Jürgen Goldstein - Hans Blumenberg

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Das Werk Hans Blumenbergs steht wie ein Monolith in der philosophischen Landschaft. Während er immer mehr als einer der wichtigsten deutsch­sprachigen Philosophen des 20. Jahrhunderts entdeckt wird, erscheinen seine Bücher als ungemein faszinierend und schwer zu lesen, äußerst anregend
und zumeist umständlich sowie überaus stilbewusst und oftmals sehr um­ fangreich. Jürgen Goldstein, der selbst bei Blumenberg studierte, zeichnet ein philosophisches Portrait dieses Autors, indem er dessen geistige Physiogno­mie hervortreten lässt: Meisterhaft und anschaulich folgt er als ausgewiesener Kenner den Gedankenlinien des reichhaltigen Werkes, von den frühesten akademischen Schriften über die klassischen Bücher bis zu den essayistischen Miniaturen der späten Jahre und den bereits aus dem Nachlass gehobenen Schriften. Dabei wird nicht nur beleuchtet, was Blumenberg dachte, sondern auch, wie er es tat. So eröffnet seine Denkbiografie nicht nur Eingeweihten des Werks neue Perspektiven, sondern dient auch als Handreichung für jene, die bei einem seiner Bücher ins Stocken geraten sind. Auf diese Weise wird dem Gelehrten, der zeit seines Lebens den Zugriff auf seine Person scheute, Genüge getan: denn Blumenberg wollte nicht durchschaut, er wollte gelesen werden.

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Ernst Jüngers Auf den Marmorklippen , 1939 erschienen, ist ein prägnantes Beispiel für die ungeheure Wirkung, die literarische Werke auf Blumenberg zu haben vermochten, wenn sie die Unfasslichkeit geschichtlicher Situationen zu erschließen halfen. Schon die Anstöße, die Jünger bewogen, Auf den Marmorklippen zu verfassen, haben etwas Romanhaftes: Er war zu dem Buch durch zwei Ereignisse angeregt worden: Heinrich von Trott zu Solz hatte ihn im Spätsommer 1938 besucht und den vergeblichen Versuch unternommen, Jünger und dessen Bruder für den Widerstand gegen Hitler zu gewinnen; und bei anderer Gelegenheit hatte Jünger nach einem rauschhaften Gelage im Wachtraum ein flammendes Inferno ausgebombter Städte als Vision der Zukunft phantasiert. 230Jünger erzählt in seinem daraufhin verfassten Roman mit Schwermut von einer gerade erst vergangenen Zeit, deren Glück von dem sich ausbreitenden Terror verdrängt worden ist, einer rohen Gewalt, die vom ›Oberförster‹ angeführt wird. Gegen die Diktatur erhebt sich ein Aufstand, der jedoch scheitert. Wichtiger als Einzelheiten der Handlungen sind hier die Bilder, die Jünger dem Leser als Abbild der Zustände im Dritten Reich angeboten hat. Man hatte nicht für möglich gehalten, dass derlei überhaupt im Jahr 1939 publizierbar war. Zum Eindringlichsten des Romans gehört die Schilderung der Barbareien bei ›Köppelsbleek‹, was soviel heißt wie ›Schädelsbleiche‹, von Zeitgenossen aber oft – mit Blick auf Joseph Goebbels – auch als ›Goebbelsbleek‹ gelesen wurde. Jünger beschreibt einen Kahlschlag im Wald, der zu einer »Stätte der Unterdrückung« 231geworden ist. Über dem Scheunentor eines dort befindlichen Gebäudes prangt ein festgenagelter Schädel, und ein ›Männlein‹, ein Liedchen pfeifend, ist damit beschäftigt, Menschenleiber auszubeinen. Diese Unorte sind die »Keller, darauf die stolzen Schlösser der Tyrannis sich erheben und über denen man die Wohlgerüche ihrer Feste sich kräuseln sieht: Stankhöhlen grauenhafter Sorte, darinnen auf alle Ewigkeit verworfener Gelichter sich an der Schändung der Menschenwürde und Menschenfreiheit schauerlich ergötzt«. 232Dolf Sternberger hat später davon berichtet, wie diese Schilderung der Welt der Konzentrationslager und des Geheimterrors auf ihn wirkte: »In Chiffren war unseren elenden Beherrschern das Urteil gesprochen. Man rieb sich die Augen, es schien fast unglaublich, daß dergleichen möglich war.« 233

