Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin

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Vom Werdegang und der Persönlichkeit eines Arztes in seiner vielseitigen Tätigkeit im Spannungsfeld zwischen Seele und äußerer Wirklichkeit. Die Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Auf die Zunahme der Streepsychosen hat die Psychiatrie im besonderen Maße einzugehen.

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Für Björn war die Diagnose: beidseitige amyotrophe Lateralsklerose mit rechtsseitiger Betonung. Er machte sich im Stehen einige Notizen in seine Kladde. Da betrat Professor Kretschmar mit einem jüngeren Oberarzt das Zimmer, um seine Visite zu machen. Den beiden schloss sich ein Pulk von jüngeren Assistenten an. “Da ist ja mein “Faust”-Student, sagte er mit einem Lächeln auf dem Gesicht, als er Björn vor dem Krankenbett stehen sah, der das Notieren seiner Befunde unterbrach, die Kladde schloss und den Professor begrüßte. “Herr Baródin”, der Professor hatte sich seinen Namen gemerkt, “haben Sie sich den Prolog noch einmal gründlich durchgelesen, dass Sie ihn vor dem Patienten aufsagen können?” Björn fackelte nicht lange mit der Antwort herum und sagte den Prolog in seiner ganzen Länge auf. Der Professor unterbrach ihn nicht, sondern hörte ihm sehr aufmerksam zu. Als er hinten angekommen war und die abschließenden Verse des Mephisto aufsagte:

“Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern,

und hüte mich, mit ihm zu brechen.

Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,

so menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.”

legte sich doch ein Schmunzeln auf die Lippen von Professor Kretschmar. Auch bei seinem Gefolge bewegten sich die Lippen in Richtung lösender Heiterkeit. “Das haben Sie gut gemacht. Ich gratuliere ihnen, Herr Baródin”, sagte der Professor und fügte hinzu: “Den Prolog müssen Sie in guter Erinnerung behalten. Er muss jederzeit abrufbereit sein. Denken Sie daran, ich hatte es bereits gesagt, dass der große Dichter den Großteil seines Lebens dem “Faust” gewidmet hat. Nehmen Sie ihn sich zu Herzen.” “Jawohl, Herr Professor.” Der Professor klopfte Björn seine Anerkennung auf die linke Schulter.

“Und das ist ihr Patient für die Prüfung. Was haben Sie gefunden?” Nun rückte der Assistentenpulk auf und umringte den Professor und den jungen Oberarzt im Halbkreis. Björn berichtete die Vorgeschichte des Patienten und die von ihm erhobenen Befunde in systematischer Reihenfolge und knappen Sätzen, was den Professor zu beeindrucken schien. “Was ist ihre Diagnose?” Björn: “Beidseitige, rechtsseitig betonte amyotrophe Lateralsklerose.” Professor: “Machen Sie weiter so. Aus ihnen könnte ein Neurologe werden.” Dann setzte der Professor seine Visite an den anderen Betten des Zimmers fort, während Björn seine Notizen vervollständigte und, nachdem der Professor und sein Gefolge das Zimmer verlassen hatte, zum Sekretariat von Professor Kluge zurückging. “Das ging aber schnell”, bemerkte Frau Kleinlauter und bot Björn einen der beiden Stühle zum Sitzen an. Nach ihm kam Vera Lang von der Männerstation zurück, und schließlich erschienen Ingrid Standfuß und Eberhard Kurz, die ihre Patienten auf der Frauenstation untersucht hatten. Frau Kleinlauter meldete Professor Kluge, der in der Klinikhierarchie der zweite Mann nach Professor Kretschmar war, dass die Gruppe nun vollständig sei. Da sie diese Mitteilung über die Sprechanlage gab, hörten es auch die Examinanden, als der zweite Mann des Hauses seiner Sekretärin sagte, dass die Gruppe eintreten soll. Frau Kleinlauter stellte die Sprechanlage ab und sagte zu den Examinanden: “Der Herr Professor bittet sie einzutreten.” Vera Lang klopfte an die Tür des Professors, der nach einer verzögerten Antwortsekunde das “Herein!” sagte. Die Gruppe ging hinein, und Björn schloss die Tür. Die Gruppe musste sich länger stehend in Türnähe gedulden, da der Professor mit wichtiger Miene Eintragungen auf irgendwelchen Blättern machte und einige Papiere auf seinem Schreibtisch zurechtschob. Dann bot er vom Schreibtischstuhl aus den Examinanden die Stühle an, die vor dem Schreibtisch nebeneinander standen. Die Examinanden nahmen die Plätze ein, während Professor Kluge auf vier Blättern je einen Namen schrieb, um für jeden Examinanden die Fragen und Antworten zu protokollieren. Zu jedem Namen ließ er sich das dazugehörige Gesicht zeigen. Dann begann die Prüfung. Das Gesicht des Prüfers blieb mehr ernst und sachlich, als dass auf ihm freundliche Züge zu erkennen waren, wie sie auf den Gesichtern der Großen unter den Lehrern gesehen wurden, was doch zur entspannten Atmosphäre und den besseren Leistungen in der Prüfung entscheidend beigetragen hatte.

