Johannes Horn - Der Steuerprüfer
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So vergingen die Tage und bald schon saß er wieder in der Straßenbahn, die ihn seinem Ziel näher brachte. Er ging mit verhaltener Ungeduld die ihm fast schon vertraute Kriegbaumstraße entlang, am Schreibwarengeschäft mit den türkischen Zeitungen vorbei, bis er endlich das Lokal „Zur Rose“ erreicht hatte. Fast unbeschwert ging er durch den dunklen Gang hin zur Gaststube, immerhin kannte er ja bereits die Atmosphäre der kämpferischen und entschlossenen Willensbekundungen und schließlich war er überzeugt, dass etwas geschehen müsse. Mit dem entschiedenen Vorsatz „NICHT WEITER SO“ betrat er den Raum. Die Diskussionen an den Tischen erschienen ihm noch heftiger, streitbarer und fordernder. Die Bedienung, ein junges unscheinbares, etwas ungepflegtes Mädchen, drückte ihm ein Glas in die Hand. Seine Ankunft war offenbar schon erwartet worden, denn der junge Mann mit der olivfarbenen Feldjacke kam auf ihn zu: „Na, da bist du ja; wir sind schon dabei, die nächsten Aktionen zu besprechen; wir rechnen mit dir!“ Kaum, dass er sich’s versah, war er umringt von einer Gruppe recht gleich aussehender kräftiger junger Männer von ungepflegtem Äußeren und zum Teil martialischen Tätowierungen an den Armen. Da war ein Herbert, ein Erwin, ein Rudolf; er konnte sich die Namen nicht alle merken, zumal Hermann mit der Feldjacke und dem Parteiabzeichen am Revers immer wieder das Wort ergriff und sich als der eigentliche Wortführer hervortat. Es war jedoch nicht zu vermeiden, dass in dem mitunter entstehenden Sprachgewirr nicht alles verstanden werden konnte. Doch er hörte zu und er versuchte, einzelne markante Sätze in sich aufzunehmen. So hörte er, dass von der Politik nichts zu erwarten wäre, dass man die Dinge in die Hand nehmen müsse, um wirkliche Veränderungen herbeizuführen. Man müsse Zeichen setzen und durch geeignete Aktionen das Volk wachrütteln. Das Fremde müsse rigoros bekämpft, die Heimat geschützt werden; es sei schließlich das Fremde, das zu den vielen Problemen in unserer Gesellschaft führen würde, es seien die Fremden, die Unglück über das Volk brächten. „Bist du nicht auch der Meinung?“ wurde er von verschiedener Seite gefragt und er nickte zustimmend.
Er holte sich am Tresen ein zweites Glas Bier. Er trank es beherzt, ja gierig, als würde es ihm auf diese Weise besser gelingen, das Gehörte in sich aufzunehmen. Der junge Mann mit der Feldjacke trat auf ihn zu: „Wirst du mitmachen?“ Er hätte Grund, sich überrumpelt zu fühlen, doch in dem schwebenden Zustand noch unsortierter Gedanken und in der sich verfestigenden Überzeugung, dass etwas geschehen müsse, bejahte er diese Frage. Mit dem Ausdruck kumpelhafter Zuwendung und in besitznehmender Verbundenheit schlug er gönnerhaft und demonstrativ mit der Faust gegen seine Brust. Das machte ihn stolz und in seinem Inneren spürte er Kraft und Entschlossenheit; nun war er einer von ihnen! Es war jetzt an ihm, seine Gedanken zu ordnen und die vielen Eindrücke zu einer Haltung reifen zu lassen. Er, der bisher nur mit dem Rotstift in nüchternen Akten und leblosen Formularen für Rechtmäßigkeit Sorge trug, fühlte sich endlich berufen, Einfluss zu nehmen und gesellschaftliche Verantwortung zu tragen. Endlich wird auch er ein Handelnder sein und wird über die Rechtmäßigkeit im Kleinen hinaus zur Gerechtigkeit im Großen beitragen können. In den an ihn herangetragenen Bewertungen von Fremdheit und Gefährdung und in der ihm vermittelten Entschlossenheit zu handeln und Einfluss zu nehmen, entstand in ihm ein Gefühl von Stärke und Überlegenheit, ein Gefühl, das er bisher nicht kannte. Seine bisherige Tätigkeit war ja nicht mehr als bloße Pflichterfüllung, nichts anderes als gewerbsmäßige Eintönigkeit – so fühlte er es und was ihm immer deutlicher vor Augen geführt wurde, war die Ungleichheit, war die Ungerechtigkeit, war der Überfluss auf der einen und die Not auf der anderen Seite. Dabei fühlte er sich selbst immer der Not zugehörig, obwohl er über keinen Mangel zu klagen hatte. Hier, an diesem Ort, gewann er nun endlich Klarheit über die Zusammenhänge von Ungerechtigkeit und Überfremdung, über die Gründe einer zunehmenden Gefährdung durch zunehmende fremde Einflüsse. In dem Maße, wie er seine eigene Lebenssituation als bedauernswert empfand, entstanden in ihm Gefühle von Abwehr und Hass gegenüber allem Fremden. Bevor er an diesem Abend seinen Heimweg antrat, saß er noch geraume Zeit an seinem Tisch, nachdenklich und sich immer mehr seiner neuen Rolle bewusst werdend.
