Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin

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Vom Werdegang und der Persönlichkeit eines Arztes in seiner vielseitigen Tätigkeit im Spannungsfeld zwischen Seele und äußerer Wirklichkeit. Die Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Auf die Zunahme der Streepsychosen hat die Psychiatrie im besonderen Maße einzugehen.

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Vera Lang hatte die Fragen zufriedenstellend beantwortet, tat sich aber beim Präparat mit dem Milzinfarkt bei der Organdiagnose schwer, dass sie da fast gestolpert wäre, wenn ihr der Professor nicht mit dem Hinweis auf ein großes lymphoretikuläres Organ nachgeholfen hätte. Die Diagnose des anämischen Infarktes hat sie dann ohne weitere Verzögerung gestellt.

Eberhard Kurz konnte beim ersten Präparat die Diagnose eines kleinzelligen Bronchialkarzinoms nicht stellen, und beim zweiten tat er sich sehr schwer. Die Histologie war für ihn ein Buch mit sieben Siegeln geblieben. So war er leider der schwächste Kandidat in der Gruppe, obwohl er sich am meisten auf die Prüfung vorbereitet hatte. Am Ende der Prüfung, die fast zwei Stunden gedauert hatte, erlebte Eberhard Kurz doch noch das schmirgelsche Wunder, als der Professor sagte, dass alle Kandidaten die Prüfung bestanden hätten, aus der Björn Baródin als Bester hervor- und erleichtert herausgegangen ist.

Die Pathologie war das meist gefürchtete Prüfungsfach. Diese hohe Hürde hatten sie nun erfolgreich genommen. Dazu gratulierten sie sich gegenseitig und gingen in die nächste Kneipe, um den Erfolg zu begießen. Beim Bierchen gab jeder seine Eindrücke von der Prüfung zum Besten. Da die Präparate den größten Eindruck hinterlassen hatten, meinte Eberhard Kurz, dass er unter dem Mikroskop dieselben böhmischen Dörfer gesehen habe, die er schon vor einem halben Jahr dort gesehen hatte. Diese Bemerkung löste das Gelächter der anderen aus, die ihm entgegenhielten, dass er die Diagnose beim zweiten Präparat doch gestellt habe. “Das dürft ihr nicht so eng sehen”, meinte er, “ich habe eine dicke Gefäßwand gesehen, die an einer Stelle zersplissen war. Die Endothelschicht hatte sich als Folge der Einblutung abgehoben. Da hab ich mir gesagt, gib dem “Kind” einen Namen, bevor es zu spät ist. So nannte ich die Aortenruptur, und es war richtig.” Das Gelächter war auf seiner Seite, und Eberhard gab aus Freude, die hohe Prüfungshürde der Pathologie genommen zu haben, eine Runde am Stehtisch in der Kneipe aus.

Die anderen Prüfungen verliefen glatt, für die sie, wenn sie den Prüfungstermin hatten, bis in die Nächte hinein paukten. Doch das Pauken für die klinischen Fächer fiel ihnen leichter als das Pauken für die Pathologie. Unter den Examinanden hatte es sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen, dass die “Klotzfuß”-Studentin, die den Klumpfuß so benannte, und der neben ihr sitzende “Teufelsfuß”-Kommilitone, der sagte, dass er so einen Fuß beim Teufel noch nicht gesehen hätte, bei der Prüfung in der Orthopädie durchgefallen waren. Da hatte der sonst in den Prüfungen milde Professor Lehmann offensichtlich die Zügel angezogen und die beiden Examinanden für ihr studentisches Vorlautsein hart an die Kandare genommen. Doch damit hätten sie rechnen müssen, dass beim Vorlautsein die Milde eines Professors aufhört. Da muss ein Examinand in der Prüfung viel wissen, wenn er bei dem verärgerten Professor das wiedergutmachen will, was er durch sein albernes, besserwisserisches Benehmen schlecht gemacht hatte. Im Gegensatz zu diesen beiden Examinanden kamen in der Gruppe von Björn alle mit einem ‘Sehr gut’ aus der Prüfung in der Orthopädie heraus.

Die Prüfung im Fach Neurologie und Psychiatrie hatten sie sich für den Schluss aufgehoben. Da wollten sie mit den Prüfungserfahrungen aus den anderen klinischen Fächern hineingehen. Zu diesen Erfahrungen kam die menschliche Erfahrung hinzu, nämlich die, dass die Fragen jener Professoren, die ein großes akademisches Renommee mit internationalen Auszeichungen hatten, einfach und gut verständlich waren, wo an den Antworten nicht groß nachgehakt und rumgeschmirgelt wurde. Wenn die Antwort den Kern der Frage getroffen hatte, dann war bei diesen Professoren auch mit einer guten Prüfungsnote zu rechnen. Kleinkariertes gab es da nicht. So war es für Björn und die anderen Examinanden dann ein herausragendes positives Erlebnis, diesen großen Lehrern in der Prüfung gegenübergesessen zu haben. Die Art, wie diese Professoren fragten, war schlicht und menschlich so positiv, dass diese Prüfungserlebnisse in der Erinnerung an das Examen bleiben sollten, weil da der junge Mensch lernte, was groß an großen Lehrern ist. Groß war, dass diese Professoren ein menschlich-freundliches Gesicht hatten, hinter dem sich das große Wissen mit den von ihnen erbrachten Höchsleistungen verbarg, was mit einer großen Menschlichkeit der Selbstdisziplin und persönlichen Bescheidenheit so beispielhaft zusammentraf, dass diese Professoren von vornherein dem Examinanden das Verständnis für die Besonderheit der Prüfung entgegenbrachten und ihm damit die Prüfungsangst nahmen.

