Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin

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Vom Werdegang und der Persönlichkeit eines Arztes in seiner vielseitigen Tätigkeit im Spannungsfeld zwischen Seele und äußerer Wirklichkeit. Die Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Auf die Zunahme der Streepsychosen hat die Psychiatrie im besonderen Maße einzugehen.

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Mutter Vera goss den nicht mehr heißen Tee in die Tassen, die Tasse von Jasmin nur halbvoll, die andere Hälfte füllte sie mit Milch. Dann holte sie aus der Küche das Honigglas und gab zwei Löffel Honig in ihre Tasse, den sie lange verrührte, während Björn sich selbst mit Milch und Zucker versorgte. “Wie fühlst Du dich als Mutter von zwei Kindern, die unter deiner Obhut groß geworden sind, von denen dein ältestes Kind vor dem Examen der Medizin angekommen ist?”, fragte er, als sich die Mutter gesetzt hatte und mit ihrer Tasse zugange war. “Ach, wie soll ich mich fühlen?”, erwiderte sie mit der Gegenfrage. “Ich merke an euch, dass ich älter geworden bin”, antwortete sie in der Schlichtheit einer Feststellung, hinter der sich eine ganze Welt verbarg, die es zu entschlüsseln gäbe, dachte Björn, als er den ersten Schluck warmen Tee genommen hatte und die Tasse zurück stellte. Es war ein erster psychologischer Schlüssel, als er sagte, dass die Mutter allen Grund habe, dankbar zu sein, dass die Familie gesund sei. “Du kannst doch stolz auf deine Kinder sein, die dich lieben und es in der Schule und an der Uni weit gebracht haben”, fügte er mit einer Steigerung hinzu. Dann drehte Björn den psychologischen Schlüssel noch einmal um, als gelte es, das Schloss aus der doppelten Verriegelung zu öffnen, als er sagte, dass es vielen Menschen im Leben schlecht gehe, dass es Menschen gibt, die hungern, ohne Liebe sind und weder ein Bett zum Schlafen noch ein Dach über dem Kopf haben. “Da hast Du Recht”, stimmte die Mutter ihrem Sohn zu. Bei dieser Zustimmung entging dem Sohn nicht, wie die Mutter zu den roten Rosen und dem Foto von Boris Baródin hoch auf die Vitrine schaute.

Jasmin knabberte am süßen Gebäck. Ihre Augen hafteten an Björn, als wäre der ältere Halbbruder auch ihr Idol. Da es später Nachmittag geworden war, und die Sonne ihre Strahlen zwischen den Wolken zurückzuziehen begann, fragte Björn nach Berthold, dem zweiten Ehemann seiner Mutter, der ein pünktlicher Heimkehrer von der Arbeit war und seine Freizeit mit dem Sitzen auf der hinteren Gartenterrasse mit Blick ins Grüne und dem Lesen von Journalen, weniger von ernsten Büchern verbrachte, und sich dabei von Vera mit Kaffee, Tee oder anderen Getränken mit dem entsprechenden Knabberzeug verwöhnen ließ. Er war aufgrund seiner Ichbezogenheit und cholerischen Anfälle, die er bekam, wenn ihm etwas nicht in den Kram passte oder ihn in seiner Freizeit störte, ein schwieriger Mensch von mürrischem Charakter, der sich schwer machte, wenn er sich leicht machen sollte. Es gehörte zu seinen unguten Grundzügen, dass er dann schwer ansprechbar war, wenn sein Rat und seine Mithilfe gebraucht wurden. “Berthold ist in den Vereinigten Staaten”, sagte die Mutter, “er ist vor einer Woche abgeflogen, um an der Wallstreet an Konferenzen teilzunehmen.” Björn nahm es zur Kenntnis, ohne weitere Fragen zu stellen, obwohl seine Gedanken um die Frage kreisten, ob Berthold es nicht so einrichten konnte, wenigstens zu Mutters Geburtstag zu Hause zu sein. Doch wirklich vermissen tat er ihn nicht, weil er mit seinem Stiefvater kein herzliches Verhältnis hatte. Zu einem solch innigen Verhältnis ist es in all den Jahren nicht gekommen. Berthold fand den Weg zu seinem Herzen nicht, er mied geradezu den Weg dorthin, war vielmehr auf seine “Sicherheitszone” bedacht, auf seine Unantastbarkeit, die den Abstand mit den Jahren zwischen ihm und Björn immer größer werden ließ. Die Bildung hatte Berthold Breiting nicht erreicht, den Stiefsohn voll in sein Leben einzubeziehen.

