Jan Pelzer - Indiskretionen

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Der 50jährige Fürst von Frost und Zeul ist nach einem ausschweifenden Leben schwer herzkrank. Es gibt für ihn kaum Hoffnung seine Krankheit und seinen finanziellen Ruin zu überstehen. Eine engagierte Psychotherapeutin versucht ihm zu helfen und ihm einen neuen, solideren Lebenswandel nahe zu legen. Ein Aufenthalt in einem Kloster und die Liebe zu einer jungen Frau haben Einfluss auf eine Besserung seiner Gesundheit. Leider holen ihn seine Vergangenheit in Gestalt eines unehelichen Sohnes und einer verflossenen Geliebten wieder ein und erschweren die weitere Normalisierung seiner Verhältnisse.

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Ich beteuerte hoch und heilig meine Unschuld und argumentierte, dass der Gartenpavillon das ‚letzte’ Gebäude sei, das ich hätte zerstören wollen, weil er mir und meinen Freunden so oft bei Regen oder kaltem Wetter als trockener und warmer Spielplatz gedient hätte. Wenn ich schon etwas an unserem Schloss hasste, so sei es das Turmzimmer, das ich als erstes in die Luft sprengen würde, wenn ich meine Wut am Schloss auslassen wollte.

Aber diese Aussagen schadeten mir mehr, als sie mir halfen. Denn jetzt wurde mir noch vorgeworfen, dass ich schamlos lüge und abgefeimte Ideen wälze, um mein eigenes Nest zu beschmutzen und zu demolieren. Und sie schwafelten dann mir unverständliche Worte, dass ein Exempel statuiert werden müsse, um mir die Flausen aus dem Kopf zu treiben, und dass ich eine Woche im Karzer, im Turmzimmer bei Wasser und Brot darüber nachdenken könne, ob es sich lohne, sich so gegen allen Anstand und alle Moral zu verhalten, wie ich es mir zur Gewohnheit gemacht hätte. Ich protestierte dennoch weiter gegen diese Behandlung und warf ihnen vor, dass sie mich überhaupt nicht angehört hätten und mir keine Chance gegeben hätten, ihnen den Vorgang zu erklären.

Ich hätte nur an dem Fuhrwerk gespielt und ohne Wissen, was es für Folgen haben könne, die Bremse gelöst. Ich hätte auch gedacht, dass – wie üblich – das Fuhrwerk noch durch einen Bremskeil gesichert gewesen sei. Und ich sei über die Folgen meiner Spielerei genau so traurig und erschrocken wie sie. Ich hätte nie gewollt, dass unser schöner Gartenpavillon kaputtgehe.

Beide Eltern blieben aber bei ihrer Meinung, weil mir ja immer so etwas passiere. Erst kürzlich hätte ich mit einem Geschoss meiner Steinschleuder das Renaissancefenster in unserem Esszimmer zerdeppert und wenig früher unsere Angorakatze beinahe verrückt gemacht, weil ich eine leere Konservendose an ihren Schwanz gebunden hätte, und diese Liste könnten sie bis ins Unendliche fortführen.

Ich wehrte mich und sagte, dass ich das Renaissancefenster auch nicht mit Absicht kaputtgemacht hätte, sondern eine Taube von unserem Balkon hätte vertreiben wollen, weil die dort ihren Stammsitz gehabt und schon die ganze Brüstung verschissen habe. Aber es war aussichtslos. Die Eltern glaubten mir nicht und blieben dabei, dass an mir das Exempel statuiert werden müsse. Da habe ich sie angeschrieen, dass bei ihnen immer Gewalt vor Recht gehe und dass ich sie satt hätte und das ganze Leben satt hätte und dass ich mich aus dem Turmzimmerfenster stürzen würde, wenn sie mich da einsperrten.

Darauf sagte mein Vater: ‚Wenn du das tust, dann verhau ich dir im Tod noch den Hintern, dass er bunt und blau wird und in keinen Sarg passt!’ Da habe ich endlich den Mund gehalten und sie haben mich ins Turmzimmer gebracht und mir Wasser und Brot auf den Boden gestellt, haben wortlos, und ohne meine blutenden Knie zu versorgen, das Zimmer verlassen und von draußen abgeschlossen.

Ich warf mich weinend in den Wäscheberg von Lumpen und schlug mit meinen Fäusten sinnlos darauf los, so dass Wolken von Staub daraus aufstiegen und mich zum Husten brachten und sich mit den Tränen zu einem grauen Schmier in meinem Gesicht verbanden, so dass ich bei einem zufälligen Blick in den fast blinden Spiegel, der seine letzte Ruhestätte in diesem schmuddeligen Turmzimmer gefunden hatte, das Gespenst, das mir dort seine Zähne entgegenbleckte, nicht erkannte und mich zu Tode erschrak. Erst beim zweiten Blick merkte ich an zwei schief stehenden Zähnen, dass ich es selber war, der in dem staubigen Wäschepüngel hockte und bittere Tränen vergoss.

