Clara Viebig - Die mit den tausend Kindern

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Marie-Luise Büchner ist als Lehrerin in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Mit großer Leidenschaft und einem Herzen für die Kinder wächst sie in einer Berliner Schule im Arbeitermilieu in den Lehrerberuf hinein, macht sich für die Kinder stark und nimmt an ihrem Schicksal auch außerhalb der Schule teil. Aber was ist mit ihren privaten Zielen? Da gibt es den Rektor ihrer Schule, der sie privat an seiner Seite wünscht ,und sie lernt den jungen Arzt Alwin kennen. Welche Richtung wird sie einschlagen? Ein bewegender Roman, in dem die Suche nach einer idealen, von pädagogischen Werten geleiteten Schule steht.-

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»Marga — du?!« Das war fast ein Schrei. Marie-Luise hatte die einstige Freundin vom Seminar sofort erkannt. Mit der Wärme freudigster Überraschung klang es: »Bist du denn jetzt auch in Berlin? Als was — auch als Lehrerin?«

Die andere nickte, ein leis spöttisches Lächeln spielte um den schönen Mund: »Ja, ich hab’s geschafft — allzu schwer ist’s mir ja nicht gemacht worden. Und du, wo bist du angekommen? Aber komm, komm,« drängte sie, »was brauchen hier mindestens ein halbes Dutzend zu stehen und uns zu begaffen, komm schnell heraus, komm mit, wir haben uns ja so viel zu erzählen!« Sie zerrte die Freundin mit sich, presste den Arm derselben mit der ihr eigenen, von jeher Besitz ergreifenden Ausschliesslichkeit an sich, die Marie-Luise von den Zeiten ihrer innigsten Freundschaft her kannte. »Ich bin selig, ganz toll vor Freude des Wiederfindens! Komm nur, komm!«

Marie-Luise hatte einen Augenblick gezögert, denn da stand Fräulein Ebertz und sah mit erstaunten Augen nach ihr hin — sie hatten sich verabredet, zusammen fortzugehen — musste sie sich nicht wenigstens von der verabschieden? Aber Marga liess ihr keine Zeit, drängte sie zur Saaltür auf den Hof und fiel ihr dort in einem Winkel, den das Licht der Laterne nicht erreichte, um den Hals: »Ich habe dich wieder, liebe, geliebte, einzige Marie-Luise! Liebst du mich denn auch noch? Jetzt wird’s aber schön! Jetzt können sie mir alle den Buckel ’runterrutschen. Und auf die ganze Schulmeisterei pfeif’ ich.«

Marie-Luise musste lachen: genau so war Marga immer gewesen, ein bisschen burschikos und ganz so stürmisch dem Augenblick hingegeben und auch ohne jedes Bedenken, ob sie nicht durch die Ausschliesslich keit, mit der sie sich nur um den einen Menschen kümmerte, andere kränkte. Aber sie war doch ein reizendes Mädchen gewesen; es war eine Schande, dass man sich so lange aus den Augen verloren hatte. Und reizend war sie auch jetzt, eigentlich reizender noch. Mit einem verstohlenen Seitenblick streifte Marie-Luise das schöne Gesicht: aber nach einer Lehrerin sah Marga nicht aus.

Nun gingen sie, sich eng aneinanderhaltend, Arm in Arm. Als wären all die Jahre, die zwischen dem Damals und dem Jetzt lagen, nicht gewesen, so fühlten sie sich. Und doch entdeckte Marie-Luise, als sie in der stillen Ecke eines eleganten Cafés sassen, in das Marga sie genötigt hatte — »wie, du willst nicht? Aber man kann bei dem Wetter doch nicht auf der Strasse bleiben —«, dass Marga hier im hellen Licht nicht ganz so jung mehr aussah und um die Mundwinkel eine kleine Falte hatte. Die verschwand freilich, wenn sie lächelte. Und sie lächelte viel.

Sich über das kleine runde Marmortischchen mit dem goldnen Fuss nahe zu Marie-Luise hinüberbeugend, hielt Marga die Freundin an beiden Händen. Hielt sie noch immer fest, obgleich Marie-Luise längst schon gehen wollte.

Fünftes Kapitel

So spät war Marie-Luise noch nie nach Hause gekommen, wie nach dem Vortrag ‚Bekenntnisschule oder Weltanschauungsschule‘. Die Mutter sass noch auf, hatte die Tochter in zitternder Angst erwartet — es ging ja schon auf eins.

»Wo bleibst du — was ist dir passiert — um Gottes willen!« Der zitternden Angst antwortete eine zitternde Freude: »Ich habe Marga getroffen.«

»Wen — was — wo denn? Wer ist Marga?« Keine Ahnung mehr hatte die Frau Professor von Marie-Luises Freundin vom Seminar. Aber sie liess die Tochter erzählen, dazwischen jammerte sie nur immer wieder: »Wenn dich nun einer angefallen, gar ermordet hätte! Man hört ja so vieles! O mein Gott, mein Gott! Wir armen einsamen Frauen — schrecklich, schrecklich!« Sie weinte noch stundenlang, so dass Marie-Luise auf ihrem Sofa im Esszimmer auch keinen Schlaf fand. Oder hatte das Wiederfinden der Jugendfreundin sie so erregt?

