Elisabeth Etz - Nach vorn

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Das mit der Tapferkeit ist eine große Lüge
Geheilt – auch wenn sich die Ärzte stets davor scheuen, ein endgültig davor zu setzen. Aber die 17-jährige Helene gilt als geheilt. Der Port ist draußen, der Krebs gibt Ruhe, er ist nicht noch einmal wiedergekommen. Es ist vorbei, die Zeit im Krankenhaus, die Zeit des Bangens, Kämpfens, Aushaltens. Also auf ins Leben, die Schule abschließen, nach vorn blicken.
Doch der Krebs hat Spuren hinterlassen – nicht nur in Form der langen Narbe seitlich am Oberkörper. Man kann nicht einfach dort weitermachen, wo man vor eineinhalb Jahren aufhören musste. Man kann nicht einfach den Schalter umkippen und wieder ein normaler Teenager sein.
In ihrer ganz besonderen, annähernd sachlich-nüchternen und gleichzeitig tief berührenden Sprache erzählt Elisabeth Etz von Helene, die ihren alten Spitznamen ablegt und statt Lene nun Hel genannt werden will – Hel wie Hölle. Die gute Freundinnen und Freunde verliert, um an einem unerwarteten Ort neue zu finden. Die sich langsam in ein Leben zurückarbeitet, das mit ihrem alten nur mehr wenig zu tun hat. Die Beziehungen aufbaut, sich der Liebe nähert und auch da neue Wege suchen muss. Und die letztlich erkennt, dass man nicht völlig allein nach vorn blicken muss …

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Mussten wir aber abbrechen. Mir ging es zu schlecht. Die Kids um mich rum waren ganz begeistert vom Unterricht, der auf der Station angeboten wurde. Die Kliniklehrerin, die zu allen kam, um mit ihnen zu lernen, war das Highlight ihres Tages. Aber die waren alle so klein und leicht zu begeistern.

Ich bin froh, dass wir über dieses Thema heute den Mantel des Schweigens breiten. Dass niemand mit mir darüber reden will. Denn ich soll nicht mehr an Rückfälle denken. Ich bin aufgestanden und jetzt geht es nach vorn.

Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich mag, was ich dort sehe.

Ich bin schnell draufgekommen, was die Dinge sind, die die anderen in meiner Klasse beschäftigen. Unglückliche Liebe. Verbote der Eltern. Streit mit der besten Freundin. Selbst Nono, der tut, als stünde er über den Dingen, leidet daran, dass Shirin ihn nicht beachtet.

„Du bist ihr zu entspannt“, formuliere ich es freundlich, wenn er sich bei mir ausheulen will. „Die will nicht nur abhängen, die steht nicht so auf Leistungsverweigerung. Die steht auf Typen, die was schaffen oder zumindest schaffen wollen.“

Typen wie Marc. Bloß hab den ich abgekriegt. Irgendwie war er plötzlich da. Mit sechs Anrufen in Abwesenheit. Alles Marc. Scheiße, wir hatten doch bloß rumgeknutscht. Da musste man doch nicht gleich sechs Mal anrufen.

Ich wusste, ich sollte zurückrufen. Sollte mich mit ihm treffen. Aufgeregt sein. Herzklopfen haben. Ihn vermutlich noch mal küssen. Mich ins Kino einladen lassen. Seine Eltern kennen lernen. Seine kleine Schwester süß finden. Das ganze Paket.

Ich wusste, dass mich abgesehen von Shirin noch mindestens drei weitere Mädchen und zwei Burschen aus meiner Klasse um den Kuss von Marc beneideten. Aber ich hatte es bloß getan, weil ich nichts Besseres zu tun hatte. Da war ich, da war Marc, da war ein Bier oder auch zwei. Da waren plötzlich wir beide. War halt so. War doch kein Grund, Telefonterror zu machen.

Ich hatte mich ein Jahr lang damit beschäftigt zu sterben, jetzt wollte ich mich endlich wieder damit beschäftigen zu leben. Bloß hatte ich irgendwie vergessen, wie das geht.

Während in den Kalendern der anderen die Termine für Partys und erste Dates immer mehr wurden, häuften sich in meinem bloß die Chemozyklen. Während ihre Körper das Gewand ablegten, um mit anderen Körpern das erste Mal ins Bett zu steigen, legte meiner die Sachen nur ab, um Infusionen angehängt zu bekommen. Das erste, zweite, hundertste Mal.

Während die anderen bei der Ärztin waren, um sich kleine Pillen verschreiben zu lassen, die fast 100-prozentig gegen neu entstehendes Leben schützten, bekam ich große Pillen gegen neu entstehendes Sterben. Wirksamkeit 75 Prozent.

Während die Eltern der anderen seufzten, weil sie zur vereinbarten Zeit nicht zu Hause waren, seufzten meine, weil ich schon wieder nicht nach Hause gehen konnte.

Während die anderen Vokabelhefte anlegten, hätte ich die ganzen neuen Vokabeln am liebsten sofort wieder vergessen. Vincristin, Rezidiv, Alopezie.

Natürlich habe ich Marc zurückgerufen und seither sind wir ein Paar. Ich habe ein Jahr verloren, vielleicht eineinhalb. So viel ist das nicht bei einer Lebenserwartung von, sagen wir mal, achtzig Jahren. Eine vernachlässigbare Größe. Ich muss einfach alles nachholen, was mir entgangen ist, dann werde ich mich vielleicht irgendwann gar nicht mehr daran erinnern können, dass da was fehlt. Dass da Zeit fehlt, gefehlt hat. Einfach alles nachholen. Nach vorn schauen.

