Ricarda Huch - Deutsche Geschichte

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Ricarda Huch widmete sich seit den 1910er Jahren der italienischen, deutschen und russischen Geschichte. Ihr Hauptwerk zur deutschen Geschichte entstand zwischen 1934 und 1947 und umfasst sowohl das Mittelalter als auch die Frühe Neuzeit.Diese Sammlung fasst in neuer deutscher Rechtschreibung erstmalig alle 3 Bände zusammen:Band I – Römisches Reich Deutscher NationBand II – Das Zeitalter der GlaubensspaltungBand III – Untergang des Römischen Reiches Deutscher NationNull Papier Verlag

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Es war ein Un­glück für Hein­rich IV., dass er sei­nen Va­ter mit sechs Jah­ren ver­lor, dass sei­ne Mut­ter ihn, wie es scheint, nicht lieb­te, dass man ihn mit ei­ner un­ge­lieb­ten Frau ver­hei­ra­te­te und bei ihr aus­zu­har­ren zwang; aber al­les das, wie auch der wech­seln­de Ein­fluss des bar­schen Anno von Köln und des ver­wöh­nen­den Adal­bert von Bre­men auf den Kna­ben, hät­te auf einen an­de­ren ganz an­ders wir­ken kön­nen. Es war au­gen­schein­lich et­was Zer­set­zen­des in sei­ne See­le ein­ge­bo­ren, was den Keim der Grö­ße sich nicht rein ent­fal­ten ließ. Es gibt eine merk­wür­di­ge Sage vom Gra­fen Wi­precht von Groitzsch, ei­nem Kriegs­hel­den, der in Hein­richs Schlach­ten kämpf­te und ihm na­ment­lich zu sei­nem letz­ten Sie­ge über Rom ver­half. Als einst in Ve­ro­na Wi­precht der tap­fers­te al­ler Re­cken ge­nannt wur­de, ge­bot der Kö­nig ihn her­bei­zu­ru­fen, er wol­le ihn auf die Pro­be stel­len. Wi­precht kam und wur­de in einen Hof ge­führt, wo den Ah­nungs­lo­sen ein Löwe an­fiel, den der Kö­nig vor­her dort­hin hat­te brin­gen las­sen. Der Held er­schrak nicht, son­dern pack­te das Tier und zwang es, sich zu sei­nen Fü­ßen nie­der­zu­le­gen; dann frag­te er den Kö­nig, warum er ihn ge­ru­fen und was das al­les zu be­deu­ten habe. Da der Kö­nig schließ­lich ge­stand, dass er sei­ne Mann­haf­tig­keit habe prü­fen wol­len, wur­de Wi­precht zor­nig und sag­te: »Ich habe als ers­ter die Al­pen über­schrit­ten, ich habe die Ehren und Sie­ge er­strit­ten, konn­te der An­blick mei­ner Ta­ten dir nicht ge­nü­gen? Du hast mich zu eit­ler Au­gen­wei­de ei­nem wil­den Ge­tier preis­ge­ge­ben; nun will ich dir nicht län­ger die­nen.« Da fing der Kö­nig an, sich zu fürch­ten, be­reu­te, was er ge­tan hat­te und ruh­te nicht, bis der Graf wie­der ver­söhnt war. Wie Hein­richs Cha­rak­ter in die­ser Sage sich dar­stellt, so war er viel­leicht wirk­lich: Man­gel an Re­spekt vor den Men­schen, Schwan­ken zwi­schen Über­mut und Furcht, Un­fä­hig­keit, die Gren­ze zwi­schen Zu­rück­hal­tung und Ver­trau­lich­keit zu be­ob­ach­ten, mö­gen ihm man­chen An­hän­ger ent­frem­det ha­ben. Eine edle Gabe je­doch wog vie­le Feh­ler auf, dass er im Le­ben lern­te, dass er Schwä­chen über­wand und sei­ne Kraft an Wi­der­stän­den stähl­te.

