Rudolf Stratz - Gib mir die Hand

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Nicolai Sandbauer, der Juniorchef des schon seit 100 Jahren in Odessa ansässigen Getreideexportgeschäfts, ist ein auffallend schöner, schlanker, mittelgroßer Mann mit spitzgeschnittenem blonden Vollbart und leichtgewelltem Schnurrbartenden. Am Bahnhof in Odessa erwartet er seine zauberhafte Frau Lisa, die sich für acht Monate in Wien aufgehalten hat. Trotzdem ist der Empfang förmlich und unterkühlt, was nicht an Lisa liegt, denn sie liebt ihren Mann aufrichtig. Vielmehr ist es sein Hang, sich mit wechselnden Frauen zu vergnügen, der Lisa verzweifeln lässt. Jetzt kommt noch hinzu, dass der drohende Getreideexportstop Russlands die Geschäfte bedroht. Vielleicht gelingt es der neuen rechten Hand im Geschäft, Roloff, für einen Silberstreif am Himmel zu sorgen.-

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Er begrüsste seine beiden Chefs mit der Zurückhaltung des Untergebenen und verbeugte sich leicht, in einer ihm selbst vielleicht unbewussten ruhig-sicheren Art, vor Lisa. Ihr vorgestellt zu werden, erwartete er in seiner abhängigen Stellung wohl gar nicht, und Nicolai, der auch seinen Gruss nur obenhin erwidert hatte, machte auch keine Miene dazu. Aber sein Vater murmelte doch mit einer Handbewegung: „Lisa — dies ist unser Herr Roloff!“ Und er verneigte sich noch einmal, stumm und gemessen, wie es ihm hier zukam.

Dabei sah sie, dass sein dichtes braunes Haar an einer Stelle über der Stirne dunkler und wie zusammengeklebt erschien. Und ein diesem Punkte entsprechender Flecken, aber hellrot, war an der weissen Schirmmütze, die er in der Rechten hielt. „Sie bluten ja!“ sagte sie erschrocken.

Roba Roloff verneinte. „Ich geriet in einen kleinen Judenkrawall hinein — nahe am Magazin Ihres Herrn Vaters — und machte mir Platz. Das ist alles, gnädige Frau!“

Seine Stimme war tief, mit einem leisen, ehernen Grundklang. Es fiel ihr auf, dass er, wie heute morgen sein Freund Görwihl, nach dem Brauch des Westens „gnädige Frau“ sagte und nicht „Madame Sandbauer“. Das war ein Zeichen, dass er mit der deutschen Kolonie in Odessa nichts gemein hatte. Sie blieb stumm und er wandte sich wieder den beiden Herren zu, um deren Befehle entgegenzunehmen. So konnte sie von der Seite sein Gesicht betrachten. Es lag darauf — im Gegensatz zu der kränklichen Gereiztheit ihres Schwiegervaters, der lächelnden Nervosität ihres Gatten — eine unerschütterliche Ruhe. Man fühlte: den Mann da konnte nicht mehr leicht etwas aus seiner Gelassenheit bringen. Er hatte zu viel gesehen und erlebt und sich in zu viel Dinge und Menschen hineingelebt, um sich noch aufzuregen. Das war ihm nicht mehr der Mühe wert. So waren auch seine Augen . . . hell . . . leidenschaftslos . . . eigentlich heiter. Und was ihm noch etwas Besonderes gab: Wenn er sprach, gestikulierte er nicht mit den Händen, wie es sonst jeder vom Grosskaufmann bis zum jüngsten Laufburschen tat, der sich in Odessa am Glücksspiel des Getreidehandels beteiligte, sondern stand, ohne sich zu rühren, da, — gleich als ginge ihn der Kampf ums Dasein eigentlich gar nichts an, sondern er mache das Spiel nur einmal in philosophischer Ruhe als Unbeteiligter mit.

„Sie haben mich rufen lassen, Herr Sandbauer?“ frug, er, da der Kranke noch zögerte und, erschöpft und leidend vor sich hinstarrend, mit einem Entschluss zu kämpfen schien.

Dominik Sandbauer strich die Decke über seinen Knieen glatt, hüftelte und begann dann unvermittelt: „Haben Sie Nachrichten aus Petersburg?“

„Jawohl! Vorhin!“ Roloff zog eine Depesche hervor.

„Bitte, lesen Sie!“

Und der andere las mit seiner tiefen gedämpften Stimme: „Scholims Befinden seit gestern eher wieder schlechter. Doch hat unser hiesiger Arzt immer noch Hoffnung auf Genesung.“

„Nun also!“ sagte der alte Grosskaufmann. „Da hörst du es wieder, Nicolai — wenn du eben hören wolltest. Jeden Tag lauten die Nachrichten ungünstiger! Ein Kind müsste begreifen, dass die Katastrophe unvermeidlich ist . . .“

„Es steht aber doch: immer noch Hoffnung auf Genesung.“

„Natürlich — aber Hoffnung trügt — das glaubst du eben nicht! Was denken Sie heute von der Lage, Herr Roloff?“

Der Angeredete steckte die Depesche wieder ein. „Immer das gleiche, Herr Sandbauer: Über kurz oder lang erhalten wir die Nachricht: Scholim ist verschieden.“

„Das mein’ ich auch!“ Der Alte nickte trübe. Die Drei Männer schmiegen, jeder mit seinen Gedanken beschäftigt. Endlich entschloss sich Lisa, die, ohne ein Wort von der ganzen Sache zu verstehen, zugehört hatte, zu der Frage: „Wer ist denn nur dieser Herr Scholim, der euch so am Herzen liegt?“

Roba Roloff, der ihr zunächst stand, lächelte. Dadurch veränderte sich sein gebräuntes Gesicht. Es sah viel gutmütiger und lebenslustiger aus. Sein wahrer Mensch schaute da heraus.

