Max Kretzer - Die Sphinx in Trauer

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"Seit zehn Minuten war ich gestorben. Trotzdem sah und hörte ich alles, was um mich vorging. Ich litt unter jenem seltsamen Zustand des Alpdrückens, in dem man zu ersticken vermeint, laut um Hilfe rufen möchte und doch nicht die Kraft findet, dem Organismus irgendwelches Leben abzugewinnen. Und dieser Zustand war um so fürchterlicher, als er minutenlang anhielt, – Minuten, die mir zur Ewigkeit wurden, bis ich, gefühllos für die Außenwelt, da lag und nur die schreckliche Gewissheit hatte, mit wachen Sinnen nicht mehr zu sein." Mit diesen Worten beginnt Max Kretzers wohl ungewöhnlichster Roman. Während er so daliegt und auch von seiner Umwelt und den Ärzten als tot diagnostiziert wird, erlebt er, wie sich seine Frau Irma mit einem Liebhaber trifft und eigentlich nicht ganz unglücklich über sein Ableben erscheint. Als er schließlich für alle überraschend aus dem Zustand der Katalepsie ins Leben zurückkehrt, hat sich seine Welt für immer verändert. Hat er geträumt, war es Wirklichkeit? Der Verdacht hat sich über seine Ehe gelegt und vergiftet sie mehr und mehr bis zur finalen Tragödie.-

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Dann, während sie fortfahrend immer dasselbe wiederholte und an mir rüttelte, wuchs die Medusa aus ihrem Gesicht. Vielleicht war es nur krankhafte Einbildung in meinem gefesselten Gemüt, vielleicht eine fieberhafte Überreizung meines Sehnervs, auf den im Augenblick alle Sinne übergingen, — ich verspürte etwas Kaltes, Grausames, das diesen grauen Augen plötzlich entströmte.

„Aber, Männe, so verstell’ dich doch nicht! Jag’ mir doch keinen Schrecken ein. Starr’ mich doch nicht so an. Mein Gott, was soll ich tun!“

Ihre Stimme wurde weinerlich, während sie vor meinem Lager auf- und abging.

„Hans, komm doch mal schnell her,“ rief sie durch das offene Fenster. „Ganz schnell!“

Mein Junge stand vor meinem Bette. Ich verspürte seine Nähe, ohne ihn zu sehen. Ich malte mir sein blasses Gesicht aus, mit den großen, braunen Augen, die immer so scheu blickten, wenn er in mein Studierzimmer trat und die medizinischen Instrumente betrachtete. Er liebte mich herzlich, und seine größte Freude war, mit Indianergeheul auf meinen Knien zu reiten. Was wird er sagen? Werde ich in seinen Augen etwas anderes lesen, als in denen der Mutter?

„Sieh’ doch nur, was mit Vatern ist!“

„Was denn nur, Muttchen?“

„Er liegt wie leblos da!“

„Aber Muttchen, er schläft doch noch.“

„Nein, nein, nein! Er schläft nicht.“

„So geh doch einmal dicht heran, sieh ihm in die Augen. Er bewegt sich nicht mehr. Er sieht ja auch ganz fahl aus.“

„Muttchen, ich fürchte mich.“

Ich hätte Welten von mir wälzen mögen, um ihm seine Furcht zu nehmen. Aber stumm wie ein Stein mußte ich alles über mich ergehen lassen. Ich wußte: mein Schicksal war besiegelt. Wenn Kinder sich fürchten, so hatten sie ihren Grund.

Eine Pause trat ein. Ich sah Irmas Gesicht noch einmal wie einen flüchtigen Schatten vor meinen unbeweglichen Augen; dann kam ein Aufschrei über ihre Lippen, dem die Worte folgten: „Er ist tot“. Lautes Weinen erschallte, aus dem das helle Wimmern meines Kindes mir tief in das Herz ging. Es hörte sich zaghaft und abgebrochen an, gleichsam stoßweise hervorquellend, wie immer bei Kindern, die sich über das Furchtbare noch nicht ganz klar sind.

„Franz, was hast du uns getan?“

Es war das erste Mal, daß sie meinen Namen nannte, den sie nie schön gefunden hatte. Sie gebrauchte deshalb mit Vorliebe die Anrede „Männe“, was ich meinerseits stets für philisterhaft und gewöhnlich erklärte, woran sie sich aber niemals kehrte.

„Komm, mein Kind, komm; knie nieder und bete mit mir. Du sollst immer so brav und gut bleiben, wie er im Leben war. Bete das zum lieben Gott.“

Keine Träne drang in meine Augen, trotzdem beider Schluchzen meine Seele erschütterte. Aber die Seele war jenes unsichtbare Ding, das selbst die Ärzte weder mit der Sonde noch mit dem Seziermesser finden, das also nach außen hin nicht Zeugnis von einem innern Leben geben konnte.

Im Geiste segnete ich sie beide für diese Liebe, die bis übers Grab hinaus währen sollte.

Der Wind draußen mußte sich gedreht haben, denn das Einläuten zum Gottesdienst drang lauter und näher ins Zimmer. Jetzt hub die große Glocke an, und ihr dumpfer Klang mischte sich mit dem Schluchzen und Weinen zu meinen Füßen. Mir schien alles harmonisch abgestimmt, wie eine große Vorbereitung zur ewigen Versöhnung mit dem Schicksal dieser Erde.

