Tim Gräsing - Aus der Hölle ans Licht

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Selten erleben Fans eine solch emotionale Achterbahn: Im Jahr 2005 stand Borussia Dortmund vor dem Bankrott. Kaum jemand glaubte, dass der Verein sich rasch erholen und an frühere Erfolge anknüpfen könnte. Doch genau das ist passiert: Nur sechs Spielzeiten später wurde Dortmund Deutscher Meister … Der glühende BVB-Anhänger Tim Gräsing schildert in seinem Buch, wie er die zehn Jahre der 'neuen' Borussia erlebt hat. Anfangs noch geplagt von Abstiegs-Albträumen, erlebt (und lebt) auch er den unglaublichen Rückhalt, den der Verein in der Region erfährt. Trotz sportlicher Krise werden 50.000 Dauerkarten verkauft, die Stimmung auf der riesigen Südtribüne, der 'Gelben Wand', bleibt fantastisch. Der Autor fiebert, leidet und jubelt mit seinem Verein, fährt wie 17.000 andere Dortmunder zum Auswärtsspiel bis nach Madrid, feiert große Titel und vergisst doch nicht, wie brüchig der Erfolg sein kann.

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Und das wirklich Schlimme an der ganzen Misere war, dass ich überhaupt keine Ahnung hatte, wo eigentlich der Grund für den drohenden Niedergang meines Vereins lag. Gläubiger, Aktionäre, Florian Homm, Wertpapiere, Molsiris, Dividende, Investoren, Ausgliederungen, Unterschlagungen. Vom schlüpfrigen Börsengewäsch hatte ich natürlich schon gehört, aber richtig einordnen konnte ich es nicht. Ich wusste schon, dass die Kacke nicht mehr nur dampfte, sondern loderte. Doch wie genau es über Jahre der Misswirtschaft hinweg so weit kommen konnte, das erschloss sich mir nicht. Schon im Kindergarten konnte ich meinen sehr kleinen Mitstreitern das ominöse „Abseits” erklären und auch, was eine „Notbremse” ist, aber dass plötzlich die Existenz eines Fußballvereins auf der Kippe stehen konnte, der genug Tore erzielte und etliche Punkte einfuhr, das war mir neu. Niebaum und Meier – ja, ja, die Pleitegeier – flimmerten zu dieser Zeit doch eigentlich immer recht sympathisch über die Mattscheibe. Das zumindest war meine Meinung – wie dumm man doch sein kann. Doch ich lernte meine Lektion. Rückblickend kann ich wohl sagen: In dieser dunklen Stunde des 14. März 2005 wurde mein mittlerweile großes Interesse an Fußballpolitik geboren, egal ob es um fanverträgliche Eintrittspreise oder das leidige Thema des DFLSicherheitspapiers geht. Solche Dinge kritisch zu hinterfragen, gehört für mich seither zum Fußball dazu.

Der 14. März also. Alles war wie immer, nur fühlte es sich total anders an. Weckerklingeln um 6:30 Uhr. Ein flaues Gefühl in der Magengegend. Keine Leistungskontrolle, kein mündlicher Test. Aber auch kein wichtiges Spiel meiner Borussia am Abend. An diesem Tag spielte die Musik in Düsseldorf, in einer ehemaligen Abfertigungshalle des Flughafens. Gläubigerversammlung. Der kurz zuvor neu ins Amt berufene Präsident Reinhard Rauball mittendrin. Eine sechsstündige Versammlung. Und am Ende des Tages ein leichenblasser Rauball, der vor die Mikros trat und die vorläufige Rettung des Klubs verkündete.

Ich habe Mathematik in der ersten Unterrichtsstunde an diesem Montag. Doch die Prozentrechnung im Unterricht interessiert mich in diesen 45 Minuten herzlich wenig, vielmehr geht es um Prozente in Düsseldorf. Der Tag driftet an mir vorbei und schreitet dabei nur so langsam voran wie eine Schildkröte auf Valium. Zweite Stunde Biologie. Stoffwechseltypen im evolutionären Zusammenhang. Ich sitze da und starre auf das leere Blatt Papier vor mir. Die Lehrerin wendet sich von der Tafel ab und richtet ihren Blick auf mich.

„Tim, kannst du bitte kurz die ökonomische Komponente in der Evolutionstheorie skizzieren?”

Keine Reaktion. (Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass die Inhalte der Unterrichtsstunden von mir frei konstruiert wurden, da ich mich tatsächlich nicht mehr daran erinnern kann.)

„Tim, ausruhen kannst du dich zu Hause! Antwortest du bitte auf meine Frage.”

Ich starre weiterhin auf das Blatt Papier. Ein leichtes Seufzen.

Dritte Stunde. Deutsch. Noch ist Pause. Ein kleines tragbares Radio an meinem Ohr. Dann das Klingeln zur Stunde. Radio ausschalten. Noch keine Neuigkeiten. Meine Fingernägel werden kürzer und kürzer. Die bittere Heimpleite gegen Stuttgart noch in den Beinen und die schwierige Auswärtspartie beim HSV schon im Kopf. Aber soll ich mich denn jetzt überhaupt schon auf das nächste Spiel freuen? Vielleicht endet die Geschichte des Vereins so, wie man ihn bisher kannte, ja noch an diesem düsteren Vormittag. Die Ungewissheit nistet sich in jede Faser meines Körpers. Am liebsten würde ich nach Hause fahren, mich ins Bett legen und erst morgen wieder aufwachen. Dann die Zeitung aufschlagen und lesen, dass alles glatt gegangen ist, es dem Ballspielverein wieder gut geht und in Zukunft nur noch das sportliche Geschehen auf dem Rasen eine Rolle spielt.