Ich habe also jetzt einen Freund.

Immer wieder habe ich mich während der letzten zwei Jahre gefragt, ob ich das wohl noch erleben würde. Den ersten Kuss. Den ersten Freund.

Und jetzt ist er da. Der erste Kuss war zwar nicht besonders spektakulär, doch mit der Zeit wurde es besser. Marc sabbert auch nicht mehr so viel wie zu Beginn, aber vielleicht liegt das auch an mir.

Schließlich ist Marc der Profi und ich die Spätzünderin. Eigentlich könnte es mir peinlich sein. Ist es aber nicht.

Natürlich gibt es in meinem Leben noch Peinlichkeiten. Wenn ich was nicht weiß, oder merke, dass ich nicht ganz so cool rüberkomme, wie ich vorhatte, laufe ich innerlich knallrot an.

Aber meinem Körper ist nichts mehr peinlich. Der hat die entblößendsten Situationen schon hinter sich. Er hat gelernt, Peinlichkeitsgefühle zu ignorieren. Das habe ich ihm beigebracht.

Nach der Schule steht Marc mit einem Einkaufswagen vor dem Schultor.

„Wo hast’n den aufgetrieben?“

Marc grinst. „Setz dich rein“, fordert er mich auf.

Ich steige in den Wagen, schiebe seine Hand weg, die mir helfen will. Ich kann das alleine.

Kaum sitze ich, beginnt Marc den Einkaufswagen zu drehen. Ich stoße einen Schrei aus, aber dann halte ich mich einfach nur fest und lache. Marc hat die Arme überkreuzt und hält den Griff fest, ich weiß, dass er nicht loslassen wird. Nach und nach füllt sich der Platz vor der Schule, der Unterricht für viele Klassen endet jetzt.

Mir wird schwindlig, aber das ist mir egal. Ich genieße, dass ich weiß, woher der Schwindel kommt. Dass ich ihn jederzeit stoppen kann, indem ich den Wagen anhalte, denn Marc wird den Wagen anhalten, wenn ich es ihm sage.

Aber ich lasse ihn drehen, drehen, bis ich wirklich nicht mehr kann und Stopp schreien muss. „Stopp“, und Marc stoppt und ich falle aus dem Wagen, falle ihm in die Arme. Er hält sein Handy vor uns und fotografiert. Macht kleine Filmchen. Marc und Hel. Hel und Marc. Mit ein paar Klicks können es alle seine Freunde und Follower sehen. Marc ist nämlich einer, der Follower hat.

In meinen Gedanken schicke ich die Bilder auch an Annette, mit der ich natürlich nicht privat befreundet bin. Sehe sie lächeln und sich freuen, wie gut ich das gemacht habe mit dem Überleben.

3

DASS ICHeine Spätzünderin bin, ist Marc egal. Erstens bin ich damit bestimmt nicht die Einzige in meinem Alter. Zweitens habe ich eine Entschuldigung dafür und zwar eine gute. Eine, die niemand jemals anzweifelt. Trauen sie sich gar nicht. Du brauchst nur Krebs zu sagen und schon verfallen alle in Schreckstarre. Eigentlich sollte ich das mal probieren. Vielleicht könnte ich die ganze Welt so lahmlegen. Ich könnte hingehen, wo immer ich will, niemand könnte mich hindern, denn das verwünschte Wort würde einen Eishauch um alle legen, die sich mir in den Weg stellen.

Marc lässt sich nicht lahmlegen. Er weiß sogar ein bisschen was über Chemos und so. Seine Tante hat Brustkrebs gehabt und ist mit nur noch einer halben Brust, dafür aber mit dem ganzen Leben aus dem Krankenhaus zurückgekommen.

Ein Treffen mit Marcs Familie interessiert mich überhaupt nicht, aber ich brenne darauf, Marcs Tante kennenzulernen. Ich bin nämlich neugierig auf ihre halbe Brust. Ich habe mehrere fehlende Körperteile gesehen im letzten Jahr, aber Brüste sind nie dabei gewesen. Wir waren einfach zu jung dafür. Wenn Brüste nicht da waren, dann deshalb, weil sie noch nicht gewachsen waren.

„Die trägt einen ausgestopften BH“, sagt Marc, als ich ihn drauf anspreche. „Da merkst du gar nichts.“

„Meinst du nicht, dass man da was sehen kann? Wenn man genau hinschaut?“ Ich kneife die Augen zusammen. „Ich kann das sicher sehen.“

„Ich sag dir doch, da sieht man nichts.“

„Und ich sag dir, ich kann so was sehen. Ich hab da einen speziellen Blick. Den Krebs-Blick.“ Marc lächelt gezwungen. Er weiß nie, wie er auf so etwas reagieren soll.

Aber er lässt sich breitschlagen und verspricht, dass zu dem Treffen mit seinen Eltern auch seine Tante kommen wird.

Evelyn heißt sie. Ein schöner Name. Etwas altmodisch, aber jung ist sie ja nicht mehr. Evelyn. Ein Name, der auf der Zunge zergeht wie ein Bonbon, das man im Mund von einer Seite zur anderen schiebt.

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