Elisabeth Etz - Nach vorn

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Das mit der Tapferkeit ist eine große Lüge
Geheilt – auch wenn sich die Ärzte stets davor scheuen, ein endgültig davor zu setzen. Aber die 17-jährige Helene gilt als geheilt. Der Port ist draußen, der Krebs gibt Ruhe, er ist nicht noch einmal wiedergekommen. Es ist vorbei, die Zeit im Krankenhaus, die Zeit des Bangens, Kämpfens, Aushaltens. Also auf ins Leben, die Schule abschließen, nach vorn blicken.
Doch der Krebs hat Spuren hinterlassen – nicht nur in Form der langen Narbe seitlich am Oberkörper. Man kann nicht einfach dort weitermachen, wo man vor eineinhalb Jahren aufhören musste. Man kann nicht einfach den Schalter umkippen und wieder ein normaler Teenager sein.
In ihrer ganz besonderen, annähernd sachlich-nüchternen und gleichzeitig tief berührenden Sprache erzählt Elisabeth Etz von Helene, die ihren alten Spitznamen ablegt und statt Lene nun Hel genannt werden will – Hel wie Hölle. Die gute Freundinnen und Freunde verliert, um an einem unerwarteten Ort neue zu finden. Die sich langsam in ein Leben zurückarbeitet, das mit ihrem alten nur mehr wenig zu tun hat. Die Beziehungen aufbaut, sich der Liebe nähert und auch da neue Wege suchen muss. Und die letztlich erkennt, dass man nicht völlig allein nach vorn blicken muss …

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Marc ist eher das Geräusch, das es macht, wenn man das Bonbon zerbeißt. Krach. Marc. Schöne Zähne hat er. Ganz gerade.

„Schön, dass wir dich kennenlernen.“ Marcs Mutter strahlt mich an und reicht mir die Hand. „Marc hat schon viel von dir erzählt.“

Hat er das also. Klar, jemand wie Marc versteht sich natürlich gut mit seinen Eltern. Die reden bestimmt über alles. Auch über meine Diagnose und warum ich ein Schuljahr verloren habe.

Ich bin heute also wieder mal Die-die-Krebs-gehabt-hat.

Ich setze mein schönstes Lächeln auf, weil es manchmal einfacher ist, das Spiel mitzuspielen und weil sich die Leute so freuen, wenn sie sehen, wie unversehrt und strahlend man aus dieser schweren Zeit zurückgekommen ist. „Was hat er denn erzählt?“, frage ich lächelnd.

„Nur Gutes.“ Marcs Vater ist hinter der Mutter aufgetaucht, auch er streckt mir die Hand hin und lächelt. Er ist in Anzug und Hemd, nur den obersten Knopf hat er gelockert und keine Krawatte umgebunden. Entweder er kommt grad von der Arbeit oder er läuft auch zuhause so rum.

„Komm doch rein.“ Marcs Mutter schiebt mich ins Wohnzimmer. „Schuhe ausziehen brauchst du nicht.“

Am Wohnzimmertisch sitzt Marc und zeigt einer Frau Fotos auf seinem Handy. Als er mich sieht, springt er auf, um mir einen Kuss zu geben. Ich schiele dabei an seinem Gesicht vorbei auf die Frau am Tisch. Das muss Evelyn sein. Marc hat recht. Da sieht man tatsächlich nichts.

Ich versuche, ihren Blick einzufangen, doch sie sieht mich nicht besonders lange an. Nicht länger, als man die neue Freundin des Neffen eben ansieht, wenn man Hallo, ich bin die Tante sagt.

Die Die-die-Krebs-gehabt-hat-Neugierde setzt bei ihr nicht ein. Warum sollte sie auch. Hat er also eine mit nach Hause gebracht , sagt ihr Blick. So sieht die also aus. Aha .

„Setzt euch doch.“ Marcs Vater deutet auf die freien Stühle. „Suppe kommt gleich.“

Marc hält unter dem Tisch meine Hand, bis wir zur Hauptspeise kommen und beide Hände für Messer und Gabel brauchen. Ich mag es, dass jemand wie er meine Hand hält. Meine Hand, die nicht mehr kraftlos auf der Bettdecke liegt. Die man nicht deshalb halten muss, weil man befürchtet, ich könnte jeden Moment verschwinden. Meine Hand, die jetzt den Druck erwidern und danach nach dem Besteck greifen kann.

„Gibt’s bei euch immer so gutes Essen?“, flüstere ich ihm zu.

„Nur wenn Gäste kommen.“ Er grinst. „Was glaubst du denn, warum ich dich eingeladen habe.“

„Als würdest du sonst verhungern.“ Marcs Mutter lacht auf und beginnt, Risotto auf unsere Teller zu verteilen. „Fangt schon mal an.“

Es gibt sogar frischgepressten Orangensaft. Vitamin C. Marcs Eltern gehören anscheinend zu denen, die glauben, damit könne man die Gesundheit beeinflussen. Antioxidantien und so Scheiß. Aber der Saft schmeckt gut und ich gieße mir nach, nachdem ich mein erstes Glas in einem Zug geleert habe.

Ich überlege, wie ich Evelyns Aufmerksamkeit auf mich ziehen kann.

„Was arbeiten Sie eigentlich?“, frage ich sie also.

Evelyn lacht. „Können wir bitte du sagen?“ Sie schenkt sich ein Glas Wein ein. „Oder möchtest du lieber gesiezt werden?“

„Äh, nein, natürlich nicht, kein Problem“, stottere ich.

