Johannes Horn - Der Steuerprüfer

Здесь есть возможность читать онлайн «Johannes Horn - Der Steuerprüfer» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der Steuerprüfer: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Steuerprüfer»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Kurzgeschichten sind wie neugierige Blicke in einen Spiegel. Sie reflektieren Beobachtungen und Erfahrungen aus dem alltäglichen gesellschaftlichen Leben. Sie steigern das Bewusstsein hinsichtlich der Wahrnehmung von Problemen, die allzu oft im Schatten der Gewohnheiten verblassen.

Der Steuerprüfer — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Steuerprüfer», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Nun aber scheint diese Anschauung in der weiteren Diskussion immer wieder ins Hintertreffen zu geraten angesichts der um sich greifenden Unruhe. Noch sei nichts Greifbares, nichts Konkretes, was die allgemein gefühlte Unsicherheit rechtfertigen würde und doch ist es, als hätte sich die Luft verändert, als wäre die übliche Leichtigkeit im Alltäglichen abhanden gekommen. Auf dem morgendlichen Weg zum Rathaus legt der Bürgermeister sich schon manche Gedanken zurecht, schließlich muss er vorbereitet sein auf die vielen Anfragen, die in den letzten Tagen vermehrt an ihn herangetragen werden. Ganz beiläufig fällt ihm auf, dass die Anzahl der Plakate mit den aufreizenden roten Schriftzügen deutlich zugenommen hat. Das stört ihn, haben sie doch etwas Bedrohliches und deutlich spürt er eine gewisse Hilflosigkeit angesichts einer ganz offensichtlich lauernden, doch nicht greifbaren Gefahr. Er blickt um sich und sieht die vielen Menschen auf dem Weg zur Arbeit. Auch Kinder sind schon unterwegs, sorglos, ein wenig trödelnd, mit schwerem Ranzen auf ihren Rücken. Niemand scheint Notiz zu nehmen von den überall hängenden Plakaten. Das beruhigte ihn zwar, doch er, immerhin Bürgermeister der Stadt, hat ein sicheres Gespür für das sich abzeichnende Ungemach.

In seinem Büro angekommen, macht er sich daran, die auf seinem Schreibtisch bereit liegenden Unterschriftsmappen zu bearbeiten. Zu neuen Bauanträgen hat er Stellung zu nehmen, Einladungen zu verschiedenen Versammlungen sind zu beantworten, mit persönlichen Anfragen hat er sich zu beschäftigen und Verfügungen zu unterschreiben. Alles Routine, wie er sie gewohnt war. Dann aber wird er mit einem formellen Schreiben um die Genehmigung einer Demonstration am kommenden Wochenende gebeten. Auf dem Briefkopf das ihn beunruhigende rote Parteiemblem auf schwarzem Grund. „Nun ist also diese Pest bis in mein Büro vorgedrungen“, denkt er. Eine Möglichkeit, dieses Gesuch abzulehnen, sieht er nicht. Mit kaum leserlicher Schrift notiert er am Rand „Vorlage/Stadtrat“. Während er weiter die Akten studiert, klopft es. Ein Mitarbeiter tritt ein und berichtet, dass ein dunkelfarbiger Ausländer letzte Nacht von drei Jugendlichen hart angegangen wurde; er sei schwer verletzt und läge im Krankenhaus. „Die Polizei ist dran“, sagt er, „mehr ist zur Zeit nicht bekannt“. Der Bürgermeister ist betroffen. „Wir müssen etwas tun, aber was?“. Schweigend blickt er auf die Unterschriftsmappe. „Aber was?“ wiederholte er noch einmal, ganz in sich vertieft.

