Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin
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Björn Baródin machte noch einige Besorgungen in der Stadt, kaufte von seinem kläglich Ersparten eine silberne Halskette für die Mutter, weil für eine goldene das Geld nicht reichte, ließ die Silberkette wie eine Goldkette geschenkmäßig verpacken, ging mit dem Geschenkpäckchen zurück in seine Studentenbude im dritten Stock eines Altbaus in einer Seitenstraße der Prenzlauer Allee, von wo er mit dem Fahrrad die Uni in weniger als einer halben Stunde erreichte, legte dort seine Mappe mit den Aufzeichnungen aus der Vorlesung von Professor Kretschmar über die Hirnsyphilis auf den kleinen, mit Büchern vollgepackten Tisch, machte das Bett, drückte das müde Gesicht ins kalte Wasser in der Handschale über dem kleinen Waschbecken im Waschraum, der mit den anderen drei Zimmern der Wohngemeinschaft geteilt wurde, trocknete das Gesicht vor dem Spiegel mit dem Schrägsprung, zählte das verbliebene Geld in seiner Bude, das er in die linke Jackentasche steckte, nahm das Geschenkpäckchen, nach dessen Aufmachung etwas Goldenes verpackt sein konnte, schloss seine Bude ab, ging die Treppe runter, auf der ihm keiner entgegen kam und machte sich auf den Weg zur nächsten U-Bahn-Station.
Mutters Geburtstag und die vollendete “russische” Sonate
Im nächsten Blumenladen auf dem Wege kaufte er Rosen. Die linke Hand griff nach dem Geld in der linken Jackentasche, während die rechte Hand einige rote Rosen mit langem Stiel aus dem vollen Tonbehälter zog. Als er auf Nachfrage den Preis erfuhr, fingerte seine linke Hand am Taschengeld herum, während im Kopf der Preis für die Fahrkarte von dem befingerten Taschengeld abgezogen wurde. Nun musste Björn entscheiden, ob er sich drei langstielige Rosen für die Mutter leisten konnte, oder ob es fünf gelbe Rosen mit kürzerem Stiel sein sollten. Gelb war zwar eine der Lieblingsfarben von Mutter, doch er bevorzugte das Rot, zumal zu ihrem 46. Geburtstag. War doch das Blut rot, das ihn mit seiner Mutter verband. So blieb er bei den drei roten Rosen mit dem langen Stiel. Die Blumenverkäuferin, die offensichtlich auch die Ladenbesitzerin war, gab ihm noch zwei langstielige rote Rosen gratis dazu, als ihr Björn auf ihren Vorschlag, dass fünf Rosen wirkungsvoller seien als nur drei, sagte, dass für das Wirkungsvollere bei ihm das Geld fehle. “Zahlen Sie die zwei Rosen das nächste Mal, wenn Sie wieder nach frisch duftenden Rosen Ausschau halten.” Die Verkäuferin machte einen herrlichen Strauß aus den fünf Rosen, denen sie etwas Grün hinzusteckte und in Klarsichtfolie einrollte, der sie noch einige bandgedrehte, rote Schleifen draufsetzte. Mit einem Lächeln überreichte sie den duftenden Strauß, kassierte das Geld für drei rote Rosen mit langem Stiel und wünschte dem Kunden ein wunderschönes Wochenende.
Mit dem letzten Geld zog Björn die Fahrkarte aus dem Automaten und fuhr mit der nächsten U-Bahn mit “golden” verpackter Silberkette, frisch duftendem Rosenstrauß “fünf für drei” in der rechten Hand und mit leerer linker Hand in der linken Jackentasche, sonst also bargeldlos, Richtung Weißensee, wo die Breitings mit der zwölf Jahre jüngeren Halbschwester Jasmin in der Suderoder Straße in Blankenburg ein bequemes, vor einigen Jahren großzügig renoviertes, doppelstöckiges Haus fast im Grünen bewohnten. Nach zweimaligem Klingeln öffnete Jasmin die Haustür, rief: “Björn ist da” und lief ihm als ein hochgewachsenes Mädchen von 13 Jahren mit einem erwartungsvollen Lachen auf einem schönen Gesicht mit vollen, geschwungenen Lippen, schlanker Nase und großen braunen Augen entgegen. Auf halbem Wege vom Vorgartentor zur Haustür umarmten sie sich, wobei ihr Björn die weichen Wangen küsste. “Da wird sich Mutter freuen”, rief sie freudestrahlend in den Vorgarten, dessen rechteckig angelegten Tulpenbeete im kurz geschnittenen, sattgrünen Rasen wie eh und je in bestem Zustand waren.