Es gehört, wie bereits erwähnt, zu den Ungeheuerlichkeiten von Jüngers Buch, dass es überhaupt erscheinen konnte und der Autor unbehelligt blieb. Hitler, heißt es, habe seine schützende Hand über den Autor der kriegsverherrlichenden Schrift In Stahlgewittern gehalten. 234» Auf den Marmorklippen «, erinnert sich Blumenberg, »hatte für die Zeitgenossen und in deren Erinnerung seine Einzigartigkeit über allen Inhalt und erst recht über alle Absichten des Autors hinaus durch den Zeitpunkt seines Erscheinens. Niemand, der es 1939 las, wird über den Zweifeln am Nachfolgenden aus derselben Feder die Präzision vergessen haben, mit der Ernst Jünger den ›Zeitpunkt‹ traf, der dieser Bilder bedurfte.« 235Blumenberg hat später ambivalent über Jünger geurteilt. So umstritten die geistige Haltung und der literarische Rang Jüngers auch seien, das Werk sei von »einzigartiger Prägung«. 236Jünger sei der »bedeutendste deutsche Tagebuchschreiber« 237des 20. Jahrhunderts, auch wenn er von Unsicherheiten im Geschmack heimgesucht werde, was stilistisch dem Leser noch zugemutet werden dürfe. 238Zwar sei Jünger »oft ein erleuchteter Aufspürer von Analogien in Ober- und Unterwelten, in entfernten Kulturen und distanten Epochen«, 239seine Schwäche aber seien die Differenzen. Er liebe die Metapher, ohne die Kraft zu ihr zu besitzen. 240Er sei oftmals »mit barometrischer Sensibilität der Realität voraus« 241gewesen, auch wenn er zu einem »zuweilen unangenehm raffinierten Platonismus« 242neige. Seine späten Reisenotizen gehören für Blumenberg zum »Kostbarsten der Gattung«. 243Vor allem aber ragen die Marmorklippen als Jüngers »bedeutendstes Werk« und »fast … vollendete Dichtung« 244mit den Bildern von Terror und Gewalt, Blut und Verwesung, Mord und Brand, aber auch Widerstand heraus. Für Blumenberg ist Jünger ein Autor, der der »Vernichtung unserer alten Welt« 245nachgespürt und ihr Ausdruck verliehen habe, dem Nichts und somit dem Nihilismus, aber auch der Selbstbewahrung. Die in den Marmorklippen geschilderte Schinderwelt des Terrors von Köppelsbleek sei »nihilistische Anarchie«. 246Dafür einen Ausdruck gefunden zu haben, ist schon Selbstbehauptung gegen die drohende Sprachlosigkeit. Auch wenn der Terror dadurch nicht abgewendet werden konnte, ist die gelungene Sprachfindung nicht nichts. Die Marmorklippen zeichnen sich für Blumenberg daher »durch den Zeitpunkt des von ihnen gespendeten Trostes« 247aus. Auf die Ungeheuerlichkeit einer zeitgeschichtlichen Ursprünglichkeitserfahrung, den Einbruch des Terrors in unvorstellbarem Maße, hatte Jünger mit einem Buch reagiert, das so ursprünglich erschien wie das Geschilderte.