Der Mitarbeiter verlässt nachdenklich den Raum. Mehr hatte er im Augenblick nicht zu sagen. Doch auch er ist beunruhigt. Auf dem Weg durch die langen Gänge trifft er immer wieder auf Gruppen, die sich angeregt unterhalten. Es herrscht Bestürzung und Ratlosigkeit. Einige glauben von einer organisierten Schlägerbande gehört zu haben, andere wiederum gehen eher von einer beiläufigen Keilerei aus, in die auch ein Ausländer verwickelt gewesen sein soll. Ganz vereinzelt sind Stimmen zu vernehmen, die sich mit der Notwendigkeit zu ergreifender Maßnahmen beschäftigen, obwohl noch keiner zu diesem Zeitpunkt gesicherte Kenntnisse über den genauen Hergang haben konnte. Und doch geben einige zu bedenken, dass Ausländer doch eine größere Gewaltbereitschaft an den Tag legten, so dass man sie strenger beobachten müsse. Immerhin gälte es doch, die eigenen Bürger zu schützen. Solche Meinungen bleiben nicht unbeantwortet und so kommt es, dass die Diskussion mit immer größerer Heftigkeit, ja mit lautstarker Empörung geführt wird. Mit anhaltender Erregung und aufgewühlten Gefühlen geht schließlich jeder in seine Amtsstube zurück.

Am Nachmittag trifft man sich im Sitzungssaal. Der Bürgermeister hat die Referatsleitungen zu einer Aussprache gebeten. Dem Kreis seiner vertrauten Mitarbeiter bringt er das Schreiben zur Kenntnis, mit dem um die Genehmigung einer Demonstration gebeten wird. Trotz aller Unterschiede hinsichtlich der Beurteilung der Sachlage ist man sich schnell einig, dass keine rechtliche Handhabe für ein Verbot dieser Veranstaltung geltend gemacht werden könne. Man bespricht die Maßnahmen, die es zu ergreifen gilt. Es müsse genügend Polizei vor Ort sein, um möglichen Ausschreitungen von vorn herein Einhalt zu gebieten. Man müsse Herr der Lage sein, zumal auch mit Gegendemonstrationen zu rechnen sei. Die Situation sei sehr ernst, immerhin sei schon ein Todesfall zu beklagen. Man erinnerte an den hinterhältigen Mord vor nicht geraumer Zeit. Der Getötete sei ein Ausländer gewesen, betonte einer der Anwesenden; es gälte, auf alles vorbereitet zu sein. Der örtliche Polizeichef erwiderte daraufhin: „Das zeigt immerhin, dass Ausländer immer wieder in gewalttätige Auseinandersetzungen involviert seien. Es muss für den Schutz der Bürger Sorge getragen werden.“ „Welche Bürger meinen Sie denn?“ fragt der Bürgermeister. „Die Eigenen!“ betonte der Polizeichef mit wehrhafter Überzeugung.

Samstagnachmittag. Die Teilnehmer der Demonstration versammeln sich vor dem Rathaus. Die Polizei, mit großem Aufgebot präsent, hat vor den kommunalen Gebäuden Stellung bezogen. Noch stehen die Demonstranten in launiger Runde beisammen, laut, bunt, mit entschlossener Geste. Erst sind es nur wenige, doch es werden mehr und bald schon füllen sie die Straßen. Niemand hatte mit einer so großen Menge Demonstrierender und Protestierender gerechnet. Und dann, mit einem Mal setzt sich der Pulk mit großem Getöse in Bewegung. Plakate und Spruchbänder werden hoch gehalten und deren Inhalte in lautstarken, sich ständig wiederholenden Schlagworten hinaus posaunt: „Nicht weiter so!“, „Ausländer raus!“, „Wir nehmen die Sache in die Hand!“. Wie ein schwerfälliges Ungetier zieht der nicht enden wollende Protest ohrenbetäubend durch die Straßen. Langsam schiebt sich der Tross unduldsamer und aufgebrachter Akteure an den ungläubig an die Seite gedrängten, aufgeschreckten Zuschauern vorbei und lange noch ist der Widerhall einhämmernder Parolen von der sich immer weiter entfernenden Protestmaschinerie zu hören: „Nicht weiter so!“.