Mutter Vera kam ihm mit großer Freude entgegen. Die Begrüßung war auch diesmal besonders herzlich. Mutter und Sohn umarmten sich und küssten die Begrüßung auf ihre Münder. Sie taten es immer so, als täte es Björn stellvertretend für seinen Vater Boris, dem er von Größe, Statur, Gesicht, der Art der Bewegung und der Sprache von Jahr zu Jahr ähnlicher wurde. So sagte es jedenfalls seine Mutter, die ihren ersten Mann sehr geliebt haben musste, weil sie oft von ihm sprach und das in sehr liebe- und gefühlvoller Weise tat. “Hast Du aber schöne Rosen mitgebracht, mein lieber Sohn”, sagte sie mit innerer Erregung, als Björn ihr den duftenden Fünferstrauß überreichte. “Und rot sind sie auch noch”, setzte sie nach. Bei diesem Nachsatz beobachtete Björn, der die Worte mit dem “rot” als ein Psychogramm auf sich wirken ließ, wie seine Mutter Tränen in die Augen bekam, die sie aber nicht sehen lassen wollte. Schnell drehte sie Björn den Rücken zu, ging auf die Vitrine zu, um die schönste ihrer Vasen herauszuholen, wobei sie sich länger vor der Vitrine aufhielt, die Vitrinentür einige Male öffnete und wieder schloss, obwohl sie die hohe Kristallvase mit dem violetten Schimmer bereits in der linken Hand hielt.
Sie ging in die Küche und kam nach einer Zeit, in der man zehn Vasen mit Wasser und Blumen füllen konnte, aus der Küche zurück und stellte die mit den fünf roten Rosen, dem beigesteckten Grün und mit Wasser gefüllte Kristallvase hoch auf die Vitrine neben das eingerahmte Foto von Boris Baródin. Das empfand Björn jedoch merkwürdig. “Mutter, die Rosen sind doch für dich”, sagte er, wobei Vera die Merkwürdigkeit, die aus seiner Stimme klang, nicht entging. “Lieber Björn”, erwiderte sie mit weicher Stimme, als hätte sie in der Küche doch geweint, “was Du nicht wissen kannst, ist die Tatsache, dass mein Geburtstag mit dem 25. Hochzeitstag mit deinem Vater zusammenfällt. Da wollte ich deine wunderschönen roten Rosen mit ihm teilen.” Björn ging ohne ein Wort zu sagen auf seine Mutter zu und nahm sie fest in die Arme. Nun weinte sie sich an seiner Schulter, die längst die Höhe und das Mannesformat von Boris Baródin erreicht hatte, aus. Sie schmiegte ihren Kopf lange an seine Schulter, und Björn gab ihr dazu die ganze Freiheit und die Zeit, die sie zum Sich-Wiederfinden im Begreifen brauchte, dass es den von ihr so sehr geliebten Boris Baródin nicht mehr gibt, jedenfalls länger nicht mehr gibt, als er, der Sohn Björn, auf der Welt ist. Als sie sich aus der langen Umarmung lösten, der die 13 Jahre jüngere Halbschwester Jasmin ein stiller Zeuge mit vielen Tränen der rührenden Anteilnahme wurde, bedankte sich Vera bei dem Sohn und küsste ihn diesmal auf die rechte Wange.
Nun schaute sich Björn, wie er es sooft getan hatte, das Foto des Vaters auf der Vitrine an. Er ließ sich viel Zeit beim Anschauen des Fotos, als stünde er telepathisch mit dem Vater in einer langen Unterredung, während Mutter Vera frischen Tee aus der Küche brachte, die Kanne auf den Klubtisch stellte und Tassen, Untertassen, Teelöffel, Zuckerdose, Milchkännchen, eine Schale mit Salzstangen und eine andere Schale mit süßem Gebäck hinzu setzte. Vera sah es beim Bringen der Dinge zum Tee. “Du bist deinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten mit den großen Augen und dem schönen Mund”, sagte sie nicht ohne Anflug eines Gefühls des Stolzes und der Verehrung für ihren ersten Mann. Björn widersprach ihr nicht. Als er dann sagte, der Vater auf dem Foto könnte sein älterer Bruder sein, lachte Vera kurz auf. Dann verschwand sie rasch in die Küche und kam lange nicht aus ihr heraus. Schließlich kam sie mit verweinten Augen und dem weißen Taschentuch in der rechten Hand zurück und fragte, ob sie neuen Tee aufgießen soll. Björn sagte es mit der Bestimmtheit des erwachsenen Sohnes, die Mütter in Augenblicken der Erinnerung an geliebte Menschen, die es nicht mehr gibt, brauchen, die dann aus der Art, wie der Sohn zur Mutter spricht, die männliche Reife aus den Kehllauten heraushören, was sie gerne hören, weil es sie innerlich erfreut, ja stolz macht, als Björn nun sagte, dass sich die Mutter endlich setzen solle, damit der Tee nicht noch kälter wird.
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