Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin
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Nach dem Essen machten sie einen kurzen Spaziergang durch die Straßen Pankows. Sie gingen durch die Stubnitzstraße in die im stumpfen Winkel nach links abgehende, kurze Lohmestraße, überquerten die Borkum-, dann die Hiddenseestraße, bogen scharf links zum Arnold-Zweigplatz ab und gingen von dort zur Brandströmstraße, die sich nach links bis zur Prenzlauer Promenade erstreckte. Von dort ließen sie sich mit dem Bus über Heinersdorf zurück nach Blankenburg fahren. Der Beaujolais tat seine “schwimmende” Wirkung in den Köpfen von Björn und seiner Mutter, während Jasmin ihren klaren Kopf behalten hatte. Zu Hause angekommen vereinbarten sie die verspätete Mittagsruhe und sich um fünf Uhr zu Kaffee mit Kuchen einzufinden. Den Kuchen hatte sich Mutter am Tag zuvor von der Konditorei Cremer bringen lassen, der verpackt in der Küche neben dem Kühlschrank stand. So zog sich jeder auf sein Zimmer zurück, um den ersten Teil der Vereinbarung in die Ruhepause umzusetzen. Björn zog sich für seine Ruhepause das Reclamheftchen “Faust”, erster Teil, aus dem obersten Bücherregal im Wohnzimmer, um den Prolog noch einmal gründlich zu lesen, was ihm Professor Kretschmar im Gespräch nach der nachmittäglichen Freitagsvorlesung über die Hirnsyphilis mit der Befragung nach den ersten Versen im Prolog ernsthaft empfohlen hatte. Ob es der richtige Zeitpunkt war, sich mit dem “faustischen” Prolog zu beschäftigen, wenn im Kopf der Beaujolais eine ungewöhnliche Schwere bewirkte, darüber dachte Björn beim Herausziehen des Reclamheftchens nicht nach. Ihm war das nötige Einschätzungsvermögen der optimalen Lesevoraussetzungen für so einen ernsten Stoff, wie es der “Faust” nun einmal ist, weggerutscht oder “davongeschwommen”, von dem Professor Kretschmar sagte, dass “wir” uns diesen Stoff zu Herzen nehmen sollten. Die andern hatten sich bereits auf ihre Zimmer verzogen, so dass weder die Mutter nach ihrem Konsum des Beaujolais noch Jasmin, die Einzige mit klarem Kopf, dem jungen Mediziner sagen konnten, dass es nun nicht die richtige Zeit sei, sich ein Buch wie Goethes “Faust” vorzunehmen. Jedenfalls nahm Björn das Heftchen mit nach oben, zog sich Jacke und Schuhe aus und legte sich mit dem “Faust” in der Hand aufs Bett. Ob er wirklich darin gelesen hatte, diese Frage konnte er nicht beantworten, als ihn Jasmin kurz vor fünf weckte, die ihn schnarchend auf dem Bett und den “Faust” auf dem Boden vorfand.
