Max Kretzer - Die Sphinx in Trauer

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"Seit zehn Minuten war ich gestorben. Trotzdem sah und hörte ich alles, was um mich vorging. Ich litt unter jenem seltsamen Zustand des Alpdrückens, in dem man zu ersticken vermeint, laut um Hilfe rufen möchte und doch nicht die Kraft findet, dem Organismus irgendwelches Leben abzugewinnen. Und dieser Zustand war um so fürchterlicher, als er minutenlang anhielt, – Minuten, die mir zur Ewigkeit wurden, bis ich, gefühllos für die Außenwelt, da lag und nur die schreckliche Gewissheit hatte, mit wachen Sinnen nicht mehr zu sein." Mit diesen Worten beginnt Max Kretzers wohl ungewöhnlichster Roman. Während er so daliegt und auch von seiner Umwelt und den Ärzten als tot diagnostiziert wird, erlebt er, wie sich seine Frau Irma mit einem Liebhaber trifft und eigentlich nicht ganz unglücklich über sein Ableben erscheint. Als er schließlich für alle überraschend aus dem Zustand der Katalepsie ins Leben zurückkehrt, hat sich seine Welt für immer verändert. Hat er geträumt, war es Wirklichkeit? Der Verdacht hat sich über seine Ehe gelegt und vergiftet sie mehr und mehr bis zur finalen Tragödie.-

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„Wenn sie jetzt das Geld aus der Polizze bekommt, kann sie doch auftreten. Und wenn das noch in die vernachlässigte Praxis hineingesteckt wird, dann gehen die unverheirateten Kollegen dutzendweise auf den Leim. Ja. Lassen Sie nur erst den Doktor Schopp hier sein. Ich glaube — wenn der den Totenschein ausgeschrieben hat, macht er gleich ’n Antrag. Das ist n schneidiger Kerl.“

Abermals kam ein unterdrücktes Pfui über Linas Lippen. Aber sein Mundwerk war nicht tot zu bekommen. „Haben Sie denn nicht bemerkt, wie er immer hinter ihr her war? Sie wissen doch noch, — die letzte Gesellschaft. Ich mußte aufwarten, und da scharwenzelte er fortwährend um sie herum. Unsereins sieht das natürlich eher als ihr dämlichen Frauenzimmer.“

„Wer weiß, wer dämlicher von uns beiden ist“, fiel sie aufgebracht ein. „Bei ihnen scheint’s hier oben nicht richtig zu sein. Wenn jemand mal den Galanten spielt, braucht einer nicht gleich Böses im Schilde zu führen. Unsere Frau Doktor hat das alles jedenfalls ganz harmlos aufgenommen.

„Trau einer den Weibern. Wenn sie nur alle Wünsche äußern dürften. Übrigens, — wenn ich die Frau Doktor wäre, er hätte mir auch besser gefallen als dieser Brummbär. Er soll ja im Frieden schlummern, meinetwegen. Die Nächte hätte er aber nicht zum Tage machen brauchen, so etwas sieht keine Frau gern. Übrigens, — wer wird ihn denn nun waschen?“

Die Tür ging wieder, und meine Frau trat unerwartet ein.

„Ja, ja, Karl,“ begann sie sofort mit weicher, müder Stimme, „nun werden Sie Ihren Herrn nicht mehr fahren können. Heute rot, morgen tot. Mein Gott, wer hätte das gedacht!“

Tränen erstickten ihre Stimme. Lina weinte nun laut mit, und wenn mich mein Ohr nicht täuschte, so bekam auch das Gemüt meines Chauffeurs plötzlich einen Ruck. Seine Schmähsucht war verschwunden. Er wurde kleinlaut, fast demütig, und sein Schmerz verführte ihn. Ich malte ihn mir aus, wie er nun in geduckter Haltung, überwältigt von dem Anblick des Ewigstummen, vor seiner Herrin stand, die Hände womöglich gefaltet, die Lippen zusammengepreßt, die Augen verkleinert, damit man den Ausdruck in ihnen nicht erkenne.

Beide ließen meine Frau reden, die ihre Hand auf meine Stirn legte, mir die Augen zudrückte, und sich dann in jenen herkömmlichen Klagen erging, die eigentlich nur halb zur Kehle herauskommen. Sie pries meine Eigenschaften, soweit es sich mit der Anwesenheit der Diener vertrug, und drückte meine Augen noch fester zu, so daß auch der letzte Lichtschimmer vor mir schwand.

„Lassen Sie den Mut nur nicht sinken, Karl,“ sagte sie dann wieder, „ich hörte schon draußen in der Küche. — Es wird für Sie gesorgt werden, solange Sie keine neue Stelle haben.“

Nun fand er endlich die Worte: „Gnädige Frau brauchen jetzt nicht daran denken. So einen guten Herrn werde ich sobald nicht wieder kriegen.“ Er lockte einen Seufzer hervor, der sich wie ein Schluchzen anhörte.

Meine Frau wurde gefaßter. „Ich weiß gar nicht, wo Doktor Schopp bleibt. Gehen Sie doch noch einmal hin. Und wenn er durchaus nicht zu finden ist, dann holen Sie einen anderen Arzt. Um zwölf fahren Sie dann vor, ich muß zum Sargmagazin. Die Läden sind ja nur bis zwei offen. Es muß überhaupt noch manches besorgt werden… Nein, wo nur der Arzt bleibt? Fühlen Sie doch nur Lina — ist er nicht noch warm? Man kann doch nie wissen… Mir ist überhaupt so sonderbar zumute. Ich hatte auch einen so schlechten Traum. Es ist ganz merkwürdig, ganz merkwürdig. Es muß schon hell gewesen sein, als mein Mann schlafen ging. Ich hörte ihn aber nicht. Er schrie auch nicht.“

Geheimnisvolle Regungen, die ihre Gedanken alle auf einen Punkt drängten, mußten ihre Seele beschleichen.

