Den Sommer verbringen wir diesmal zu Hause, machen kleinere Ausflüge in die nähere Umgebung oder gehen ins Schwimmbad. An einem Sonntag im August gehen wir alle drei zusammen ins Puppentheater. Dort sagt eine Prinzessin am Ende:
Jedes Wesen ist begleitet
von einem Stern am Himmelszelt,
der es schützt.
Es gibt eine Verbindung
jeder individuellen Seele
zur Gesamtheit des Universums.
In unserem Garten gibt es einen Apfelbaum, der genauso heißt wie ich. Meine Eltern haben ihn gepflanzt, als ich noch sehr klein war. Dabei soll es ein feierliches Ritual gegeben haben. Mama erzählt mir, dass der Mutterkuchen dort vergraben worden ist. Das ist mein gemütliches Bett in ihrem Bauch aus der Zeit ihrer Schwangerschaft, das die Erwachsenen „Plazenta“ nennen. Sie hat es sich von den Schwestern der Geburtsklinik einfrieren lassen, um es später für den Baum zu verwenden. Ob er wohl deshalb so schnell gewachsen ist? Schließlich ist er genauso alt wie ich und trägt schon Früchte. Angeblich hat ja der längst verstorbene Reformator Martin Luther gesagt:
Auch wenn ich wüsste,
dass morgen die Welt zugrunde geht,
würde ich heute noch
ein Apfelbäumchen pflanzen.
Das haben sie dann in die Tat umgesetzt, meine Mama und mein Papa, und nun wurzelt das Bäumchen in einem Stück von mir und Mama. Ich werde jeden Tag zu ihm gehen und ihm klarmachen, dass es sich nicht zu sorgen braucht. Die Welt geht noch lange nicht unter. Unsere Engel geben nämlich gut Acht auf uns. Ob Bäume auch himmlische Begleiter haben? Ich muss den Max mal fragen. Hat der nicht kürzlich etwas von Feen und Elfen erzählt, die in den Bäumen wohnen?
Mama pflückt die reifen „Simonsäpfel“ und legt sie vorsichtig in den Korb. Einen besonders süß duftenden essen wir gleich im Garten und zum Schluss umarmen wir beide den „Simonbaum“ und danken ihm. Auch die anderen Obstbäume im Garten tragen dieses Jahr reichlich Früchte, was Mama zu Topform auflaufen lässt im Hinblick auf deren Verarbeitung. Ihre Fantasie kennt keine Grenzen und ich staune, was sie so alles daraus zaubert. Mein Spitzenreiter ist ihr „Ribabellenkuchen“, selbst wenn sie dabei Vollkornmehl verwendet, das ich sonst nicht besonders mag.
Draußen im Wald wird es bunt, denn die Blätter färben sich allmählich. Im Winter werden wir eine größere Reise machen, aber vorher habe ich noch Geburtstag und werde schon vier Jahre alt. Von Mamas Eltern bekomme ich einen königsblauen Traktor mit Tretpedalen geschenkt. Das ist echt mal was Nützliches und ich freue mich riesig darüber. Meine Cousine Lea darf auch mal drauf sitzen und sich von mir durchs Wohnzimmer schieben lassen, denn schließlich lässt sie mich auch mit ihren Puppen spielen. Ist doch Ehrensache!
S*
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