Ich sah zugleich, dass sich einige Wäschestücke durch meine Strampelei zu vagen Figuren verschlungen und verknäuelt hatten, die bei etwas nachhelfender Gestaltung durchaus in der Dämmerung, die bereits angebrochen war, die Umrisse eines menschlichen Körpers vortäuschen konnten. Die Eingebung durchfuhr mich blitzhaft und ihre Ausführung war im nächsten Augenblick schon in Angriff genommen.

Ich rollte die schwersten Stoffe fest zusammen und formte Körperglieder daraus: Kopf, Hals, Rumpf, Beine und Arme und konservierte die geformten Teile durch Bandagen, die ich mir aus dunklen Unterhemden mit meinem Taschenmesser zuschnitt. Mit diesen Tuchstreifen band ich auch die Teile zu einem zusammenhängenden Körper zusammen, dem ich darauf meine Hose, mein Hemd, meinen Pullover, meine Mütze und meine Jacke anzog, und begrüßte hierauf meinen Doppelgänger herzlich und wünschte ihm für den bevorstehenden Sturz aus dem Turmfenster einen schönen Flug und eine weiche Landung, so dass er möglichst wenige Verletzungen abbekommen solle und wir uns nach meiner mutmaßlichen Befreiung aus diesem Zuchthauszimmer, die ich wahrscheinlich seinem kühnen Sprung zu verdanken haben würde, in der Freiheit wiederfinden könnten.

Darauf säumte ich nicht lange, trug meinen Zwillingsbruder zum Turmfenster und wartete, bis unsere Leute auf dem Innenhof versammelt wären, um die Anweisungen meiner Eltern für die Arbeiten des nächsten Tages entgegenzunehmen.

Ich musste nicht lange warten, bis sich die ersten Knechte und Mägde einfanden, um das übliche Palaver über den vergangenen Tag zu beginnen, die erledigten und nicht erledigten Aufgaben durchzuhecheln und auch einige persönliche Erlebnisse zu erzählen oder schäkernde Bemerkungen zum Aussehen ihrer Kollegen zu machen, die sich offensichtlich gewaschen hatten und für die Zusammenkunft mit der ‚Herrschaft’ in ihren Sonntagsstaat geworfen hatten.

Meine Eltern ließen meistens eine halbe Stunde auf sich warten, damit die Leute sich ungezwungen miteinander unterhalten konnten und auch ihre Erfahrungen und Erfindungen für eine effektivere Bewältigung der Arbeiten austauschen konnten, ein Ritual, das ihnen in jeder Hinsicht Vorteile brachte, weil hierdurch die Gemeinschaftsbeziehungen gefestigt wurden und auch der Informationsstand der Einzelnen über den Fortschritt der Arbeiten in den einzelnen Bereichen der Land- und Forstwirtschaft stets auf dem neuesten Level war.

Nach einer halben Stunde erschienen denn auch meine Mutter und mein Vater auf dem Hof, begrüßten alle Arbeiter mit Handschlag und ließen sich ebenfalls die neuesten Nachrichten über alle Vorgänge berichten, ehe sie neue Arbeitsaufträge erteilten und die passenden Leute für deren Erledigung aussuchten.

Ich hatte auf diesen Augenblick gewartet, weil alle in diesem Augenblick sehr auf ihre Aufgaben konzentriert waren und nicht so genau beobachten konnten, ob eine Vogelscheuche oder ein lebender Mensch aus dem Turmzimmer fiel. Jetzt zögerte ich aber nicht länger, öffnete das Turmzimmerfenster und ließ meinen Doppelgänger in die Tiefe plumpsen.

Ein allgemeiner panischer Aufschrei war die Reaktion der bäuerlichen Versammlung, und alle Beteiligten rannten hinüber zum Fuß unseres Schlossturms und scharten sich mit ergreifenden Lauten der Trauer, des Entsetzens, der fassungslosen Verzweiflung um die zusammengestauchte Gestalt, die dort stumm und regungslos zu ihren Füßen lag.

Ich hörte eine alte Magd aus dem Ostpreußischen, die immer wieder ‚Meein Jongchen, meein Jongchen, meein Jongchen!’ murmelte, und den alten Pferdeknecht: ‚Ochott, Ochott, Fretzchen, des kannze mer doch net antue!’ Dann hörte ich meine Mutter: ‚Der Lausbub! Hat eine Vogelscheuche heruntergeschmissen!’ ‚ Is nich wahr’, hörte ich darauf wieder unseren Pferdeknecht. ‚Des Fretzchen lebt, dafir kennt ich des Kerlche tausend Mol verknuddele!’

Darauf sagte mein Vater: ‚Der Junge hat der Figur seine Kleider angezogen. Er muss in dem Turmzimmer erbärmlich frieren. Man muss ihn sofort herausholen.’ Dann sah ich, wie er seinen großen Schlüsselbund von seinem Gürtel nahm, den Turmzimmerschlüssel hervorkehrte und ihn einem jungen Knecht mit dem Auftrag in die Hand drückte, mich sofort herunterzuholen.

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