Uwe Schwartzer - Halbwelten

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Wieder ein spannender und faszinierender Hamburg-Thriller von Schwartzer.
Statt seinen Lebensabend beschaulich zu genießen, macht es sich Jakob Kilian zur Aufgabe, durch die Maschen einer laschen Justiz geschlüpfte Verbrecher ihrer verdienten Strafe zuzuführen. Als sich seine Frau von ihm abwendet, ihn sogar vergiften will, verbündet er sich mit der gealterten Hure Bianca. Schon bald müssen die beiden jedoch erkennen, dass sie von Jägern zu Gejagten werden. Nicht nur die Polizei, auch die Unterwelt ist ihnen auf der Spur …

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Nun wollten auch Funk und Fernsehen nicht mehr tatenlos daneben stehen. Ein regionaler TV-Sender erfand als erster den neuen Beruf des Korruptionsexperten, der mit gewichtiger Miene, seiner Bedeutung bewusst, den Zuschauern vor allem das erzählte, was jeder schon wusste. Eine bedeutende nationale Sendeanstalt bemühte sich die Gefühlswelt ihrer Zuschauer zu aktivieren, indem sie eine Gut – Böse Gegenüberstellung kreierte. Aus seiner Wohnung in einer Plattenhaussiedlung, berichtete ein verhärmter Facharbeiter mit ergreifenden Worten, dass er und seine Familie – die Kamera schwenkte auf eine tränenüberströmte Frau, die zwei verängstigte Kinder umklammerte - sich seit Jahren keinen Urlaub mehr hatten leisten können. Bevor der beeindruckte Zuschauer jedoch die Zeit hatte sich die Frage zu beantworten, warum das wohl so war, ob der Typ sein Geld verzockt oder einfach nur versoffen hatte, sah man bereits neue Bilder, die einen Mercedes der CL-Klasse zeigten, der auf einer pompösen, durch ein schmiedeeisernes Tor gesicherten Auffahrt zu einer mondänen Villa im Südstaatenstil hinauffuhr. Im Inneren erahnte man schemenhaft einen fettleibigen Insassen, der abfällig in die Kamera grinsend, sich von seinem Fahrer chauffieren ließ. Der Sprecher im off mahnte eine korruptionsfreie Wirtschaft und mehr soziale Gerechtigkeit an, bevor im folgenden Beitrag: Koch-Tipp, die Zubereitungsgeheimnisse der Weißwurst entschlüsselt wurden.

Da eine Umfrage des FORSA-Instituts ergeben hatte, dass die Öffentlichkeit es zunehmend müde wurde sich mit allgemeinen Phrasen zufriedenzugeben, brach die Abendzeitung als erste ein Tabu. Sie nannte den Namen eines Politikers. Die Lawine, die dadurch losgetreten wurde übertraf alles bisher Dagewesene und ergoss sich als beispiellose Schmutzkampagne über die fassungslosen Medien-Konsumenten. Das Thema war jetzt in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Dirk Kurz, MdB der SPD galt kurzfristig als Verursacher des ganzen Elends und der Unterdrückung der unterprivilegierten Schichten im Lande, und das als Mitglied einer Partei die vorgab sich für die armen Leute einzusetzen. Erst als die Gegenseite Hans Jäger, MdB der CDU, präsentierte, relativierte sich das Feindbild etwas, biss sich aber an der Politik fest.

Jakob las sämtliche Artikel mit großem Interesse und stellte zu seinem Erstaunen fest, dass die meisten Passagen buchstabengetreu von ihm übernommen worden waren. Obgleich man ihn gar nicht kannte, wurde er von beiden Seiten, als freier – nicht genannt werden wollender – Mitarbeiter zitiert, der sich seit Jahren, im Auftrag der Zeitung, mit dieser Thematik beschäftigt hatte.

Da in absehbarer Zeit, wie eigentlich immer, irgendwo Landtagswahlen anstanden, konnten die Parteivorsitzenden diese existentielle Krise nicht einfach aussitzen, sondern waren zu schnellen Entscheidungen gezwungen. Die CDU reagierte zuerst und sagte sich von Hans Jäger los. Er wurde gezwungen von seinen öffentlichen Mitgliedschaften und Ämtern im Bundestag zurückzutreten. Gleichzeitig wurde ein Parteiausschlussverfahren in die Wege geleitet. Obgleich allen Beteiligten klar war, dass bei genereller Anlegung dieser Maßstäbe, die gesamte CDU-Bundestagsfraktion sofort geschlossen hätte abdanken müssen, entschloss man sich lediglich Jäger den geifernden Massen zum Fraße vorzuwerfen.

Diesem zusätzlichen Druck konnte nun auch die SPD nicht widerstehen. Man hätte Dirk Kurz zwar lieber unbemerkt aus der Schusslinie genommen und ihn in einem Vorstand der zahlreichen städtischen Versorgungsunternehmen versteckt, wie es geübter Brauch war, aber für diese Option war es zu spät. Man opferte diesen Genossen zum Wohle einer gesunden und vitalen Sozialdemokratie, die soeben ihren hundertfünfzigsten Geburtstag begangen hatte.

