Ricarda Huch - Deutsche Geschichte
Здесь есть возможность читать онлайн «Ricarda Huch - Deutsche Geschichte» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Deutsche Geschichte
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:4 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 80
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Deutsche Geschichte: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Deutsche Geschichte»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Deutsche Geschichte — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Deutsche Geschichte», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Es war ein Unglück für Heinrich IV., dass er seinen Vater mit sechs Jahren verlor, dass seine Mutter ihn, wie es scheint, nicht liebte, dass man ihn mit einer ungeliebten Frau verheiratete und bei ihr auszuharren zwang; aber alles das, wie auch der wechselnde Einfluss des barschen Anno von Köln und des verwöhnenden Adalbert von Bremen auf den Knaben, hätte auf einen anderen ganz anders wirken können. Es war augenscheinlich etwas Zersetzendes in seine Seele eingeboren, was den Keim der Größe sich nicht rein entfalten ließ. Es gibt eine merkwürdige Sage vom Grafen Wiprecht von Groitzsch, einem Kriegshelden, der in Heinrichs Schlachten kämpfte und ihm namentlich zu seinem letzten Siege über Rom verhalf. Als einst in Verona Wiprecht der tapferste aller Recken genannt wurde, gebot der König ihn herbeizurufen, er wolle ihn auf die Probe stellen. Wiprecht kam und wurde in einen Hof geführt, wo den Ahnungslosen ein Löwe anfiel, den der König vorher dorthin hatte bringen lassen. Der Held erschrak nicht, sondern packte das Tier und zwang es, sich zu seinen Füßen niederzulegen; dann fragte er den König, warum er ihn gerufen und was das alles zu bedeuten habe. Da der König schließlich gestand, dass er seine Mannhaftigkeit habe prüfen wollen, wurde Wiprecht zornig und sagte: »Ich habe als erster die Alpen überschritten, ich habe die Ehren und Siege erstritten, konnte der Anblick meiner Taten dir nicht genügen? Du hast mich zu eitler Augenweide einem wilden Getier preisgegeben; nun will ich dir nicht länger dienen.« Da fing der König an, sich zu fürchten, bereute, was er getan hatte und ruhte nicht, bis der Graf wieder versöhnt war. Wie Heinrichs Charakter in dieser Sage sich darstellt, so war er vielleicht wirklich: Mangel an Respekt vor den Menschen, Schwanken zwischen Übermut und Furcht, Unfähigkeit, die Grenze zwischen Zurückhaltung und Vertraulichkeit zu beobachten, mögen ihm manchen Anhänger entfremdet haben. Eine edle Gabe jedoch wog viele Fehler auf, dass er im Leben lernte, dass er Schwächen überwand und seine Kraft an Widerständen stählte.
Als Gregor VII. im Jahre 1076 den jungen Kaiser mit dem Banne bedrohte, hatte dieser die aufständischen Sachsen unterworfen und befand sich in gehobener Siegerstimmung; auf einer Synode in Worms vereinigten sich die Bischöfe, mit Ausnahme der sächsischen, mit ihm, um den Papst abzusetzen. Sie warfen dem Papst ruchlose Neuerungen vor, durch die er Zwietracht in der Kirche gesät habe; er habe sich eine völlig neue und unrechtmäßige Gewalt angemaßt, indem er die Gerechtsame, die der gesamten Bruderschaft der Bischöfe zukämen, an sich gerissen habe. Durch eine unter Nikolaus II. gehaltene Synode sei, von ihm selbst veranlasst, festgesetzt, dass nur der als Papst anzuerkennen sei, der von den Kardinälen mit Zustimmung des Volkes und Bestätigung des Königs gewählt sei. Es wurde unterstellt, dass er, da die letztere gar nicht nachgesucht sei, nicht Papst sein könne. In einem besonderen Briefe betonte der König zunächst die Anmaßungen des Papstes gegenüber den Bischöfen, dann erst, dass der Papst dem König gedroht habe, ihn der königlichen Gewalt zu berauben, »als ob die Königs- oder Kaiserkrone in deiner und nicht in Gottes Hand läge.« Er schloss den Brief mit dem pathetischen Zuruf: »Steige herab, steige herab und verlasse den angemaßten Stuhl des heiligen Petrus.« Gregors Antwort war der Bannstrahl und die Auflösung des Treueides, mit dem die Untertanen an den König gebunden waren. Heinrich lud nun die Bischöfe nochmals zu einer Synode durch ein Rundschreiben, in dem er sagte, Gregor habe sich das Königtum und Priestertum zugleich angemaßt und dadurch Gottes Ordnung verachtet, die nicht auf einem, sondern auf zwei Prinzipien, Königtum und Priestertum, beruhe.
