Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin
Здесь есть возможность читать онлайн «Helmut Lauschke - Der Arzt Björn Baródin» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Der Arzt Björn Baródin
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Der Arzt Björn Baródin: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Arzt Björn Baródin»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Der Arzt Björn Baródin — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Arzt Björn Baródin», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Die Bemerkung löste eine allgemeine Heiterkeit im Hörsaal aus. Selbst der Professor schmunzelte und meinte: “ich stimme ihnen zu, dass im beruflichen Versagen nicht immer die Intrige mit im Spiel ist. Aber die Intrige, deren Wurzeln die Missgunst und der Neid sind, kann eben nicht immer ausgschlossen werden. Bei der Analyse, warum ein Mensch im Beruf erfolglos ist und schließlich ganz versagt, muss besonders unter den Umständen des freien Wettbewerbs, wie sie nun einmal in dieser Gesellschaft gelten und rigoros zur Anwendung kommen, an die Gegenkräfte, die destruktiv sind und meist aus dem unmittelbaren Umfeld kommen, gedacht werden. Hier möchte ich mit Blick auf unseren Patienten und Schriftsteller hinzufügen, dass er sich selbst bei der Nennung des “erfolglosen Berufsversagers” da nicht ganz abseits stellte. Denn er verneinte doch die Frage, ob er von den Tantiemen seiner Bücher leben könne, als er sagte, dass er eher von den geringen Einkünften seiner beiden Bücher, die es nicht auf die Hitliste der Bestseller geschafft hatten, sterben würde, wenn er ohne die anderen Einkünfte durch das Schreiben von Artikeln für eine Lokalzeitung wäre, das ihm sein Brot und die Zahlung der Miete für sein Dach über dem Kopf ermögliche. Die Nennung des “erfolglosen Berufsversagers” ist ein Schlüsselsymptom der Angst vor dem existentiellen Untergang, das bei unserem Schriftsteller nicht übersehen werden sollte. Es ist ein Leitsymptom, dass ihm im Nacken sitzt, ihn eng durch sein Leben begleitet. Die Angst vor dem existentiellen Untergang klebt wie Schweiß unserem Schriftsteller auf der Haut, was sich nicht wegwischen lässt, mit anderen Worten, die permanente Existenzangst brennt ihm unter den Fingernägeln. Von daher ist seine an mich gerichtete Frage zu verstehen, wie lange er in der Klinik zu verbleiben hat.”
Die Studentin Handke stellte die Frage, ob die Wertung der Existenzangst in Anbetracht der Hirnsyphilis nicht eine andere sei, als wenn diese Angst, die doch eine fundamentale ist, bei einem organisch gesunden Menschen zu analysieren und zu bewerten ist. Der Professor ging auf die Studentin am linken Ende der untersten Sitzreihe zu. Er zog seine Stirn in horizontale Nachdenkfalten und sagte: “Fräulein Handke, jetzt schneiden Sie eine wichtige Frage an. Mit ihrer Frage öffnen Sie das dicke Buch der Psychiatrie. Und Sie wissen bei ihrem bekundeten Interesse für das Fach und als regelmäßige Hörerin meiner Vorlesung, warum das Buch dieses Faches so dick ist. Es ist so dick, weil ein Symptom, das zu den seelischen Tiefen oder Höhen reicht, so facettenreich die Persönlichkeit des Patienten durchdringt und über das körperlich Sichtbare hinausgeht. Jedes Symptom ist bereits ein Bauwerk, wenn auch der abnormen Architektur, vor dem der Psychiater staunend verweilt und dieses Bauwerk, das mitunter ein großartiges Kunstwerk ist, intellektuell zu begreifen sich bemüht. Da es mit den “Händen” des Arztes, wenn ich das Bild als Nichtchirurg einmal gebrauchen darf, weder zu greifen noch zu begreifen ist, bedarf die gezielte Betrachtung und Analyse eines Symptoms der abnormal seelischen Beladung des besonderen Einfühlungsvermögens und der größten Geduld des Arztes. Auf dem Feld der Diagnosestellung, das für den Psychiater oft ein äußerst kompliziertes Feld mit vielen Verschichtungen ist, kommen dann die anderen Symptome hinzu, die sehr subtil gesehen, analysiert und bewertet werden müssen, um aus der Zahl der erkannten und weiter herausgearbeiteten Symptome schließlich die Diagnose zu erstellen, die einer Revision nicht vorenthalten wird, wenn sich am Gerüstwerk der aufgereihten, der nebeneinander oder übereinandergesetzten Symptome etwas verändert oder verändert hat.
