Luise Phillis - Die Lichtrebellin

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Der Roman «Die Lichtrebellin» erzählt die Geschichte der hochsensiblen Elisa, die ebenso wenig etwas über ihre Hochsensibilität weiß wie ihre Mitmenschen. Eingebettet ist ihre spannende Lebensgeschichte in die ihrer Eltern, und sie lässt den Leser an einem Stück Zeitgeschichte des 20. und am Beginn des 21. Jahrhunderts teilhaben.
Die vielschichtigen Gefühls-Denk- und Handlungsebenen einer Hochsensiblen werden am Beispiel der Protagonistin auf einfühlsame Weise veranschaulicht.
Zwischen Anpassung an alte Werte und Rebellion begibt sich Elisa auf eine intensive und ereignisreiche Lebensreise, auf der sich nicht nur die Hochsensiblen wiederfinden…
So ist dieser Roman u. a. auch eine Hommage an die Hochsensiblen und deren Potenzial. Sie sind diejenigen, die die Welt bereichern, es sind die Mitfühlenden in einer Gesellschaft… die Veränderer, die Heilenden, … die Betenden, alle, die authentisch forschen und die Weisheit lieben und sich künstlerisch und handwerklich ausdrücken … alle Kreativen und alle, die diese Tugenden und dieses Potenzial schätzen…

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Und dann hatten wir, als wir schon fast fünf Jahre alt waren, abwechselnd Tischdienst und mussten den Tisch abwischen.

Tante Lieselotte holte mich manchmal zwischendurch in ihr Zimmer, das sie im Gemeindehaus bewohnte. Sie war unverheiratet und war mir irgendwie zugetan. Da ich mittlerweile lange dicke Haare hatte, die zu einem Pferdschwanz gebunden waren, kämmte sie mir dann die Haare. So genau wusste ich damals gar nicht, was das bedeutete, aber sie machte das.

Und dann gab es kleine Theateraufführungen, im Frühjahr und zu Weihnachten, und ich spielte immer die Hauptrolle. Ich war eine Schlüsselblume und war hübsch gelb angezogen.

Und zu Weihnachten spielte ich „Die arme Marie“ und musste einen alten Rock tragen und war etwas traurig, weil andere einen Engel darstellen durften, mit weißen Gewändern und goldenen Flügeln. Wilfried war ein Schneeflöckchen und sah lustig aus, ganz in weiß mit einem weißen Hütchen und einem weißen Bommel. Und da war da noch der Sohn des Pastors, der war sehr angetan von mir, und er war im Theaterstück mein Auserwählter. Wir mussten auch beide zusammen singen und tanzen. Das war wirklich schön. Und die Mütter schauten alle zu, auch Maria und Tante Frieda und Lenchen. Sie waren begeistert.

Und als ich am 6. Januar Geburtstag hatte und wir nur mit der Familie feierten, da klingelte es an der Tür. Günther, der Pastorensohn, stand mit einem Geschenk vor mir. Ich hatte ihn gar nicht eingeladen, aber er wollte zu mir. Er hatte mir ein Glockenspiel geschenkt und ich freute mich darüber. Seit dem wollte er immer mein Freund sein.

Und einmal im Kindergarten war ich sehr übermütig. Ein etwas jüngerer Junge saß neben mir beim Frühstück und neckte mich. Ich fand das lustig und ich wollte ihm mit einer leeren Milchtüte auf den Kopf pusten. Da sich darin aber noch Restbestände von Milch befanden, tropfte ihm etwas weiße Flüssigkeit auf den Kopf. Das hatte ich gar nicht gewollt, das tat mir leid. Aber danach wurde ich von Tante Lieselotte nicht gefragt. Sie bestrafte mich damit, dass ich in der Ecke stehen musste und mich schämen sollte, und gleichzeitig durften die anderen Kinder alle bei dem für mich so beliebten Kreisspiel mitmachen. Das war das Allerschlimmste für mich, dass ich davon ausgeschlossen worden war.

Ein Kind wurde damals noch zur Scham erzogen, und zwar zur Scham im Sinne des Sich-schuldig- Fühlens. Heute müssen die Menschen, die damals so erzogen wurden, von den Schuld- und Schamgefühlen mit einem großen Aufwand, nämlich mit vielseitigen Methoden der Psychologie, befreit werden, um sich gesund zu fühlen.

Dennoch bin ich immer gern in den Kindergarten gegangen. Nachmittags spielten Wilfried und ich manchmal mit Lenchen und Martin, aber meistens wurden wir von den Älteren geärgert.

So gab Lenchen uns einen Groschen, das war damals viel für ein Kind, und sie und Martin schickten uns in ein kleines Süßwarengeschäft direkt gegenüber von unserer Wohnung. Wir sollten sagen: „Wir möchten für 10 Pfennig `Haumichblau`!“ Gutgläubig wie wir beide waren, haben wir das getan und haben das gar nicht verstanden. Die ältere Dame in dem Laden hatte das auch nicht verstanden und gab jedem von uns zwei Himbeerbonbons. Martin und Lenchen standen vor dem Schaufenster und lachten.

Manchmal spielten wir mit anderen Kindern, die auch in unserem Haus wohnten.

Da nun das Haus direkt an einem kleinen Fluss lag, sah ich eines Tages, wie Erwachsene winzig kleine Katzen in ein Tuch legten, dieses oben zubanden und dann einen Stein daran hängten und den Sack ins Wasser warfen. Das habe ich nicht verstanden. Ich habe auch niemanden gefragt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man Kätzchen ertränkt.