Als Gre­gor VII. im Jah­re 1076 den jun­gen Kai­ser mit dem Ban­ne be­droh­te, hat­te die­ser die auf­stän­di­schen Sach­sen un­ter­wor­fen und be­fand sich in ge­ho­be­ner Sie­ger­stim­mung; auf ei­ner Synode in Worms ver­ei­nig­ten sich die Bi­schö­fe, mit Aus­nah­me der säch­si­schen, mit ihm, um den Papst ab­zu­set­zen. Sie war­fen dem Papst ruch­lo­se Neue­run­gen vor, durch die er Zwie­tracht in der Kir­che ge­sät habe; er habe sich eine völ­lig neue und un­recht­mä­ßi­ge Ge­walt an­ge­maßt, in­dem er die Ge­recht­sa­me, die der ge­sam­ten Bru­der­schaft der Bi­schö­fe zu­kämen, an sich ge­ris­sen habe. Durch eine un­ter Ni­ko­laus II. ge­hal­te­ne Synode sei, von ihm selbst ver­an­lasst, fest­ge­setzt, dass nur der als Papst an­zu­er­ken­nen sei, der von den Kar­dinälen mit Zu­stim­mung des Vol­kes und Be­stä­ti­gung des Kö­nigs ge­wählt sei. Es wur­de un­ter­stellt, dass er, da die letz­te­re gar nicht nach­ge­sucht sei, nicht Papst sein kön­ne. In ei­nem be­son­de­ren Brie­fe be­ton­te der Kö­nig zu­nächst die An­ma­ßun­gen des Paps­tes ge­gen­über den Bi­schö­fen, dann erst, dass der Papst dem Kö­nig ge­droht habe, ihn der kö­nig­li­chen Ge­walt zu be­rau­ben, »als ob die Kö­nigs- oder Kai­ser­kro­ne in dei­ner und nicht in Got­tes Hand läge.« Er schloss den Brief mit dem pa­the­ti­schen Zu­ruf: »Stei­ge her­ab, stei­ge her­ab und ver­las­se den an­ge­maß­ten Stuhl des hei­li­gen Pe­trus.« Gre­gors Ant­wort war der Bann­strahl und die Auf­lö­sung des Treu­ei­des, mit dem die Un­ter­ta­nen an den Kö­nig ge­bun­den wa­ren. Hein­rich lud nun die Bi­schö­fe noch­mals zu ei­ner Synode durch ein Rund­schrei­ben, in dem er sag­te, Gre­gor habe sich das Kö­nig­tum und Pries­ter­tum zu­gleich an­ge­maßt und da­durch Got­tes Ord­nung ver­ach­tet, die nicht auf ei­nem, son­dern auf zwei Prin­zi­pi­en, Kö­nig­tum und Pries­ter­tum, be­ru­he.

In­zwi­schen hat­ten sich be­reits die Ver­hält­nis­se ge­gen den Kö­nig ge­wen­det: nicht nur, dass die Sach­sen sich von Neu­em em­pör­ten, die Schwa­ben schlos­sen sich ih­nen an, ja Her­zog Ru­dolf von Schwa­ben ließ sich von den Hein­rich feind­li­chen Fürs­ten be­we­gen, als Ge­gen­kö­nig auf­zu­tre­ten. Un­ter die­sen Um­stän­den fie­len auch die Bi­schö­fe, die eben noch mit dem Kö­nig zu­sam­men den Papst ab­ge­setzt hat­ten, vom Kö­nig ab und er­klär­ten dem Papst ihre Un­ter­wer­fung. Die ab­trün­ni­gen Fürs­ten for­der­ten Gre­gor auf, als Schieds­rich­ter über die Al­pen nach Augs­burg zu kom­men; den Kö­nig er­klär­ten sie für ab­ge­setzt, wenn er nicht bin­nen Jah­res­frist vom Ban­ne be­freit sei.