Doch das genügte längst nicht mehr. Die durch ständige mediale Manipulation hochgekochte Wut der Bürger forderte weitere Opfer. Selbst die vom Bundestag nunmehr eiligst ratifizierte UN-Konvention in Form des Anti-Korruptions-Gesetzes, trug nur wenig zur Beruhigung der emotionalisierten Volksseele bei. Die Umfragewerte der beiden Volksparteien sanken ins Bodenlose. Die geballte, neiderfüllte Entrüstung, die sich davor vornehmlich auf Steuerhinterzieher gerichtet hatte, konzentrierte sich jetzt auf die gewählten, sogenannten Volksvertreter. Wie ahnungslos und naiv war man bloß gewesen. Niemals durfte sich so etwas wiederholen. Protestparteien, die alles Bisherige ablehnten und zu keiner Koalition bereit waren, schossen wie Pilze aus der Erde und erhielten regen Zulauf. Die Wahlbeteiligung erreichte ihren absoluten Tiefpunkt. Das Ergebnis waren Italienische Verhältnisse in Hessen. Selbst überzeugte Demokraten stellten öffentlich die Frage, ob nicht eine, zeitlich limitierte, sanfte Diktatur die aktuellen Problemen besser lösen könnte.

Die so geschundene Politik geriet jedoch völlig unerwartet aus dem Fokus, als eine überregionale Zeitung ihren Lesern einen pädophilen Bischof präsentierte, der sich auf besonders abartige Weise an minderjährigen Schutzbefohlenen vergangen haben sollte.

***

Jakob war davon überzeugt, die Korruption würde in den nächsten Jahren keine öffentliche Rolle mehr spielen. Dabei hatte man das Thema nur am Rande berührt, dachte er. Zum Kern der Sache, wo die wirklich großen Beträge flossen, zur Industrie, zum Handel und Bankensektor, war man überhaupt nicht vorgedrungen. Nicht einmal ansatzweise erwähnt hatte man diese Bereiche in denen Milliardenbeträge den Wettbewerb verzerrten und Güter und Dienstleistungen verteuerten.

Da er nicht so recht wusste, was er mit sich anfangen sollte, beschloss er Bianca anzurufen; mit ihr hatte er sich noch nie gelangweilt. Sie war auch sofort bereit sich mit ihm zu treffen, wollte aber nicht mehr von ihm bezahlt werden. Er lud sie in eine zweigeschossige Café-Bar ein, die erst vor kurzer Zeit auf den schwimmenden Pontons vor Brücke 8 an den St, Pauli Landungsbrücken eröffnet hatte. Watergate hieß der Laden. Man hatte von dort einen schönen Blick auf das Dock 10 von Blohm + Voss.

Sie war wie immer pünktlich und bürgerlich gekleidet. Zu Pumps und gebleachten, hellblauen Jeans, trug sie eine schwarze Bluse, die sich unter einer Lederjacke in Pink versteckte. Da die Sonne noch schien, setzten sie sich nach Draußen auf eine der Terrassen, wo sie Pernod bestellten.

„Von dir nehme ich kein Geld mehr“, bestätigte sie noch einmal, was sie ihm bereits am Telefon erzählt hatte.

„Aber die Drinks werde ich doch wohl noch bezahlen dürfen“, lächelte er, „das mache ich für jede Dame.“

Sie betrachtete ihn argwöhnisch, da sie nicht sicher war wie das nun wieder gemeint sein konnte. „Sag mir erst was du von mir willst und spar dir das Gesülze für später auf.“

„Warum so garstig Bianca? Ich wollte einfach mal wieder deine schönen Beine sehen. Aber in Jeans sieht ein Fahrgestell wie das andere aus.“

„Das beweist mir nun wieder, dass du dringend eine neue Brille brauchst.“ Sie erhob sich und knöpfte ihre Jeans auf.

„Was soll das werden?“ fragte Jakob überflüssigerweise.

„Ich möchte dir meine Beine zeigen.“ Sie begann den Reißverschluss zu öffnen und sich von der stramm sitzenden Hose zu befreien.

„Das wird nicht nötig sein“, stammelte er hastig, da sich die anderen Gäste bereits nach ihnen umdrehten und neugierige Blicke auf Bianca richteten. „Ich habe sie noch sehr gut in Erinnerung.“

„Feigling“, schnaubte sie verächtlich und setzte sich.

Langsam kehrte wieder Ruhe ein, nur aus dem Innenbereich des Cafés, hinter der Glasfront, starrten zwei Augen unvermindert auf Jakob und Bianca, als könnten sie nicht fassen, was sie dort sahen.

Dieses unglaubliche Ding hätte hier doch glatt einen Striptease auf die Terrasse gelegt, staunte Jakob erleichtert. Was für ein herrlich verrücktes Weib. „Also gut“, sagte er dann, „wenn du es so willst.“ Er leerte sein Glas. „Ich mache mir Sorgen um Kleinmüller. Die Angelegenheit entwickelt sich nur zögerlich.“

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