Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin

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Vom Werdegang und der Persönlichkeit eines Arztes in seiner vielseitigen Tätigkeit im Spannungsfeld zwischen Seele und äußerer Wirklichkeit. Die Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Auf die Zunahme der Streepsychosen hat die Psychiatrie im besonderen Maße einzugehen.

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Björn kämpfte gegen den Ausbruch der Tränen an, denn Mutters Geburtstag stand bevor, der sollte nicht im Tränenmeer des Schmerzes versinken, dass es diesen Boris Baródin nicht mehr gibt. Waren doch schon genug Tränen bei der Betrachtung von Vaters Foto mit dem jung gebliebenen Gesicht neben den fünf roten Rosen für die Mutter auf der Vitrine geflossen. Mutter Vera zündete drei Kerzen an, von denen sie zwei auf den Flügel und die dritte auf den Klubtisch stellte. “Spiel weiter! Wir sollten nicht so viel reden, sondern mehr zuhören, was Boris uns zu sagen hat.” Björn begann das >Andante con espressivo<, den zweiten Satz. Da lehnte sich die Mutter auf dem Sofa zurück und schloss die Augen. Jasmin saß neben ihr; sie gaben sich die Hand. Es war ein sehr gefühlvoller Vortrag, der so gefühlvoll war, dass Mutter Vera hinter den geschlossenen Augen, wo sich die Tränen in den Lidspalten sammelten, die Frage stellte, ob diese Musik nicht wie ein Psalmgebet sei, das die Seele in ihrem Grund erschüttert.

Nun hatte auch Björn Tränen in den Augen, die er seinem großen Vater nachweinte, den er nie kennengelernt hatte. Kannte Mutter doch die Geschichte, die zur “russischen” Sonate geführt hatte, die ihr Boris viele Male erzählt und sie ihrem Sohn mit den Worten des Vaters weitererzählt hatte. Wie oft hatte Boris ihr von der Wolga, dem breiten stillen Strom in den riesigen Weiten der russischen Landschaft erzählt, den er durch die Herzen der Menschen “fließen” sah. Das jedenfalls hatte er so erschütternd stark bei den Gesängen der jungen Sowjetsoldaten anlässlich des Begräbnisses seines von ihm so sehr geliebten Vaters Ilja Igorowitsch Tscherebilski empfunden, dass er das stille Strömen des Wassers in seiner zeitlosen Unendlichkeit zum Thema des zweiten Satzes machte, wo es das Lied von der Heimat, der russischen Erde und dem gefallenen Sohn war, wo die Mutter in ihrer unstillbaren Liebe auf die Heimkehr des Sohnes wartet. Es war die Schwermut des fernen Fließens der Wolga mit ihren weitläufigen Bögen durch das unendlich weite Land mit den leidgeplagten, in Armut und Demut still gewordenen Menschen, die aus diesem Sonatensatz klang und beim Hören ohne den Umweg über die Denkzentrale des Großhirns gleich ins Herz ging und dort den Zuschnürreflex des Schmerzes, gefolgt von der Schwere der Trauer und hilflosen Verlorenheit in diesen weder mit den Augen noch mit dem Verstand einzuholenden Weiten auslöste.

Mutter Vera, deren rechte Hand die linke Hand von Jasmin während des ganzen zweiten Satzes, dem >Andante con espressivo<, nicht losgelassen hatte, öffnete die Augen und sah, wie sich Björn nach Ausklingenlassen des Schlussakkords mit dem Taschentuch durchs Gesicht fuhr und die Tränen von den Augen wischte. Unter diesem Eindruck der Größe dieses Sonatensatzes, die mit Worten nicht zu beschreiben war, sagte sie nur: “Das ist dein Vater, mein Junge, wie er in mir weiterlebt. Ist er nicht wunderbar?!” Björn: “Er ist in seiner Unfassbarkeit gewaltig, schwebt wie ein leuchtender Engel über mir, wenn ich die Sonate spiele, und würde mir seine Lebensgeschichte erzählen, die so reich an Ereignissen und Empfindungen ist.” Mutter Vera: “Das sagst du aber schön. Wie froh wäre Boris, wenn er diesen Satz von dir zu seinen Lebzeiten noch spielen gehört hätte.” Björn: “Mutter, bitte lass es jetzt gut sein, sonst schwimmen wir auf unseren Tränen noch weg.”

