Rudolf Stratz - Gib mir die Hand

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Nicolai Sandbauer, der Juniorchef des schon seit 100 Jahren in Odessa ansässigen Getreideexportgeschäfts, ist ein auffallend schöner, schlanker, mittelgroßer Mann mit spitzgeschnittenem blonden Vollbart und leichtgewelltem Schnurrbartenden. Am Bahnhof in Odessa erwartet er seine zauberhafte Frau Lisa, die sich für acht Monate in Wien aufgehalten hat. Trotzdem ist der Empfang förmlich und unterkühlt, was nicht an Lisa liegt, denn sie liebt ihren Mann aufrichtig. Vielmehr ist es sein Hang, sich mit wechselnden Frauen zu vergnügen, der Lisa verzweifeln lässt. Jetzt kommt noch hinzu, dass der drohende Getreideexportstop Russlands die Geschäfte bedroht. Vielleicht gelingt es der neuen rechten Hand im Geschäft, Roloff, für einen Silberstreif am Himmel zu sorgen.-

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„Wer bist du?“ sagte er leise und drohend. „Und wer bin ich? Ein Gorodowoi, mein Lieber, ist nichts Besonderes. Ihrer gibt es Tausende! Ich aber bin, erblicher Ehrenbürger! Verstehe wohl! Ich habe vierzig Jahre in die erste Gilde gezahlt — ich war Mitglied der Stadtverwaltung . . . Wie kannst du es also wagen und ohne Gruss in mein Haus eindringen wollen . . .“

Der Polizist lachte über sein ganzes breitknochiges rotes Gesicht, und das erboste den Alten noch mehr, so dass er, in eine neue Strafpredigt ausbrechend, die hinter ihm vorgefahrene Equipage gar nicht bemerkte. Lisa hatte Zeit, ihn, nachdem sie ausgestiegen, von der Seite zu betrachten, und ihr erster schmerzlicher Gedanke war: man muss ihm gleich wieder frische Wäsche und Kleider kaufen! Daran hat, solange ich weg war, niemand gedacht . . .

Und nötig war es in der Tat, wenn es auch nie lange half. Seit ihr Vater sich daran gewöhnt hatte, den ganzen Tag über alle zehn Minuten sich ein Gläschen Atschischtschina“ — „Ungemischten“ — aus der Flasche mit wasserhellem Branntwein einzugiessen, vernachlässigte er sich auch im Äusseren vollkommen. Man musste für ihn sorgen. Sonst liefen ihm noch einmal die Kinder auf der Strasse nach.

„Ich bin ein Ehrenbürger,“ wiederholte er beharrlich zu dem Gorodowoi. „Wie sollten sich bei mir Barfüssler verborgen halten? Du brauchst nicht erst nachzusehen. Überhaupt — warum kommst du erst jetzt? Der Krawall war schon vor einer Stunde! Nun — Gott mit dir!“

Er winkte ungeduldig mit der Hand zum Abschied, und der Stadtsoldat grinste wieder und ging trotz seines Verbots in das Haus hinein. Auch die Umstehenden lachten. Zu ernst schien niemand hier in der Nachbarschaft den heruntergekommenen kleinen Ehrenbürger zu nehmen.

Der erkannte jetzt seine schöne Tochter und trippelte ihr entgegen. In seinen ewig feuchten alten Augen war eine aufrichtige Freude. Er umarmte und küsste Lisa und geleitete sie ins Haus und wiederholte dabei immer wieder: „Nun also . . . da bist du! . . . da bist du . . .“

Dann übermannte ihn noch einmal der Zorn. Er blickte giftig nach dem Gorodowoi. „Bei mir Haussuchung halten!“ grollte er. „Ich werde mich persönlich beim Gouverneur beschweren. Ich war früher gut mit ihm bekannt.“

„Was ist denn geschehen?“

„Ein Judentumult. Wie immer. Ein Hebräer fährt vorbei, in einer Droschke. Weiss vor Angst. Ein Haufe hinter ihm her. Er gibt dem Iswoschtschik Geld! ,Fahre Galopp . . . ich bitte dich!‘ Aber sie fassen ihn doch. Sie reissen ihn heraus. Er hebt die Hände: „Ich hab’ euch nichts getan!‘ Aber ein baumlanger Kohlenträger brüllt: ,Hast du nicht Christus gekreuzigt? und will ihm mit einer Latte auf den Kopf schlagen. Da springt, ein Vorbeigehender dazwischen. Den streift die Latte an der Stirne, so dass er blutet und seine weisse Schirmmütze zu Boden fällt — aber er, begreisst du, boxt! Er boxt, so wie es die Engländer machen — eine Faust unters Kinn, die andere in die Magengrube. Er schlägt den Kerl einfach nieder und die übrigen weichen vor ihm zurück. Sie erkannten ihn — von früher — vom Hafen her . . . da war er unter ihnen gewesen . . . es war der Roba Roloff . . . der jetzt bei euch im Geschäft ist . . . und wie er ihnen einfach sagt: ,Geht weg, Brüder!‘ — da gehen sie. Trollen sich einfach die Strasse entlang. Ja . . . so war es . . . ein ganzer Kerl . . . Er hat — Kräfte . . .“

