Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin
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Die Bewertung des Phänomens der Angst beim Hirnsyphilitiker hängt vom Schweregrad des Hirnschadens ab. Je intakter das Hirn, je wacher das Bewusstsein ist, desto stärker ist bei ihm die Einwirkung der Angst zu bewerten. Die Klarheit des Bewusstseins entscheidet über den Schweregrad der Angst, die beim kranken Menschen generell höher anzusetzen ist als beim gesunden Menschen.”
Zu den gegen den Schahbesuch demonstrierenden Studenten und zum Studentenführer Rudi Dutschke, die der Schriftsteller bei der Vorstellung seines Romankonzepts erwähnt hatte, bemerkte der Professor, dass es der Zeitgeist ist, der die festgefahrenen Bahnen der bürgerlichen Nachkriegsgesellschaft, die eine festgefahrene Wohlstandsgesellschaft nach materialistischen Prinzipien geworden ist, in der die Angst vor jeder Art von Bewegung schwelt, besonders wenn sie politisch nach links gerichtet ist, durch das Aufbegehren der intellektuell erwachten Jugend, wie es die studentischen Demonstrationen sind, in Frage stellt, sie demonstrativ erschüttert, um das, was die gegenwärtige Gesellschaft ausmacht, neu zu überdenken. Dabei ist die Beobachtung aufschlussreich, wie dem Phänomen der Angst durch Massenauftritte und dröhnende Lautsprecher entgegengewirkt, dieses Phänomen weggedröhnt, weggedrückt und weggeschrien wird.
Auf die vom Schriftsteller zuletzt erwähnten, den über den Schreibtischen thronenden, auf die sitzende Bequemlichkeit achtenden Schreibtischtäter vom Status der unkündbaren Staatsbeamten mit der Regelmäßigkeit der Anpassung der Bezüge und der angekoppelten Vergünstigungen sowie der Sicherheit auf eine gute Alterspension und der Angst vor der Entscheidung, wenn sie über die tägliche Trägheitsroutine hinausgeht, ging der Professor mit der lakonischen Bemerkung ein, dass die Schreibtischtäter meist blassgesichtig seien, denen das Leben die Wetterbräune mit dem besonderen Profil der harten und verantwortlichen Arbeit nicht ins Gesicht gedrückt habe, wie es das Leben in die Gesichter der arbeitenden Menschen draußen in den schlagenden Wettern weg von den Schreibtischen mit den bequem gepolsterten und gelehnten Schreibtischstühlen drückt. Der Professor zeichnete mit ironischen Worten die hohe Paragraphenwand einer verriegelten Bürokratie, hinter der sich die beamteten Sitztäter mit dem leeren Fensterblick verkriechen, sich taubstumm auf den Stand der Entscheidungs-Drückeberger stellten, bei denen mit einem Durchbruch durch die Wand der Ablehnung nicht zu rechnen sei, selbst dann nicht, wenn eine Entscheidung der besonderen, humanitären Tragweite zu treffen wäre, die den Mut zur höheren Intelligenz und Einsicht erfordert, diesen Mut zur Hilfe aber nicht aufbrächten, sich stattdessen abseits von Sensibilität und Einsicht für den Menschen in seiner Bedrängnis mit glattstirnigen Paragraphengesichtern und den leeren Fenster- und Sonst wohinblicken ohne jegliches Denk- und Sprachprofil in ihre ‘Iglo’-Zelte von Dämmerung zu Dämmerung zurückzögen.
Die Zeit war bereits fünfzehn Minuten überschritten, als am Ende der Vorlesung die Studenten dem Professor, der ein mitreißender Redner und Vermittler der medizinischen Lehre war, den verdienten Applaus auf die Tische und Böden der Stufen und Ränge klopften. Die Studentin Handke verwickelte den Professor, der den Hörsaal verlassen wollte, noch in ein Gespräch, während in den oberen Rängen Studenten und Studentinnen in Grüppchen zusammenstanden und über die Examensvorbereitungen mit der lästigen Examenspaukerei berieten. Die Grüppchen lösten sich bald auf, kamen die Stufen herab und verließen den Hörsaal durch die Seitentür. Die Vierergruppen fürs Examen hatten sich seit Wochen bereits gebildet. Die Gruppe, in der Björn Baródin die Examina bestreiten wollte, bestand aus zwei Kommilitonen und zwei Kommilitoninnen. In dieser Gruppe war das Interesse für das Fach Neurologie/Psychiatrie groß, was unbestreitbar aus der lebendigen und mitreißenden Vortragsweise des Professors resultierte. Sie hatten sich abgesprochen, den Professor zu fragen, ob sie an einer Visite in der Klinik teilnehmen könnten. So kamen sie die Stufen herab und gesellten sich zu den anderen Studenten und Studentinnen um die Studentin Handke, die einen ‘privatissime et gratis’-Vortrag über die Einteilung der Geisteskrankheiten erhielt. Als die Studentin “gesättigt” war, sich für die Extra-Vorlesung bedankt hatte, fragte Björn als Sprecher seiner Examensgruppe den Professor, ob es für sie möglich sei, an einer Klinikvisite teilzunehmen. Der Professor, dem diese Frage offenbar nicht das erste Mal gestellt wurde, erwiderte in sehr freundlicher Weise, dass er gerne bereit sei, Studenten, wenn sie sich zahlenmäßig im Rahmen hielten, die Zahl Vier nicht überschritten, zur Visite mitzunehmen. Der Professor gab den Dienstag der folgenden Woche als Termin an, wo sich die Gruppe um zehn Uhr bei seiner Sekretärin melden sollte. Björn bedankte sich für diese Freundlichkeit.