Viele waren schon gegangen, während er noch saß, Bier trinkend und den Ort gereifter Überzeugungen verinnerlichend. Immer wieder blickte er auf das Plakat mit der so eindeutigen Diktion und der beeindruckenden Klarheit. Er fühlte eine Übereinstimmung mit seinen gewonnenen Einsichten und der Überzeugung hinsichtlich der Richtigkeit seines neu eingeschlagenen Weges. Doch er sah noch etwas anderes: Es waren die roten Schriftzeichen, die er damals als Weckruf verstanden und die ihn hier her geführt hatten; jetzt sah er den Hintergrund, das bedrohliche, lebensfeindliche Schwarz. Dieses Schwarz machte ihm Angst. Ersteres zielte auf Veränderung, auf Bewegung, auf Zukunft, Letzteres aber war ihm unheimlich: Das Dunkle, das Lebensverneinende, das Tote. Das Rot erinnerte ihn an seinen so häufig gebrauchten Stift, mit dem er das Kleine zu korrigieren wusste; hier aber ging es um das Große! Vielleicht, sagte er sich, ist das Dunkle, das Schwarze nötig, um das Rot erst zur Wirkung zu bringen, um den Weckruf und damit die Wichtigkeit, handeln zu müssen, zu erkennen. Das Schwarze, es macht Angst, dachte er, aber ist diese Angst nicht schließlich Wegbereiter für eine bessere Zukunft? Das war es doch, was man ihm wortreich versuchte verständlich zu machen. Die Angst vor dem Fremden; ja, dachte er, wir müssen handeln! Mit immer klareren Vorstellungen von dem, was geschehen muss, verließ er die „Rose“.
– 2 –
Es ist Unruhe entstanden in der Stadt. Regelmäßige Demonstrationen gegen eine zunehmende Überfremdung sowie einige Übergriffe auf einzelne Personen mit Verletzungen und gar einem Todesfall haben ein Klima allgemeiner Verunsicherung entstehen lassen. Man fühlt sich wehrlos gegenüber einer überall lauernden Gefahr, gegenüber einer ganz offensichtlich in Unordnung geratenen Welt. Die ängstliche Befürchtung, selbst zum Opfer zu werden, reicht weit über die objektive Einschätzung der Gefährdungslage hinaus. Fehlgeleitete Gefühle erweisen sich immer wieder als Treibstoff der Angst. Der Bürgermeister sieht Handlungsbedarf. Er stammt aus einer Akademikerfamilie, die Mutter als Lehrerin schon längst im Ruhestand, der Vater, ehemaliger Maschineningenieur, bedarf der häuslichen Pflege. Als Einzelkind wuchs er heran. Nach Absolvierung der Schule hatte er mit dem Jurastudium begonnen, es aber nach wenigen Semestern abgebrochen. Seine Zukunft sah er in der Politik. Schon frühzeitig hatte er sich einer großen Volkspartei angeschlossen und hatte sich durch kluges Agieren und engagiertes Auftreten allgemeines Ansehen erworben. Seit mehreren Jahren ist er Bürgermeister. Kleinwüchsig, von gedrungener Statur, hat er schon frühzeitig gelernt, sich Aufmerksamkeit und Gehör zu verschaffen und nun gilt es, die Zügel fest in der Hand zu behalten und geeignete Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung zu ergreifen.
Die Abgeordneten im Stadtrat sind von den aufgebrachten öffentlichen Diskussionen sensibilisiert und Vieles von dem, was in den Straßen und auf den Plätzen lautstark gefordert wird, findet Eingang in die engagierten Reden der kontrovers geführten Aussprache in der Ratsversammlung. Zu lange hatte man den Zuzug von Ausländern, von Asyl suchenden Flüchtlingen und einer Vielzahl von Arbeit Suchenden mit einer gewissen Achtlosigkeit gewähren lassen. So argumentieren die Einen. Andere wiederum betonen: Das Hauptaugenmerk gilt doch schließlich den Menschen, denen man je nach Anliegen und Bedürftigkeit zu helfen versuche. Die wirtschaftliche Situation der Stadt biete durchaus die Voraussetzungen für die erforderliche Unterstützung und die tatkräftige Hilfe. Man erkenne die Not dieser Menschen, man sehe das Leid und die Hilfsbedürftigkeit; man sei zufrieden und wohl auch ein wenig stolz, das alles leisten zu können. Obwohl das christliche Kultur- und Gedankengut schon weitgehend in den Schatten des herrschenden Wohlstandes getreten sei, fühle man doch in den Augenblicken gezeigter Selbstlosigkeit einen gewissen Stolz und eine Zufriedenheit in der Hinwendung zu einer im Inneren noch vorhandenen christlichen Gesinnung. Man folge doch damit dem Bedürfnis, dem immer größer werdenden Leid in der Welt etwas entgegensetzen zu müssen und den in Not geratenen Menschen Hilfe zu gewähren. Man täte dies in großer Selbstverständlichkeit, ohne etwaige Folgen oder dadurch entstehende Probleme zu bedenken. Schließlich ginge es um Menschen und nicht um irgendwelche politischen Einlassungen.
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