Gerhard Brunn - Die Europäische Einigung. Von 1945 bis heute

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Der friedliche Zusammenschluss souveräner Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg war im Rückblick auf Jahrhunderte kriegerischer Geschichte nichts weniger als eine Revolution mit friedlichen Mitteln. Doch zu Beginn des 21. Jahrhunderts muss das Bündnis seine neue Rolle erst noch finden.
Gerhard Brunn stellt den von zahlreichen Krisen, Konflikten und Stagnationen begleiteten Prozess der europäischen wirtschaftlichen und politischen Integration dar, von den Anfängen bis in die jüngste Zeit.

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Andererseits führte der Krieg die gewaltsame Vereinheitlichung Europas unter nationalsozialistischer Herrschaft vor Augen, die Mobilisierung der Ressourcen für ein einziges Ziel. Damit gab die NS-Herrschaft über fast ganz Europa wiederum Anstöße für ein Denken in kontinentalen Zusammenhängen und regte gleichermaßen Kollaborateure wie Widerstandsbewegungen und Exilregierungen dazu an, über eine organisierte Zusammenarbeit Europas nach dem Kriege nachzudenken.

Intellektuelle Kollaborateure in den besetzten Ländern Westeuropas interpretierten den Sieg des Nationalsozialismus als Sieg über eine morsche alte Ordnung und den europäischen Partikularismus. Der Nationalsozialismus verkörperte für eine nicht unerhebliche Zahl von Intellektuellen den Fortschritt, der mit Waffen einen großen zukunftsfähigen Wirtschaftsraum Europa schaffe, ein europäisches Europa in Bewegung; sie träumten von einer europäischen Wiedergeburt, einer europäischen Revolution, einer europäischen faschistischen Zivilisation, von einem schöpferischen und vitalen kontinentalen Block.

Auch die Kollaborationsregierungen der besetzten Länder glaubten an den Aufbau eines neuen Europas, in dem sie einen geachteten Platz erhalten würden. Die Eigenstaatlichkeit ihrer Länder stellten sie nicht in Frage. Ihre Erklärungen und Pläne favorisierten einen Staatenbund mit einem gemeinsamen Wirtschaftsraum und koordinierter Außenpolitik unter deutscher Führung als Weltmacht Europa neben der Sowjetunion und den USA.

Die intellektuellen wie staatlichen Kollaborateure gaben sich Illusionen hin. Realistischer urteilte der finnische Marschall Mannerheim, der 1939 meinte, die Völker Europas sollten zu »weißen Negern des Dritten Reiches« gemacht werden (zit. nach: Neulen, S. 369). Im intimen Kreis seiner Tischgesellschaften kam Hitler das eine oder andere Mal auf seine Vorstellung eines zukünftigen nationalsozialistischen Europas zu sprechen. Eine supranationale oder konföderale Ordnung Europas mit gleichen Rechten für andere Völker kam für ihn nicht in Frage. Europa sah er rassistisch, es war für ihn »kein geographischer sondern ein blutsmäßig bedingter Begriff«. Er sprach davon, den Westen, die Mitte, den Norden und Osten des Kontinents mit Waffengewalt zu einer großen Einheit zusammenzuschweißen oder zurechtzumeißeln, nicht zu einem deutschen Nationalitätenstaat nach Art der österreichischen Donaumonarchie, sondern zu einem »großgermanischen« Reich. In ihm sollten die Nationen »germanischer Blutsverwandtschaft« zu einem neuen »Staatsvolk, dem germanischen Volke« verschmolzen werden. Mit 150 bis 200 Millionen germanischen Menschen wollte er dies Reich zum unumschränkten Herrn Europas machen, zum Herrn über eine hierarchisch gestufte Staatenwelt von Vasallen- und Sklavenvölkern.

Als aber 1942/43 die deutschen Armeen an der Ostfront in die Verteidigung gezwungen und zum Rückzug gedrängt wurden und es galt, so viel freiwillige Hilfe wie möglich zur Unterstützung der deutschen Kriegführung zu mobilisieren, nahm die NS-Propaganda in den besetzten Ländern massiv Zuflucht zur Idee der europäischen Solidarität. Gewissermaßen nach dem Motto »Völker Europas, verteidigt eure heiligsten Güter« stellte sie auf großflächigen Plakaten den Krieg als Abwehrkampf gegen den Europa bedrohenden »jüdischen Bolschewismus« dar. Ein angeblich gemeinsamer rassischer und ideologischer Feind, eine angeblich gemeinsame geopolitische Bedrohung durch »asiatische Völker« musste herhalten, um Freiwillige und Soldaten für die Front sowie Arbeiter für die Kriegsindustrie anzuwerben.

