Jan Pelzer - Indiskretionen

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Der 50jährige Fürst von Frost und Zeul ist nach einem ausschweifenden Leben schwer herzkrank. Es gibt für ihn kaum Hoffnung seine Krankheit und seinen finanziellen Ruin zu überstehen. Eine engagierte Psychotherapeutin versucht ihm zu helfen und ihm einen neuen, solideren Lebenswandel nahe zu legen. Ein Aufenthalt in einem Kloster und die Liebe zu einer jungen Frau haben Einfluss auf eine Besserung seiner Gesundheit. Leider holen ihn seine Vergangenheit in Gestalt eines unehelichen Sohnes und einer verflossenen Geliebten wieder ein und erschweren die weitere Normalisierung seiner Verhältnisse.

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Die Kosten hatten meine Eltern zu tragen. Das war meine gar nicht subtile Rache für die entgangene elterliche Zuwendung, und bald entwickelte sich auch meine hedonistische Lebenseinstellung, wonach ich mir das Recht zusprach, mir alles zu erlauben, was meinem Vergnügen, meinem sexuellen Verlangen, meinem gesellschaftlichen Ehrgeiz diente. Mit dieser Lebenseinstellung ist es mir dann auch erfolgreich gelungen, als der „tolle Prinz“ in die Schlagzeilen der einschlägigen Boulevardpresse zu kommen, meine Gesundheit zu ruinieren und mein Vermögen zu verprassen.

Solange meine Mutter noch lebte, habe ich auf Pump gelebt. Als Erbe ihres weit reichenden Besitzes hatte ich überall Kredit. Zudem hatte ich von meinem Vater, der sich pünktlich zu meinem sechzehnten Geburtstag von seinen heruntergekommenen Besitzungen für immer verabschiedet hatte, immerhin noch eine solche „Konkursmasse“ geerbt, dass ich davon sorgenfrei leben konnte.

Seit sechs Jahren verfüge ich auch noch über die „Konkursmasse“ vom Erbe meiner Mutter, wodurch ich meinen Zeitgenossen als unvorstellbar reich erscheine. Ich lasse sie natürlich in diesem Glauben, ja ich gebe ihren diesbezüglichen Fantasien noch Zucker, indem ich eine hochseetüchtige Yacht mit kompletter Besatzung, einen defizitären Reitstall und einige Autos der Luxusklasse unterhalte. Die Letzteren, die kaum gefahren worden sind, einige Bugattis, Jaguars und Rolls Royce, sind mittlerweile Ehrfurcht gebietende Oldtimer und so unschätzbar im Wert gestiegen, dass ich, wenn ich mich von ihnen trennen wollte, fast alle meine Schulden bezahlen könnte.

Das Gleiche gilt für einige hundert Gemälde, die ich aus Liebhaberei einigen modernen Malern wie Roy Lichtenstein, Andy Warhol oder Niki de Saint Phalle abgekauft habe, als sie noch nicht in der ganzen Welt bekannt waren. Aber erstens würden meine Banken sehr hellhörig, wenn ich diese Waren auf dem Markt anböte, zweitens kann ich mich schlecht davon trennen und drittens habe ich überhaupt nicht mehr die Energie, die ein Geschäftsmann braucht, um einen guten Handel zu machen.

Fast könnte ich wie ein Buddhist sagen: der Besitz, die Geschäftemacherei bedeuten mir nichts mehr. Wenn das Klima hier besser wäre, könnte ich mich in ein orangefarbenes Mönchsgewand werfen, eine Schale zum Betteln unter den Arm klemmen, irgendwelche ausgelatschten Sandalen an die nackten Füße schnüren und mich von mitleidigen Seelen ernähren lassen.

Ich bin mein ganzes Leben lang ein Parasit gewesen und habe von den Verdiensten anderer Menschen, von meinen Vorfahren und der Arbeit meiner Angestellten gelebt und erschien in der Öffentlichkeit dennoch als der gewiefte Geschäftsmann, der gerissene Unternehmer, dem alle Projekte Gewinn brachten. Ein Auftritt als Bettelmönch würde meiner gesellschaftlichen Rolle viel eher entsprechen, aber man würde mir einen solchen Auftritt nicht abnehmen und es noch als interessante Show verstehen. Die Medien würden einen sensationellen Rummel um meine Auftritte machen und ich könnte davon finanziell so sehr profitieren, dass meine Bettelexistenz ad absurdum geführt würde.

Die Welt will betrogen werden, und darum habe ich mich dreißig Jahre lang redlich zur Zufriedenheit der großen Öffentlichkeit bemüht. Jetzt will ich nicht mehr, weil man, indem man die Anderen betrügt, sich selbst um sein Leben bringt. Und das in jedem Sinne: Man hat keine Identität mit sich selbst, sondern ist nur so eine Charge, ein Schauspieler auf der Bühne des Lebens; und die mangelnde Rückbindung des Rollenverhaltens an die eigene Natur lässt einen maßlos und selbstzerstörerisch mit dem eigenen Körper und mit der eigenen Seele herumhasardieren.

