Clara Viebig - Die mit den tausend Kindern

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Marie-Luise Büchner ist als Lehrerin in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Mit großer Leidenschaft und einem Herzen für die Kinder wächst sie in einer Berliner Schule im Arbeitermilieu in den Lehrerberuf hinein, macht sich für die Kinder stark und nimmt an ihrem Schicksal auch außerhalb der Schule teil. Aber was ist mit ihren privaten Zielen? Da gibt es den Rektor ihrer Schule, der sie privat an seiner Seite wünscht ,und sie lernt den jungen Arzt Alwin kennen. Welche Richtung wird sie einschlagen? Ein bewegender Roman, in dem die Suche nach einer idealen, von pädagogischen Werten geleiteten Schule steht.-

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‚Nein, es ist doch die frühere Marga nicht mehr,‘ dachte Marie-Luise. Heute im kalten, nüchtern grauenden Tag erschien ihr manches anders als in der ersten Überraschung und Freude des Wiederfindens. Sie war wie in einer Verzauberung gewesen; alles war plötzlich wieder da, die Tage im Seminar, in denen man trotz alles Lernens nichts so ernst nahm, dass es einem auch nur eine Stunde das Lachen geraubt hätte. Was hatten sie doch alles für Unsinn angegeben, Marga war Anstifter, und sie hatte mitgemacht. Ach, all jene glücklichen Stunden steten Zusammenseins — gemeinsames Lernen, gemeinsames Spazierengehen! Am schönsten jene Stunden, in denen sie ihr frugales Abendbrot miteinander teilten, und Marga erst spät, nach zärtlichem Gutenacht, endlich hinüberschlich in ihr eigenes Bett. Marga hatte alles wieder hervorgezaubert — und war sie selber nicht auch bezaubernd? Marie-Luise konnte sich nicht genug wundern, wie elegant Marga geworden war; sie selber kam sich ganz altmodisch gekleidet dagegen vor. Und doch hatte Marga eigentlich nichts anderes an, als die meisten anderen auch: ein dunkles Kleid, einen Mantel mit Pelzkragen und ein kleines, tief in die Stirn gedrücktes Hütchen. Aber wie das alles sass! Und ein feiner Duft ging von ihr aus, ein Duft, der nicht aufdringlich war, und den Marie-Luise heute, selbst hier im Kupee, noch immer verspürte. Er haftete noch ihren Handschuhen an, ihren eigenen Händen, die Marga so lange in den ihren gehalten hatte.

Ah, wie sich Marga wohl in solcher Schule ausnehmen würde, wie die ihrige eine war? Marga und eine Schule im äussersten Osten! Kinder, die zum grossen Teil Proletarierkinder waren! Marie-Luise fand es eigentlich nur begreiflich, dass Marga nicht an solcher Schule war. Die hatte ihr erzählt, dass sie, nachdem sie erst zu nervös gewesen, dann doch das Examen wiederholt hatte. Und es war gar kein Wunder, dass sie, die Begabte, Interesse erregt hatte. Man hatte ihr geraten, noch einige Kurse durchzumachen, ein weiteres Examen, das sie dann zum Unterricht an höheren Schulen berechtigte. Eine reiche Familie aus Rio, deren Töchterchen sie während eines Deutschland-Aufenthaltes privatim unterrichtete, hatte ihr die Mittel dazu gewährt. Das erzählte Marga alles so nebenbei, es hatte Marie-Luise gewundert, dass sie nicht mit mehr Dankbarkeit von diesen Leuten sprach. Ein halbes Jahr war sie auch in Frankreich gewesen, und ein halbes Jahr in England. Nun unterrichtete sie schon seit ein paar Jahren an einer höheren Mädchenschule im westlichen Berlin. Freilich eine Karriere! Und schnell war es mit der gegangen. Marie-Luise wunderte sich nicht darüber: das war eben Marga, der die Zukunft schon immer mehr zu versprechen geschienen hatte als allen andern. Aber ob sie glücklich war in ihrem Beruf? »Ich hätte mir was anderes gewünscht,« hatte Marga kurz gesagt und dann geschwiegen. Und Marie-Luise hatte auch nicht weiter gefragt. Ihr Gespräch war ja so überfüllt gewesen von lauter Erinnerungen, dazwischen Händedrücke, Versicherungen der Freude, sich wiedergefunden zu haben, und Pläne, wie und wo man sich bald, recht bald wiedersehen würde. Ja, es war eine Freude, eine ungeahnt grosse, alles andere verdrängende Freude — Marga, Marga!

Es kam Marie-Luise jetzt erst zum Bewusstsein, dass ihr eigentlich immer etwas gefehlt hatte. Fräulein Ebertz war nicht so anziehend, dass man die Stunde herbeisehnte, in der man mit ihr zusammen sein konnte. Fräulein Ebertz — Herr Gott, sie musste sich gleich bei der entschuldigen, dass sie so fortgerannt war! Und sich bedanken. Denn war Fräulein Ebertz nicht eigentlich die Urheberin ihres ganzen Glückes? Wenn die sie nicht mit in den Vortrag geschleppt hätte! —

Fräulein Ebertz stand vor ihrer Klassentür und kam Marie-Luise heute noch unansehnlicher vor, noch alltäglicher als sonst. Das Zöpfchen am Hinterkopf war zu einem kleinen festen Knudel zusammengedreht; farblosgrau wie das Kleid war das Gesicht, die stumpfe Nase so klein, dass sie ganz ausdruckslos war — ach, nichts war schön an ihr, gar nichts.