Das Europa der Résistance

Es ist erstaunlich, dass trotz der Pervertierung des Europagedankens durch die nationalsozialistische Propaganda die Widerstandskämpfer in den besetzten Ländern selbst wie die Regierungen im Londoner Exil den Widerstand nicht allein als nationalen Freiheitskampf sahen, sondern auch als einen Kampf für ein Nachkriegseuropa, in dem eine enge institutionalisierte Kooperation die nationalistischen Dämonen bändigen würde. Der Völkerbund hatte den Frieden nicht sichern können, und der Zusammenbruch der nationalstaatlichen Ordnungen nach der nationalsozialistischen Invasion hatte die Schwächen des nationalstaatlichen Prinzips vor Augen geführt, und beides legte einen engen Zusammenschluss der europäischen Länder mit starken internationalen Einrichtungen nahe. So würde man eine dauerhafte Sicherheits- und Friedensordnung schaffen.

Dazu konnten die Politiker im Londoner Exil mitansehen, wie die USA als Kriegslieferant und praktisch alleiniger Anbieter auf dem Weltmarkt ein weltweites militärisches und wirtschaftliches Übergewicht erlangten, das alle Maßstäbe der europäischen Staaten sprengte und deren Wettbewerbsfähigkeit prinzipiell gefährdete. Den europäischen Politikern im Londoner Exil ging es daher in erster Linie um die Selbstbehauptung ihrer Länder nach dem Krieg, als sie auf Pläne zu regionalen oder umfassenderen Zusammenschlüssen aus den zwanziger Jahren zurückgriffen. Am 15. Januar 1942 unterzeichneten die jugoslawische und griechische Exilregierung in London ein Konföderationsabkommen mit der Verpflichtung zu gemeinsamen außen-, wirtschafts- und verteidigungspolitischen Institutionen. Acht Tage darauf folgten die polnische und tschechische Exilregierung mit einem ähnlichen Abkommen. Parallel dazu warb der Außenminister der belgischen Exilregierung, Paul-Henri Spaak, für einen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Zusammenschluss der Beneluxstaaten mit Frankreich, und im Sommer 1943 gab der Führer des französischen Exils, Charles de Gaulle, den Auftrag, den unter anderen von Jean Monnet propagierten Plan einer »Föderation des westlichen Europa« eingehend zu untersuchen. Ein Jahr zuvor schon hatte der Führer des polnischen Exils, General Sikorski, in London Gesprächsrunden organisiert, in denen die Möglichkeit einer »Europäischen Gemeinschaft« der ost- und westeuropäischen Staaten ausgelotet werden sollte. Die Gesprächspartner stimmten weitgehend überein, dass es wünschenswert sei, Teile der einzelstaatlichen Souveränitätsrechte an gemeinsame überstaatliche Institutionen abzugeben, aber sie mussten erkennen, dass 1942/43 die Zeit für europäische Entwürfe der Nachkriegsordnung vorbei war. Das Schicksal Europas würde von den beiden Supermächten entschieden werden. Die USA, die ja auch in Ostasien dauerhaft Frieden stiften mussten, hatten nicht eine europäische, sondern eine Weltfriedensorganisation (UNO) im Sinn, und die Sowjetunion wollte eine Vorherrschaft in Osteuropa errichten. Mit den Vorhaben der beiden Mächte war eine europäische Föderation nicht vereinbar. Das erkannten die Exilregierungen. Sie folgten den Vorstellungen des amerikanischen Präsidenten Roosevelt und unterstützten seinen Plan, eine Weltorganisation als Instrument universaler kollektiver Friedenssicherung zu schaffen.

Allerdings blieb im französischen Einflussbereich bis 1944 eine europäische Lösung im Gespräch. Weil aber de Gaulle seine Anstrengungen unverhohlen darauf konzentrierte, ein von Frankreich geführtes Westeuropa unter Ausschluss Großbritanniens zu schaffen, konnten die Beneluxländer nicht zustimmen. Sie einigten sich auf eine kleine Lösung und vereinbarten im September 1944 eine Zollunion.

Die Exilpolitiker erörterten konkrete Projekte. Dagegen hatten die Europapläne der im Untergrund agierenden Widerstandsbewegungen, wie hätte es anders sein können, einen allgemeinen Charakter, sie waren »idealer«, schwärmerischer. In vielen Varianten traten die Verfasser für eine Abkehr von der europäischen Vorkriegsordnung ein, von einem kreuz und quer durch Grenzen geteilten Europa, dessen Schwäche und dessen Zusammenbruch sie erlebt hatten. In diesem Sinne verfassten Widerstandsgruppen unabhängig voneinander in der Tschechoslowakei, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen oder Jugoslawien Absichtserklärungen, nach dem Krieg eine Union der europäischen Staaten herbeizuführen. Die Motive und theoretischen Überlegungen der Autoren waren dabei trotz ihrer vielfältigen ideologischen Differenzierungen erstaunlich gleichartig.

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