Von al­len ver­las­sen, au­ßer­stan­de, das Glück der Waf­fen zu ver­su­chen, fass­te Hein­rich den küh­nen Ent­schluss, über die Al­pen zu ge­hen und den Papst zur Zu­rück­nah­me des Ban­nes zu be­we­gen, um da­durch zu ver­hin­dern, dass der Ab­fall der Fürs­ten durch den Papst bün­dig ge­macht wer­de. Es war mit­ten im Win­ter und die Käl­te so groß, dass der Rhein vom No­vem­ber bis zum April zu­ge­fro­ren war; der Über­gang über den Ju­pi­ter­berg, wie der Mont Ce­nis im Mit­tel­al­ter ge­nannt wur­de, im­mer schwie­rig, war so ein Wa­g­nis und ein Schre­cken. Aber der Kö­nig er­reich­te sein Ziel und über­rasch­te den Papst, der, auf dem Wege nach Deutsch­land, als er die Nach­richt von Hein­richs An­kunft ver­nahm, un­ge­wiss, was sein Feind vor­ha­be, sich auf die fes­te Burg Ca­nos­sa zu­rück­ge­zo­gen hat­te. Die zahl­rei­chen Geg­ner Gre­gors in Ita­li­en hoff­ten, der Kö­nig kom­me, um den Papst ab­zu­set­zen; aber das glaub­te er auf eine ge­le­ge­ne­re Zeit ver­schie­ben zu müs­sen; im Au­gen­blick konn­te er sei­nem Fein­de eine Nie­der­la­ge nur bei­brin­gen, in­dem er sich ihm un­ter­warf. Die Voraus­set­zun­gen des Chris­ten­tums wa­ren so, dass der Papst ei­nem reui­gen Sün­der die Los­spre­chung vom Ban­ne nicht ver­sa­gen konn­te. Man sah ihm nicht ins Herz; es war die Kehr­sei­te der kirch­li­chen Äu­ßer­lich­keit, dass die fest­ge­setz­ten äu­ße­ren Zei­chen der Reue als sol­che gel­ten ge­las­sen wer­den muss­ten. In­dem Hein­rich als Bü­ßer er­schi­en, zwang er den Papst, ihn wie­der in den Schoß der Kir­che auf­zu­neh­men. Den Papst trös­te­te über das er­trotz­te Zu­ge­ständ­nis der in­ne­re Vor­be­halt, dass der Kö­nig zwar vom Ban­ne be­freit, aber nicht als Kö­nig wie­der ein­ge­setzt sei, wäh­rend der Kö­nig zu­frie­den war, die au­gen­blick­li­che Ge­fahr be­sei­tigt zu ha­ben. Nach­dem Gre­gor die Lö­sung vom Ban­ne aus­ge­spro­chen hat­te, ga­ben sich Papst und Kö­nig den Frie­dens­kuss.

Eine furcht­ba­re Pau­se starr­te zwi­schen den Ge­wit­ter­schlä­gen des Rie­sen­kamp­fes. Kö­nig und Papst, der ger­ma­ni­sche und der rö­mi­sche Wel­t­herr­scher, stan­den sich Auge in Auge ge­gen­über, die Brust voll Hass und Ra­che, aber ge­lähmt durch das Be­wusst­sein, un­trenn­bar mit­ein­an­der ver­bun­den zu sein. Sie wa­ren nicht zwei Herr­scher, von de­nen je­der des an­de­ren Reich be­sit­zen, von de­nen je­der den an­de­ren ver­nich­ten möch­te, sie wa­ren un­lös­lich mit­ein­an­der ver­wach­sen und in­ein­an­der ver­bis­sen, und im­mer wie­der ka­men Au­gen­bli­cke, wo ih­nen das klar wur­de. Der Papst be­grün­de­te sei­nen welt­li­chen Be­sitz auf Schen­kun­gen der Kai­ser, die Kai­ser emp­fin­gen ihre Kro­ne in Rom durch den Papst, die Völ­ker sa­hen zu ih­nen bei­den als zur Spit­ze der Chris­ten­heit auf; sie wa­ren auf­ein­an­der an­ge­wie­sen und konn­ten höchs­tens durch einen Per­so­nen­wech­sel vor­über­ge­hend zu ge­win­nen hof­fen. Bei­de wa­ren mäch­tig, wenn auch auf ver­schie­de­ne Wei­se: dem Papst ge­hör­te nur eine klei­ne Pro­vinz, aber er herrsch­te über die re­li­gi­ösen Ge­füh­le und Ge­dan­ken al­ler Chris­ten, und sein Thron stand auf den Trüm­mern der al­ten Welt­stadt Rom; der Kö­nig war der An­füh­rer der deut­schen Rit­ter, die an die Stel­le rö­mi­scher Le­gio­nen ge­tre­ten wa­ren, aber ihm ge­hör­te nur, was er sich durch ei­ge­ne Kraft un­ter­warf. Bei­de konn­ten sich ge­gen­ein­an­der ih­rer Macht nur so­weit be­die­nen, als sie nicht sich selbst da­durch ver­letz­ten.

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