Clara Viebig - Die mit den tausend Kindern

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Marie-Luise Büchner ist als Lehrerin in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Mit großer Leidenschaft und einem Herzen für die Kinder wächst sie in einer Berliner Schule im Arbeitermilieu in den Lehrerberuf hinein, macht sich für die Kinder stark und nimmt an ihrem Schicksal auch außerhalb der Schule teil. Aber was ist mit ihren privaten Zielen? Da gibt es den Rektor ihrer Schule, der sie privat an seiner Seite wünscht ,und sie lernt den jungen Arzt Alwin kennen. Welche Richtung wird sie einschlagen? Ein bewegender Roman, in dem die Suche nach einer idealen, von pädagogischen Werten geleiteten Schule steht.-

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Rektor Volbert hatte sich so vertieft in seine Träume und blickte so versonnen, dass Marie-Luise schon ein paarmal sich nach ihm umgesehen hatte. Der sass ja noch immer da, wollte er denn die ganze Zeit hier bleiben? Aber rasch hatte sie sich wieder weggewendet, sie fühlte seinen starren Blick. Und sie war erleichtert, als er endlich ging. Er reichte ihr wiederum die Hand und sagte ihr, wie sehr er mit ihr einverstanden sei. Aber seine Anerkennung, an der es ihr eigentlich hätte doch liegen müssen, berührte sie weiter nicht — kam das daher, weil ihre Gedanken heute an anderm so viel Grösserem Anteil nahmen? Sie dachte auch immer wieder an Marga. Es war doch wie ein Wunder, dieses plötzliche Wiederfinden. Immer noch hatte sie das Sprechen von Marga im Ohr, ihre Art zu lachen, und dazwischen schob sich wieder das kleine Lenchen in ihre Gedanken, das seine Mutter verloren hatte, und zu dem sie nun nachher gleich hingehen würde. — —

Marie-Luise ging mit Trude Schindler nach Schulschluss. Ein Schweif von Kindern hinterdrein. Das war doch zu interessant, dass das Fräulein mit der Trude wegging. Auch anderen Klassen war das interessant, der Schwarm neugieriger Kinder wurde immer grösser. Da drehte die Schindler sich um, schnitt eine greuliche Grimasse, streckte die Zunge heraus und schrie: »Macht, dass ihr wegkommt! Wartet man, ihr, mein jrosser Bruder, der wird euch!«

»Pfui, Trude!«

Zum Schweigen verdammt, aber doch sehr stolz, trappelte Trude dann neben Marie-Luise her. Es war ihr noch nie passiert, dass so eine Dame mit ihr ging. Sie hätte gerne noch etwas von den Krauses angebracht — o sie wusste ja noch viel, viel mehr! — aber das Fräulein hatte streng gesagt: »Du musst nicht allen Klatsch wiedererzählen, Kind, das ist hässlich. Ich glaube den auch nicht; Klatsch ist nie wahr.«

Na, das Fräulein würde ja bald erfahren, dass alles wahr war! Und Augen machen. ‚Was die bloss an der dummen Lene gefressen hat,‘ dachte Trude etwas missgünstig. ‚Wenn ich sie wäre, denn kümmerte ich mir nich um solche Leute.‘

Und wie das Kind, so dachten auch andere im Haus. Das Haus war gross — fünf Stockwerke, und das Quergebäude im Hof auch fünf Stock hoch — alles, von ganz unten, wo es ewig feuchte, schlüpfrige Stufen hinunterging, bis oben herauf, wo es im Sommer so dörrte wie in einem Backofen, alles dicht bewohnt. Viele Parteien, an hundertsechzig Menschen im Haus, kaum anzunehmen, dass es bei so vielen, die ein und aus gingen, bemerkt werden würde, wer da mit der kleinen Schindler kam. Aber es wurde doch sofort ruchbar: ein Fräulein, ein feines Fräulein! Das war die von der Fürsorge nicht, das war die Lehrerin aus der Schule. Und nach oben zu den Krauses ging die.

Die Krauses wohnten ganz oben. Sie hatten keine Klingel an ihrer Tür und auch kein Briefkästchen, nur ein Stückchen Pappe war angenagelt, darauf stand:

Julius Krause

Bildhauer

‚Bildhauer‘, das las sich sehr vornehm, aber Trude Schindler hatte ihre eigentümlich ausdrucksvolle Bewegung mit den Achseln gemacht und den Mund dabei schief gezogen: »Er kloppt Steine bei’n Bau — wenigstens sollt’ er welche kloppen.« Und dann war sie, husch husch, lautlos wieder die Treppe hinunter.