Inzwischen hatten sich bereits die Verhältnisse gegen den König gewendet: nicht nur, dass die Sachsen sich von Neuem empörten, die Schwaben schlossen sich ihnen an, ja Herzog Rudolf von Schwaben ließ sich von den Heinrich feindlichen Fürsten bewegen, als Gegenkönig aufzutreten. Unter diesen Umständen fielen auch die Bischöfe, die eben noch mit dem König zusammen den Papst abgesetzt hatten, vom König ab und erklärten dem Papst ihre Unterwerfung. Die abtrünnigen Fürsten forderten Gregor auf, als Schiedsrichter über die Alpen nach Augsburg zu kommen; den König erklärten sie für abgesetzt, wenn er nicht binnen Jahresfrist vom Banne befreit sei.
Von allen verlassen, außerstande, das Glück der Waffen zu versuchen, fasste Heinrich den kühnen Entschluss, über die Alpen zu gehen und den Papst zur Zurücknahme des Bannes zu bewegen, um dadurch zu verhindern, dass der Abfall der Fürsten durch den Papst bündig gemacht werde. Es war mitten im Winter und die Kälte so groß, dass der Rhein vom November bis zum April zugefroren war; der Übergang über den Jupiterberg, wie der Mont Cenis im Mittelalter genannt wurde, immer schwierig, war so ein Wagnis und ein Schrecken. Aber der König erreichte sein Ziel und überraschte den Papst, der, auf dem Wege nach Deutschland, als er die Nachricht von Heinrichs Ankunft vernahm, ungewiss, was sein Feind vorhabe, sich auf die feste Burg Canossa zurückgezogen hatte. Die zahlreichen Gegner Gregors in Italien hofften, der König komme, um den Papst abzusetzen; aber das glaubte er auf eine gelegenere Zeit verschieben zu müssen; im Augenblick konnte er seinem Feinde eine Niederlage nur beibringen, indem er sich ihm unterwarf. Die Voraussetzungen des Christentums waren so, dass der Papst einem reuigen Sünder die Lossprechung vom Banne nicht versagen konnte. Man sah ihm nicht ins Herz; es war die Kehrseite der kirchlichen Äußerlichkeit, dass die festgesetzten äußeren Zeichen der Reue als solche gelten gelassen werden mussten. Indem Heinrich als Büßer erschien, zwang er den Papst, ihn wieder in den Schoß der Kirche aufzunehmen. Den Papst tröstete über das ertrotzte Zugeständnis der innere Vorbehalt, dass der König zwar vom Banne befreit, aber nicht als König wieder eingesetzt sei, während der König zufrieden war, die augenblickliche Gefahr beseitigt zu haben. Nachdem Gregor die Lösung vom Banne ausgesprochen hatte, gaben sich Papst und König den Friedenskuss.
Eine furchtbare Pause starrte zwischen den Gewitterschlägen des Riesenkampfes. König und Papst, der germanische und der römische Weltherrscher, standen sich Auge in Auge gegenüber, die Brust voll Hass und Rache, aber gelähmt durch das Bewusstsein, untrennbar miteinander verbunden zu sein. Sie waren nicht zwei Herrscher, von denen jeder des anderen Reich besitzen, von denen jeder den anderen vernichten möchte, sie waren unlöslich miteinander verwachsen und ineinander verbissen, und immer wieder kamen Augenblicke, wo ihnen das klar wurde. Der Papst begründete seinen weltlichen Besitz auf Schenkungen der Kaiser, die Kaiser empfingen ihre Krone in Rom durch den Papst, die Völker sahen zu ihnen beiden als zur Spitze der Christenheit auf; sie waren aufeinander angewiesen und konnten höchstens durch einen Personenwechsel vorübergehend zu gewinnen hoffen. Beide waren mächtig, wenn auch auf verschiedene Weise: dem Papst gehörte nur eine kleine Provinz, aber er herrschte über die religiösen Gefühle und Gedanken aller Christen, und sein Thron stand auf den Trümmern der alten Weltstadt Rom; der König war der Anführer der deutschen Ritter, die an die Stelle römischer Legionen getreten waren, aber ihm gehörte nur, was er sich durch eigene Kraft unterwarf. Beide konnten sich gegeneinander ihrer Macht nur soweit bedienen, als sie nicht sich selbst dadurch verletzten.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Deutsche Geschichte»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Deutsche Geschichte» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Deutsche Geschichte» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.