Anny von Panhuys - Ulla mischt sich ein

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"Es ist besser, ein guter Handwerker zu sein als ein mittelmäßiger Anwalt", so Ulla Uttens Stimme der Vernunft, die jedoch einfach kein Gehör finden will … Im «Haus zu den Lilien» in Frankfurt am Main wohnt die einst hochangesehene Uhrmacherfamilie Jost, in der sich seit vielen Generationen Talent und Beruf vom Vater auf den Sohn vererben. Auch Christian, der jüngste Spross, hat diese Begabung in ganz ungewöhnlichem Maß geerbt, doch die verblendete Eitelkeit der Mutter verleitet ihn dazu, statt den elterlichen Betrieb zu übernehmen, lieber Rechtswissenschaft zu studieren. Christians Jugendfreundin Ulla Utten, ein liebes und engagiertes Mädchen, führt einen unentwegten Kampf mit ihm, um ihn seinem eigentlichen Beruf zuzuführen. Als Christian nun Gefahr läuft, in einer Welt unter die Räder zu kommen, die seinem eigentlichen Wesen so sehr fremd ist, mischt sich Ulla energisch ein und öffnet ihm nach vielen Irrungen und Wirrungen über seinen falschen Umgang die Augen. Aber auch gegenüber der so aufopferungsvollen Jugendfreundin fällt es Christian schließlich wie Schuppen von den Augen … Ein Roman einmal nicht über den Aufstieg zum Ruhm und den Griff nach den Sternen, sondern über das Maßhalten und die Besinnung auf das Machbare und die eigenen Grenzen. Einer von Anny von Panhuys reifsten Romanen.-

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Christian hob lässig die Schultern.

„Ulla Utten kann sehr unangenehm sein.“

„Du bist also bei ihr abgeblitzt, lieber Freund!“ stellte Jan van Straaten fest.

„Unsinn! Es handelt sich nicht darum“, wehrte Christian ab, „sie hat nur die verflixte Neigung, sich in Angelegenheiten zu mischen, die sie nicht zu kümmern brauchen.“

Jan van Straaten blickte sich in dem grossen Zimmer um, das Christian Jost bewohnte. Nett und behaglich war es ausgestattet, aber sehr altmodisch. Da stand ein Schreibtisch, an dem mochte schon Christians Urgrossvater geschrieben haben, und Stühle, die sicherlich dessen Frau in ihrem Zimmer aufgestellt hatte. Da hingen Bilder vieler Josts, und alle zeigten Familienähnlichkeit.

Jan van Straaten sagte: „Dein Vater sieht wie ein Gelehrter aus, seine Züge haben etwas Durchgeistigtes.“

Christian nickte lächelnd. „Vater ist auch ein Stück Gelehrter! Ich meine in seinem Fach. In der Geschichte der Uhrmacherei weiss er fabelhaft Bescheid, und wenn er eine recht, recht alte Uhr ergattern kann, ist er geradezu kindlich glücklich und kann dir nachher erzählen, dass es eine Uhr von der Art ist, wie sie vielleicht vor zweihundert Jahren von dem oder dem Uhrmacher verfertigt wurde. Alte Wanduhren liebt er über alles, sein ganzes Zimmer hängt davon voll, aber das Handwerk selbst übt er nur handwerksmässig.

Jan van Straaten langweilte sich, er schlug den Besuch eines Weinrestaurants vor.

Christian wurde verlegen. „Nein, ja, du musst mich entschuldigen, ich —“

Jan van Straaten kicherte fast lautlos.

„Hast kein Geld mehr, Freund? Was tut das, du bist mir doch jederzeit als Gast willkommen.“

Christian war schon sehr oft van Straatens Gast gewesen, es bedrückte ihn plötzlich.

Er dankte und erklärte: „Ich möchte heute abend arbeiten, ich bummelte in letzter Zeit schon zuviel!“

„Ein bisschen Ausgehen schadet aber keinem. Komm mit in den Ratskeller, da sitzt es sich behaglich, nachher besuchen wir noch ein Kabarett.“

Wie schon oft, liess Christian sich zureden. Er schloss ein schmales, hohes Schränkchen auf und entnahm ihm ein neues Taschentuch. Dabei wurde der Blick frei auf ein kleines Gebilde aus blitzenden Rädern und Schrauben.

Schon stand Jan van Straaten neben Christian und fragte, auf das verzwickte kleine Kunstwerk weisend: „Was ist das eigentlich?“

Christian Jost zögerte, endlich antwortete er fast widerwillig: „Ich beschäftige mich in meinen Mussestunden erfinderisch. Es ist das sehr vergrösserte Modell einer Chronometerhemmung. Es gibt zwar schon verschiedene solcher Hemmungen, aber diese hier soll alles Bisherige auf dem Gebiet verdrängen; sie bietet viele Vorteile.“

Jan van Straaten sah ihn mit seinen schräggestellten Augen beinahe ein wenig neugierig an.

„Du hast also auch Uhrmacherblut in den Adern, und das will sich nicht verleugnen lassen. Ich gratuliere dir zu deiner Erfindung!“

Christian hob abwehrend beide Hände.

„So weit ist es noch nicht, und nun Schluss damit; genau betrachten darf die Hemmung niemand, ehe ich nicht das Patent darauf habe.“

Jan van Straaten fragte: „Glaubst du wirklich, eine besondere Erfindung gemacht zu haben?“

„Ja“, gab Christian zurück, „ich bin davon überzeugt. Ich sprach auch mehrmals und ausführlich darüber mit einem Sachverständigen. Mit einem alten Herrn, der Leiter einer grossen Uhrenfabrik gewesen, deren Spezialität Chronometer, auch solche für Schiffe, sind. Er starb leider vor einer Woche — aber er beteuerte mir, meine Arbeit wäre sehr wertvoll und würde bestimmt gut bezahlt werden.“

Jan van Straaten dachte an seinen Onkel Hendrik in London, dessen Uhrenfabrik sich speziell mit der Herstellung von Qualitätsherrenuhren und Schiffschronometern befasste.