Jasmin löste sich aus der Hand ihrer Mutter und ging auf Björn zu, der vor dem Flügel saß und seine Augen an der Partitur haften ließ. Dort umarmte sie ihn, küsste ihn auf die linke Wange und sagte mit herzzerreißender Stimme: “Mein armer Bruder”. Darauf eilte Björn zur Toilette und schloss sich ein. Jasmin ging zur Mutter zurück, brach vor ihr mit den Worten: “Hab ich etwas falsch gemacht?”, in Tränen aus und ließ sich von der Mutter trösten, die sie fest umarmte, sie küsste und ihr mit dem feuchten Taschentuch die Tränen vom Gesicht wischte. “Nein, Du hast nichts falsch gemacht, meine liebe Jasmin. Du warst sehr lieb zu Björn. Das hat ihn erschüttert, dass er nun für eine Weile für sich sein will, um sich wieder zu fangen.” Nach diesem Trostsatz, der seine beruhigende Wirkung bei Jasmin tat, setzte sich nun die Mutter an den Flügel und spielte den unvollendeten dritten Satz, das >Allegro mit Fuge<. Sie brauchte die Noten nicht zu ihrem Spiel und spielte so hervorragend, dass Björn seine Zeit des Sich-Fangens abkürzte, sich auf der Toilette das Tränennass aus dem Gesicht wischte, es über dem Waschbecken erfrischte und zurückkam. Leise setzte er sich in den Sessel und hörte dem Spiel der Mutter aus dem letzten Satz der “russischen” Sonate andächtig zu.

Vielleicht war es, dass er die Mutter lange nicht mehr spielen gehört hatte. Jedenfalls war er sprachlos, mit welcher technischen Fertigkeit und Ausdruckstiefe sie den Satz spielte, wo sie sich das Klavierspiel doch selbst beigebracht hatte, wenn von den ersten Unterweisungen durch Boris und von seinen technischen Ratschlägen und Einübungen, die erst viele Jahre später kamen, abgesehen wurde, die allesamt so umfassend nicht waren, dass Mutter dieses Maß an Fertigkeiten zuwege bringen konnte. Nun war sie auch zu sehr Mutter, als dass sie ihr Können auf dem Flügel vor den Kindern an die große Glocke gehängt hätte, wo ihr die Kinder in der Sorge um ihre Gesundheit und den ungestörten schulischen Verlauf das viel Wichtigere waren, so dass sie ihre eigenen Wünsche und Dinge im Leben hintenan setzte. Dass Mutter zu ihrem Spiel die Noten nicht brauchte, war der stärkste Beweis, wie intensiv sie sich mit der “russischen” Sonate beschäftigt hatte, was psychologisch ein klarer Hinweis darauf war, wie lebendig und tief die Liebe und Verbundenheit mit Boris Baródin in ihr geblieben war. Björn, der auch den unvollendeten Sonatensatz gut kannte und wusste, wo er durch den plötzlich eingetretenen Tod des Vaters abbrach, war dann völlig perplex, als die Mutter über den Abbruch hinaus weiterspielte, sich also in den komplizierten Strukturen der Fuge befand, die sie nach eigenem Gefühl und kompositorischem Ermessen, worin sie doch nie unterwiesen wurde, kontrapunktisch geschickt mit neuen Engführungen, Verwicklungen und Auflösungen durch die verschiedensten Tonarten musikalisch “durchwanderte” und den Schlusssatz zu einem großartigen Abschluss brachte, der einem Meister des Faches Komposition den Respekt abverlangt hätte.

“Mutter!”, rief Björn hocherregt über das Ausmaß ihrer bis auf den Tag verschwiegenen hohen Musikalität eines Naturtalents, “nun hast Du deine eigene Komposition ja gespielt, die Du dem ersten Teil des Satzes in so großartiger Weise angeschlossen hast, dass der Bruch, den Vater hinterlassen hat, kaum wahrzunehmen war. Wie hast Du das nur geschafft; wer hat dir denn den Aufbau einer Fuge beigebracht? Das ist ja ungeheuerlich, ja phantastisch!” Mutter Vera schaute zu ihrem Sohn: “Erst Boris, dann der liebe Gott, die haben mich im Aufbau der Fuge unterwiesen.” So sagte es die Mutter im leisen Ton der Zurückhaltung, die nie große Worte über sich selbst machte und mochte. Björn ganz erstaunt: “Aber Mutter, ich wusste gar nicht, dass Du das kannst. Warum hast Du uns dein großes Talent in all den Jahren verschwiegen?” Mutter Vera: “Weil es nicht so wichtig ist, als dass ich es erwähnen sollte.” Björn: “Da hatte Vater doch Recht, der aus dir eine Pianistin machen wollte, weil er deine Fähigkeiten früh erkannt hatte.” Mutter Vera: “Das Leben ist nun andere Wege gegangen. Ich bin Mutter von zwei lieben und intelligenten Kindern, und ihr seid mir das Wichtigste. Da bedarf es nicht mehr der Betonung mit dem Hervorheben meiner Fähigkeiten, die mir die Natur geschenkt hat.” Björn: “Mutter, Du solltest dein Talent nicht so in den Schatten stellen, dass wir davon gar nichts wissen, geschweige denn mitbekommen. Ich habe jetzt eine ganz neue Seite an dir entdeckt.” Mutter Vera: “Dann sei lieb und behalt es für dich. Ich mag nicht, dass so etwas an die große Glocke gehängt wird.” Björn ließ noch nicht locker: “Ich möchte dich nur noch fragen, ob Du das Spielen über den Abbruch hinaus für dich oder für Boris getan hast?” Die Mutter schaute den Sohn mit dem Überraschtsein der inneren Betroffenheit an: “Für Boris natürlich, dem ich nicht nur die Sonate, sondern noch viel mehr zu verdanken habe.”

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