„Unser armer Freund Scholim macht uns allerdings schwere Sorgen, gnädige Frau!“ sagte er. „Er steht schon die längste Zeit auf recht schwachen Beinen. Aber zum Glück existiert er eigentlich gar nicht.“

„Er existiert nicht?“

„Nein. Oder vielmehr, es gibt nur ein Wort Scholim im Jüdisch-Deutsch, das Frieden bedeutet — in unserem Fall der Handelsfrieden, der durch die drohende Getreidesperre gestört werden würde. Und da die Telegraphenzensur uns keine offenen Depeschen über den Stand der Dinge erlaubt, so telegraphiert uns unser Vertreter in Petersburg eben ein ärztliches Bulletin. Das ist das ganze Geheimnis.“

„Ach so!“ Lisa ärgerte sich ein wenig, als Gattin und Tochter eines Kaufmanns so naiv gewesen zu sein, und ihr Mann sagte trocken: „Es war wohl kaum nötig, dass Herr Roloff dir das verriet. Jedenfalls brauchst du es aber nun nicht gleich weiter zu erzählen! Sonst verdirbst du mir damit das Geschäft.“

Dominik Sandbauer hatte sich etwas in seinem Krankenstuhl aufgerichtet. „Das Geschäft! Also, du beabsichtigst, mit diesen Getreideverkäufen fortzufahren, Nicolai“

„Allerdings, Papa — ich halte es für das richtige . . .“

„Und ich für das Gegenteil!“

„Verzeihe! Aber einer von uns muss doch die Geschäfte führen. Und da du ja leider verhindert bist . . .“

„Ich bin allerdings persönlich verhindert!“ sagte sein Vater ruhig. „Aber ich kann mich ja doch vertreten lassen. Ach, Herr Roloff . . . kommen Sie, bitte, etwas näher. Sie sind zwar wenig über ein halbes Jahr bei uns, aber Sie haben sich als eine so ungewöhnliche Kraft erwiesen und derart mein Vertrauen erworben, dass ich Ihnen von heute ab die Prokura für Sandbauer und Sohn erteilen will. Ich nehme dabei an, dass Sie in wichtigeren Sachen nur nach Rücksprache mit mir für die Firma zeichnen werden. Lassen Sie jetzt gleich die Anzeige an unsere Geschäftsfreunde mit Ihrer Unterschrift hektographieren!“

Roloffs Gesicht blieb so gelassen wie zuvor. Erst schien er etwas entgegnen zu wollen. Aber dann sagte er nur ruhig: „Ich danke sehr, Herr Sandbauer!“, verbeugte sich vor dem Vater und dem Sohn, der ihm, am Fenster stehend, in voller Absicht den Rücken zudrehte, dann vor Lisa und verliess das Zimmer.

Kaum war er fort, so wandte sich Nicolai hastig um. Seine Frau stellte sich ihm in den Weg. Aber ihre Besorgnis, er werde rücksichtslos seinem Zorn die Zügel schiessen lassen, war unnötig. Ein Blick auf das eingefallene Gesicht des alten Herrn, der, von der ungewohnten Anstrengung erschöpft und schweratmend mit, geschlossenen Augen in den Kissen ruhte, lehrte ihm Mässigung. Mit einem Sterbenden fing man keinen Streit an. In kurzem war ja doch alles vorbei und wurde alles anders . . .

So lachte er denn nur wild auf, um seinem Groll Luft zu machen: „Wahrhaftig . . . eine stolze Vertretung unserer Firma . . . ein Mensch, den man mit zwei Fingern aus den Schwarzarbeitern im Hafen herausgesischt hat . . . Vorigen Winter hat er für Sandbauer und Sohn Getreidesäcke getragen — jetzt zeichnet er in Prokura für Sandbauer und Sohn. Haha! Es wäre ja zu komisch, wenn es nicht so toll wäre!“

„Hast du schon einmal jemanden gefunden, der über Herrn Roloff gelacht hat?“ Frug sein Vater. Ich nicht.“

„Über ihn wird man nicht lachen, aber über uns, Sie einen Abenteurer an die Stelle setzen, wo der Chef allein schalten sollte — einen Aufpasser . . . oh . . . ich verstehe . . . er soll mich in deinem Auftrag überwachen . . . meine ganze Tätigkeit lahmlegen! Aber ich mache das nicht mit! Soll ich mich von unseren jungen Leuten hinter meinem Rücken verhöhnen lassen? Ich fahre jetzt ins Geschäft, schliesse meine Bücher ab und see dann keinen Fuss mehr hinein! Dann mag Herr Roloff drinnen tun, was er will — oder vielmehr, was du willst. Ich kümmere mich um nichts mehr!“

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