Geschäftstüchtig war Jan van Straaten, er witterte ein feines Geschäft mit Onkel Hendrik in London.

Er bat: „Mir kannst du das Ding doch einmal genau erklären, es interessiert mich deinetwegen sehr.“

Christian schloss den Schrank überschnell.

„Bedaure, Jan, ich darf deinetwegen keine Ausnahme machen. Ich kann von meinem Vorsatz, das Modell vor der Patentanmeldung niemandem zu zeigen oder zu erklären, leider nicht abgehen. Selbst mein Vater hat noch keine Ahnung von meiner Erfindung.“

Jan van Straaten liess sich seinen Ärger nicht anmerken.

„Ganz wie du willst, lieber Freund. Aber es freut mich, durch dich den Beweis für die Vererbungstheorie erhalten zu haben. Ich meine den Beweis dafür, dass sich gewisse Begabungen, auch handwerkliche, durch Geschlechter vererben können. Ich bezweifelte das bisher ein wenig.“

Christian hob ruckartig den Kopf.

„Wie du handwerklich im Zusammenhang mit Begabung betonst, erscheint das Wort Handwerk fast wie etwas Minderwertiges, aber dagegen lehne ich mich auf. Die volle Bedeutung des Wortes Handwerk ist etwas sehr Gediegenes, Gründliches und Notwendiges, und nur tüchtige Menschen, die nicht dumm sind, werden gute Handwerker. Ausserdem stellt die Uhrmacherei eine Sonderklasse des Handwerks dar. Man darf wohl sagen, ein Uhrmacher, der mit Lust und Liebe bei seinem Beruf ist, hat zugleich etwas vom Techniker und vom Künstler. Sieh dir doch die feinen belebten Uhrenkörperchen einmal genau an. Ein Herz haben sie alle, das pocht ganz leise, fast unhörbar; und wenn jemand wie Vater, an alten Uhren hängt, dann wird er unter ihnen förmlich zum Dichter. Ihr Ticken ist ihre Sprache, und er versteht sie. Sie erzählen ihm, was sie erlebt haben, und alle wispern und flüstern ihm kleine Geschichten zu. Die grossen Uhren aber, die laut schlagen, rufen den Menschen zu: Nicht so eilig! oder: Schnell, schnell! Sie sind ständige Mahner! Die Hängeuhren wiederum haben sich hellschwingend aus der Vergangenheit einer gezierten Zeit in unsere klaren Tage gesungen. Sie kannten noch das puderüberstäubte Damenhaar und die Galanteriedegen der Herren; und die hohen Standuhren von jetzt, sie haben Stimmen wie die Glocken der grossen gotischen Dome; man fühlt, wenn man sie hört, förmlich das Metall mitschwingen und vernimmt den Widerhall im Kirchenschiff — oder sie spielen das Lied von Treu und Redlichkeit, das täglich von der Potsdamer Garnisonkirche herniederklingt; den Alten Fritz und seine Soldaten sieht man vorbeiziehen, wenn man ihnen lauscht.“

Er schwieg. Leichte Röte lag auf seinem Gesicht. Es war ihm mit einem Male peinlich, dass er sich vor dem sehr nüchtern eingestellten Jan van Straaten zu solcher Begeisterung hatte hinreissen lassen.

Jan van Straaten neigte den Kopf.

„Ich verstehe dich vielleicht nicht ganz, aber ich verstehe, dass du zu den Menschen gehörst, die innerlich ganz anders sind als ich. Merkwürdig, dass wir trotzdem so gute Freunde werden konnten.“

Christian Jost lachte plötzlich.

„Ach was, wir sind gar nicht so verschieden! Ich rechne ebenso nüchtern wie du aus: zweimal zwei gleich vier. Und das muss man als Anwalt können. Genau rechnen! Das ist wohl das Allerwichtigste dabei, genau mit den Paragraphen des Gesetzbuches vertraut sein und ohne jede Gefühlsaufwallung damit herumarbeiten, Recht und Unrecht damit auseinanderhalten; darauf kommt es an.“

Jan van Straaten lachte sein Lachen, das wie verklingend aus weiter Ferne zu kommen schien, und dann gingen sie zusammen aus.

Als sie auf die Strasse traten, senkte sich eben der eiserne Rolladen vor dem kleinen Schaufenster und der Ladentür im Hause zu den Lilien.

Fünftes Kapitel

Als Luise Utten sich endlich ein wenig beruhigt hatte, erzählte sie ihr Erlebnis.

Ulla stand neben dem Stuhle der Mutter und hielt deren Kopf mit zärtlichen Händen.

„Mutter, du denkst in letzter Zeit an nichts weiter als an den Vater, und da spielte die Einbildung dir einen Streich. Schiebe doch die Gedanken weit fort und denke an andere Dinge, zwinge dich gewaltsam dazu, bitte, sonst musst du ja krank werden.“ Sie streichelte das Haar der Mutter, dessen Blond an den Schläfen schon silbern schimmerte. „Solchen Einbildungen darfst du nicht nachgeben. Irgendeine Ähnlichkeit wird dich getäuscht haben, du kannst den Vater nicht vor dem Hause ‚Zum Hühnchen‘ haben stehen sehen.“

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