Felix Böttger - Lücken im Lebenslauf

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Deutschland in der nahen Zukunft. Längst hat der Selbstoptimierungswahn die Oberhand gewonnen. Zur Stärkung der Bildungsstandortfähigkeit hat die Bundesregierung das «Gesetz zur Stimulanz zukünftiger Arbeitskräfte» beschlossen. Umgesetzt wird das Gesetz unter der Obhut des Ministeriums für Wettbewerbsfähigkeit. Das Ziel: Kinder sollen so früh wie möglich lernen, dass Produktivität, Leistung und Wettbewerb die heilige Triade der modernen Welt sind. Kindergärten werden zu Leistungszentren umgebaut, in denen die Kinderschaft unter sachkundiger Anleitung von Freddy, dem pinken «We love Life»-Kompetenzameisenbär, zu diesen Werten bekehrt wird. In einem dieser Leistungszentren arbeitet Philipp, ehemals verträumter Student der Sprachwissenschaften und Ethnologie. Während seiner Arbeit stößt er auf eine Verschwörung, die darin besteht, dass eine neue Generation von Kindern mit aller Macht daran gehindert werden soll, unsere Lebensweise und damit die Welt für immer zu verändern …

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„Wieder Automotive oder was?“

„Ja, Automotive.“

„Schon mal im Ausland versucht?“

„Ach Ausland, nix Ausland. Die können doch alle nix. Außerdem lass ich meine Researcher jetzt nicht im Ausland anrufen.“

„Macht ihr das immer noch mit den blöden Fake-Telefonaten? Studenten, die in den Firmen anrufen, denen ´ne blöde Story aufschwatzen à la – ich schreib ´ne Hausarbeit zum Thema soundso, könnt ich jemanden sprechen, der sich damit auskennt?“

„Ja klar, ist immer noch die beste Methode. Klassisches Ident-Handwerk. Macht ihr nur noch über Internet, oder was?“

„Jap.“

„Also nur über Internet kommste bei uns nicht weit. Telefonakquise gehört zum Geschäft, führt kein Weg dran vorbei.“

„Scheint dir bei deinem Entwicklungsleiter aber auch nicht viel zu bringen. Frag doch mal beim Arbeitsamt nach.“

„Ach Arbeitsamt! Da sind doch nur die Doofen! Hinterher hab ich noch ´nen jahrelangen Einkommenssünder bei mir sitzen, der mir irgendne Scheiße erzählt von wegen: Uäh, ich bin über 40 und alle sagen mir ab, weil ich angeblich zu alt und überqualifiziert bin, dabei hatte ich doch nur Pech und die Gesellschaft ist schuld daran, dass ich keinen Job finde! Ne danke, ich will keinen Jammerlappen, der jahrelang nichts gebacken bekommen hat.“

„Du tust so, als ob die Leute nur zu faul sind. Europa ist seit über zehn Jahren in der Deflation, das muss man auch berücksichtigen. Sei mal froh, dass du noch nie Einkommenssünder warst, das kann jeden von uns treffen. Aber das Ministerium für Wettbewerbsfähigkeit hat unlängst vorhergesagt, dass wir mit einem Wachstum von 0,1 Prozent im nächsten Jahr rechnen dürfen. Es tut sich also was, und wenn wir uns alle anstrengen, den Gürtel enger schnallen und länger und härter arbeiten, schaffen wir das auch gemeinsam, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, und dann wirst du dich noch wundern, welches Potenzial auch so ein Einkommenssünder noch hat!“

„Ach, das mit dem Wachstum sagen die doch schon seit Jahren voraus, und was tut sich? Nichts! Und warum tut sich nichts? Weil die Menschen ihren Arsch nicht hochkriegen und die Regierung unsere Steuergelder für Sozialleistungen verplempert, ohne was dafür zu verlangen. Die sagen doch nur, dass sie sparen. In Wirklichkeit werden immer neue Buchungstricks erfunden, um den Staatshaushalt besser aussehen zu lassen, als er ist. Die Linken träumen doch noch immer von der Diktatur des Proletariats. Soll ich dir sagen, wovon ich träume? Von einer Diktatur der Steuerzahler! Wer bezahlt denn bitteschön die ganzen linksversifften Popositzer, die es sich im öffentlichen Dienst bequem gemacht haben, um uns mit ihrem Genderscheiß zu quälen? Na? Wer? Na, ich und du, wir alle, die hart arbeiten und Steuern zahlen! Wenn die Steuerzahler das Sagen hätten, säßen die Genderfuzzis und die ganze nutzlose restliche Gutmenschenbande auf der Straße! Dann gäb´s kein Geld mehr für Dummschwätzerei! Nur noch für produktive Tätigkeiten!“

„Ah ja, und das, was wir machen, ist produktiv?“

„Natürlich ist es das! Wir helfen dabei, die fähigsten Menschen mit den Jobs zusammenzubringen, in denen ihr Potenzial am wirkungsvollsten ausgeschöpft wird!“

