„Noch hat er dich nicht“, lachte Nubs.
„Was hast du denn mitzureden“, rief Kelas. „Sehr viel, wenn du es wissen willst. Ich will nicht schon wieder meinen neuen Herrn verlieren.“
„Das ist aber lieb von Dir, Nubs“, sagte er.
„Warum schaust du so“, Nibe? „Es gibt da was, die Leute sprechen leise von dem Drachen.“ „Was reden sie Nibe?“ „Er soll einen Punkt am Körper haben, der verletzbar ist.“
„Wo ist das“, fragte Kelas? „Er hat zwei riesige Hörner auf dem Kopf. Gleich dahinter liegt eine kleine Stelle. Wenn du sie triffst, wird er sterben.“
„Mit was soll man ihn treffen?“ „Kennst du keine Pfeile oder Lanzen?“
„Kenne ich schon aber so etwas gibt es in unserer Welt nicht“, sagte Lexe.
„Dann habt ihr ein schönes Land.“ „Ja, das haben wir Nibe.“
Sie sah Pelus an. „Wenn ihr ein so schönes Land habt, warum kommt ihr dann in so eine unbekannte Welt?“
Pelus strich ihr übers Haar. „Genau deswegen. Weil sie unbekannt ist für uns.
Unser Volk, die Hoks sind Elfen und wir müssen alles Unbekannte erkunden. Deswegen sind wir hier, Nibe.“
„Dann werden eure Erwartungen auf das Unbekannte bestimmt befriedigt. In unserem Land gibt es Sachen die nie ein Mensch gesehen hat.“
Kelas lachte. „Wir sind zwar nur Elfen aber das was wir bis jetzt gesehen und erlebt haben, reicht uns voll und ganz.“
„Das ist erst der Anfang“, Kelas. „Ich werde euch immer zur Seite stehen“, rief Nubs. Da lachten alle.
„Nun will ich euch unser Dorf zeigen.“ Die kleine Meute begab sich nach draußen. Als Lexe ins Freie trat, sprang er gleich wieder zurück.
„Hilfe da draußen sind die Humbas!“ „Du Angsthase“, lachte Pelus. „Hier im Dorf gibt es doch solche Riesen nicht.“
„Doch“, lachte Nibe. „Wir benutzen sie als Tragetiere. Sie schaffen alles heran, was wir nicht tragen können.“
„Das kann ich gar nicht glauben. Wie macht ihr das?“
„Wenn sie klein sind, fangen wir sie ein, und dann gewöhnen sie sich an uns.“
„Aber Nibe, sie sind doch so groß! Aber sind auch sehr lieb, wenn du sie gut behandelst.
Am meisten fürchten sie Suja. Er packt sie im Flug und trägt sie fort.“
Kelas sah Nibe etwas verschmitzt an. „Du willst uns doch nicht weismachen, dass der Drache solche großen Tiere durch die Luft zerrt.“
„Suja hat unvorstellbare Kräfte.“
Pelus sagte leise: „Dann werde ich mich mit ihm messen.“ „Tu das nicht“, rief Lexe. „Er wird dich töten.“
„Nein“, lachte Nubs. „Das kann er nicht.“ „Wieso“, fragte Kelas.
„Weil ein Zauberer einen anderen Zauberer nicht töten kann. Er kann seine Wünsche rückgängig machen oder verhindern, doch töten kann er dich nicht, Pelus.“
Ihr habt doch erzählt, das Suja immer stärker wird, weil er die Kräfte von den getöteten Zauberern oder Hexen übernommen hat.“
Nubs schaute Nibe an. „Das stimmt auch. Aber er muss andere benutzen um dich zu töten. Wenn du dann im sterben liegst, holt er sich die Kräfte. Er hätte sich auch Gasdars Kräfte geholt, doch du warst eher dort.“
Nibe war erschrocken. „Du hast Gasdars Kräfte? Dann bist du fast so stark wie er! Vielleicht sogar noch etwas stärker!
Gasdar und Suja waren die stärksten Zauberer.“ „Aber Suja ist doch ein Drache“, fragte Kelas. „Ja das ist er, aber wenn er einen Zauberer vernichten will, dann nimmt er unsere Gestalt an.“ „Oh nein“, rief Lexe dann könnte es ja jeder im Dorf sein!“
„Das geht nicht, hier würde er als Fremder sofort auffallen.“ „Da hast du auch wieder recht“, lachte er. „Nun lasst uns nach draußen gehen, und habt keine Angst vor den Humbas. Sie sind alle zahm.“
Sie kamen an die Hütte, die für sie bestimmt war. „Hier könnt ihr die nächste Zeit wohnen.“
„Wo ist der Vorbesitzer“, fragte Pelus. „Den hat ein Gul gefressen.“
„Wie bitte“, rief Lexe? „Was ist ein Gul?“
„Ein Gul ist ein Riese, er ist zehnmal größer als wir.“
„Ich halt das nicht aus“, zitterte Kelas. „Was gibt es hier noch für Monster?“
„Ihr wolltet doch unsere Welt erkunden“, lachte Nibe und Nubs. „Der hat schon jetzt die Hosen voll, obwohl er ihn noch gar nicht gesehen hat.“
„Sei still Nubs, sonst werde ich dir das Fell abziehen und mir ein paar Socken stricken.“
„Du bist ein gemeiner Kerl, mir solche Angst zu machen!“ Da lachten alle kräftig.
