Frank Riedinger - Mongolei – Gesichter eines Landes

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Dieses umfangreiche Werk spiegelt die Mongolei und Ihre Bewohner im 21. Jahrhundert treffend wieder. Traumhafte Bilder wechseln sich mit packenden Reiseberichten, mongolischen Legenden und Beschreibungen mongolischer Sehenswürdigkeiten. Über 30 Interviews mit teils prominenten Mongolen; unter anderem mit der drittplatzierten Olympiateilnehmerin Munkhbayar Dorjsuren, die mittlerweile für Deutschland an den Start geht; runden dieses Buchkonzept ab.

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Der Meister empfängt uns mit offenen Armen. Vor uns steht einer der besten und bekanntesten Pferdekopfgeigenbauer der Mongolei. Ich schaue in den engen Flur seiner Werkstatt. „Bitte hier entlang“. Baigaljav geleitet uns zuerst in sein Büro. Dort sind wir vor den Arbeitsgeräuschen sicher. Hämmern, Bohren, Schleifen, das Kreischen einer elektrischen Säge. Baigaljav ist in Odmaas Heimatort aufgewachsen. Er redet wie Odmaa ohne hörbaren Dialekt, wie alle Bewohner aus der Südgobi. Beginnen wir mit dem Gespräch, sagt er sympathisch, wir wollen uns dabei Zeit lassen.

Einem außergewöhnlichen Erlebnis als Kind verdanke er seinen Beruf. Ihm war es vorbestimmt, daher dürfe er von Berufung sprechen. Ich stelle mir den kleinen Jungen vor, wie er einem Musikanten zuhört, der eine Morin Khuur spielt. In der Verlassenheit der Wüste müssen ihn die Klänge des Instruments wie ein Himmelsgeschenk berührt haben.

Baigaljav machte eine Ausbildung als Instrumentenbauer in einem sozialistischen Kombinat, dem einzigen Betrieb der Mongolei, in dem Pferdekopfgeigen hergestellt wurden. 1989, nach der friedlichen Revolution, bot sich die Chance, eine eigene Firma zu gründen, Egshiglen Magnai – Musical Instrumental Co. Ltd. Er musste noch zwei Jahre an der Verwirklichung arbeiten, dann stand der Geschäftsgründung nichts mehr im Wege. Seine Frau unterstützte ihn dabei. Zunächst produzierten sie auf Bestellung für einen Händler. Neun Jahre später, die Geschäfte in der Branche gehen recht gut, eröffnen sie den eigenen Verkaufsladen in Ulaanbaatar. Er ist jetzt 52 Jahre alt und beschäftigt vierzig Mitarbeiter.

Unser Gespräch wird immer wieder von Telefonanrufen und den Fragen seines Personals unterbrochen. Baigaljav will der Firmenphilosophie treu bleiben und bei allen Problemen mitsprechen. Die Qualität des Holzes zur Herstellung der Geigen prüft er persönlich. Er fährt in den waldreichen Norden des Landes, um vor Ort die beste Auswahl zu treffen. Drei Jahre wird das Holz in seinem Hof gelagert, bevor es Verwendung findet. Auch das Baumharz, das zum Spielen der Geige gebraucht wird, bezieht er von dort. Die Saiten des Instrumentes werden leicht bestrichen und erzeugen durch die größere Reibung einen satteren Ton.

2002 erlässt der Präsident einen Beschluss, der besagt, dass jede mongolische Familie im Besitz einer Pferdekopfgeige sein müsse. Baigaljav möchte nun einheitliche Vorgaben zum Instrumentenbau der Pferdekopfgeige entwickeln. Dabei denkt er nicht an Produktionsvorteile oder Massenware, sondern an die musische Bildung. Über den Bau und das Erlernen bis zum Spielen der Morin Khuur soll der Reichtum von Handwerk, Kultur und Musik vermittelt werden und ins Bewusstsein der Menschen eingehen. Ein Land der Extreme wie die Mongolei braucht verbindende Werte, soziale Gedanken, die auch in der Zukunft Bestand haben. Dass seine Überlegungen realistisch sind und erfolgreich angewendet werden können, zeigt sich am Beispiel der Straßenkinder aus Ulaanbaatar, denen im Rahmen eines staatlich geförderten Projekts das Erlernen der Morin Khuur angeboten wird.

Baigaljavs Frau hat uns den Milchtee serviert. Dem Erzähler wird eine willkommene Pause gegönnt, denn unser Gespräch ist noch nicht zu Ende. Er lehnt sich in dem Ledersessel zurück und trinkt in kleinen Schlucken. Dann holt er aus seiner Sammlung ein antikes Instrument, vermutlich das älteste noch erhaltene Exemplar.

Früher war der Klangkörper mit Ziegenleder oder dem Leder junger Kamele bespannt. Auf den Rat eines russischen Musikwissenschaftlers hin wird diese Technik in den 1960er Jahren geändert und durch Deckel aus Holz über dem Resonanzkörper ersetzt. Die Tierhautbespannung hat qualitative Nachteile, die das Musizieren beeinträchtigen können. Aus dem gleichen Grund werden die Saiten aus Pferdehaar durch solche aus Polyester ersetzt. Bereits zuvor gab es Geigen ohne ihr Hauptmerkmal, dem geschnitzten Pferdekopf. Heute haben die Instrumente, abgesehen von geringen Unterschieden, eine einheitliche Größe. Im Osten der Mongolei spielte man auf sehr großen Instrumenten, und die Musiker aus dieser Region waren damals und sind heute noch als die besten im Land bekannt. Im Westen war eine kleinere Version der Instrumente verbreitet, die eher an einen Schöpflöffel erinnert.