Den Studenten war es bekannt, dass Professor Kluge nicht zu der kleinen Gruppe der großen Lehrer zählte, von denen geprüft zu werden als ein Erlebnis ihrer menschlichen Größe in der Erinnerung haften blieb. “Was haben Sie bei dem Patienten gefunden?”, fragte der Professor Vera Lang. Sie berichtete aus der Vorgeschichte und nannte die Beschwerden des Patienten und die von ihr erhobenen Befunde. “Was fiel bei dem Patienten neurologisch besonders auf?”, fragte der Prüfer. Vera Lang: “Die lichtstarren Pupillen bei erhaltener Konvergenzreaktion mit der extremen Engstellung.” Prof. Kluge: “Wofür spricht dieser Augenbefund?” Vera Lang: “Für das Vorliegen der Neurolues.” Prof. Kluge: “Diese Augenbefunde werden als Hinweis auf welches Zeichen zusammengefasst? Nennen Sie mir den Namen, der mit diesem Zeichen verbunden ist.” Vera Lang: “Argyll-Robertson.” Prof. Kluge: “Welche anderen Formen der Pupillenstarre gibt es, von denen dieses Zeichen zu unterscheiden ist?” Vera Lang: “Die amaurotische und hemianoptische Pupillenstarre.” Prof. Kluge: “Wo ist bei der Pupillenstarre der Schaden zu suchen?” Eva Lang: “Im Kerngebiet des Okulomotorius.”

Professor Kluge machte sich Notizen und ging zu Björn Baródin über, der links neben Vera Lang saß. “Was haben Sie beim Patienten gefunden?” Björn berichtete aus der Vorgeschichte, nannte die Beschwerden und führte die von ihm erhobenen Befunde in systematischer Folge auf. Auch hier hörte der Professor aufmerksam zu, ohne den Examinanden zu unterbrechen. “Und was ist ihre Diagnose?”, fragte Professor Kluge, der sich einige Notizen machte. Björn: “Meine Diagnose lautet: beidseitige amyotrophe Lateralsklerose mit rechtsseitiger Betonung.” Die Diagnose war noch nicht fertig ausgesprochen, als Professor Kretschmar den Raum des Oberarztes betrat, ohne vorher angeklopft zu haben. Sofort unterbrach Professor Kluge die Prüfung und erhob sich von seinem Drehstuhl hinter dem Schreibtisch. “Bleiben Sie sitzen. Ich will die Prüfung nicht stören. Sagen wollte ich nur, Herr Kollege Kluge, dass Sie unter diesen Examinanden einen haben, der mir und den jungen Kollegen heute Morgen bei der Visite den ganzen Prolog aus dem “Faust” vorgetragen hat, was er fehlerfrei, sprachlich gewandt und ausdrucksvoll fertigbrachte. Da können sich viele eine Scheibe abschneiden.” Professor Kluge starrte seinen Chef an und wusste darauf nichts zu sagen. Die große Dichtung ging ihm ganz offensichtlich nicht so nah wie seinem Chef, dass er die Freude daran mit ihm geteilt hätte. Professor Kretschmar verließ mit einem Lächeln auf dem Gesicht den Raum, und Professor Kluge setzte die Prüfung fort. “Wo waren wir stehengeblieben?” Das war sein ganzer Kommentar auf die kurze Unterbrechung von Professor Kretschmar, die für den Oberarzt wie für die Examinanden eine Überraschung war und von Professor Kluge eher als Störung, von den andern auf den vier Stühlen degegen als eine entspannende Einlage empfunden wurde. Diesen Kommentar in der Zurücklehnung hätte er sicherlich im Beisein seines Chefs nicht abgegeben. Da musste er, was er ja auch klugerweise getan hatte, solange warten, bis Professor Kretschmar den Raum verlassen und die Tür von außen geschlossen hatte.

Professor Kluge sah auf das Blatt mit den zuletzt gemachten Notizen, auf dem ganz oben der Name des Examinanden Björn Baródin stand. Professor Kluge schaute Björn an: “Falls Sie es sind, den der Chef mit dem Aufsagen des Prologs meinte, dann auch von meiner Seite die Gratulation. Björn war verblüfft und machte das entsprechende Gesicht dazu, dass diesem Professor zum Kurzbesuch seines Chefs nun doch noch etwas eingefallen war. “Was ich aber sagen wollte”, fuhr Professor Kluge mit Blick auf sein Blatt mit den Notizen fort, “und für die Prüfung im Fach Neurologie und Psychiatrie von größerer Bedeutung ist, ist die Tatsache, dass sie die Anamnese des Patienten und die bei ihm vorliegenden Befunde so gründlich und umfassend erhoben haben, dass bei der logischen Schlussfolgerung die Diagnose der bilateralen amyotrophischen Lateralsklerose mit der klinischen Rechtsbetonung abzuleiten war. Das haben Sie kritisch und gut gemacht.

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