Fräulein Ebertz war nicht guter Laune: das hätte sie der Büchner nicht zugetraut, dass die so rücksichtslos sein würde; nicht einmal vorgestellt hatte die sie. Als Marie-Luise etwas stammelte von Entschuldigung — ‚eine frühere Schulfreundin, plötzlich wiedergefunden‘ — sagte sie nur: »Na ja.« Aber es klang so resigniert, dass es Marie-Luise traurig berührte. Die hatte doch auch nichts, gar nichts: alt, hässlich, wie lange noch, und sie wurde auch abgebaut. Von der Höhe ihres Glückes herab flüsterte sie sehr eilig, denn die Schulglocke begann schon den Anfang zu läuten: »Liebes Fräulein Ebertz, ich danke Ihnen so sehr. Sie sind schuld — Sie müssen meine Freundin auch bald kennenlernen — eine Kollegin — die wird Ihnen ja so gut gefallen!«

»’ne Kollegin? ’ne Filmdiva, dacht’ ich.« Und Melitta Ebertz schlug die Tür ihrer Klasse rasch hinter sich zu.

Das hatte Marie-Luise verstimmt. Obgleich sie sich sagte: ‚die ist nun schon ganz verknöchert, man darf ihr weiter nichts übelnehmen, sie hat ja auch keine Ahnung von Höherem und was Marga ist‘, war von ihrer Freude doch plötzlich etwas abgebröckelt. Es war gut, dass ihre Kinder heute besonders lebhaft waren, ganz aufgeregt, und ihre Aufmerksamkeit stark beanspruchten.

Es schrien gleich mehrere bei ihrem Eintritt: »Fräulein, Lenchen Krause ihre Mutter is gestern gestorben. Die, wo so lange ins Krankenhaus war. Fräulein, wo kommt Lenchen nu hin, ins Waisenhaus?«

Ach, um Gottes willen! Lenchen Krause, das kleine bleiche Ding, das so verschüchtert sass und gleich verletzt war, selbst über ein Lachen, jetzt ohne Mutter? — »Ich will bei meine Mutti — bei meine Mutti —« Marie-Luise hatte noch das Weinen des Kindes von damals im Ohr. Eine Welle des Mitleids überflutete sie und spülte alles fort, was sie vordem erfüllt hatte. Es schoss ihr feucht in die Augen; sie setzte sich auf den Platz in der vordersten Bank, auf dem Lenchen heute fehlte, und stützte den Kopf in die Hand.

»Fräulein, sind Sie traurig? Warum?« Es war der Klasse sehr interessant, ihre Lehrerin traurig zu sehen. Warum war die traurig, die kannte Frau Krause doch gar nicht?!

»Man kann auch traurig sein, wenn man jemanden nicht persönlich kennt,« sagte Marie-Luise; aber das verstanden sie nicht. ‚Kinder sind grausam,‘ hatte die Ebertz gesagt, und das empfand Marie-Luise heute: grausame Neugier der Kinder. Sie bestürmten sie mit Fragen: Kam Frau Krause nun in einen Sarg? Kriegte Lenchen Krause nun ein schwarzes Kleid?

»Ich hab’ schon mal ’n Begräbnis gesehen,« tat eine sehr wichtig. »Da war ich mit bei. Als mein Bruder gestorben war. Denn spielten wir nachher so schön Begräbnis.«

»Still, still, ich will jetzt nichts mehr hören, kein Wort!« Marie-Luise hob abwehrend die Hand. »Setzt euch ganz ruhig hin, faltet eure Hände, legt sie so vor euch aufs Pult. Denke mal eine jede von euch jetzt ganz still bei sich nach: Wenn ich nun keine Mutter mehr hätte! Keine Mutter, die mich morgens weckt, dass ich rechtzeitig zur Schule komme, die mich wäscht und kleidet, dass ich sauber bin, die mir zu essen gibt, wenn ich hungrig bin, die mich auf den Schoss nimmt, wenn ich mir weh getan habe. Keine Mutter mehr, die mir die Tränen wischt, wenn ich geweint habe, keine Mutter mehr, die mich pflegt, wenn ich krank im Bett liege, keine Mutter mehr, die mich straft, wenn ich unartig bin, und die mir dann doch wieder verzeiht. Keine Mutter mehr, der ich alles sagen kann, keine Mutter mehr, die mich im Arm hält und mich immer behütet. Wenn ihr das alles mal bedenkt, dann wisst ihr, warum ich traurig bin, dass Lenchen Krause keine Mutter mehr hat.« Die Stimme der Lehrerin hatte weich und doch sehr ernst geklungen.

Die Gesichter der Kinder, die zuerst dumm-neugierig oder zum Teil auch unaufmerksam zugehört hatten, wurden nach und nach anteilnehmend. In manch leeres, noch gänzlich unbeschriebenes Kindergesicht kam etwas wie ein betroffener Ausdruck.

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