Abends betete ich mit Lenchen und Maria oder nur mit einer von beiden „Ich bin klein, mein Herz ist rein, lass niemand drin wohnen, als Jesus allein!“ Und wir sangen Lieder wie: „Müde bin ich, geh zur Ruh´, schließe beide Äuglein zu, Vater lass die Augen dein, über meinem Bettchen sein!“ oder „Breit aus die Flügel beide, oh Jesu, meine Freude und nimm dein Küchlein ein …!“

Und einmal haben Wilfried und ich gewetteifert, wessen Vater wohl die meisten Verwundungen aus dem Krieg mitgebracht hätte. Wilfrieds Vater hatte immerhin einen zerschossenen Finger und Gustav hatte gar nichts. In dem Moment hatte ich mich darüber geärgert, dass mein Vater unversehrt geblieben war und Wilfried aus diesem Wettkampf als „Sieger“ hervorging. Das war auch eine Art „Kriegsbewältigung“, wenn auch eine makabere.

Wenn man in jener Zeit tagsüber durch die Straßen ging, dann sah man sehr häufig Männer an Krücken mit nur einem Bein oder eineinhalb Beinen, das leere Hosenbein umgeschlagen. Das fand ich traurig und wusste, dass das Leid bedeutete und mit dem Krieg zusammenhing.

Und wenn ich einen Polizisten sah, wenn ich zum Beispiel aus dem Kindergarten kam, dann machte ich einen großen Bogen um den, weil ich dachte, dass Polizisten jeden einsperren. Als ich einmal einen Polizisten mit einer Frau sprechen sah, tat sie mir leid, weil ich dachte, dass sie gleich eingesperrt würde.

Das war ja nun damals noch nicht lange her gewesen, dass es in Deutschland üblich gewesen war, dass Menschen willkürlich verhaftet wurden und keiner wusste warum. Und in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Menschen auch einfach festgenommen, weil sie gegen Ungerechtigkeit demonstrierten oder gegen Atomkraftwerke …

Nicht nur für uns Kinder war es wunderbar, dass Tante Frieda und Onkel Hans einen Fernseher hatten. Den hatte damals nicht jeder. Es gab nur ein Programm, alles war schwarz-weiß, nicht nur optisch. Vieles wirkte eindimensional und engstirnig. Was über die kleine eigene Welt hinausging, das wurde nicht erwähnt. Über Lyriker wie zum Beispiel Paul Celan, der als einziger deutschsprachiger Schriftsteller vermochte, den Holocaust und die Todeslager in eine authentische poetisch berührende Form zu bringen und eine Poetik einer Holocaust-Lyrik zu schaffen, erfuhr man damals im Fernsehen nichts. Er hat in seinen Gedichten auf so gefühlvolle und authentische Weise der Ungeheuerlichkeit und dem Irrsinn des zweiten Weltkrieges mit seinen Gräueltaten der Nazis in den Konzentrationslagern Ausdruck verliehen, dass viele Menschen von diesen Gedichten berührt und auch viele abgeschreckt waren. Vor dem Hintergrund von Thoedor W. Adornos Aussage „nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“ wurde besonders Paul Celans Gedicht „Todesfuge“ kontrovers diskutiert. Paul Celan wurde während seiner Dichterlesung in Schleswig-Holstein von der „Gruppe 47“ ausgelacht, die seit 1947 und gerade auch in den 1950er-Jahren eine Plattform zur Erneuerung der deutschen Literatur nach dem zweiten Weltkrieg darstellen wollte. Von den Mitgliedern dieser Literaturgruppe wurde er in seiner Hochsensibilität, Betroffenheit, Authentizität und Kompetenz als Holocaust-Lyriker offensichtlich verkannt. Darüber erfuhr man in jener Zeit im Fernsehen nichts, erst 60 Jahre später.

Für uns Kinder war das Fernsehen damals natürlich eine Sensation und wir sahen das Kinderprogramm wie z. B. „10 Minuten mit Adelbert Dickhut!“ Das war eine Sendung mit einem Turnlehrer und dessen beiden Söhnen, die turnten mit halblangen, sehr weiten Turnhosen etwas vor, und danach gab es eine Sendung „Zwei aus einer Klasse“ – hier wurden zwei Schüler befragt, und wer die Fragen schneller beantworten konnte, bekam eine Tafel Schokolade, was damals etwas ganz Kostbares war. Aus heutiger Sicht war das damals alles etwas tumpig, aber das erkannten wir Kinder natürlich nicht.

Manchmal sahen wir Kinder auch Programme für Erwachsene, das war für die Eltern ganz praktisch, da wir dann ruhig waren.

Und manchmal gab es am Samstagnachmittag die Sendung „Luis Trenker erzählt“: Der österreichische Bergsteiger berichtete auf sehr langweilige Art und Weise von seinen Bergbesteigungen. Und danach gab es meistens einen Spielfilm. Und einmal sahen wir den Kinderfilm „Der kleine Muck“. Dieser Film hat mich bis zum heutigen Tag sehr beeindruckt. Abends um halb acht gab es ein Werbeprogramm, das „Seepferdchen“ hieß. Das war sehr lustig. Und samstagabends um halb acht gab es dann „Die aktuelle Schaubude“, das war eine Life -Sendung aus Hamburg, in einem gläsernen Studio, in dem prominente Leute interviewt wurden und Sänger und Musiker auftraten. Um Volksnähe zu zeigen, standen Menschen auf der Straße und konnten in das gläserne Studio hineinsehen. Da das Fernsehen damals noch eine Sensation war, winkten sie mit platt gedrückten Nasen in ihren langen großen Mänteln und mit ihren weitkrempigen Hüten der Kamera zu. Nach dieser Samstagssendung gab es immer Kartoffelsalat mit Würstchen und Orangenlimonade, „gelbe Brause“ genannt, das mochten wir Kinder gern. Und um 20 Uhr gab es die „Tagesschau“ – wie heute auch.

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