2.

Das Wort „tot“ hatte den Bann gebrochen. Ich war für Weib und Kind gestorben. Mein Körper war nur noch eine Sache, über die man den Schmerz ausgoß, ohne den leisesten Gedanken an einen vorhandenen Lebensfunken. Die Kirchhofsluft durchwehte bereits die Räume und träufelte die Vernunft als Balsam in die offenen Wunden.

Jeder Zweifel daran schwand mir, als Lina, unsere Köchin, das Schlafzimmer betrat, auch die unteren Fenster weit aufrieß und sich in einem Selbstgespräch erging, das stammelnd über ihre Lippen kam. Sie gehörte zum lebenden Inventar, das vom Sanitätsrat mit übernommen worden war, und so hatte sie einen gewissen Stolz darin empfunden, als ich sie eines Tages mit einem antiken Hauszierat verglich, dessen Wert mit den Jahren wachse. Schon als ich noch beim seligen Rat ausund einging, hatte sie meine Trinkgelder zu schätzen gewußt, und so war ich auch als ihr Gebieter in gutem Andenken bei ihr geblieben, das noch bestärkt wurde durch die Anerkennung, die ich ihrer Kochkunst stets zollte, vor allem gewissen Mehlspeisen, die ich gerne aß und deren appetitliche Zubereitung nicht jedermanns Sache ist.

Mit der Zeit war sie nudeldick geworden, und so bildete ich mir ein, ihre durch Tränen verquollenen Augen zu sehen, als sie jammernd hervorbrachte: „Nee Herr Doktor, das hätten Sie nicht tun sollen, so janz ohne ein Wort. — Die Hand hätten Sie mir doch noch jeben können. Und jerade heute, wo es Ihren schönen Flammeri jibt.“

Ihr Heulen, das vorhin schon aus der Küche herüberschallte, begann aufs neue, aber unterdrückter, gleichsam verschwiegener, als flößte ihr selbst die Nähe meines irdischen Restes noch Respekt ein. Mir kam diese Selbsterinnerung an den Flammeri gar nicht lächerlich vor; sie erschien mir vielmehr als der Ausdruck wahrhaftiger Betrübnis einer bescheidenen Kreatur, die nur mit dem zahlen kann, was sie hat.

„Sind Sie denn wirklich tot, Herr Doktor? Ich kann es ja jar nicht jlauben.“

Sie hatte Mut, das mußte ich sagen, denn ihr breites Gesicht mit den blauroten Wangen berührte fast meine Nase.

Dann fuhr sie fort zu jammern, in der stillen Art und Weise von treuen Dienern, die bisher einen guten Tag gelebt haben und nun eine plötzliche Veränderung im Haushalt wittern, wodurch sie Schaden erleiden könnten. Ich stellte sie mir vor, wie sie, mit dem Schürzenzipfel spielend, verlegen vor der Majestät des Todes stand.

„Was soll denn nu werden, was soll denn nu bloß werden?“ hub sie ihr Selbstgespräch wieder an. „Mit der jroßen Wohnung wirds’n Ende haben. Jewiß wird sich die Frau Doktor einschränken. Vielleicht janz fortziehen… und selbst kochen. Das versteht sie ja. Nee, Herr Doktor, so schnell hätten Sie nicht abschieben sollen. Ich war fuffzehn Jahre bei Sanitätsrat. Das hätte mit den zehn bei Ihnen nächstens fünfundzwanzig jemacht. Solange wär ich dann in Dienst jewesen.“

Sie wurde unterbrochen. Es war mein Chauffeur, den die Neugierde ins Sterbezimmer getrieben hatte. Seit drei Monaten erst stand er in meinen Diensten, nachdem der alte Kutscher, auch ein Erbstück vom Sanitätsrat, gleich nach Neujahr so ernstlich das Podagra bekommen hatte, daß er nicht mehr auf dem Book sitzen konnte, worauf ich die Gelegenheit benutzte und den alten Wagen gleich durch das zeitgemäße Auto ersetzte. Dieser Bursche hatte mir während seines kurzen Dienstes schon viel zu schaffen gemacht, denn, mit einer gewissen Widerspenstigkeit begabt, behandelte er mein Auto gerade nicht so, wie es sein sollte.

Überdies besaß er den Vorwitz, der Straßenbahn immer erst im letzten Moment auszuweichen, was ich nicht gerade als Sorgfalt um das Leben des Menschen auffaßte. Ich hatte ihn im Verdacht, daß er heimlich der Flasche zusprach, und so war ich darauf versessen, ihn erst einmal gehörig zu überführen, bevor ich ihm den Laufpaß gab.

„Aber Karl, Sie sollen doch zum Arzt,“ rief ihm Lina entgegen.

„Man nicht so laut, sonst wacht er wieder auf,“ raunte er nichtswürdig zurück.“ War ich schon. Doktor Schopp ist nicht zu Hause. Wird aber jeden Augenblick zurückerwartet. Dann wird er gleich kommen. Ja. Woran ist er denn gestorben? Wohl der Schlag? Das dachte ich mir immer. Das letztemal war er schon ganz rot, als er mit mir tobte. Ja. Wenn ich nicht so’n ruhiger Kerl wäre. Immer hat er mir Unrecht getan. Ja, Nun hat er’s davon.“

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