Johannes Horn - Der Steuerprüfer
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Die Suche nach den Tätern macht keine Fortschritte; über eine heiße Spur wird nicht berichtet. In das Entsetzen der Bürger mischen sich Ratlosigkeit und immer wieder Gerüchte, die sich auf vermeintlich gesicherte Erkenntnisse gründen. Ein Fleischermesser hätte man am Tatort gefunden, also läge es nahe, die Täter im Umfeld des Fleischerhandwerks zu vermuten. Andere wiederum machen den Tatort zum Gegenstand ihrer Vermutungen. Nachdem der Mord in der Nähe einer Kirche geschehen sei, muss angenommen werden, dass es sich um eine religiös motivierte Tat handeln würde. So läge es nahe, dass es Ausländer waren. Möglicherweise ist es diese Version, die sich bei den Bürgern festgesetzt hat, denn entgegen aller Erwartungen und Vorhersagen hat die Demonstration am Samstagnachmittag erheblichen Zulauf erfahren. Neu ist, dass viele der Demonstranten maskiert sind und es fällt die Vielzahl der mitgeführten schwarzen Plakate auf mit den aufreizenden roten Initialen. Die Atmosphäre ist aufgeheizt, aggressiv und feindselig. Es kommt zu Übergriffen und Gewalttätigkeiten gegenüber der Polizei und – in auffallender Deutlichkeit – vermehrt gegen Ausländer.
Ausführlich wird über den Verlauf der Demonstration in den Zeitungen der folgenden Tage berichtet. Am Montagnachmittag gibt die Polizei weitere Informationen bekannt. Mit großer Spannung wird die Übertragung der Pressekonferenz im Hörfunk und im Fernsehen erwartet. Die Bilanz der Demonstration, so der Polizeisprecher sei erschreckend: Drei Schwerverletzte, die im Krankenhaus behandelt werden müssen; Lebensgefahr bestünde allerdings nicht. Eine Vielzahl von Leichtverletzten, darunter allein 32 Polizisten. Der Sachschaden sei beträchtlich: Drei geplünderte Geschäfte, Gebäudeschäden in großem Umfang, zwei brennende Autos, insgesamt 12 Festnahmen. Was den hinterhältigen Mord an dem Stadtrat Herrn Gorlichs angeht, tappt die Polizei weiter im Dunkeln; die Bürger werden zur Wachsamkeit aufgefordert. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen ist eine Belohnung von 10 000 Euro ausgesetzt.
Lange Artikel in den Zeitungen versuchen, bei gebotener Sachlichkeit, die Stimmungen in der Stadt einzufangen. Die Presse, so viel und wahrheitstreu sie auch berichtet, tut sie doch das ihrige dazu: Indem sie die bestehende Unruhe und die allgemeine Empörung in markanten Überschriften und in einer aufwühlenden Berichterstattung festschreibt und auf diese Weise im öffentlichen Bewusstsein verankert: „Es herrscht Bürgerkrieg“, „Der Ruf nach einer Bürgerwehr wird lauter“, „Muss das Militär eingreifen?“, „Die ungehemmte Aggression, wer steckt dahinter?“.
Der Bürgermeister ruft seinen Führungsstab zu sich. „Die Situation ist unerträglich, die Gewalt beginnt sich zu verselbständigen“, so seine einleitenden Worte. „Ich weiß nicht, ob Sie schon gehört haben, dass einige Bürger einen jungen Mann heftig attackiert haben als dieser versuchte, eines der berüchtigten Plakate an einem Geschäft in der Kriegbaumstraße anzubringen. Der Vorfall hat sich gestern Abend ereignet. Während der junge Mann offenbar entwischt ist, werden zurzeit die Beteiligten, nach Angaben der Polizei bislang unbescholtene Bürger, zum Tathergang befragt. Sie sehen daran, meine Herren, wie gereizt und aufgebracht die derzeitige Stimmungslage in unserer Stadt ist.“. „Wie ich weiß“, ergänzt der Referent des Stadtbauamtes, „hängen in dieser Straße ohnehin schon auffallend viele Plakate dieser Art.“.
„Es ist noch etwas anderes, was mich beunruhigt“, fährt der Bürgermeister mit besorgter Miene fort, „Wie ich höre, haben sich in mehreren Stadtteilen Bürgerwehren etabliert. Ohne jede rechtliche Befugnis beabsichtigen sie, auf den Straßen und Plätzen, vor allem in den Abend- und Nachtstunden Ruhe und Ordnung zu gewährleisten. In den Zeitungen war bereits davon zu lesen. Sie stimmen mir zu, dass mit diesem Anliegen die Staatsgewalt kompromittiert wird. Wir können das nicht zulassen.“. Einhellige Meinung besteht darin, die nächtliche Polizeipräsenz in den jeweils gefährdeten Stadtgebieten zu erhöhen. Darüber hinaus werden Maßnahmen zum Schutz öffentlicher und privater Einrichtungen im Zusammenhang zukünftiger Demonstrationen beschlossen. „Ich bitte Sie, sich Gedanken zu machen über Mittel und Wege, dieser unglückseligen Situation Herr zu werden. Die Polizei versucht mit allen ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, Licht ins Dunkel zu bringen und die Initiatoren der aufkeimenden Gewalt dingfest zu machen.“.