„Vielleicht ist er gar nicht tot“, kam es dann wieder über ihre Lippen, während ich die Empfindung hatte, daß ihr Kleid vor meinem Lager auf- und abrauschte.

„Aber, gnädige Frau!“ warf Lina vorwurfsvoll ein. „Fühlen Sie nur den Arm an, er ist steif und schwer.‘

„Es ist ja wahr, aber die Hauptsache ist doch der Arzt. Gehen Sie, Karl, und holen Sie, wen Sie finden.“

Sie eilte ihm voran, und die Tür klappte hinter ihr zu. Die anderen beiden blieben noch zurück.

„Sie können aber heucheln, das muß ich sagen“, rüffelte Lina jetzt den Chauffeur.

„Das war meine Überzeugung“, log er frech. Wenn ich Tränen sehe, werde ich immer schwach. Und nun gar Menschen in Trauer. Sie hat wohl das Kleid schon vorrätig gehabt? Wie schnell sie Toilette gemacht hat. Schwarz steht ihr übrigens ganz gut. Ja.“

„Sie hören doch, daß Frau Doktor heute schon das Nötige besorgen will. Feine Leute haben alles vorrätig. So tummeln Sie sich doch!“

„Da klingelt es ja schon. Das wird der Doktor sein. Er wird sie bald beruhigen.“

„Sie sind ein richtiger Ekel“, hielt ihm Lina verachtungsvoll entgegen.

„Mit zwei Gesichtern kommt man am weitesten“, gab er leicht lachend zurück.

Dann wurde es wieder still im Zimmer.

3.

Nun, da es völlig Nacht um mich war, hatte sich mein Gehör verfeinert. Mein Innenleben drängte sich sozusagen durchs Ohr nach außen, so daß ich begierig auf jedes Geräusch lauschte. Der Lichtschein hatte meine Seele noch belebt und mir die freudige Vorstellung von meinem plötzlichen Erwachen ohne Hilfe des Arztes gegeben. Diese Zuversicht war jetzt verschwunden. Die Finsternis wirkte wie ein Grab auf mich. Von allen Unglücklichen auf dieser Welt war mir der Blinde stets als der Bedauernswerteste erschienen und nun litt ich selbst unter diesem fürchterlichen Eindruck, der mein Gemüt noch mehr verdunkelte.

Unfähig, die Lider zu heben, malte ich mir im Geiste immer noch den Schnörkel an der Decke mit seinen fratzenhaften Zügen aus. Meine Vorstellungen wuchsen bis ins Unendliche. Ich bildete mir ein, nie mehr sehend zu werden. Ein hilfloses Kind dünkte ich mich, dem man obendrein sein köstliches Geschenk genommen hatte. Meine kranke Seele fieberte. Kalte und heiße Schauer durchrieselten mich abwechselnd und schließlich empfand ich Angst vor einem ungeheuren Etwas, dem ich entfliehen wollte, ohne es zu vermögen. Bestimmte Einfälle verbanden sich damit. Aussprüche von Dichtern und Philosophen, an die ich jahrelang nicht gedacht habe, wurden in mir lebendig. Es war, als wollte mein Denken Triumphe feiern, da die Glieder nicht mehr meinem Willen gehorchten.

Pestalozzis Ausspruch fiel mir ein: „Der Tod ist ein Augenblick, der vorübergeht.“ Goethes „Über allen Wipfeln ist Ruh“ klang mir Strophe für Strophe in Gedanken wieder. Und dann drehte sich alles um Melchthals Ausspruch im Tell: „Sterben ist nichts, doch leben und nicht sehen, das ist ein Unglück.“ Die trübe Stimmung wich. Schillers Lied an die Freude durchzog wie gedämpfter Gesang mein Gehirn, und alle Lebensgeister wurden wieder in mir wach. Ich empfand himmlische Sehnsucht nach einem Erwachen auf sonniger Wiese, inmitten duftender Blumen.

Dann beherrschte mich eine seltsame Vision. Ich sah schwarzgekleidete Gestalten im Zimmer, die mein Bett umstanden. Sie sangen einen Choral und meine Frau erhob die blütenweißen Arme und gab den Takt dazu an. Plötzlich warf sie sich über mich und rief: „Ich lasse dich nicht!“ Ihre Schwere nahm mir den Atem, ich fühlte, wie ich erstickte und nun wirklich tot war.

Man trug mich hinaus, so wie ich war. Musik ertönte. Die Schwarzgekleideten folgten. Und alles ging in einem langen Zug durch sämtliche Zimmer die Treppe hinunter. Dann schwieg die Musik. Die dünne Stimme meines Jungen wurde vernehmbar, Er sang das „Jesus, meine Zuversicht“. Hundert Kinderstimmen fielen ein. Posaunen ertönten, der Himmel öffnete sich, Engel schwebten herab, hoben mich in die Höhe und ließen mich plötzlich fallen. Unten auf der Erde fingen Frau und Sohn mich auf. Die Musik spielte lustige Weisen; fröhliches Lachen erschallte; und ich stand aufrecht vor meinem Hause inmitten der Passanten, als wäre nichts mit mir geschehen.

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