Während sich in Blumenbergs Promotionsschrift einzelne Passagen im Duktus der Sprache Heideggers als Versuche lesen lassen, Erfahrungen des Dritten Reichs zu artikulieren, steigerte bereits die Habilitationsschrift die Krise der Gegenwart in einen epochalen Maßstab. Das findet sich auch bei den Lektüren wieder. Mag Jünger der Autor der Stunde gewesen sein, ist es Franz Kafka, dem Blumenberg eine grundsätzlichere Gegenwartsanalyse verdankt: »Unter den deutschen Schriftstellern dieses Jahrhunderts ist es nur einem gelungen, ein Werk zu schaffen, das mit einer Zeitzündung von fast zwei Jahrzehnten über die ganze Welt hin als gültige Gestaltung unserer Situation, der nihilistischen Situation, angesehen worden ist«, 248heißt es in einem Vortrag Blumenbergs aus dem Jahr 1950. Die Bedeutung, die der junge Blumenberg Kafka zumisst, steht in keinem Verhältnis zu den überschaubar wenigen Äußerungen, die er über ihn veröffentlicht hat: In einem Vortrag von 1950 »Das Problem des Nihilismus in der deutschen Literatur der Gegenwart« kommt er auf ihn zu sprechen, in den Düsseldorfer Nachrichten erschien 1952 ein kurzer Zeitungsartikel unter dem Titel »Der absolute Vater«, dessen längere Fassung kurz danach in der katholischen Zeitschrift Hochland abgedruckt wurde. Zum 70. Geburtstag Kafkas am 3. Juli 1953 hat er seiner in dem Zeitungsartikel »Der Antipode des Faust« in den Düsseldorfer Nachrichten gedacht. In späteren Büchern gibt es kein einzelnes Kapitel zu Kafka, keine prägnanten Interpretationen, lediglich eine anderthalbseitige Erwähnung in der Matthäuspassion . 249In Arbeit am Mythos wie auch in den Höhlenausgängen eröffnen Vorsatzzitate Kafkas den jeweils ersten Teil. Erst im Nachlassband Die nackte Wahrheit findet sich ein weiterer, bemerkenswerter Text über ihn von gut drei Seiten. Das alles ist nicht viel.

Kafka hat dem jungen Blumenberg mit der Kraft seiner Sprache den nihilistischen Ton erschlossen, auf den die bis ins Absurde monströsen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts gestimmt waren. »Was bei Kafka für das Verständnis des geschichtlichen Phänomens des Nihilismus mit aller Deutlichkeit zutage tritt, ist eben dies, daß der nihilistische Grundvorgang, der Seinszerfall einer ganzen Weltwirklichkeit, ihre Entwirklichung, immer geschieht durch das Ereignis eines sich ankündigenden Absoluten , einer unbedingten Erfahrung, die die gewohnte Welt als Paradox zerbricht.« 250Was hier in philosophisch resümierender Sprache wiedergegeben wird, besitzt bei Kafka die Konkretheit absurder Situationen, in denen die Protagonisten seiner Romane und Erzählungen gefangen sind: So wacht Gregor Samsa in der Erzählung »Die Verwandlung« morgens in seinem Bett auf und sieht sich in ein ungeheures Ungeziefer verwandelt. In dem Romanfragment Der Verschollene , unter dem Titel Amerika postum veröffentlicht, wird der 17-jährige Protagonist Karl Roßmann nach Amerika ausgewiesen, nachdem er von einem Dienstmädchen verführt worden ist. In der Fremde muss er es immer wieder erleiden, erneut verstoßen zu werden. In dem Roman Der Prozess verhaftet und verhört man Josef K., Prokurist einer Bank, am Morgen seines dreißigsten Geburtstags – ohne dass er etwas Böses getan hätte. Er darf sich zwar noch frei bewegen, wird aber angeklagt, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Ein ungreifbares Gericht waltet über ihn. Es gibt keine Anklageschrift und nur ins Leere laufende Verteidigungsbemühungen. Einen Tag vor seinem 31. Geburtstag wird Josef K. von zwei Männern abgeholt und in einem Steinbruch wie ein Hund erstochen. In dem Romanfragment Das Schloss trifft der Landvermesser K. bei Dunkelheit und Nebel wie aus dem Nichts in einem winterlichen Dorf ein und übernachtet in einem Wirtshaus. Er sei vom Schlossherrn bestellt, gibt er zur Auskunft. Doch die Bürokratie auf dem Schlossberg ist undurchsichtig, es gelingt K. auch nicht, zum Schloss vorzudringen. Was es mit dem Schloss auf sich hat, bleibt im Dunkeln. Bevor sich etwas klären könnte, bricht der Roman ab.

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