Auch war er mit der Berufswahl von Björn nicht einverstanden, Arzt werden zu wollen. Er lehnte den Entschluss des Stiefsohnes schlichtweg ab, dann noch Arzt für Nervengeschädigte und Geisteskranke werden zu wollen. “Das ist doch ein brotloser Beruf, mit dem Du das Leben nicht bestreiten kannst”, sagte er mit dem Brustton der Überzeugung. Auf eine Diskussion ließ er sich nicht ein, dass es auch für solche Patienten, die an nervösen oder geistigen Erkrankungen litten, Ärzte geben muss. Björn hatte es noch in schmerzlicher Erinnerung, wie Berthold Breiting, dem er an einem regnerischen Abend unter der überdachten Gartenterrasse seinen Wunsch vorgetragen hatte, nach bestandenem Examen sich im Fach der Neurologie und Psychiatrie zu spezialisieren, einen cholerischen Anfall bekam, der so heftig war, dass er mit der Faust so fest auf den Terrassentisch schlug, dass die nicht leer getrunkenen Kaffeetassen samt Untertassen auf dem Tisch herumsprangen und die Tischplatte mit Kaffee bekleckerten. Die Steigerung war, als er mit der Armbewegung der totalen Ablehnung das Porzellan vom Tisch wischte, das dann auf den Steinplatten des Terrassenbodens in Scherben ging. Dieser Anfall wurde von dem brüsken Kommentar begleitet, dass er, der Stiefvater, dann nicht wüsste, warum der Stiefsohn überhaupt studiert hätte, wenn ihm am Ende des Studiums dieser Unsinn im Kopf herumspuke. Berthold Breiting fügte dann, als sich die Heftigkeit des Anfalls legte, hinzu, dass der Stiefsohn bei dieser verrückten Entscheidung nicht hätte studieren brauchen, sondern auch, wie sein Vater Boris Baródin den Beruf eines Musikers oder eine andere brotlose Kunst hätte ergreifen können, die im Erlernen bedeutend weniger Geld gekostet hätten als das Studium der Medizin. Diese Bemerkungen, weil sie bewusst und abfällig waren, taten weh, und Mutter Vera, die wegen des zerscherbten Porzellans auf die Terrasse gekommen war und die gemeinen Worte, die aus einer tiefen Unbildung und Herzlosigkeit kamen, auch hörte, hatte im Nu Tränen des Schmerzes um den zu früh verstorbenen und so wunderbaren Pianisten Boris Baródin in den Augen. Sie brachte kein Wort heraus, als sie weinend und schluchzend die Scherben auf die Kehrschaufel fegte und mit dem feuchten Lappen den verspritzten Kaffee vom Terrassentisch und Terrassenboden wischte. Da war nicht nur das teure Porzellan der Kaffeetassen und Untertassen, das in der herzlosen Unbeherrschtheit zerschlagen wurde, sondern das viel teuere, das kostbarste “Porzellan” der Gefühle, die zum Leben des Miteinanders das Fundament sind, das zu Bruch ging und nicht mehr zu ersetzen war.

Beim Nachgießen des lauwarm gewordenen Tees und dem Verrühren der zwei Teelöffel Honig in der mit viel Milch gefüllten Tasse für Jasmin fragte Mutter Vera ihren Sohn, wie es mit dem Studium gehe und wann die erste Prüfung sei. Sie stellte die Frage deshalb so früh, um von sich abzulenken; das nicht nur, weil sie nicht glücklich mit Berthold Breiting war und der glücklichen Kurzehe mit dem großartigen, gefühlvollen Menschen und wunderbaren Pianisten Boris Baródin nachtrauerte und ihm in schlaflosen Nächten nachweinte, sondern um die Herzen ihrer Kinder nicht zu erschweren, auch wenn diese die Nachtrauer spürten. Sie sahen es doch, wie bei der Betrachtung des Fotos von Boris Baródin auf der Vitrine anlässlich des bevorstehenden, aber nicht mehr gemeinsam zu erlebenden 25. Hochzeitstages mit diesem zutiefst geliebten Menschen die Mutter unter dem Unglücklichsein litt. Björn berichtete von der interessanten Vorlesung, die Professor Kretschmar über die Hirnsyphilis gehalten hatte und von dem Geiger und dem Schriftsteller, die er als Patienten in der Vorlesung vorgestellt hatte. Er erzählte von dem wunderbaren Geigenvortrag der Chaconne und dem Romankonzept, das der Schriftsteller vorgetragen hatte sowie von der eingehenden synoptischen Nachbetrachtung des Professors zu beiden Patienten und ihren Vorträgen. “Die Chaconne hat uns alle ergriffen”, sagte Björn, “da war es schlagartig still im überfüllten Hörsaal. Es war eine großartige Musik, die der große Meister Bach mit der Chaconne verfasst hatte.” Mutter Vera dachte bei dieser Schilderung, aus der sie die Begeisterung für die Musik heraushörte, an das “Wohltemperierte Klavier”, aus dem ihr Boris an einigen Abenden, vor allem in den Wintermonaten, vorgespielt und in den Anmerkungen zu dieser Musik des Hochbarocks seine höchste Bewunderung ausgesprochen hatte. Björn las ihre Gedanken und sagte, dass Vater sicher seine Freude am Vortrag dieses Geigers gehabt hätte, worauf die Mutter in ein nachdenklich-zurückdenkliches Schweigen verfiel.

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