Für gewöhnlich schlief Marie-Luise immer gleich ein, selbst wenn die Mutter ihre Erregungszustände hatte; sie kannte so etwas ja schon seit Jahren. Diese Zustände waren freilich schlimmer geworden in der letzten Zeit und kamen häufiger. Es klappte gar nicht recht mit den Glässners.

Die Glässners waren gutmütige Leute — hatte Frau Glässner nicht die Cousine aus lauter Gutmütigkeit aufgenommen? — »Aber wenn Mathilde so ihre Tour hat, dann ist es nicht auszuhalten!« Herr Glässner verliess wie auf der Flucht die Küche, sobald die Frau Professor darin erschien, anfing mit den Töpfen zu rappeln, die Schubladen aufzog und wieder zustiess: »Wo hab’ ich denn, ach, was wollt’ ich denn? Dora, hast du mein kleines Küchenmesser nicht gesehen? Du hast es gewiss wieder weggenommen — ach nein, da ist es ja!« Und sie stiess einen tiefen Seufzer der Erleichterung aus und liess das Küchenmesser auf den Boden fallen, das sie schon längst in der Hand gehabt hatte.

Es stand nicht gut mit der Mutter, das sah Marie-Luise; es war schlimm, dass sie die so viel allein lassen musste, ihre Gegenwart wirkte immer beruhigend auf die nervöse Frau, aber sie musste doch in ihren Beruf. Und wenn sie’s auch nicht gemusst hätte, sie wollte. O Gott sei Dank, dass sie ihren Beruf hatte! Der gab ihr immer wieder von neuem die Freudigkeit, die sie sonst vielleicht nicht aufgebracht hätte.

Und heute war Marie-Luise besonders freudig gestimmt; es war noch ganz dunkel, als sie jetzt am Morgen zur Bahn ging. Spät erst war sie etwas eingeschlummert, um gegen sechs schon wieder aufzustehen. Nur zwei kurze Stunden Schlaf, aber sie war doch ganz frisch. Eine eisigkalte Morgenluft strich ihr ermunternd die Wangen, sie lief sich warm; um sieben ging der Zug, den sie erreichen musste, wenn sie um halb neun in der Schule sein wollte. Unter den hier draussen noch dick verschneiten Dächern flinzelte nicht überall Lichtschein, viele Häuser lagen noch im tiefsten Nachtfrieden, der Bäckerjunge, der die frischen Brötchen brachte, riss vergebens an der Klingel und warf dann schimpfend den Frühstücksbeutel über den Zaun. Aber vor dem Fräulein lüftete er höflich die Mütze: der hatte er schon öfter mal eine Semmel abgelassen. Marie-Luise verzehrte die dann mit Genuss im Laufschritt, frische Brötchen bekam sie ja nie zum Frühstück, sie verzehrte immer altbackene vom Tage zuvor. Der Kaffee wurde auch schon am Abend bereitet und in die Thermosflasche gegossen, dann war er noch heiss beim frühen Aufstehen. Das war nun einmal nicht anders, daran gewöhnte man sich rasch.

Marie-Luise spitzte die Lippen wie zu einem vergnügten Pfiff: Glück muss der Mensch haben, doch noch erreicht! Eben lief der Zug ein. Aber wie war sie auch gerannt, ebenso gerannt wie heute nach Mitternacht, als sie von Berlin zurückkam und das tiefe Schweigen einer Abgeschiedenheit sie umgab, die ihr trotzdem nicht einsam war. Neben sich fühlte sie noch die Freundin. Wenige Stunden war das jetzt her, wenige Stunden erst, dass Marga sie zum Bahnhof gebracht hatte. Die hatte sich das nicht verwehren lassen: »Ich nehme mir nachher ein Auto.« Ein Auto, welch eine Verschwendung! Aber Marga hatte gelacht: »Marie-Luischen, du bist doch noch immer das brave Kind: nur nicht ’nen Pfennig zuviel ausgeben. Ich bin längst nicht mehr so brav. Wer gibt mir was dafür, wenn ich mich nur schinde?! Ich tue mir an, was ich kann, denn ein Vergnügen ist das Lehrerin sein doch wahrhaftig nicht.« Marie-Luise war gar nicht mehr dazu gekommen, etwas hierauf zu erwidern, einen raschen, ihre Lippen fest drückenden Kuss hatte sie noch gespürt, dann war sie ins Kupee geschoben worden: »Auf Wiedersehen, aber sehr bald auf Wiedersehen!«

Der Herr neben ihr hatte dann das Fenster heruntergelassen, sich hinausgelehnt und so mit seinem breiten Rücken ihr jedes Winken unmöglich gemacht. Er sah neugierig nach der Gestalt, die schlank und elegant auf dem Bahnsteig zurückblieb, die Hände in den Taschen des Paletots und mit einem leicht amüsierten Lächeln dem Zuge nachsah. Marga Moebius dachte: Ach, ganz noch die frühere Marie-Luise, harmlos, pflichteifrig und noch so jung geblieben.

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