Der engste Familienkreis wurde wieder geschlossen, als man sich kurz nach fünf unten im Wohnzimmer zu Kaffee und Kuchen eingefunden hatte. Nun hatte die Mutter auf dem Klubtisch den Kaffeetisch gedeckt. Sie hatte eine schöne, gehäkelte weiße Tischdecke aufgelegt und darauf die Kuchenteller des feinen Porzellans mit den dazugehörigen Kaffeetassen und Untertassen gestellt und die Kuchengabeln und Kaffeelöffel dazugelegt. Als Björn ohne den “Faust” in der Hand und mit geröteten Augen und Schlaffalten über der linken Wange unten erschien, brachte die Mutter den Kuchen aus der Küche. Jasmin goss den Kaffee ein und tat es ohne zu kleckern. Zur Auswahl gab es drei verschiedene Kuchensorten, die auf drei Tellern auf den Tisch kamen. Es konnte zwischen Streusel-, Apfel- und Käsekuchen gewählt werden. Björn nahm einen Streusel-, Jasmin und Mutter legten sich einen Apfelkuchen auf ihre Teller. Allen schmeckte es vorzüglich, und der starke Kaffee, von dem sich Jasmin nur die halbe Tasse eingegossen, die Mutter die andere Hälfte mit Milch vollgegossen hatte, tat seine belebende Wirkung mit dem Wegschiebeeffekt des Beaujolais, was die Köpfe klarer machte. Nachdem sich jeder das zweite Stück Kuchen nach Wahl auf den Teller gelegt und mit dem Gabeln begonnen hatte, wobei beim Gabeln wenig gesprochen wurde, weil der Kuchen sehr gut schmeckte, bat die Mutter Björn, die CD mit dem Es-Dur Klavierkonzert, dem fünften von Beethoven einzulegen, die beim Konzert aufgenommen wurde, das Boris Baródin in jungen Jahren unter dem großen ungarischen Dirigenten Georg Solti in London gespielt hatte. Nach den ersten Klängen, genauer nach dem Solo-Einsatz auf dem Flügel, trat, was zu erwarten war, der Boris-Effekt ein. Das leise Anschlagen der Gabeln am Porzellan der Kuchenteller verstummte, die Mutter auf dem Sofa und Björn im Sessel lehnten sich zurück, und Jasmin rückte eng an die Mutter, wobei sie mit der linken Hand ihre rechte Hand fasste. So hörten sie nun dem groß angelegten Konzert beethovenscher Musik aufmerksam zu. Es dauerte nicht lange, dass der zweite Boris-Effekt zur Wirkung kam, als der Mutter die Tränen in den Augen standen, zu deren Abwischen ihr Björn sein Taschentuch über den Klubtisch reichte, sich dann im Sessel wieder zurücklehnte und die Augen schloss.
Eine, allerdings bei den Kindern bereits bekannte Konsequenz dieses Boris-Effektes war, dass der Kaffee kalt wurde, schneller in den Tassen als in der Kaffeekanne, der aus blick-ästhetischen Gründen eine Kaffeemütze nie übergestülpt wurde. Diese Mütze wurde als “hässliches Ding” abgelehnt, war in diesem Hause verpönt, sie gab es einfach nicht. Eine solche Mütze im Blickfeld der Augen würde die Ohren beim Zuhören dieser Musik empfindlich stören, wenn nicht gar beeinträchtigen. Das war Mutters Argument, das sie mal vor Jahren gab, als ihr der Vorschlag gemacht wurde, den Kaffee in der Kanne beim längeren Zuhören mit einem solchen “Ding” doch warm zu halten. “Hier nicht!”, sagte sie mit der Bestimmtheit, die kein “aber” duldete und begründete das “nicht” zu der plumpklobigen Stülpmütze mit dem Vergleich eines abnormal atretischen, zu kurz geratenen archaischen Stumpfrüssels. Ein so kleines Opfer, wie es das Trinken von kaltem Kaffee ist, sei zumutbar, wenn dem Ohr eine so großartige Musik geboten wird, war ihr abschließender Kommentar. So saßen sie zurückgelehnt mit geschlossenen Augen und wischten sich die Tränen vom Gesicht, sahen kurz in die anderen Gesichter, ob da auch die Tränen waren. Jeder sann für sich darüber nach, warum es immer wieder Tränen sein müssen, wenn Boris Baródin ein Konzert oder etwas anderes am Flügel spielt. Der erste Satz aus dem fünften Klavierkonzert von Beethoven klang aus, als Björn und nach ihm die Mutter einen Schluck aus ihren Tassen mit dem kalt gewordenen Kaffee nahmen und Jasmin mit der Gabel ein Stück Apfelkuchen in den Mund schob und einen Schluck kalten Milchkaffee hinterher trank. Der langsame zweite Satz begann, und eine Welt der Gefühle in ihrer großen Weite und Tiefe drang ans Ohr. Da war es gleich wieder still im engsten Familienkreis um den Klubtisch im Wohnzimmer im Parterre des Hauses Suderoder Straße 3 in Berlin-Blankenburg. Der Geist von Boris Baródin in der Musik von Beethoven schwebte über den Köpfen um den Klubtisch. Die Nachsinnenden und Nachträumenden zogen ihn im Zuhören seines Spiels so stark an, dass es schon der Tod sein musste, der den großartigen Pianisten nicht noch körperlich erscheinen ließ, der sich an den stets gut gestimmten Flügel setzte und den herzergreifenden Satz, der tief in die Seele dringt und sie aus der Tiefe weinen und “schreien”, aber auch hoffen lässt, dass die Tränen unaufhaltsam fließen, die Tränenbäche zu gewaltigen Strömen anschwellen, die den Menschen fortreißen, wenn er nicht rechtzeitig die Augen öffnet und sich mit den Füßen und Händen der anderen Welt des Seins und ihren Problemen der Vernunft vergewissert, um sich in dieses Sein wieder einzufinden, zurückzufinden, sich hier wieder einzustellen hat, wo er körperlich ist und sich diesem Sein zu stellen hat.
