Johannes Horn - Der Steuerprüfer

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Kurzgeschichten sind wie neugierige Blicke in einen Spiegel. Sie reflektieren Beobachtungen und Erfahrungen aus dem alltäglichen gesellschaftlichen Leben. Sie steigern das Bewusstsein hinsichtlich der Wahrnehmung von Problemen, die allzu oft im Schatten der Gewohnheiten verblassen.

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Es meldet sich ein Abgeordneter aus dem bürgerlichen Lager zu Wort; er redet mit ruhigen, gesetzten Worten, so, wie man es von ihm gewohnt ist: „Das gesellschaftliche Zusammenleben in unserer Stadt war bisher geprägt von Friedfertigkeit, von Toleranz und gegenseitigem Respekt. Wir müssen nun feststellen, dass sich anfangs flüchtige Ideen Einzelner, Weniger zu einer dumpfen, gewaltbereiten Leidenschaft verdichtet haben. Auf der Suche nach einem Grund für ihre Unzufriedenheit, für ihren eintönig erlebten Alltag und auf der Suche nach geeigneten Projektionsfeldern zur Bestätigung ihres Selbstwertes haben sie begonnen, Zwietracht zu säen und das gesellschaftliche Zusammenleben in Frage zu stellen, indem sie die Menschen aufteilen in „fremd“ und „dazugehörig“, in Graduierungen unterschiedlicher Wertigkeit. Unsere Aufgabe muss nun darin bestehen, nicht das gewaltbereite Handwerkzeug ihrer schnöden Gesinnung zu bekämpfen, sondern sie aufzusuchen und sie von einem Besseren zu überzeugen. Wir müssen uns mit den Wurzeln des Übels beschäftigen! Mit dem Gespräch können wir Einfluss nehmen auf die Niedertracht ihrer verwegenen Zielsetzungen. Mit der hier geforderten Demonstration staatlicher Macht erreichen wir hingegen nichts anderes als diesen, ins Abseits geratenen Irrlichtern Bedeutung und Gewicht zu verschaffen. Fangen wir an, diese verirrten Menschen wieder ins Boot zu holen bevor sie die Tragfähigkeit des Bootes mutwillig aufs Spiel setzen!“.

Ein weiterer Redner meldet sich zu Wort. Man kennt ihn als Heißsporn, zwar lange Zeit von schweigender Zurückhaltung, doch in der Herausforderung um eine streitbare Auseinandersetzung nicht verlegen: „Es ist hier die Rede von „gewaltbereiten Randfiguren“. Gemessen an dem, was geschehen ist, stellt dieser Begriff doch eine nicht nachvollziehbare Verharmlosung dar. Glauben Sie wirklich, Herr Kollege, dass Langeweile und Trübsinn eine solche zerstörerische Vorgehensweise erklären können? Nehmen Sie doch zur Kenntnis, dass bei allen Vorkommnissen der vergangenen Tage Ausländer involviert waren, entweder ging von ihnen Gewalt aus oder aber sie gaben Anlass für ein entschiedenes Vorgehen gegen sie. Stellen Sie sich für einen Moment vor, es gäbe sie nicht, diese Ausländer, dann wäre das gewährleistet, was Sie, Herr Kollege, zu Recht als Merkmal unserer Gesellschaft hervorheben: Friedfertigkeit, Respekt und Toleranz. So einfach ist das! Wir müssen diejenigen unterstützen, die den Mut haben, das Übel bei der Wurzel zu packen! Ich fordere Sie auf zu einer klaren und konsequenten Haltung gegenüber den unsere Gesellschaft verfremdenden Elementen!“. Selbstzufrieden geht der Abgeordnete zurück an seinen Platz in den hinteren Reihen des Sitzungssaales. Es scheint ihm eine eindeutige und kaum zu widerlegende Analyse der derzeitigen Sachlage gelungen zu sein.

Es folgen weitere Redner; je kürzer die Beiträge, desto lauter und heftiger die Entschiedenheit, mit der die Ansichten vorgetragen werden. Jede der verschiedenen Meinungen verfängt sich schließlich im Gestrüpp eigenwilliger Rechthaberei. Bald schon gleicht die Stimmung im Sitzungssaal der aufgeheizten Atmosphäre in der Öffentlichkeit. Mit gegenseitigen Vorwürfen wird versucht, die eigene Vorbildlichkeit gegenüber unlauteren Gesinnungen zu betonen und dem Anderen das Recht abzusprechen, sich für Freiheit und Frieden einzusetzen. Angesichts einer zunehmenden Feindseligkeit verblasst im heftigen Schlagabtausch die Suche nach einer menschenwürdigen Herangehensweise und nach einer friedensstiftenden Reaktion auf das um sich greifende Übel blinder, zerstörerischer Kräfte.

Unvermittelt tritt ein älterer Herr in grauem Straßenanzug langsam und mit bedächtigen Schritten ans Rednerpult. Es ist nicht einfach, sich in der aufgebrachten Stimmung des Saales Gehör zu verschaffen. Mit gedämpfter aber klarer Stimme liest er die Sätze, die er sich auf einem Blatt notiert hat: „Wir haben eine Verantwortung für das Wohl unserer Stadt. Wenn wir es nicht schaffen, uns gemeinsam dieser Aufgabe zu stellen, wenn wir nicht bereit sind, dem Anderen in Ruhe und Besonnenheit zuzuhören, wenn es uns nicht gelingt, die Grundwerte unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens gemeinsam zu vertreten, wie sollte das draußen auf der Straße möglich sein? Wir sind dem Menschen – allen Menschen – verpflichtet! Daran, und nur daran will ich Sie erinnern!“. Mit Nachdruck fügt er hinzu: „Hütet sorgsam Euren Herzschlag, schützt ihn vor überrumpelnden, billigen Parolen, die uns alle ins Unglück führen!“. Er nimmt das vor ihm liegende Papier, faltet es und verlässt das Rednerpult.