„Sie ist Museumskuratorin“, rettet mich Marc. Hoffentlich finden es seine Eltern nicht komisch, dass ich sie nicht nach ihren Berufen frage. Aber die weiß ich schon.

„Was genau macht eine Kuratorin?“

„Ich plane und entwerfe Ausstellungen“, erklärt Evelyn.

„Spannend.“

„Im Technischen Museum“, ergänzt Marc.

„Da war ich letzten Monat“, sage ich begeistert. „Die uralten Staubsauger fand ich voll cool. Die schauen aus wie Raketen.“

„Die Haushaltsausstellung hab ich mitkuratiert.“ Evelyn lächelt freundlich. Dann widmet sie sich wieder dem Risotto auf ihrem Teller. Was ich mache, fragt sie nicht. Wär auch eine blöde Frage. Schülerin, was sonst. Aber irgendwas könnte sie doch über mich wissen wollen. Will sie aber nicht.

„Echt, du hast seine Eltern getroffen? Jetzt schon? Ist ja krass.“ Shirin nimmt es mir nicht übel, dass Marc mit mir zusammen ist und nicht mit ihr. Sie hat genug andere Verehrer.

„Na ja, die wollten halt wissen, ob ich gut genug für ihr Söhnchen bin.“ Luna macht neugierige Augen. „Und, bist du?“

Ich wiege den Kopf hin und her. „Sie haben zumindest nichts Gegenteiliges gesagt.“

„Und deine Eltern wollen ihn nicht kennenlernen?“ Shirin sieht mich fragend an. Ich seufze. „Doch, natürlich. Aber …“

„Du willst das nicht“, stellt Julia fest.

„Das wird total mühsam. Meine Eltern sind so begeistert darüber, dass ich jetzt wieder ein normales Leben führe, dass sie alles toll finden, was ich mache. Die wollen ja auch euch unbedingt kennenlernen.“

„Ich muss sagen, das versteh ich irgendwie.“ Luna sieht mich entschuldigend an, als würde ich es ihr übel nehmen, dass sie eine andere Meinung hat. Diesen Blick hat sie öfters.

„Dann kommen wir dich doch einfach besuchen“, beschließt Shirin. Ich rolle mit den Augen.

„Ach, komm schon.“ Julia kneift mich in die Seite. „Wir machen auch auf ganz gesittet.“ Sie setzt sich gerade auf und macht einen Kussmund. „Deine Eltern werden uns lieben. Wir sind das neue Leben ihrer Tochter. Das gute neue Leben.“ Sie lacht. „Stimmt doch, oder?“

Ich verziehe das Gesicht. „Ja, eh.“ Ich weiß, dass sie recht hat. Meine Eltern sagen zwar nichts, weil sie mich nicht drängen wollen, aber ich weiß, dass sie darauf brennen, meinen neuen Freundeskreis kennenzulernen. Julia, Luna und Shirin sind auch Freundinnen, von denen meine Eltern begeistert wären.

„Machen wir also“, beschließt Julia. „Frag mal, wann wir kommen dürfen. Um dein neues Leben zu feiern. Mit deinen Eltern.“ Sie kichert.

Shirin nickt und beißt in ihren Apfel. Kauend sieht sie mich an. Lange.

„Ich find dich voll stark“, sagt sie schließlich, als sie hinuntergeschluckt hat. Julia nickt. Luna auch, natürlich.

„Wieso bitte?“

„Also ich weiß nicht, ob ich das gekonnt hätte. So mit Haarausfall und so.“ Julia nimmt ein Zopfgummi aus der Hosentasche und spielt damit herum.

Ja genau. Als ob mich jemand gefragt hat, ob ich das kann.

„Schau mal, der Hund dort sieht doch aus wie eurer“, versuche ich abzulenken und zeige auf das Hinterteil eines Labradors, der gerade hinter einer Ecke verschwindet. Ein kläglicher Ablenkungsversuch. „Und ja, ich frag meine Eltern.“ Zweiter Ablenkungsversuch, genauso kläglich.

„Ich hätte das nicht durchgehalten“, sagt Luna bestimmt.

„Du musst echt ein voll tapferer Mensch sein. Find ich bewundernswert.“ Shirin.

In meinen Ohren beginnt es zu rauschen, ich starre auf die Ecke, hinter der der Hund verschwunden ist. Ich sollte Julia den Haargummi aus der Hand nehmen und selber damit gegen mein Handgelenk schnalzen. Hilft angeblich gegen Übelkeit, weil da irgendwelche Akupressurpunkte am Handgelenk sind oder so. Da gibt’s spezielle Bänder, aber in Wahrheit tut’s ein ganz normaler Zopfgummi auch. Und in ganz wirklicher Wahrheit bringt das alles überhaupt nichts.

Ich weiß nicht, ob die drei noch über mich und meine Stärke reden, oder ob sie schon bei anderen Themen angelangt sind, denn ich kann nicht hören, was sie sagen. Nur das Rauschen in meinen Ohren. Dieses verdammte Tapferkeitsgelaber vereint wohl Freunde und Angehörige auf der ganzen Welt.

Es war tapfer, wie ihr mit allem umgegangen seid, sagen sie andauernd. Wie ihr der Krankheit getrotzt habt, und den Schmerzen. So als hätte es einen Plan B gegeben. Als hätten wir aussteigen können aus dem Spiel. Als wären es wir gewesen, die gesagt haben, nein, noch nicht, lass uns das mit dem Tapfersein noch ein bisschen beweisen.

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