Die Morin Khuur hat ihre Wurzeln in einem Saiten­instrument, das aus der Hunnenzeit stammt und heute als Tovshuur bekannt ist. Es ist nicht als Streich-, sondern als Zupfinstrument überliefert und hatte die Form eines Schöpflöffels. Die Verzierung des Halses stellt keinen Pferdekopf, sondern Schwanenköpfe, Krokodilsköpfe, Drachenköpfe oder Löwenköpfe dar. In der Legende zur Morin Khuur hat Khukhuu Namjil als Erster einen Pferdekopf geschnitzt. Damals, so der mongolische Volksmund, ist die Form der jetzigen Geige entstanden. Schon Chinggis Khaan hat Zeremonien und Feierlichkeiten mit einem Vortrag der Morin Khuur-Spieler eröffnet. Bei offiziellen Anlässen wie Staatsempfängen ist es auch heute nicht anders.

Genug der Theorie, sagt auf einmal Odmaa. Baigaljavs Frau stimmt ihr zu. Ich schließe meinen Notizblock und nehme die Kamera zur Hand. Wir gehen in den Flur. Vor der Tür wartet ein schlanker Mann, dem Baigaljav kräftig die Hand schüttelt. Es ist der sehr bekannte Burjate Battuvshin, seines Zeichens Musiker aus Ulan-Ude, der heute sein neues Instrument abholt. Von ihm hören wir, dass hier in dieser Manufaktur die besten Pferdekopfgeigen der Welt gebaut werden.

Die Morin Khuur besteht aus einem Klangkörper, dem Griff oder Hals und dem Streichbogen. Sie ist aus Birkenholz gemacht. Für den Deckel des Klangkörpers wird Kiefern-, Tannen- oder Fichtenholz verwendet. Das obere Ende des Halses besteht aus dem Pferdekopf und den Stellgriffen. Zwischen den beiden Saiten und dem Klangkörper befinden sich zwei Stege. Die Saiten sind aus 365 Haaren gespannt, die Summe der Tage eines Jahres symbolisierend. Dabei ist eine Saite dicker und eine Saite dünner. Die dünnere besteht traditionell aus den Schwanzhaaren einer Stute, die dickere dagegen aus dem Schweif eines Hengstes. Die Anzahl der Haare, die verwendet werden, kann aber variieren und ist von der Kraft und dem Temperament des Spielers abhängig, d.h. davon, wie stark das Instrument beim Spiel belastet wird. Im Volksmund der Mongolen verkörpern die beiden Saiten das Yin und Yang der asiatischen Welt.

Der Streichbogen der Morin Khuur wird entweder aus dem Holz der Weiden oder aus Birkenholz gefertigt. Er ist zwischen 86 g und 95 g schwer und auch mit Pferdehaaren bespannt. Insgesamt werden je nach Spieler zwischen 120 und 250 Schwanzhaare eines Pferdes bzw. Polyesterfäden dazu verwendet.

Es gibt bereits für Geigen, die im Orchester gespielt werden, einen Standard für den Bau der Morin Khuur, um ein einheitliches Klangbild zu erzielen. Der untere, große Steg soll 38 mm hoch und 73 mm breit sein. Der obere, kleinere Steg ist 22 mm hoch und 30 mm breit. Die Grifflänge beträgt 770 mm. Der Spielraum, in dem Töne erzeugt werden, ist mit 440 mm definiert. Die Stell- oder Stimmgriffe am oberen Ende des Halses sind 150 mm lang. Der obere Teil des Klangkörpers misst 200 mm, der untere Teil 280 mm Breite. Der Körper ist 320 mm hoch und 100 mm tief.

Der Meister lacht über das Zahlenspiel. Ohne Kon­struktion keine Musik. Aber wirklich, wir sind beeindruckt. Wir nehmen noch einmal in den bequemen Ledersesseln Platz. Ich schaue besorgt aus dem Fen­ster. Die Fahrt ins Stadtzentrum wird eine Geduldsprobe werden, da wir auf drei Buslinien angewiesen sind. Odmaa tippt auf ihre Armbanduhr. Ich weiß, gleich muss der Abschied kommen.

Aber eine Frage habe ich noch an Baigaljav. Was für ein Kindheitserlebnis war das gewesen, das ihn damals zu dieser Laufbahn bestimmte? Der Pferdekopfgeigenbauer schaut mich überrascht an.

Aufgewachsen sei er in einer Nomadenfamilie der Südgobi. Auf einem seiner kindlichen Streifzüge findet er in der Wüste einen Gegenstand, den er bisher nicht kannte. Dieses seltsame Ding weckt seine Neugierde. Er nimmt es mit in sein Versteck. Zu Hause erzählt er die Geschichte. Neugierig geworden geht seine Mutter mit ihm, um sich den Fund ihres Sohnes anzusehen. Wie sie vermutet hat, handelt es sich um eine Pferdekopfgeige. Das Kind darf den Schatz behalten, allerdings muss die Mutter das Instrument notdürftig flicken. Er beginnt auf der Geige zu spielen, und im Laufe der Zeit entfaltet er virtuos seine musikalischen Fähigkeiten. Eine Unachtsamkeit des Bruders zerstört das Instrument jedoch. Mit diesem Verlust kann sich Baigaljav lange nicht abfinden. Seine starke Liebe zur Musik drängt den zehnjährigen Jungen, selbst eine Pferdekopfgeige zu bauen. Es sollte das erste Instrument sein, das der berühmte Meister gefertigt hat. Er besitzt es heute noch.

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