Der Professor ließ sich nun Zeit mit dem Verlassen des Hörsaals. Er nahm den Dank des Studenten Baródin zur Kenntnis und behielt ihn im Augenvisier. Schmunzelnd stellte er ihm die Frage, ob er ihm die ersten Verse aus dem Prolog aus Goethes “Faust” aufsagen könne. Längst hatte es sich unter den Studenten herumgesprochen, dass der Professor ein Kenner goethescher Schriften war, der Vorlesung ein Zitat des deutschen Sprachmeisters voranstellte und auch zwischendurch die Vorlesung mit Goethe-Zitaten spickte. Dieser Professor war auch “faustisch” im Bilde. Sprachlos schaute der Student Baródin ins Gesicht des Professors, weil er mit dieser Frage nicht gerechnet hatte. Der “Faust” wurde zwar in der Oberprima durchgenommen, aber das lag bereits Jahre zurück. Björn versuchte sich zu erinnern und wollte sich vom Professor kein zweites Mal um die ersten Verse aus dem Prolog bitten lassen. So sagte er:
“Die Sonne tönt in alter Weise
in brüderlicher Sphären Wettgesang,
doch ihre vorgeschriebene Reise
vollendet sie im großen Donnergang.
Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
wo keiner sie ergründen mag,
es sind die unbegreiflich hohen Werke,
die herrlich sind wie am ersten Tag.”
Es war nicht so, dass Björn die Verse, die von den goetheschen doch abgewichen waren, flüssig hintereinander aufgesagt hätte. Da gab es doch die “verlängerten” Sekunden der Rückerinnerung an das letzte Jahr auf dem neusprachlichen Schiller-Gymnasium, wo der Oberstudiendirektor Keller mit großer Hingabe und Rezitationseifer den “Faust” gelesen, erläutert und in die Köpfe der Schüler so nachhaltig hineingepaukt und eingetrichtert hatte, dass es zum feierlichen Schulabschluss den Theaterabend gab, wo die Abiturienten den ersten Teil der Tragödie vor den Schülern der nachgerückten Klassen der Oberstufe, den geladenen Eltern und dem Lehrerkollegium, das vollständig erschienen war, erfolgreich aufführten, was einen großen Beifall ausgelöst hatte.
Professor Kretschmar behielt den Studenten Baródin mit freundlichem Blick im Auge. “Wenn es auch nicht Goethe war, was Sie da aufsagten, so war es doch nicht schlecht. Sie werden sich nun den “Faust” zur Hand nehmen und den Prolog noch einmal gründlich lesen. Es handelt sich hier um eine große Dichtung, an der der Dichter einen Großteil seines Lebens gearbeitet hat. Wir sollten uns dieses Werk zu Herzen nehmen.” Mit diesem Schlusskommentar, der ein bleibendes Engramm beim Studenten Baródin setzte, verließ der Professor den Hörsaal.
Das Wochenende stand bevor, an dem seine Mutter, Vera Breiting, verwitwete Baródin, die mit Mädchennamen Vera Walesa hieß, die sein Vater, Boris Baródin, anlässlich eines Konzertes, das er in Warschau gab, dort kennengelernt und später in Berlin geheiratet hatte, 46 Jahre alt wurde. Ihren Geburtstag wollte er nicht versäumen, zumal ihre zweite Ehe mit dem Bankdirektor Bertold Breiting im Gegensatz zur ersten Kurzehe mit dem in jungen Jahren verstorbenen Pianisten Boris Baródin keine glückliche war. Bertold Breiting war ein ich-bezogener, cholerischer Endvierziger, der es in der Bankhierarchie in die oberen Stockwerke der Direktion gebracht hatte, wenn auch nicht bis in die beiden obersten Chefetagen der gläsernen Betonzentrale, die wegen ihrer enormen Höhe mit den sechs Kanten und der konisch zulaufenden Turmspitze der gläserne Bleistift genannt wurde. Björn setzte den Kommilitonen Eberhard Kurz und die beiden Kommilitoninnen Vera Lang und Ingrid Standfuß aus seiner Examensgruppe von seinem Vorhaben in Kenntnis, dass er an diesem Wochenende am gemeinsamen Pauken fürs Examen nicht teilnehmen könne. Darauf meinte Eberhard Kurz, dass sie sich dann die Pathologie vornehmen wollen, in der Björn von allen am besten beschlagen sei, zumal er sich gründliche Kenntnisse in der Anatomie als Hilfsassistent im Präpariersaal erworben hatte.
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