Viagra nahm. Einige Male war ich drauf und dran gewesen, ihn ganz direkt zu fragen, aber seit mir das gesamte Ausmaß seiner promiskuitiven Aktivitäten bewusst geworden war, hätte ich mir lieber die Zunge abgebissen. Ich fand sein Verhalten indiskutabel, nicht nur mit Blick auf Helga, sondern aus sehr grundsätzlichen Erwägungen, die mit meinen uneingeschränkten Präferenzen für die stabile Langzeitbeziehung zu tun hatten. Dabei lag es mir völlig fern, die Sache durch die Brille eines Moralapostels zu betrachten. Ich konnte nur einfach nicht begreifen, weshalb sich jemand diesem Stress aussetzte und unentwegt auf der Jagd nach immer neuen Frauenschenkeln durchs Leben hetzte, obschon er doch allmählich hätte merken müssen, dass das, was sich dort zwischen diesen abspielte, im Prinzip immer auf das Gleiche hinauslief. In meinen Augen war Reinholds Gier nach fremden Frauen nicht nur würde- und geschmacklos sowie unfair gegenüber seinen eigenen Frau, sondern schlichtweg blöd.

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