„Mag sein, aber du tust den Unis Unrecht – als ob da heutzutage noch langhaarige Karriereverweigerer zu Bücherrunden zusammenkommen, dabei Rotwein trinken und über Gott und die Welt philosophieren. Du musst heute deine Credits sammeln, von denen kaufst du Prüfungsangebote, dann musst du Klausuren bestehen, um dich hochzuleveln. Und wenn du nach dem dritten Semester noch nicht Level 5 erreicht hast, wirst du aus der Uni gebannt! Das ist heute harte Arbeit, mein Lieber, da hattest du noch ein lockeres Leben auf der Uni, alter Sack!“

„Ich habe immer hart gearbeitet, Sweety! Auch wenn es damals noch keine Credits und Levelaufstiege gab! Aber ich bin froh, dass sich das geändert hat! Was habe ich früher diese typischen Studenten gehasst! Die Universität zu meiner Zeit war ein einziger großer Irrtum, und dieser Irrtum hatte den Leuten den Kopf verdreht. Damals wurde uns von unseren Professoren erzählt, das Ziel eines Studiums sei Bildung als Selbstzweck. Und einige haben das tatsächlich geglaubt! Und weißt du, warum sie das geglaubt haben? Weil du dir damals im Studium Zeit lassen konntest, und weil es Studiengänge gab, in denen kaum geprüft wurde! Ist doch kein Wunder, dass so ein Studium für viele damals nichts weiter war als eine Verschwendung von Geld und Lebenszeit! Okay, ich gestehe, ich hab ja ganz am Anfang meines Studiums auch eine Zeitlang an diesen Quatsch geglaubt, weil mein Soziologieprofessor, das war so ein Post-Alt-68er, so nenn ich das jetzt einfach mal, auch diesen Unfug verbreitet hat.“

„Aber was genau ist denn daran so schlimm, klingt doch eigentlich ganz schön, wenn man die Dinge mal als Selbstzweck sieht?“

„Ach, es nährt einfach falsche Illusionen in dir! Die größte Illusion war, dass ich nach den Tiraden meines Soziologieprofessors eine kurze Zeit mal geglaubt hatte, dass ich mit dem Abschluss der Schule die Welt der Noten und der Fremdbestimmung verlassen habe und jetzt, mit Beginn des Studiums, die Eintrittskarte in die Welt der Erwachsenen gelöst hatte – eine Welt ohne Noten, ohne Fremdbestimmung. Im Nachhinein frage ich mich, wie ich auch nur eine Sekunde an diesen Quatsch glauben konnte. Die Schule hat garantiert mehr mit der Realität der Erwachsenen da draußen zu tun als ein Soziologiestudium zwischen lauter ASTIs mit ihren weltfremden Weltverbesserungstheorien Mitte der 1990er Jahre hier in unserem Lande. Und der eigentliche Grund, warum man damals das Credits- und Levelsystem eingeführt hatte, war doch nicht, dass die Wirtschaft händeringend nach sogenannten Fachkräften gesucht hat, die man möglichst schnell durchschleusen wollte, oder dass man die Studiengänge international vergleichbar machen wollte. Nein, das war nur die offizielle Begründung. Ich sag dir, was der eigentliche Grund war – zumindest bin ich überzeugt, dass das der eigentliche Grund war, auch wenn sich die Reformer damals vielleicht selber nicht im Klaren über ihre Gründe waren: Der eigentliche Grund war doch der, dass man dieser Märchenwelt ein Ende bereiten wollte, die in einigen Studenten die Vorstellung einer möglichen, irgendwie anders beschaffenen Realität entstehen ließ als der, in der wir nun einmal leben.“

„Ich dachte, der eigentliche Grund für das Credits- und Levelsystem war die damals populäre Verbreitung von Onlinespielen, die von progressiven Pädagogen zum Anlass genommen wurde, die studentische Realität an das Vorbild der digitalen Spielewelten anzugleichen, mit denen viele Studenten mehr Zeit verbrachten als mit ihrem Studium.“

„Nun, du verkennst dabei, dass umgekehrt bereits mit der massenhaften Verbreitung von Onlinespielen die Spielewelt durch die sogenannte Realität gekapert und übernommen wurde. Das ganze stumpfsinnige Hochleveln, Grinden , Aufgaben erfüllen, Items sammeln, das wir damals so exzessiv betrieben haben, war noch mehr als das damalige Studium die perfekte Vorbereitung auf das spätere Arbeitsleben. World of Warcraft war doch nichts weiter als eine einzige To-do-Liste. Manchmal kam ich mir beim Zocken ja schon selber vor wie ein Büroarbeiter, der morgens wieder ´nen Packen Dokumente zum Abarbeiten auf dem Schreibtisch liegen hat. Insofern war es nur konsequent, dass auch die Universitäten dieses System übernommen haben.“

„Naja, so kann man´s auch sehen. Sag mal, hast du eigentlich noch mal was von Jeannette gehört?“

„Ja, ich war letztens zu Besuch bei ihr. Die Kleine ist echt süß. Ein richtiger Wonneproppen. Aber ich mach mir Sorgen um ihren großen Bruder. Ich mein, der hat´s vielleicht auch nicht leicht, schließlich bekommt nicht jeder mit zwölf nochmal ´ne kleine Schwester. Aber – ich weiß gar nicht, wie ich das formulieren soll. Irgendwas stimmt nicht mit ihm.“

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