Nach dieser Einlage der großen musikalischen Aussage, die fast eine Dreiviertelstunde dauerte, kehrten die drei mit den zurückgelegten Wanderungen in Erinnerungen und Gedanken aus der Zwischenlage zweier Welten, zwischen Traum und Wirklichkeit, die so verschieden waren, an den Tisch zurück. Sie öffneten die Augen, wischten sie, wenn es Tränen abzuwischen galt, und nahmen das Gebot der Vernunft an, ob sie es wollten oder nicht, die Welt mit den Füßen zu berühren, zu betreten und mit den Händen zu greifen, wenn sie auch nicht ganz zu begreifen war. Sie knipsten den “Schalter” des Verstandes wieder an, um zu sehen, dass auf den Tellern die Kuchenstücke, es waren die zweiten auf jedem Teller, angegessen noch lagen. Jasmin war die erste, die begriff, dass das aufgelegte Kuchenstück fertig gegessen werden musste, bevor sie das dritte Stück, den Käsekuchen, sich von der Mutter auf den Teller geben ließ, den sie nicht auslassen wollte. So hatte sie sich als erste nach vorn in Tischnähe gesetzt und führte mit dem ihr eigenen Kuchenappetit die Gabelungen fort, während Mutter noch am Augenwischen war und Björn sich langsam und nachdenklich in seinem Sessel aufrecht setzte, sich mit dem Körper näher an den Klubtisch schob und die Gabeltätigkeit mit der nachdenklich gebremsten Geschwindigkeit wieder aufnahm. Mutter Vera rückte ihr Gesäß auch näher an den Tisch heran und goss den lauwarm gewordenen Kaffee aus der Kanne dem kalt gewordenen Kaffee in den Tassen dazu. Nun wurde nicht mehr über die Musik gesprochen, da der Pianist Boris doch nicht lebendig von den Toten auferstehen und zurückkommen, an der Tür des Hauses Suderoder 3 in Berlin-Blankenburg klingeln würde, um ein Stück Streusel- (den mochte er am meisten, erinnerte sich Vera) Apfel- oder Käsekuchen im Kreise der veränderten Familie mit seinem nun schon vor dem medizinischen Staatsexamen stehenden Sohn (den Namen Björn müsste ihm Vera dann erklären) und der zwölf Jahre später hinzugekommenen Jasmin (auch das müsste Vera ihm erklären) zu essen. Da war sich Björn sicher, der diesen utopischen Gedanken nachgegangen war, weshalb sich bei ihm die Fortsetzung des Kuchenessens verzögerte, während Jasmin sich den Käsekuchen auf den Teller legen ließ, dass Mutter, ohne sich davon abbringen zu lassen, frischen Kaffee in der Küche aufbrühen würde, wenn es Boris wäre, der da klingelte. Welch ein Wunschtraum, der die Grenzen überschreitet, weil sich so ein Wunder weder erdenken noch erhoffen ließ.
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