Aber so einfach ist es nicht. Das Leben prüft seine Akteure gern, und ich habe das Gefühl, vor meiner ersten richtigen Bewährungsprobe zu stehen. „Ich will auch immer lieb sein und machen, was du sagst, Fußballgott – nur mach, dass es meinem Verein wieder besser geht!” Ich kritzele irgendwas in meinen Deutschhefter. Grammatik interessiert mich in diesen Stunden so viel wie die Stollenlänge von Klinsmanns Tretern im WM-Finale ‘90. Der Tag soll einfach nur vorbei sein. Ist er aber noch nicht. Also starre ich wieder gedankenverloren auf ein leeres Blatt Papier. Ich senke meinen Kopf und ...

***

... kann es nicht glauben. Wahrscheinlich bin ich in diesem Moment der einzige Mensch im Stadion, der so dasitzt. Den Kopf gesenkt, schaue ich auf den Betonboden von Sitzreihe 25 im Block 110 des Londoner Wembleystadions. Um mich herum Ekstase pur. Ilkay Gündogan hat soeben den Ausgleich erzielt. Und ich brauche einfach diesen einen Moment der Ruhe, bevor auch ich aufspringe und mit wild zappelnden Armen meinem Jubel freien Lauf lasse. In dieser einen Sekunde, in der ich meinen Blick demütig nach unten richte, bin ich ganz kurz wieder dieser 16-jährige Zehntklässler, der im Begriff ist, einen der größten Fixpunkte in seinem Leben zu verlieren.

An jenem Abend des 14. März kam ich von der Schule nach Hause, und irgendwann, nach schier endlosen Stunden des Wartens, wurde das Ergebnis des Sitzungsmarathons verkündet. Borussia Dortmund lebt. Borussia Dortmund lebt weiter. Die Konsolidierung des Vereins wird auf den Weg gebracht, die Schulden werden abgebaut. Der Vorraum der Pathologie wird zur richtigen Seite wieder verlassen. Ich darf mich also doch auf das nächste Spiel in Hamburg freuen. Ich darf also weiterhin schüchtern von der Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb träumen. Aber eigentlich träume ich an diesem Abend, als ich dann irgendwann völlig ausgelaugt im Bett liege, von viel höheren Zielen – und bin zugleich froh, überhaupt nur die Chance zum Träumen zu erhalten.

***

Bier schwappt mir ins Gesicht. Der Jubel über den Ausgleichstreffer kennt kein Ende. Acht Jahre sind lang und doch zu kurz, um zu begreifen, was in dieser Zeit alles passiert ist.

Zurück in die Zukunft

Am eigenen Leib zu erfahren, wie es früher war, und damals schon zu wissen, was morgen passiert, ist faszinierend und beängstigend zugleich. Ich muss gestehen, dass mich Zeitreisen schon länger interessieren. Nicht, dass ich mich tatsächlich schon einmal mit der Theorie auseinandergesetzt habe, aber in Filmen sind Zeitsprünge schließlich oft die Kirsche auf dem Dessert. In die (eigene) Vergangenheit zu reisen und bestimmte Begebenheiten ändern zu können, hätte durchaus seinen Reiz – und wäre zugleich gefährlich. Spätestens seit Marty McFlys kultigen „Zurück in die Zukunft”-Reisen im DeLorean weiß man, was dabei alles schieflaufen kann. Und dennoch bestärkt mich die klassische „Ende gut, alles gut”-Hollywood-Mentalität in meinem Vorhaben, für dieses Buch einen kleinen Zeitsprung zu wagen. Keine Angst, denn heute im Jahr 2015, weiß ich, dass ich nichts ändern muss. Dem BVB geht’s wieder gut, vielleicht sogar besser als je zuvor. Ich möchte lediglich herausfinden, ob diese Entwicklung in Ansätzen absehbar war oder ob sich damals der triste Glaube an eine dunkle Epoche fest in den Köpfen eingenistet hatte.

Also reise ich mal eben mir nichts, dir nichts durch die Zeit und interviewe mein damaliges Ich. Gäbe es für diese Zeitreise ein Gerät – eine magische Uhr, einen schwarzen Sportwagen, eine HightechDuschkabine aus Alu oder was auch immer –, auf dem per Digitalanzeige die Zielzeit erkennbar ist, würden folgende Ziffern aufleuchten: 15032005. Der Tag nach der Molsiris-Entscheidung. Tag eins auf dem langen Weg zurück zu einer schuldenfreien Normalität.

Ein heller Lichtblitz, viel Rauch um nichts und ein kurzes, aber intensives Donnergrollen. Da stehe ich also und blicke auf mein fast zehn Jahre jüngeres Ich. Faszinierend – wie Mr. Spock in einem solchen Augenblick wohl sagen würde. Mein früheres Ich, also das vergangene, schlurft gerade, gedankenverloren auf ein riesiges Handydisplay blickend, vom Schulhof und steuert auf sein Fahrrad zu. Überflüssig zu erwähnen, dass ich mich für mein damaliges Outfit eigentlich selber ohrfeigen müsste. Aber egal. Dafür habe ich mich ja nicht auf diese Zeitreise begeben. Was sein muss, muss sein. Schnellen Schrittes kreuze ich den Weg und tippe mir quasi selbst von hinten auf die Schulter.

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