Erst ist es ruhig, doch bald schon geht ein Geraune durch den Saal, teils nachdenklich, teils zustimmend, teils verunsichert. Von den hinteren Plätzen hört man empörte Rufe: „Was soll das denn!“ und „Wir brauchen keine Poeten, wir brauchen Kämpfer!“. Es folgen weitere Reden, die aber keineswegs geeignet sind, eine Klärung herbeizuführen. Man vertagt sich. Einzig dem Verlangen nach einer Verstärkung der Polizei hinsichtlich Ausrüstung und Präsenz wird stattgegeben.

Der Herr mit dem grauen Anzug namens Franz Gorlichs, ehemaliger Studienrat am hiesigen Gymnasium, trifft sich im Anschluss an die Sitzung mit seinem Kollegen in einem nahe gelegenen Café. Es ist spät geworden und beide Herren sind rechtschaffen müde und erschöpft doch noch voller Gedanken an die insgesamt wenig erfreuliche Aussprache. Herr Gorlichs bestellt sich einen Tee, sein Kollege ein Bier; essen wollen sie nichts. Lange sitzen sie schweigend und betroffen beisammen. Es fällt nicht leicht, angesichts so unwiderlegbarer Zeichen für ein aufziehendes Unheil, die passenden Worte zu finden. Tief nachsinnend sagt Gorlichs etwas unvermittelt: „Wie leicht ist es, mit Worten ein Herz im Sturm zu erobern; aber es sind auch Worte, die es schaffen, ein ganzes Volk in den Abgrund zu stürzen.“ „Sind es die Worte?“, fragt der Freund, „oder ist es die dahinterstehende Absicht? Oder ist es einfach die Gesinnung, die die Worte vergiftet? Vielleicht aber ist es der Boden, auf den der Samen fällt und ihn begierig aufnimmt. Wo also müssen wir ansetzen?“. Sie saßen noch bis spät in die Nacht, sich austauschend und sich gegenseitig Mut zusprechend. Eine kurze Wegstrecke gingen sie noch gemeinsam, bis sie sich verabschieden.

In den nächsten Tagen trifft sich erneut der Bürgermeister mit seinem Führungsstab, um die Vorbereitungen für das kommende Wochenende zu treffen. Es sind wieder Demonstrationen angekündigt. Es werden zusätzliche Polizeikräfte aus den Nachbargemeinden angefordert und nach langen Beratungen ist man sich sicher, auf alles gut vorbereitet zu sein. Es ist Donnerstag. Noch vor Tagesanbruch erhalten die Parteivorsitzenden einen Anruf aus dem Büro des Bürgermeisters: „Gorlichs ist tot. Er wurde gegen Mitternacht überfallen; er wurde erstochen. Jede Hilfe kam zu spät. Eine Stadtratssitzung ist für 8.00 Uhr angesetzt.“. Die Meldungen überschlagen sich. Die Tageszeitungen berichten auf den Titelseiten. Herr Gorlichs war beliebt, als Lehrer sehr geschätzt; er galt als Vertreter der Konservativen. Schon viele Jahre war er Abgeordneter im Stadtrat und war bekannt als überaus besonnen und zuverlässig.

Die Stimmung ist gedrückt; der Bürgermeister eröffnet die Sitzung: „Wie Sie wissen, haben wir den Tod eines überaus verdienten und allseits geschätzten Kollegen zu beklagen. Ich bitte Sie, sich zu erheben.“ Nach einer Schweigeminute fährt er in gewohnt geschäftsmäßigem Ton fort: „Nähere Umstände sind uns bislang nicht bekannt; wie wir wissen, ist Herr Gorlichs auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben. Es wird von drei oder vier Tätern berichtet; die Polizei ermittelt noch. Gestatten Sie mir noch eine Bemerkung gleichsam als Nachtrag zur letzten Sitzung: Er war kein Poet, er war ein mutiger Kämpfer für die Einhaltung und Bewahrung der menschlichen Würde.“. Zögernd melden sich die ersten Redner zu Wort. Die Anfänge der Aussprache verlaufen durchaus sachlich und der Situation angemessen. Die Verdienste des Verstorbenen werden gewürdigt, der entstandene Verlust immer wieder hervorgehoben. Das Gesprächsklima beginnt sich jedoch in dem Maße zu ändern, wie von einigen Rednern begonnen wird, Schuldzuweisungen nach der einen oder anderen Seite zu erheben. „Es müssen Täter aus dem links-radikalen Spektrum gewesen sein“, so die Einen mit dem Hinweis, Herr Gorlichs sei doch immerhin ein überzeugter Vertreter einer streng konservativen Politik gewesen. „Es handelt sich eindeutig um die Handschrift rechts-radikaler Kräfte. Denken Sie doch an die letzte Sitzung und an die Proteste aus den hinteren Reihen“, so die Anderen. Die angesprochenen Abgeordneten verließen prompt den Sitzungssaal. „Rechtsradikale“ oder „Linksradikale“? Die im Menschen gründende Urheberschaft des Bösen, die eigentliche Täterschaft also, wird zum Zankapfel anonymisierender Begrifflichkeiten und die Begriffe selbst zum Schutzwall des jeweils eigenen Standpunktes. Wegen zunehmend turbulenter Auswüchse wird die Sitzung vorzeitig abgebrochen.

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