Uwe Schwartzer - Halbwelten

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Wieder ein spannender und faszinierender Hamburg-Thriller von Schwartzer.
Statt seinen Lebensabend beschaulich zu genießen, macht es sich Jakob Kilian zur Aufgabe, durch die Maschen einer laschen Justiz geschlüpfte Verbrecher ihrer verdienten Strafe zuzuführen. Als sich seine Frau von ihm abwendet, ihn sogar vergiften will, verbündet er sich mit der gealterten Hure Bianca. Schon bald müssen die beiden jedoch erkennen, dass sie von Jägern zu Gejagten werden. Nicht nur die Polizei, auch die Unterwelt ist ihnen auf der Spur …

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Eigentlich geht es dir nicht schlecht, dachte er; sicher die andauernde Terminnot und die daraus resultierende Abwesenheit von der Familie, stresste ihn ganz erheblich. Dieses permanente Hin und Her zwischen seinem Wahlkreisbüro in der Blankeneser Hauptstraße, dem Bundestag, seinem zweiten Wohnsitz in Berlin und den unzähligen Terminen zu denen er anreisen musste, war nur schwer zu ertragen. Aber das alles würde irgendwann ein Ende haben. Dann hatte er ausgesorgt und könnte sich ganz seiner Familie widmen. Vielleicht noch zwei, drei Aufsichtsratssitze damit man nicht völlig einrostete. Denn wenn er eines begriffen hatte in seinem Leben, dann dies: Die Lobby hofierte ihn nicht wegen seiner angenehmen Umgangsformen, sondern wegen der Leute die er kannte und beeinflussen konnte.

Den Ehrgeiz, seine unterschiedlichen Einnahmequellen auch nur zu überblicken, hatte er längst aufgegeben. Er überließ sämtliche Unterlagen, von Einstellungsverträgen bis hin zu Taxiquittungen seinem Steuerberater, einem sehr fähigen Experten und Bruder seiner Frau. Lediglich Geldbeträge, die ihm von Personen zugesteckt worden waren, für deren Unternehmen er sich besonders eingesetzt hatte, hortete er in einem nur ihm bekannten Bankschließfach. Vor seinem Gewissen konnte er das problemlos verantworten. Schließlich handelte es sich um Ausgleichszahlungen für Freundschaftsdienste, die geleistet worden waren und denen jeder geschäftliche Bezug fehlte.

Niemals würde er sich jedoch Einnahmen auf zum Beispiel ein Nummernkonto in der Schweiz überweisen lassen. Schließlich war er ein gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages und würde diesen Staat niemals um die ihm zustehenden Steuern betrügen. Denn er, Hans Jäger, tat dies alles nicht des Geldes wegen; vermögend war seine Familie schon immer. Er tat dies um als angesehener Bürger in die Geschichte Hamburgs einzugehen, der sich um seine Vaterstadt verdient gemacht hatte.

Als die Lufthansa-Maschine vom Boden abhob, fragte er sich zum wiederholten Mal, warum er sich in letzter Zeit so häufig mit diesen Gedanken beschäftigte.

***

Dirk Kurz, gelernter Tischler, hatte auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachgeholt und danach Jura studiert. Noch während des ersten Semesters schmiss er entnervt das Studium, kehrte zum erlernten Handwerk zurück und suchte sein Heil in der Politik. Obgleich Vater und Großvater aktive Mitglieder der kommunistischen Partei gewesen waren, beendete er diese Tradition, da er keine Chance sah, dass Die Linke, wie sie sich zur Zeit nannte, jemals Regierungsverantwortung würde übernehmen können.

Er hatte die Ochsentour hinter sich als er im Wahlkreis Hamburg-Mitte zum Direktkandidaten für den Deutschen Bundestag gewählt wurde. Durch seinen Wohnsitz in Barmbek, einem ehemaligen Arbeiterviertel, profilierte er sich als typischer Mann des Volkes. Er war einer von ihnen und gehörte zu den wenigen, denen man noch vertrauen konnte. Dass er hochintelligent war und herablassend auf die eher schlichten Gemüter seiner Wähler herabsah, hatte er in seinem Wahlkreis immer gut zu verbergen gewusst. Bei seinen landesweiten Vorträgen jedoch, für die er unglaubliche Honorare erzielte, überraschte er seine Zuhörer mit einer ausgefeilten, saloppen Diktion, die selbst erzkonservative Banker und Industrielle zu spontanen Begeisterungsstürmen hinriss.

Für die Parteiführung war er das Chamäleon schlechthin und daher an allen Fronten einsetzbar. Von seiner ersten Frau, die er, damals noch Tischlergeselle, viel zu früh geheiratet hatte, war er seit längerem rechtskräftig geschieden. Seine zweite wurde seinem jetzigen gesellschaftlichen Status wesentlich besser gerecht. Sie pflegte seine Homepage, konnte wunderbar repräsentieren und selbsttätig Partys und Bürgersprechstunden organisieren, auf denen er dann nur noch auftreten, einige markante Sätze sagen musste und sich ansonsten bei Drinks und geselligem Smalltalk amüsieren durfte.

