„Jonathan Lärpers und Kyle Maangj aus Kapstadt“, gab ich ebenso leise zurück.
„Jonathan Lärpers aus Kapstadt und Kyle Maangj“, wiederholte sie in das Telefon und hielt den Hörer plötzlich weit fort von ihrem Ohr. Das Brüllen des Oberstaatsanwaltes konnte ich bis hierhin vernehmen, doch leider nicht, was er sagte. Aber dafür entschädigte mich der Gesichtsausdruck der Kommissarin umso mehr. „Ja ... ja ... jawohl, Herr Oberstaatsanwalt. Sofort.“ Sie hielt mir den Hörer hin: „Der Oberstaatsanwalt will sie sprechen“, murmelte sie und ich nahm den Hörer.
Oberstaatsanwalt Herrmann Eberson brüllte anfänglich, so dass ich den Hörer auch ein wenig weiter weghalten musste, doch als ich ihm die Situation erklärte und von unserem Ermittlungserfolg sprach, beruhigte er sich zusehends. Schließlich reichte ich den Hörer an Maangj weiter.
„Guten Morgen, Herrmann“, grüßte der Schwarze und ich wunderte mich, dass die beiden Männer sich duzten. Maangj schien unseren Oberstaatsanwalt sehr gut zu kennen. „Nein“, fuhr der Neger fort, „keine Beschwerden. Es ist sehr ... interessant, die Arbeit der Polizei einmal aus dieser Perspektive zu beobachten. Nein, Frau Unruh hat keine körperliche Gewalt angewendet, obwohl ich sagen muss, dass sie so manchem Kollegen in Südafrika alle Ehre machen würde. Sehr energisch, wenn jetzt auch leider auf dem Holzweg. Ja, selbstverständlich.“ Er reichte den Hörer an die Unruh zurück, die erneut aufmerksam lauschte. Schließlich legte sie seufzend auf.
„Ich verstehe zwar nicht, was hier vor sich geht“, murmelte sie. „Doch sie gelten nicht länger als verdächtig. Außerdem haben sie völlig freie Hand. Sagen sie mir, wie wir weiter vorgehen, ich soll ihnen jeden Wunsch erfüllen.“
Diesmal grinste ich bis über beide Ohren. Mein Plan war aufgegangen. Aber warum auch nicht, denn ein Jonathan Lärpers wusste schließlich, wie man so eine Situation handhaben musste. Rasch überlegte ich, welche Schritte jetzt zu unternehmen waren.
„Kaffee“, entfuhr es mir unvermittelt. „Sie lassen uns Kaffee und belegte Brötchen besorgen. Mehrere mit Mett, gekochtem Schinken und Käse. Keine Sülze oder solche Sachen. Verstanden?“
Die Unruh nickte und drückte eine Taste an ihrem Telefon.
„Weiterhin erkläre ich dieses Büro zu unserem Hauptquartier.“ Jetzt sollte Kyle Maangj einmal sehen, wie wirkliche, effektive, Polizeiarbeit aussah. Koordiniert von Jonathan Lärpers! Ob es möglich sein würde, das Mittagessen von Curry-Erwin hier ins Büro liefern zu lassen? Oder ein Polizist könnte das Essen dort abholen und zu uns bringen. Man müsste Curry-Erwin bei Zeiten anrufen und alles telefonisch bestell...“
„Jonathan?“, unterbrach Kyle Maangj meine planerischen Gedanken. „Bist du eingeschlafen? Wie geht es weiter?“
„Ach so, ja. Das ist unser Hauptquartier hier. Wo bleiben denn der Kaffee und die Brötchen?“ Ich überlegte kurz, ob ich etwas vergessen hatte. „Ja, also, wir müssen eine Fahndung nach dem Autohausbesitzer Tymoteusz Wolpensky ausschreiben. Zwei Mann sollen zu dem Gebäude fahren und ihn festnehmen, falls er dort ist.“
Kriminalhauptkommissarin Unruh nickte und sprach in ihr Telefon. Endlich kam Bewegung in die Sache.
Vielleicht könnten wir ja auch zur Mittagszeit in den Imbiss von Curry-Erwin fahren. Wegen des Ambientes oder so ...
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.