Max Kretzer - Die Sphinx in Trauer

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"Seit zehn Minuten war ich gestorben. Trotzdem sah und hörte ich alles, was um mich vorging. Ich litt unter jenem seltsamen Zustand des Alpdrückens, in dem man zu ersticken vermeint, laut um Hilfe rufen möchte und doch nicht die Kraft findet, dem Organismus irgendwelches Leben abzugewinnen. Und dieser Zustand war um so fürchterlicher, als er minutenlang anhielt, – Minuten, die mir zur Ewigkeit wurden, bis ich, gefühllos für die Außenwelt, da lag und nur die schreckliche Gewissheit hatte, mit wachen Sinnen nicht mehr zu sein." Mit diesen Worten beginnt Max Kretzers wohl ungewöhnlichster Roman. Während er so daliegt und auch von seiner Umwelt und den Ärzten als tot diagnostiziert wird, erlebt er, wie sich seine Frau Irma mit einem Liebhaber trifft und eigentlich nicht ganz unglücklich über sein Ableben erscheint. Als er schließlich für alle überraschend aus dem Zustand der Katalepsie ins Leben zurückkehrt, hat sich seine Welt für immer verändert. Hat er geträumt, war es Wirklichkeit? Der Verdacht hat sich über seine Ehe gelegt und vergiftet sie mehr und mehr bis zur finalen Tragödie.-

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„Sie sollten nicht so reden, Karl. Er hat manchen Ärger mit Ihnen jehabt. Der liebe jute Herr.“

„Ach, hat sich was mit lieber, guter Herr,“ tuschelte er giftig. „Jetzt hat’s sich ausgeherrt.“

„Um Himmels Willen — scht. Wie können Sie so etwas sagen! Wenn man das hörte.“

„Na, er hörts doch nicht mehr. Es ist auch wahr. Ja. Kaum bin ich hier warm geworden, dann passiert mir so was. Wie soll ich denn jetzt einen neuen Posten bekommen, wo die Herrschaften alle verreisen. Das Hemd liegt einem näher als der Rock. Er hätte es mir doch wenigstens vorher sagen können, daß er abschiebt, Ja.“

Es sollte ein Witz sein, aber keiner lachte. Er war zu voll geladen, und sie war sprachlos über seine Worte.

Dieser Bursche entpuppte sich ja als ein vortrefflicher Gemütsmensch. Mich wandelte der Galgenhumor an, den Schöpfer dafür zu preisen, daß er mich in diese totenähnliche Lage gebracht hatte, in der ich die Masken fallen sah. Wer konnte wissen, ob dieser Wicht mich das nächste Mal doch nicht mit der Elektrischen in unangenehme Berührung gebracht hätte.

„Dieser Fall war ja gar nicht vorgesehen, — darüber haben wir nichts abgemacht,“ fuhr der Schlingel brutal fort. Aus seiner gedämpften Stimme klang die verhaltene Wut eines Menschen, der sich plötzlich auf die Straße gesetzt glaubt.

„Aber so schweigen Sie doch, Sie werden ja Ihren vollen Lohn bekommen und Vergütung auch. Sie sollten sich schämen.“

„Schämen Sie sich, fette Gans, Verstehen Sie?“ zischte er sie an. „Und wenn Sie ein Wort sagen sollten, dann kehr’ ich den Spieß um. Sie haben den lieben, guten Herrn hier geschmäht. Nun wissen Sie’s. Das beste Stück in der Küche haben Sie doch immer für sich behalten.“

Lina wollte etwas erwidern, aber der Abscheu mußte ihr die Kehle zuschnüren, denn es verging geraume Zeit, ehe sie etwas sagte. Nur ein Schnappen nach Luft machte sich bemerkbar. Dann aber sagte sie voller Entrüstung: „Pfui über so einen Menschen. Wie kann man nur! —Jetzt glaube ich’s wirklich. Der Selige hat recht gehabt: Sie trinken. Sie duften ja noch nach Schnaps. Na, warten Sie nur! — Mir glaubt man noch, ich bin in Ehren eine anständige Person geblieben.“

Dieser Angriff machte ihn stutzig, denn sogleich lenkte er ein.

„Na, na, na — es ist ja nur Scherz, das wird man wohl noch können. Unsereins sollte immer zusammenhalten. Ja… Sie werdens natürlich besser haben als ich… Fett schwimmt immer ober… Wenn man zehn Jahre von Ihrem Buckel herunterschneiden könnte, wer weiß, was noch werden könnte“, fügte er dann mit liebenswürdiger Unverschämtheit hinzu. „So ganz ohne sind Sie nicht.“

„Ach, reden Sie doch nicht.“ Sie wollte seine Keckheit abwehren, aber es klang nicht zu tragisch. Wie alle alten Jungfern, mußte sie sich ein wenig geschmeichelt fühlen.

„Ich glaube, Sie haben’s dicke auf der Sparkasse. He? Dann will ich mir die Sache noch überlegen.“

„Das möchten Sie wohl. Erst’s Geld und hernach sitzen lassen. Euch Mannsvolk kann niemand trauen.“

Er lachte unterdrückt. Dann sank ihr Gespräch zu einem Flüstern. Irgendein Geräusch von draußen mußte das verursacht haben.