„Sei nicht böse, es war doch nur ein Scherz“, sagte Kelas.
Nibe ging mit den Jungen zu einem Humba. „Das ist Ham, er wird euch überall hinbringen, wenn ihr es wollt.“
Pelus streichelte ihn. Er nahm den Kopf zur Seite und schnaubte aus.
„Pfui“, schrie Kelas. Auch Pelus, der direkt bei ihm stand, musste sich die Nase zuhalten, vor lauter Gestank. „Der hat aber einen Mundgeruch“, lachten sie.
„Ja, das ist der einzige Nachteil.“ Als Ham den kleinen Hund sah, wurde er nervös.
„Bleib ruhig, das ist nur ein kleiner Hund.“ Sie striechelte ihm über die großen Ohren. Da schnurrte er kräftig.
„Nun wollen wir die Gegend ein wenig erkunden“, rief Lexe.
Pelus hatte Nubs auf dem Arm. „Gut last uns gehen.“ „Nein, wir setzen uns auf Hams Rücken. Der wird uns herumführen.“
Nibe holte noch einen großen Humba. „Du Kelas, und Lexe steigt auf Ham. Pelus und ich nehmen den hier.“
Nibe stieg auf ihren Humba. Als alle aufgestiegen waren, ging die Reise los. „Ihr dürft nie zu tief in die Wälder reinreiten!“ „Warum“, fragte Pelus.
Sie sah etwas ängstlich aus. „Ist da was, was du noch nicht erzählt hast?“
„Naja eine Sache ist noch. In diesem Wald, lebt die Hexe, Mup.“
„Warum hab ich das Gefühl das die Überraschungen nie aufhören“, lachte Kelas.
„Weil du es gar nicht willst“, gab Nubs zurück.
Du bist wohl mit der Hexse Mup verwand,lachte Keas. Da lachten alle laut auf.
Sie waren schon gut eine Stunde vom Dorf entfernt als der Boden anfing zu vibrieren. „Was ist das?“
„Schnell in den Wald“, rief Nibe. Sie trieb ihren Humba an.
„Lauf, lauf wie der Wind. Es geht um unser Leben!“
„Was ist jetzt schon wieder los“, rief Lexe? „Treib Ham an“, schrien Pelus und Nubs.
Was sie dann sahen, war ungeheuerlich! Da trabte ein Riese auf sie zu. Er lief auf einmal schneller, denn auch er hatte sie entdeckt. Ham der die Gefahr spürte, wurde immer schneller. Dabei fiel Kelas runter. Der Aufprall war so stark, das er das Bewusstsein verlor. Ehe die anderen es bemerkten, hatte der Riese Gul ihn schon aufgehoben.
„Das wird ein leckeres Mittagsessen“ schrie der Riese.
Die anderen erreichten mühelos den Wald. Als sie in Sicherheit waren bemerkte Lexe das Kelas nicht mehr hinter ihm saß.
„Wo ist er hin“, rief Pelus. „Ich weiß es nicht, er muss von Ham gefallen sein, während des Rittes.“
Da rief Nubs plötzlich: „Seht doch der Riese hat ihn in der Hand.“
„Oh nein“, schrie Lexe.
„Wie kommen wir an ihn ran, um Kelas da oben runter zuholen? So ein großes Seil gibt es gar nicht.“ Nibe schaute eine Weile nachdenklich auf Gul.
„Ich glaube er hat irgendwo da hinten sein Reich. Wenn wir ihm folgen, können wir versuchen Kelas zu befreien.“
„Ja, rief Pelus, dass werden wir tun.“
Als Gul zurücklief, bebte wieder die Erde.
„Was für ein gewaltiger Kerl“, flüsterte Nubs.
Sie waren jetzt schon drei Stunden unterwegs. „Ich habe eine Idee“, sagte Pelus. „Wir schauen in die Kugel, und dann wissen wir was er mit ihm vorhat.“
Er holte sie heraus. Dann schüttelte er sie.
„Nun streich schon über sie“, sagte Lexe. Als er über sie strich erschien das Bild.
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