Nun komme ich, Fräulein Handke, auf ihre Frage zurück, die von höchstem Interesse ist. Sie fragten, ob die Existenzangst bei einem Hirnsyphilitiker anders zu bewerten ist als bei einem organisch gesunden Menschen. Da gilt es zunächst, das Ausmaß des Schadens, den die Syphilis am Hirn gesetzt hat, zu erkennen. Das geschieht anhand der organisch fassbaren Symptome. Da sind wir diagnostisch noch auf dem Feld der Neurologie. Bei beiden Patienten, dem Geiger wie dem Schriftsteller, war der starre Blick aufgrund der Augenmuskellähmung das hervorstechende Symptom. Hinzu kam bei beiden Patienten die reflektorische Pupillenstarre, die mit der Stablampe eindeutig zu diagnostizieren war. Von einem fortgeschrittenen Muskelschwund an den Extremitäten konnte dagegen noch nicht gesprochen werden, wenn auch der Schriftsteller mehr als der Geiger die ersten Zeichen einer Gangunsicherheit aufwies. Der Geiger, der in so großartiger Weise die Bachsche Chaconne auf seiner Violine spielte, widerlegte auf eindrucksvolle Weise den Nervenbefall, der zur Beeinträchtigung seiner Arm- und Fingermuskeln geführt hätte. Im Gespräch mit beiden Patienten war doch noch eine sensorische wie motorische Grundordnung festzustellen, wenn von den gewissen, aber nicht uninteressanten Übertreibungen des Schriftstellers bei seinem Vortrag zu seinem Romankonzept einmal abgesehen wird.
Ja, dann kommt die Existenzangst! Hier erlaube ich mir die Wortkürzung, indem ich den Zusatz “Existenz” aus dem zusammengesetzten Hauptwort streiche und mich auf das Phänomen der Angst konzentriere. Die Angst ist ein Grundbestandteil des Menschen, die mit der Geburt einsetzt, also angeboren ist, und mit dem Tode endet. Die Angst ist so grundlegend und gründlich, dass ein Mensch ohne sie nicht lebt. Das bedeutet in der gedanklichen Verlängerung der Angstasymptote, dass der Mensch ohne die Angst lebensunfähig ist, ohne sie also gar nicht leben kann. Der Mensch hat Angst vor dem Verworfensein, vor dem Weggenommenwerden von der stillenden, liebevollen Mutter. Diese Angst hat in ihrem Kern den gewaltsamen Mutterentzug vom Kinde, von der mütterlichen Brust und Fürsorge, deren Verlust sich wie im Reflex mit der völligen, ja tödlichen Hilflosigkeit im irgendwohin Geworfensein zusammensetzt, das sich weder in seinen Konsequenzen ausdenken, geschweige denn aussprechen lässt, weil es die Angst vor der Angst ist, die das Geworfensein ins verworfene Ungewisse nicht denken und nicht aussprechen will. So groß, so überragend groß ist das Phänomen der Angst. Mit Wissenschaft lässt sich die Angst zwar bekämpfen, doch besiegen lässt sie sich nicht. Da müssen ganz andere ‘Waffen’ her, die dann aus dem Gebiet des Glaubens an eine höhere Macht, eine universale Macht genommen werden, der der Mensch die Kraft zutraut, die Angst zu besiegen.
Ich komme auf die beiden Patienten zurück, die ich ihnen heute vorgestellt habe. Bei beiden Patienten ist das Phänomen der Angst unübersehbar. Bei dem noch ungetrübten Verstand und im Wissen um die Krankheit, die beide Patienten befallen hat, ist die Angst vor dem Verlorensein noch stärker in den Lebensatem eingebunden als bei einem organisch gesunden Menschen. Bei diesen Patienten drückt die Angst noch stärker auf das Gemüt. Das tut sie so stark und permanent, dass es zu Schlafstörungen kommt. Diese Patienten können trotz Müdigkeit ohne Schlaftablette nicht mehr richtig einschlafen. Beim Einschlafversuch fährt ihnen die Angst vor dem ‘Wegrutschen’ des Lebens durch die Eintrübung des Bewusstseins und die begleitenden Hirn- und Nervenschäden in die Quere. Der erzwungene Schlaf wird durch Alpträume, die mit Bildern der Zerreißung und des Zerfalls der Persönlichkeit einhergehen und sich bis zum vorzeitigen Wegsterben verfinstern und zerreiben, schwer belastet, mitunter im lauten Aufschrei der Angst wach gerüttelt. Und am Morgen nach einer ‘durchkämpften’ Nacht befällt sie die Angst vor dem Erwachen, dem Aufwachen mit der existentiellen Frage: was hat sich nun an mir weiter verschlechtert; was ist von mir noch geblieben; wie steht es mit der Klarheit des Bewusstseins? Erst wenn die Hirnschäden soweit zugenommen haben, dass eine Trübung des Bewusstseins eingesetzt hat, lassen die Alpträume in ihrer Schwere nach und der Patient fühlt die zunehmende Erleichterung, je weiter die Krankheit fortschreitet.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Der Arzt Björn Baródin»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Arzt Björn Baródin» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Der Arzt Björn Baródin» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.