Zwei Tage später, es ist Mittwoch, kurz vor Mitternacht. In der Kriegbaumstraße vor einem türkischen Kleinwarenhändler explodiert eine Bombe. Trotz eiligst herbeigerufener Feuerwehr konnte der dadurch entstandene Brand in dem kleinen Geschäft nicht verhindert werden. Auch die Polizei, insbesondere die Experten des Brandschutzes sind vor Ort. Die Bombe hat am Mauerwerk des Gebäudes und im Bereich der Straßendecke erheblichen Schaden angerichtet. Wenige Meter vom Bombenkrater entfernt liegt ein Toter, völlig entstellt von der Gewalt der Explosion mit ausgedehnten Verbrennungen und zerfetzten Kleidern. Es wird nach Möglichkeiten einer Identifizierung gesucht, Ausweispapiere wurden nicht gefunden, auch andere besondere Merkmale konnten bisher nicht festgestellt werden. Man findet nichts. Etwas weiter entfernt liegt eine alte, braune Ledertasche, verbeult und zerrissen. In dieser Tasche finden sich lediglich ein Lineal und zwei Rotstifte. Spezialkräfte beginnen mit den Untersuchungen. Auch die Öffentlichkeit wird um Mithilfe gebeten. „Wer kennt die Tasche?, wer kennt diesen Mann?“.
Emil und die Kamera
Es war eine Familie wie jede andere auch. Der Vater galt als streng, korrekt und stilbeflissen, was aber durch seinen Beruf als Gymnasiallehrer durchaus erklärt werden konnte und keineswegs als anstößig empfunden wurde. Die Mutter sorgte sich, neben ihrer Halbtagstätigkeit in einer angesehenen Privatbank um die Familie, die häuslichen Geschäfte, die unmittelbaren Alltäglichkeiten und sie sorgte sich um die vier Kinder.
Drei von ihnen waren schon älter, während Emil das Schicksal eines Nachkömmlings zu tragen hatte. Er wuchs im Schatten der anderen auf, erregte nur wenig Aufsehen und erntete eine Aufmerksamkeit, die eher beiläufig, nur selten überschwänglich war. Die Zuwendungen, die er erfuhr, entsprachen seinem Alter und schon früh lernte er zu unterscheiden zwischen der Ernsthaftigkeit bei Auseinandersetzungen, wie er sie bei seinen Geschwistern erlebte und einer wohlwollenden Besänftigung, wie sie ihm gewöhnlich zuteil wurde. Durch eine Haushaltshilfe, die ihm in den Vormittagsstunden zur Seite stand, wurde das Gefühl der Sonderstellung und der Distanz zum Selbstverständnis der „Großen“ verstärkt.
So durchlebte er seine Kinderjahre, zwar eingebettet in die Familie, jedoch immer wieder allein mit seinem Schicksal. Wie seine älteren Geschwister besuchte er schließlich das Gymnasium, endlich. Endlich hatte auch er den Status erreicht, die Distanz überwunden, die ihn von diesen immer schon großen Geschwistern getrennt hatte. Endlich Gymnasium, endlich selbst groß sein!
Doch alle drei Großen hatten inzwischen mit dem Studium begonnen. Emil war Schüler. Seine Zeugnisse waren nicht mehr als durchschnittlich. Der Blick nach oben hatte ihn stets angespornt, hatte ihn stets gelähmt. So gab es Zeiten, in denen er sich sammelte mit allen Kräften; dann gab es Zeiten, in denen er sich gehen ließ, in denen er erschlaffte, träumend in sich gekehrt und sich nach einem Glück sehnte, das er nicht benennen konnte. In solchen Zeiten nahm er widerstandslos alles, was sich ihm bot: Fernsehen, Filme, Videos und Musik, letztere sich monoton wiederholend.
An einem solchen Abend sah er einen Film über den mexikanischen Freiheitskämpfer Emilio Zapata. Kein gebildeter Mann, ein Bauer, der wie andere um sein Land kämpfte, der sich gegenüber der vereinnahmenden Fremdherrschaft zur Wehr setzte, der klug und besonnen Verhandlungen führte und wenn es sein musste, zur Waffe griff. Er, Emilio Zapata, war anerkannt und bewundert, als Anführer, als Leitbild, als Held.
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