Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin
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Björn saß sprachlos und nachdenklich im Sessel. Er schaute seine Mutter mit großen Augen an und nahm sich vor, ihre Worte zu Herzen zu nehmen und seine Entscheidung, ob er Arzt für das Fach der Neurologie und Psychiatrie werden soll, noch einmal grundsätzlich und gründlich zu überdenken. Die beiden Schillerverse aus der “Glocke”:
“Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
ob sich das Herz zum Herzen findet!”
jagten ihm durch den Kopf. Beeindruckt von Mutters Sätzen stand er auf, ging auf sie zu und umarmte sie: “Vielen Dank für deine lieben Worte. Sie haben mich tief berührt.” Mutter Vera: “Dann ist es gut, mein Junge, mehr kann ich auch nicht tun.” Sie küsste den Sohn, stand auf und ging in die Küche, um das Abendbrot vorzubereiten.
Das Telefon klingelte. Nach dem dritten Klingelzeichen nahm Jasmin den Hörer ab und rief erregt: “Mutti, der Papa aus New York!” Berthold Breiting sagte offenbar etwas zu Jasmin, weil sie den Hörer noch ans Ohr hielt, als die Mutter aus der Küche kam und sich neben das Töchterchen stellte. “Hier ist Mutti”, sagte sie und gab den Hörer der Mutter in die Hand. Björn, der das Telefonat vom Wohnzimmer aus verfolgte und nur das hörte, was die Mutter in die Sprechmuschel sagte, war betroffen, weil das Gesicht der Mutter nicht die Freude erkennen ließ, die ein Anruf aus New York, der, wenn auch reichlich verspätet, die Freude auslösen sollte. Es war kein Telefonat von der besonderen Länge, die Mutter zu ihrem Ehrentag verdient hätte. Ob sie so ein besonderes Telefonat an ihrem besonderen Tag, der sich ja schon dem Ende zuneigte, erwartet hatte, ließ sich aus der Kürze des Gespräches eher bezweifeln. Jedenfalls hörte er, dass Mutter sich zweimal bedankte, einmal gleich zu Anfang, wo der Dank dem Anrufer offenbar dafür galt, dass er sich an ihren Geburtstag erinnert hatte, und das zweite Mal am Ende, als der Dank dem Anrufer deshalb gesagt wurde, dass er überhaupt angerufen hatte. Doch beim ganzen Telefonat kam es nicht zu einer freudigen Aufhellung ihres Gesichtes.
Die Mutter legte den Hörer auf und ging in die Küche zurück, ohne ein Wort aus dem Telefonat den Kindern mitzuteilen. Auch richtete sie keine Grüße an sie aus, die doch in New York in die Sprechmuschel gesprochen worden sein konnten und per Tiefseekabel durch den Nordatlantik oder ohne Kabel über Satellit in die Hörmuschel in die Suderoder Straße 3 in Berlin-Blankenburg geschickt werden konnten. Auch beim Abendessen erwähnte die Mutter das Telefonat aus New York mit keinem Wort, was für die Kinder ein Hinweis war, nicht weiter danach zu fragen, was da transkontinental gesagt wurde. Der ganze Vorgang des verspäteten transkontinentalen Gesprächs wurde somit unter den Tisch geschwiegen. Björn hatte das Bild vor Augen, wie das ganze Gespräch zwischen Mutter und Stiefvater ins Grab des Schweigens versank und mit der Erde des Schmerzes und der Trauer zugeschaufelt wurde. Auch wenn Mutter nicht viel in die untere Muschel gesprochen hatte, weil am anderen Ende mehr gesprochen als zugehört wurde, war es doch auch diesmal ihr Wunsch, der ihrem Wesen zutiefst entsprach, die Ruhe für den eigenen Seelenfrieden im Interesse des Friedens in der Familie zu bewahren. Dabei stellte Mutter ihre Interessen jedes Mal ganz hinten an. Ihr friedfertiges Wesen des Ausgleichs mit der selbstlosen Zurücksetzung zum Wohle der Familie war ihre größte Tugend, die einer Selbstaufopferung nahekam, warum Björn seine Mutter so sehr bewunderte. Hatte sie doch Grund genug, einmal ein starkes Wort der Richtigstellung zu sagen oder den sperrenden Riegelbalken zur Selbstverteidigung vorzuschieben. Sie tat es nicht, und das ihrer Kinder wegen, die ihr über alles gingen und damit auch über die schwere Last des Unglücklichseins mit dem zweiten Ehemann Berthold Breiting. Hätte Mutter die Frühzeichen seiner haarsträubenden Ichbezogenheit rechtzeitig erkannt, sie hätte ihn nicht geheiratet, wäre mit den wunderbaren Erinnerungen an Boris Baródin als Frühwitwe mit dem Sohn allein geblieben. Nur hatte sie eben diese Zeichen nicht erkannt, die mit den Jahren in eine pathologische Ichsucht übergegangen war, der sich der hässliche Charakter in seiner Unbeherrschtheit mit den cholerischen Anfällen noch draufgesattelt hatte. Darüber war sich Björn absolut sicher. Aber mit der Geburt von Jasmin hatte die Mutter das Los des Unglücklichseins mit diesem charakterlich entgleisten Mann endgültig auf sich geladen. Nun gab es kein Zurück.