„Ach, es kommt ja niemand“, sagte er wieder verständlich. „Die Gnädige sitzt vorne und schreibt. Die wird wohl die Traueranzeige aufsetzen. Ich glaube aber, es wird nicht lange bei ihr anhalten.“

„Scht“, machte sie wieder. „Reden Sie doch nicht jetzt von solchen Dingen.“

„Weshalb denn nicht“, fuhr er unbeirrt fort. „Sterben müssen wir alle, und nur der Lebende hat recht. So heißt es doch. Ja. Sie ist doch eine ganz appetitliche Frau, noch jung und frisch. Da beißt doch bald wieder einer an. Wenn sie mich nur nehmen wollte, ich wäre schon nicht abgeneigt. Ja.“

Lina schien außer sich zu sein über diese Unverfrorenheit. Ich schloß es wenigstens aus dem Ausruf, der über ihre Lippen kam.

Abermals tuschelten sie, dann begann er wieder gedämpft: „Viel hinterlassen wird er wohl nicht. Mit der Praxis war’s auch nur so. Ja. Unsereins merkt das auch. Manchmal sind wir ja nur spazieren gefahren. Die Konkurrenz ist zu groß geworden. Wenn man hier die Hand ausstreckt, kann man ja einen Arzt ’rausklingeln. Manchmal habe ich eine halbe Stunde lang vor dem Hause warten müssen. Der Motor stand still, und ich bekam die Kniemauke. Ja, das machte, weil er sich zu gern mit den Leuten etwas erzählte. Anton, der Kutscher, hat mir das schon gesagt. Na ja, damit fängt man keine Kranken. Und dann sein verfluchtes Bücherschreiben. Das soll ja erst recht wenig einbringen. Statt dagegen zu sein, hätte er’s Hyptuno — ich kann das verdammte Wort nicht aussprechen.“

„Hypnottisieren“, verbesserte Lina falsch.

Hält’ ers’s Hypottisieren nach der Elle treiben sollen“, fuhr er fort. „Wie Doktor Pfiffling. Zu dem laufen alle hasterischen Weiber.“

„Hysterischen“, verbesserte Lina diesmal richtig.

„Also alle hysterischen Weiber. Die werden auf einen Stuhl gesetzt oder lang hingelegt. Und dann wird ihnen mächtig was vorgekohlt. Sie müssen immer auf einen Fleck gucken, und dann schlafen sie ein. Der Kutscher hat es mir gesagt. Es wird ihnen dann was aufgemutzt, woran sie glauben sollen. Und die kranken Gänse tun’s auch. Denn der Glaube macht selig. Ja. Zu Dutzenden warten sie beim Doktor Pfiffling. Es soll der reine Taubenschlag sein. Und er macht’s beste Geschäft und reibt vergnügt die Hände. Wie ein Fürst soll er eingerichtet sein. Und ganz hübsche Dingerchen sollen zu ihm hinlaufen. Wenn ich so ein Weib hätte, ich würde ihr lieber die Jacke vollhauen, ehe ich’s dahin laufen ließ. Wer kann wissen, was da alles passiert. So’n Schlaf ist doch nur wie ein Rausch. Man sieht den Himmel voller Geigen, und nachher kommt’s graue Elend. Ja. So sagt wenigstens der Kutscher. Der hat auch mal herhalten müssen… Neulich soll übrigens großer Krach gewesen sein. Der Mann so einer bekam ’ne Rechnung von tausend Mark. Schließlich hat Doktor Pfiffling die Hälfte ’runtergelassen. Gewiß hat er auch noch so seinen Schnitt gemacht.“

Es ist doch interessant, auf diese Art einmal den Wert der lieben Kollegen enthüllt zu sehen, dachte ich, während mir dieses ganze Gespräch wie verschwommene Traumlaute vorkam, die aus- und niederzogen, als wiegten sie sich in der Luft, Aber mein scharfer Geist hielt sich an den Kern der Sache, und so lauschte ich begierig auf alles, was folgen würde.

„Wo wird er denn begraben?“ begann er nach eine Pause abermals. „Da draußen? Da liegt ja auch der Sanitätsrat. Das soll auch ein rechter Knauser gewesen sein. Ja. Für sich nicht, aber für andere. Ein alter verschrobener Junggeselle war er.“

Das wollte sich Lina nicht gefallen lassen. Es war mir in meinem trostlosen Zustande ein gewisses Vergnügen, sie heftig Verwahrung dagegen einlegen zu hören, was ihn aber nicht abhielt, seine Kenntnisse ruhig weiter zum besten zu geben.

„Er soll für drei gegessen haben. Und die Kanten wurden immer größer, worauf er das Geld legte. Und dann hat er alles an der Börse verloren. Es reichte noch gerade für die Ausstattung von der Gnädigen. Dann ergab er sich dem stillen Suff. So kommt’s immer. Ja. Na, da wird man sich hier auch schon wundern. Denn die meisten glaubten ja, daß die Gnädige ’n Scheffel geerbt hat. Aber ich weiß besser Bescheid. Das einzige ist die Lebensversicherung. Er soll ja mit Dreißigtausend drin sein. Auch ’n ganz schöner Batzen. Ja.“

Ich hätte nie geglaubt, daß das Gesinde über seine Herrschaft so unterrichtet wäre; und ich erstaunte darüber, wie dieser Bursche auf Umwegen alles Wesentliche erfahren hatte. Mir erschien das wie ein wertvoller Beitrag zur Psychologie der häuslichen Beziehungen zwischen Diener und Herr. Mein Gehirn war mit dieser Verarbeitung noch beschäftigt, als der Schwätzer ein anderes Lied pfiff.

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