Ihm war bewusst Opfer des Sozialisten-Syndroms zu sein, da er seine erste Frau der Karriere geopfert hatte. Es tat ihm anfänglich auch leid um sie, bis er hörte, dass sie eine neue Beziehung eingegangen war.

Wie immer, freute er sich auf den Montag, gab er ihm doch Gelegenheit seine 7-Zimmerwohnung in der Taubenstraße zu verlassen und sich seiner wahren Berufung zu widmen, dem Geldverdienen. In seiner Jugend war er, besonders nach heutigen Maßstäben, eigentlich immer arm gewesen. Wenn er sich überlegte, dass hierzulande ein Mensch mit neunhundertvierzig Euro im Monat als arm galt, wurde ihm schlecht wenn er darüber nachdachte, dass ein Arbeiter in einem Entwicklungsland von einem Dollar täglich leben musste. Wie konnte man den Begriff Armut nur so pervertieren?

Er selbst nahm das Geld wo es ihm geboten wurde. Ob ihn Firmen, Stiftungen oder Privatpersonen bezahlten, war ihm völlig gleichgültig. Sicherlich erwartete man von ihm dafür eine gewünschte Ausrichtung und ein bestimmtes Wahlverhalten, aber er fühlte sich trotzdem als freier Abgeordneter. Schließlich hatte er sich auch alles redlich verdient. Nur mit Schaudern dachte er zurück an seine Zeit in Ortsämtern und Bezirksversammlungen. Dieses unbegründete Korruptionsgerede war in seinen Augen daher auch nichts weiter als eine Neidkampagne, losgetreten von Leuten, die ihren Urlaub selbst bezahlen mussten. Trotzdem plagten ihn zunehmend dunkle Ahnungen, dass diese Form legaler Einkommensverbesserung, irgendwann ein abruptes Ende finden könnte.

***

Nach tagelangem Warten wurde Jakob von seiner inneren Anspannung fast zerrissen. Jeden Morgen zum Frühstück durchblätterte er ergebnislos die Abendzeitung. Louise, die sonst immer häufiger in entfernten Sphären zu schweben schien, hatte ihn gestern gefragt, was er denn eigentlich suchte. Es war ihm gelungen sich mit einem Interview herauszureden, das er mit einem Journalisten geführt hatte, der einen Artikel über ältere Menschen schreiben wollte, die nach ihrer Pensionierung noch weiter arbeiteten. Wie er gehofft hatte, war ihr Interesse danach sofort erloschen.

Man kann doch diese brisanten Informationen nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, dachte er verärgert. Wenn die Redaktionen sich dieser explosiven Themen nicht annehmen und sich ausschließlich auf lokale Ereignisse fixieren wollen, bricht ihnen der Umsatz noch schneller weg.

Nach einer Woche erschien ein kurzer, einspaltiger Beitrag über die ausufernde Korruption in Afghanistan. Der Autor stellte Vermutungen darüber an wohin die Hilfsgelder der internationalen Gemeinschaft eigentlich flossen. In dem anderen, von ihm angeschriebenen Blatt, das er regelmäßig im Büro durchforstete, da er an keinen anderen Aktivitäten arbeitete, fand er bisher nichts zu diesem Thema.

Dann endlich, als er schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte, las er was ihm das Herz höher schlagen ließ. „Korruption in Deutschland. Eine Bedrohung?“ titelte seine Bürozeitung, die sich dem linken politischen Spektrum zugehörig fühlte. Im Wesentlichen ging es um die Tatsache, dass die schwarzgelbe Regierung noch immer nicht das UN-Abkommen gegen Korruption ratifiziert hatte. Zusätzlich informierte man die Leser darüber, dass nach Schätzungen anerkannter Wirtschaftswissenschaftler der jährliche Schaden durch Korruption in Deutschland zweihundertfünfzig Milliarden Euro betrug. Mit der Frage: „ In welche Taschen fließt dies Geld?“ endete der Beitrag.

Jetzt ging die Rallye richtig los, Jakob rieb sich die Hände. Das können die anderen nicht einfach negieren. Und so war es denn auch. Die Abendzeitung übertrumpfte ihre Konkurrenz mit der Behauptung, dass Bestechung und Käuflichkeit bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft reichten. Nun schaukelte man sich gegenseitig hoch und war bemüht mit immer sensationelleren Rechercheergebnissen die eigene Leserschaft in Empörung zu versetzen. Das Thema entwickelte sich zu einem Tsunami des Boulevards. Es bediente die Mehrheitsmeinung der Zeitungskäufer und war auch für Leser mit niedrigem Bildungsniveau leicht konsumierbar. Irgendwann sprang es über auf die anderen Printmedien. Selbst Regenbogen-Blätter, die sich sonst nur mit Farah Diba und Lady Di beschäftigten, outeten sich als erbitterte Gegner dieses ausufernden Krebsgeschwürs der modernen Gesellschaft. Da sie selbst nicht über die Möglichkeiten verfügten neue Fakten zu beschaffen, manipulierten sie ihre Leser mit den Mitteln des Borderline-Journalismus, vermischten Realität mit Fiktion und veröffentlichten alte Texte unter neuem Datum.

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