Der Alte setzte sich und seufzte. Sie waren in einen ziemlich grossen Raum getreten, der ihm zur rechten Hand, wo ein Stuhl und Schreibtisch stand, als „Bureau“, auf der linken, nahezu leeren Seite als „Magazin“ diente. Ein einzelnes mittelgrosses Orchestrion befand sich da. Ein paar herausgenommene Rollen und Stifte lagen am Boden. Der Mechanismus war auf der Reise nach Odessa beschädigt und von der Schwarzwälder Firma ihm, dessen einstiges grosses Einfuhrgeschäft zu einer Reparaturwerkstätte herabgesunken war, brieflich zur Ausbesserung anvertraut worden. Derartige Gelegenheitsarbeiten waren das einzige, was ihm noch zufiel. Lisa hätte ihn am liebsten ganz von hier fort und in ihr Haus unter ihre Obhut genommen. Aber dagegen sträubte er sich beharrlich. Er wollte seine Freiheit wahren, auch gegenüber dem reichen Schwiegersohn, so oft er den auch anborgte.

„Nun also . . . da bist du!“ murmelte er noch einmal und hüstelte dann plötzlich und schaute scheu zur Seite. Er schämte sich zuweilen vor seiner eleganten Tochter. Er kam sich so gedrückt und dürftig neben ihr vor.

„Und wie geht es dir?“ frug Lisa.

„Mir? Gut! Sieh — da flicke ich eben ein Pneumatik-Cottage-Orchestrion! Ich bin noch rüstig. Trotz meiner Siebzig. Aber dein Schwiegervater . . . der macht es nicht mehr lange!“

Sie neigte stumm bejahend das Haupt und sagt: „Ja. Deswegen ist es gut, dass ich gekommen bin.“

Ihr Vater sah sie aufmerksam an und forschte dann ängstlich: „Nicolai war doch am Bahnhof?“

„Freilich!“

„Und habt ihr miteinander gesprochen?“

„Ja, natürlich haben wir über dies und jenes geredet!“

„Nein — ich meine: ob ihr euch ausgesprochen habt? Ihr habt euch doch so . . . so mancherlei zu sagen!“

„Nicolai und ich! . . .“ Weiter versetzte Lisa nichts. Es klang bitter genug.

„Viel zu verschweigen haben wir uns!“ fügte sie dann müde hinzu. „Und das tun wir ja auch! Wozu reden, wenn man doch sicher ist, mit keiner Silbe verstanden zu werden . . .“

Der Alte schnalzte ärgerlich und traurig mit der Zunge, stand auf, goss sich ein Glas Schnaps ein und stürzte es hinunter. Dann seufzte er tief und frug: „Also jetzt willst du hier bleiben, Lisa?“

„Ja. Wenn es geht . . .“

„Nun — es wird schon gehen!“ suchte er sie zu trösten. Sehr hoffnungsvoll klang seine Stimme dabei nicht: „Es kommt ja alles nur auf Nicolai an.“

„Er wird sich nicht ändern.“

„Aber er muss es einmal, mein Kind!“

„Er kann es gar nicht, Papa! Er ist, wie er ist!“

„Ja, ja, Nicolai!“ Das verschlissene kleine Männchen schüttelte das Haupt. „Es ist nicht recht von ihm: er und die Madame Yannopoulo sind beinahe unzertrennlich. Ich habe schon ein paarmal von meinem Standpunkt als Schwiegervater ihm ernstlich ins Gewissen geredet . . .“

Lisa lächelte nur bitter. Wie sollte man einem Manne Moral predigen, dessen regenbogenfarbene Hundertrubelscheine man am Tag vorher mit Dank in die Tasche gesteckt?

Ihr Vater schien zu ahnen, was sie dachte. „Es hat nichts geholfen!“ murmelte er mutlos. „Freilich . . . wie stehe ich vor ihm da? Das müsstest du eben selbst tun, Lisa, mit aller Entschiedenheit deine Rechte wahren . . .“

„Ich! Du kennst doch Nicolai! Du weisst doch, wie er die Achseln zuckt und einen über seine Papyros hinweg ironisch anschaut! Lieber alles, als noch einmal diesen Blick!“

„Ja — aber was soll dann werden, Lisa?“

„Gar nichts! Es wird eben so weitergehen, mein Leben lang, bald hier in Odessa, bald im Ausland. Admählich wird man alt und stumpf und denkt sich nichts dabei, und schliesslich stirbt man ja auch einmal . . .“

„Aber nein . . .“ Sie stand plötzlich auf, trat zum Fenster und schaute hinaus auf die ärmliche Gasse. „Es kann nicht so bleiben! Ich gehe daran zu Grunde! Ich fühle es deutlich!. . . Er weiss es auch . . . er sieht ruhig zu . . . so sicher ist er seiner Sache. Aber vielleicht täuscht er sich doch! Vielleicht finde ich doch einmal mehr Kraft, als ich glaube . . .“

Der kleine Ehrenbürger war ihr gefolgt und streichelte ihr betrübt mit der hilflosen zitterigen Zärtlichkeit eines selbst gebrochenen Menschen den Arm. „Nur eines versprich mir, Lisa! Eines tu nicht!“

„Und was ist das, Papa?“

„Geh nicht ganz fort von ihm!“

„Ich wollt’, ich könnt’ es!“ Kaum hörbar klang das zwischen ihren blassen Lippen.

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