Doch die zwölf Jahre jüngere Jasmin sprach es vom geistig-biologischen Stand der Dreizehjährigen bei Tisch aus, was sie über den ganzen Tag im Herzen bedrückt hatte, weil sie nicht weniger als ihr älterer Halbbruder die Mutter liebte. Sie sagte, dass sie nun erleichtert sei, dass Vater Mutters Geburtstag nicht vergessen hatte. Mutter Vera strich Jasmin mit den Worten: “Da hast du aber Recht”, liebevoll über die Wange. Viel wurde beim Abendessen nicht gesprochen, und Björn beobachtete aufmerksam, wie Mutter beim Essen etliche Male hoch zur Virtrine sah, wo die Kristallvase mit den fünf Rosen stand, die sie wieder neben das Foto von Boris Baródin gestellt hatte. So gewann Björn aufgrund der besonderen Schweigsamkeit beim Essen den Eindruck, dass das verspätete Telefonat aus New York die Mutter mehr belastete als durch eine Freude erleichtert hatte, die sie von diesem Anruf hätte erwarten können und an ihrem Ehrentage auch verdient hätte. Für Björn war es die Anwesenheit von Jasmin, ihr bloßes Dasein in der Welt, die der Grund war, dass Mutter wenig, beziehungsweise so gut wie nichts sagte, weil sie das Herz ihrer Tochter nicht mit dem eigenen Herzenskonflikt erschweren wollte. So erwähnte sie beim Abendessen den zweiten wie den ersten Ehemann mit keinem Wort, wenn auch ihre Gefühle an diesem Tage mit Boris eng verbunden waren, Mutter an ihn in den Gefilden des Himmels mehr zu denken schien als an Berthold Breiting in New York. Das entnahm Björn ihrem häufigen Aufblicken zum Foto mit dem jugendlichen Gesicht von Boris Baródin neben dem roten Rosenstrauß auf der Vitrine.
Als das Abendessen sich dem Ende näherte, wollte Björn es mit Hilfe der Sprache herausfinden. “Mutter, wie fühlst du dich an deinem Ehrentag?”, fragte er sie. Mutter Vera schaute ihn mit großen Augen an, als hätte sie die Direktheit der Frage verblüfft, die sie von Björn nach dem zurückliegenden Kurztelefonat mit Berthold Breiting nicht erwartet hatte. Sie setzte die Teetasse zurück, aus der sie bei der Frage des Sohnes das Trinken vergessen hatte. “Wie meinst du das mit dem Fühlen?”, fragte sie ihren Sohn, weil sie von ihm aufgrund seines Alters und seines Wissens um den Menschen annahm, dass er wusste, wie sich eine früh verwitwete und zum zweiten Mal verheiratete Frau und Mutter von zwei Kindern fühlt, die ihren 46. Geburtstag hat und gerne eine glückliche zweite Ehe gehabt hätte. Björn las ihre Gedanken: “War es nicht möglich, dass dir deine beiden Kinder etwas Freude ins Herz gebracht haben?” Die Mutter war herzmäßig zu gebildet und verwundet, als dass sie das Wort “Herz” in seiner Frage nicht verstanden oder falsch ausgelegt hätte. Sie hielt dem Sohn zugute, dass er die Herzprobleme, die es während der Ehe gibt, noch nicht kannte, besonders bei einer Frau, die Mutter von zwei Kindern zweier Väter war. Jasmin spürte den “Herzkampf” der Mutter. Sie sah den Bruder an und fragte, ob er glaubt, dass er seine Frage zur richtigen Zeit gestellt habe. Darauf meinte Björn, dass für so eine Frage die Zeit immer richtig wie auch immer falsch sei. Mutter Vera hakte ein: “Ist schon gut, nun kommt euch wegen der Frage nicht noch in die Haare. Das wäre das Letzte, was ich an diesem Tage gebrauchen könnte. Um auf deine Frage einzugehen, lieber Björn, ich bin sehr dankbar, dass ihr beiden um mich seid. Ihr seid meine ganze Freude und mein schönstes Geburtstagsgeschenk. Mit euch bin ich so reich beschenkt worden, dass ich für mein Leben kein anderes Geschenk brauche.”
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