Am nächsten Tag ist in den Zeitungen zu lesen, dass eine Gruppe gewaltbereiter Randalierer während der Nachtstunden in zwei türkische Geschäfte eingedrungen sei und die Räumlichkeiten in unvorstellbarer Weise verwüstet hätte. Personen seien nicht zu Schaden gekommen; man fahnde nach den Tätern, heißt es. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht bis in die letzten Winkel der Stadt. Schaulustige haben sich vor den Geschäften eingefunden; es herrschen Entsetzen und eine allgemeine Ratlosigkeit. Was ist nur in dieser Stadt los? Fragen sich die Menschen, die in den Straßen heftig diskutierend stehen bleiben und in dem wenigen Wissen, das sie über die Motive und den genauen Hergang haben, ganz unterschiedliche Meinungen vertreten. Es werden Schuldzuweisungen laut gegenüber der Stadt, die ihrer Ordnungspflicht nicht nachkomme, gegenüber einer zu beklagenden Zunahme einer allgemeinen Gewaltbereitschaft, immer wieder aber auch gegenüber Ausländern, die nicht bereit seien, sich dem gängigen Rechts- und Lebensverständnis unterzuordnen, ja mehr noch, dass ihnen ein wesentlicher Anteil an der Arbeitslosigkeit unter den einheimischen Bürgern anzulasten sei. Die allgemeine Empörung ist groß und es scheint, dass der Gemeinsinn plötzlich abhandengekommen ist und dass sich die Wahrnehmung des Trennenden immer größeren Raum verschafft.

Die Vorgänge der vorausgegangenen Tage sind das alles beherrschende Thema in der Stadtratssitzung. Es dauert einige Zeit, bis sich die aufgewühlte Gefühlslage beruhigt hat und mit der eigentlichen Aussprache begonnen werden kann. Der Schriftführer verweist auf zahlreiche Wortmeldungen. Zunächst aber berichtet die Polizei über den Stand der Ermittlungen und über Einzelheiten der verur­sachten Schäden. Es sei der schnellen Polizeipräsenz vor Ort zu verdanken, dass der Versuch der zusätzlichen Brandstiftung vereitelt werden konnte. Die Täter, noch immer auf freiem Fuß, seien mit größter Brutalität vorgegangen; der Schaden sei immens. Die ersten Redner loben die Polizeiarbeit. Sie sind sich einig in der Forderung nach einer deutlichen Verstärkung der Polizeikräfte. Auch die Verbesserung deren Ausrüstung wird angesprochen. Die einzige Möglichkeit, der zunehmenden Gewalt Einhalt zu gebieten, liege ihrer Meinung nach darin, den aufkeimenden Aggressionen mit aller Härte entgegenzutreten. Dies gälte im Übrigen auch für den Eventualfall weiterer Demonstrationen. So sprechen die Einen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der Steuerprüfer»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Steuerprüfer» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Norbert Johannes Prenner - Der Besucher
Norbert Johannes Prenner
Johannes Prestele - Der Südwind
Johannes Prestele
Reinhard-Johannes Moser - Der Kuss der Schwarzen Papua
Reinhard-Johannes Moser
Eike Horn - Der Männerclub
Eike Horn
Johannes Clausner - Der Herr ist mein Hirte
Johannes Clausner
Johannes Schmidtke - Der Fall Schlaganfall
Johannes Schmidtke
Johannes Huber - Der holistische Mensch
Johannes Huber
Johannes Winkel - Der kommende Mensch
Johannes Winkel
Johannes Sachslehner - Der Henker
Johannes Sachslehner
Norbert Horn - Der Mond der Dichter
Norbert Horn
Johannes Ellenberg - Der Code für deine Zukunft
Johannes Ellenberg
Отзывы о книге «Der Steuerprüfer»

Обсуждение, отзывы о книге «Der Steuerprüfer» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x