Den Termin für die letzte Prüfung in der Neurologie und Psychiatrie hatte die Sekretärin von Professor Kretschmar mitgeteilt. Sie sagte, dass sie nicht sicher sei, ob der Chef oder sein Oberarzt, Professor Kluge, die Prüfung abnehmen werde. Sie hatten sich gründlich für die Prüfung vorbereitet und trafen sich an einem verschneiten Freitagmorgen zehn vor neun vor der Klinik. Sie strichen sich den Schnee von den Gesichtern und aus den Haaren, klopften ihn von den Mänteln und gingen mit dem Gefühl der relativen Sicherheit und den Erfahrungen aus den vorausgegangenen Prüfungen zum Sekretariat, das sie nach vorherigem Anklopfen betraten. Frau Schwertfeger, die Sekretärin des Chefs, sagte, dass Oberarzt Kluge sie prüfen werde, da der Chef bei der großen Visite sei, und führte sie zum Sekretariat von Professor Kluge. Dort nahm die Sekretärin des Oberarztes, eine Frau Kleinlauter, die Examinanden in Empfang und notierte ihre Namen. “Jeder von ihnen wird einem Patienten zugeteilt, den sie zu untersuchen haben. Für die Untersuchung wird ihnen eine Stunde Zeit gegeben”, sagte Frau Kleinlauter und führte die Gruppe zunächst auf die neurologische Frauenstation, wo Ingrid Standfuß und Eberhard Kurz je einem Patienten zugeteilt wurden. Dann brachte die Sekretärin die beiden anderen Examinanden, Vera Lang und Björn Baródin, auf die neurologische Männerstation und teilte dort jedem von ihnen einen Patienten zu. Beim Gang zu den Stationen dachte Björn, dass dann sein gründliches Lesen von Goethes Prolog im “Faust”, wie es Professor Kretschmar dem Studenten Baródin nach seiner letzten Vorlesung über die Hirnsyphilis angeraten hatte, nicht nötig gewesen war, weil Professor Kluge in seiner propädeutischen Vorlesung im neurologischen Untersuchungskurs nie literarische Vorspanne oder Zitateinfügungen gebracht, geschweige denn einen Goethe-Text zitiert hatte.

Björn stand einem 38 Jahre alten Patienten gegenüber, der durch seine allgemeine Magerkeit mit den eingefallenen Wangen, den hervorstehenden Jochbögen, der faltigen Haut im Gesicht und am Hals wie ein alter Mann von über sechzig aussah. Seine Augen hatten den Lebensglanz verloren, und seine Lippen waren trocken und rissig. Rechts stand der Mundwinkel etwas tiefer als links. Der Patient sagte, dass er seit einem halben Jahr nicht mehr richtig essen könne und sich beim Trinken oft verschlucke. Auf dem Nachttisch stand ein gefülltes Wasserglas, aus dem er mit einem Trinkhalm den Tee mit Mühe in kleinen Schlucken trinke, wenn ihn das Durstgefühl plage. Bei der körperlichen Untersuchung trat die allgemeine Magerkeit deutlich hervor: die Rippen über dem Brustkorb standen heraus, die Bauchdecke war eingefallen und faltig, Arme und Beine waren muskelschwach und kachektisch. Die trockene Haut lag auch hier in Falten. Bei der neurologischen Untersuchung zeigte die Beugemuskulatur am rechts angewinkelten Arm die Zeichen der Spastik. Ellenbogen-, Hand- und Fingerreflexe waren rechts nicht auszulösen. Weniger stark war die Beugerspastik am linken Arm. Hier ließen sich die Reflexe in den unterschiedlichen Armhöhen auslösen. Sie waren jedoch deutlich abgeschwächt. Die Pupillen reagierten auf Licht, die rechte Pupille schwächer als die linke. Die Gesichtsreflexe waren schwach und rechts noch schwächer als links. So war auch das Reflexverhalten über der Bauchdecke. Die Bein- und Fußreflexe waren auf beiden Seiten, rechts stärker als links herabgesetzt. Das Babinski-Zeichen, das auf eine Beteiligung der Pyramidenbahnen hinweist, ließ sich nur am linken Großzeh und dort schwach auslösen. In der Sensibilität der einzelnen Körperabschnitte fand sich weder ein Seitenunterschied noch sonst eine Besonderheit von Krankheitswert. Das Psychogramm des Patienten zeigte in seiner Gesamtheit die Zeichen der anhaltenden Depression und bedauernswerten Hilflosigkeit. Die Psychomotorik war in Mimik, der Rede und den übrigen Bewegungsabläufen stark verlangsamt. Der Patient drückte es mehr im Gesicht mit dem apathischen Augenausdruck als mit seinen Worten aus, dass es für ihn weder eine Besserung noch eine Rettung gäbe.

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