Marie-Luise stand allein vor der Tür und hatte so etwas wie Herzklopfen: wie sollte sie sich einführen bei dem Mann? Wenn der wirklich so schlimm war, wie die Schindler ihn machte — brutal, schon gesessen hatte — dann war er vielleicht auch grob zu ihr? Sie pochte, aber es rief niemand Herein. Und doch merkte sie, dass jemand drinnen in der Wohnung war; sie hatte sogar das Gefühl, dass sie beobachtet wurde. Hinter der Tür bewegte sich etwas, sie spürte es wie Atmen, und jetzt glitzerte etwas an dem Spalt der schlecht schliessenden, schief in den Angeln hängenden Tür: ein Auge. Das war ihr unheimlich; schon wollte sie zur Treppe, wieder hinuntersteigen, da wurde die Tür aufgemacht: »Was wünschen Sie?«

So schlimm, wie sie sich Lenchens Vater vorgestellt hatte, war der Mann nicht, er sah ganz anständig aus und fragte auch höflich, und doch erschrak Marie-Luise. Er hatte ein Gesicht, das ihr zuwider war, ein gedunsenes bleiches Gesicht, in dem die Augen schräg standen und wie lauernd. »Sie entschuldigen,« stotterte sie, »ich — ich bin die Lehrerin von Lenchen«.

Er sah sie stumm abweisend an.

»Ich bin doch recht hier? Sie sind doch Herr Krause?«

»Mein Name ist Krause.«

Er machte es ihr wirklich schwer, er forderte sie auch nicht auf, näher zu treten, aber sie überschritt mutig die Schwelle. O dieser Mensch, ein ganz widerlicher Kerl! Eine instinktive Abneigung erfasste sie, aber sie musste sich zusammennehmen, höflich sein, sogar liebenswürdig, sie kam ja um des armen Kindes willen. Sein stummes Schielen von der Seite aus schrägen tückischen Augen mit freundlichem Blick erwidernd, streckte sie ihm die Hand hin: »Mein aufrichtiges Beileid, Herr Krause, Sie haben die Frau verloren, Lenchen die Mutter — oh, es tut mir ja so unendlich leid für das arme Kind!« Mit einer Redensart hatte sie ihren Satz begonnen: Beileid, aufrichtiges Beileid, nein, das empfand sie nicht für diesen Menschen, aber das, womit sie den Satz geschlossen hatte, das empfand sie in Wahrheit, und jetzt noch mehr als vorher, da sie Herrn Krause nur erst von Hörensagen kannte. Nein, so sah kein guter Mensch aus und auch kein ehrenwerter — die Augen schienen ja immer auf der Lauer: ‚Wer sieht, was du tust?‘ Dieser Mund mit den breiten Lippen dünkte sie gemein, unwillkürlich streifte ihr Blick seine Ohren: Verbrecherohren? Nein, seine Ohren lagen fest am Kopf an und widersprachen dem Bild, das man sich von einem Verbrechertyp macht.

»Zu traurig für Lenchen,« seufzte sie.

Er schien ihre ausgestreckte Hand nicht bemerkt zu haben; er nickte knapp: »Hm. Ja, traurig.«

»Ihre Frau war schon längere Zeit krank?«

»Lange. Tuberkulose.«

»Ach Gott!« Marie-Luise erschrak: dann musste die Schulärztin daraufhin Lenchen aber sofort noch einmal aufs genaueste untersuchen. Wie leicht konnte sie etwas geerbt haben, man musste vorbeugen. »Ist denn das Kind ganz gesund, Herr Krause?«

»Ich denke.« Der Mann erschien ganz gleichgültig; und er war es in der Tat auch. Was ging ihn eigentlich dieses Kind an? Seine Frau hatte es mit in die Ehe gebracht, wollte ihm immer einreden, es wäre von ihm. Konnte sein, konnte aber auch nicht sein. Aber das ging hier das Fräulein ja gar nichts an. Was kam ihm überhaupt diese Person auf den Hals? Am liebsten schmisse er sie wieder heraus, er war gerade in der Stimmung dazu. Aber sie war hübsch, ein stattliches Frauenzimmer, Schenkel wie gedrechselt, eine Kehle, weiss und mollig zum Anbeissen. Sein Blick fing an zu flimmern. Etwas, das beinahe wie ein Lachen aussah, verzog die breiten Lippen und entblösste ein starkes Gebiss.

Als ob sie diesen flimmernden Blick richtig gedeutet hätte, so empfand Marie-Luise unbewusst plötzlich eine heftige Abwehr. Sie knöpfte an ihrem Mantel; sie hatte den am Halse geöffnet gehabt. Nun schloss sie ihn fest. Ach, es war ja grässlich hier, diesem Mann war gar nicht beizukommen — oder fing sie es nur so ungeschickt an? Was für ein liebloser Vater, ein ganz scheusslicher Kerl! Sie hätte die grösste Lust gehabt, energisch zu werden, ihm das geradeheraus zu sagen, was sie von ihm dachte, seine Gleichgültigkeit empörte sie — aber hatte sie denn ein Recht, hier einzudringen? Vielleicht, wenn sie etwas sagte, was ihm nicht passte, wies er sie hinaus, und dann konnte sie nichts, gar nichts für das Kind tun. Er liess es womöglich dann gar nicht mehr zu ihr in die Schule. So zwang sie sich zu lächeln, lächelte in dies ihr unergründlich scheinende Gesicht, und ihre Stimme klang bittend: »Kann ich denn Lenchen nicht mal sehen?«

»Ich weiss nicht, wo sie ist. Sie kraucht immer im Hause ’rum. Das will ich aber gar nicht haben. Das is alles so ’ne Bande hier.« Er trat auf den Flur und schrie zornig: »Lene! Sofort!«

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