Die Folgen dieser Überspanntheit spüre ich jetzt in jeder Stunde, in jeder Minute, in jeder Sekunde und sie sind verdammt unangenehm. Ich habe mit meinem treuen Hubertus über die ganze Angelegenheit gesprochen. Er sagte, wenn es in seiner Macht stünde, würde er mir gerne helfen, aber ich bräuchte für meine vielen Leiden einen Psychotherapeuten, einen Drogenexperten, einen Herz- und Leberspezialisten, einen Fitnesstrainer, einen Wirtschaftsexperten und eine bedingungslos liebende Frau, die mir Mutter, Vater, Geliebte und Wunderheilerin in einer Person sei. Außerdem müsse ich mir eine vernünftige Arbeit suchen, um selber Sinn und Ordnung in mein „verwurschteltes“ Leben zu bringen. Ich könnte mich z.B. auch selber um meine geschäftlichen Angelegenheiten kümmern, um meinen verlotterten Besitz wieder rentabel zu machen.

Ja, wenn ich noch gesund wäre! Aber ich bin fast zu krank, um mir überhaupt noch einen Menschen suchen zu können, der mir hülfe. Und, wenn ich es recht betrachte, so ist mir nicht mehr zu helfen. Meine Situation ist unumkehrbar – in jeder Hinsicht.

Ich habe dem Hubertus das gesagt.

Die Psychotherapeutin und der Fürst

Heute kam Hubertus mit einer bebrillten, sehr intellektuell aussehenden, etwa fünfunddreißigjährigen Frau, die übrigens schielt, und in ein graues unscheinbares Kostüm gekleidet war, zu mir. Er hatte mich vorher gefragt, ob er mir eine sehr kompetente Professorin, die Psychotherapeutin sei und an der Münchener Universität, an der seine Enkelin gerade Psychologie studiere, Vorlesungen halte, vorstellen dürfe.

Seine Enkelin habe ihr „meinen Fall“ dargestellt und vor allem die Tatsache, dass ich meine Situation für unumkehrbar halte, habe ihr Interesse und auch ein gewisses Engagement erregt, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Ich war viel zu energielos, um die gut gemeinte Initiative von Hubertus abzublocken, und hatte ihm „grünes Licht“ gegeben.

Er hatte mich auch darauf vorbereitet, dass die Dame „ein wenig schiele“, weil er wohl meinte, dass dieses körperliche Merkmal mein Zutrauen in ihre therapeutische Kompetenz sehr verringern könne. Denn, so hatte er es wohl von seiner Enkelin gehört, eine Psychotherapie sei nur Erfolg versprechend, wenn der Patient absolutes Vertrauen in die Fähigkeiten des behandelnden Arztes habe. Nun haben mich vollbusige, schielende Frauen immer aufs höchste sexuell stimuliert, was Hubertus nicht weiß, und als er mir diese Eröffnung gemacht hatte, so hatte es meine Männlichkeit derart intensiv durchzuckt, dass ich sogar mit einer gewissen Begeisterung der Behandlung durch die Frau Professor zugestimmt hatte.

Sie erschien also heute in Begleitung zweier siamesischer Katzen, die mir normalerweise äußerst zuwider sind, weil der Geruch von Katzenkot mir seit jeher Übelkeit verursacht. Da bei der Dame aber beide Attribute vorhanden waren, sowohl die Vollbusigkeit als auch das Schielen und sie sogleich ein Katzenklo aus ihrem Präsenzkoffer holte und mir glaubhaft versicherte, dass das niedliche Pärchen seine Geschäftchen nur auf dem Katzenklo mache und dieses jeden Geruch absorbiere, so stimmte ich der Anwesenheit der Tiere bei der therapeutischen Sitzung ausdrücklich zu.

Die Dame musterte daraufhin meine Zimmereinrichtung und zeigte sich erfreut, dass an der Stirnwand ein – wie sie sagte – sehr einladendes Sofa stand. Sie gehöre der Schule von Siegmund Freud an, führte sie aus, und es sei ja allgemein bekannt, dass er seine Patienten gebeten habe, sich auf sein Sofa zu legen, zu entspannen und ihm ihre Probleme, ihre Träume und ihre Kindheitserlebnisse in dieser angenehmen und intimen Lage offen und vertrauensvoll darzulegen. Sie bitte mich, diesem Muster zu folgen und es mir auf meinem Sofa bequem zu machen. Um die Situation noch weiter zu lockern und mich ihr gegenüber ganz unbefangen benehmen zu können, möge ich es dulden, dass die beiden niedlichen Kätzchen ebenfalls auf meinem Sofa Platz nähmen und mich umschnurren dürften, so dass ich gleichsam die Anwesenheit ihrer Person vergessen möge und bei Berichten, die mir aus Scham oder Hemmungen nur schwer über die Lippen kämen, mir vorstellen solle, dass ich den Katzen diese Vorgänge erzähle.

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