Rudolf Stratz - Gib mir die Hand

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Nicolai Sandbauer, der Juniorchef des schon seit 100 Jahren in Odessa ansässigen Getreideexportgeschäfts, ist ein auffallend schöner, schlanker, mittelgroßer Mann mit spitzgeschnittenem blonden Vollbart und leichtgewelltem Schnurrbartenden. Am Bahnhof in Odessa erwartet er seine zauberhafte Frau Lisa, die sich für acht Monate in Wien aufgehalten hat. Trotzdem ist der Empfang förmlich und unterkühlt, was nicht an Lisa liegt, denn sie liebt ihren Mann aufrichtig. Vielmehr ist es sein Hang, sich mit wechselnden Frauen zu vergnügen, der Lisa verzweifeln lässt. Jetzt kommt noch hinzu, dass der drohende Getreideexportstop Russlands die Geschäfte bedroht. Vielleicht gelingt es der neuen rechten Hand im Geschäft, Roloff, für einen Silberstreif am Himmel zu sorgen.-

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Der Kranke hob die Hand. Er wollte ihm ins Wort fallen. Aber Nicolai war zu erregt, um noch zu hören. Der schöne blondbärtige Mann zitterte am ganzen Körper, sein Gesicht war blass vor Zorn. „Entschuldige mich, Lisa!“ sagte er heiser. „Aber ich will jetzt gleich weg in die Stadt. Vielleicht holst du mich dann gegen Abend im Kontor ab, ja? Bis dahin habe ich dort meine Sachen erledigt! Du kannst dann Papa melden, dass alles für Herrn Roloff bereit ist. Also adieu!“

Sie schaute ihm durch das Fenster nach, wie er auf die weissflimmernde Strasse trat, in der seine Lackschuhe tief im Staub versanken, den nächsten Iswoschtschik mit dem Stock herbeiwinkte und in das winzige Wägelchen sprang. Dann trat sie in das Zimmer zurück, zu ihrem Schwiegervater, der wie schlafend in seinem Rollstuhl ruhte. Aber seine welken Lippen bewegten sich. Er war nach der Aufregung wieder in sich zusammengesunken, im Übergang vom Wachen zum Traum.

Er soll mir das Geschäft nicht verderben . . . der Nicolai . . .“ murmelte er. „Er will es besser wissen als ich, Lisa . . . als ich . . . der ich vor sechzig Jahren schon die Taschen voll Weizenproben gehabt habe und als kleines Kind schon unseren Knechten im Schuppen geholfen hab’, den Mais umzuschaufeln. Und damals waren andere Zeiten wie jetzt. Kein Pflaster. Im Herbst, wenn die Tausende von Getreidewagen aus der Steppe kamen, dann waren alle Strassen in Odessa grundlos . . . man versank im Schlamm . . . man hat damals Stricke längs der Häuser gespannt, um sich daran zu halten, wenn man Sonntags wenigstens zur Kirche gehen wollte . . . der Pfarrer ist einmal doch bis an den Leib in eine Pfütze eingesunken und von der Gemeinde herausgezogen worden. Er hat arg auf Schwäbisch gescholten und dann doch gepredigt. Ich entsinne mich wohl . . .“

Er rief seine wandernden Gedanken zurück. „Mach das Zimmer wieder dunkel!“ bat er. „Ich will schlafen.“

Lisa tat es. Dann suchte sie leise in der Dämmerung den Weg zur Türe. Da hörte sie noch einmal die müde Greisenstimme: „Lisa, mein Kind . . . hinter meinem Stuhl steht der Geldschrank . . . zieh den Schlüssel ab und gib ihn mir!“

Als er ihn hatte, wurde er ruhig und barg ihn sorgfältig in der Tasche. Das war wie eine sinnbildliche Handlung. Solange er lebte, sollte niemand, auch der eigene Sohn nicht, mit dem Gelde schalten, das Dominik Sandbauer so schwer sich erworben, für das er sein ganzes Dasein hindurch all seine Kräfte und seine Gesundheit aufgebraucht hatte. Er lag da noch in seinem Stuhl und besass es. Hinter ihm stand eine unheimliche, mächtig schwarze Masse im Dämmern des Zimmers, der gepanzerte Schrank. Und es war Lisa, während sie behutsam die Klinke ausdrückte und noch einmal zurückblickte, als sei dieser düster ragende, den Kranken überspannende Schatten etwas ganz anderes, etwas, was man fühlt und nicht nennt: der Tod hielt am Lager des alten Kaufherrn Wacht . . .

IV

Vom Choutor Sandbauer fuhr Lisa in die Stadt hinein, um ihren Vater aufzusuchen.

Sie hatte ihm die Stunde ihrer Ankunft nicht angezeigt, um zu verhindern, dass er sie zusammen mit ihrem Mann auf dem Bahnhof erwartete. Sie wusste: Nicolai liebte es nicht, sich öffentlich neben seinem Schwiegervater zu zeigen. Wohl unterstützte er ihn in seiner lässig-freigebigen Art, so dass jener fast ausschliesslich aus seiner Tasche zehrte — aber alles, was sich heruntergekommen, verwahrlost, als Ruine von einst darstellte, war ihm ein Greuel. Es beleidigte weniger seinen Hochmut, obwohl auch der stark genug, ausgeprägt war, als seinen Sinn für die äusserliche Korrektheit, den tadellosen Faltenwurf des Lebens.

Der Wagen rollte rasch dahin. Seine Räder rasselten nicht mehr im Staub, sondern schon wieder auf Pflaster, vornehme Häuser, reiche Läden erschienen zu beiden Seiten. Da war die breite leichtgewellte de Ribas-Strasse, die vornehmste Verkehrsader Odessas. Trotz der Mittagsglut war hier voller Verkehr. Die winzigen Droschken rasten in Menge sich kreuzend und überholend über die schallenden Granitfteine, auf den Bürgersteigen drängten sich die weissen Sonnenschirme der Herren, die bunten der Damen unter den ausgespannten Leinwanddächern der Schaufenster; im spärlichen Schatten der verdorrten und verstaubten Akazien sassen überall die jüdischen Makler auf den Promenadebänken und liessen Getreideproben von Hand zu Hand gehen, oder standen, die Köpfe zusammensteckend, an den Strassenecken beisammen. Denn hier unter freiem Himmel, in den Hausfluren, allenfalls drüben in dem zur Mittagszeit von den „Saitschikis“, den Hasen, wie man die kleinen Spekulanten und Agenten nannte, wimmelnden Café Fanconi wurden hauptsächlich die Geschäfte des Odessaer Handels nach Vätersbrauch gemacht. Die prunkvolle neue Börse an der Ecke der Puschkinstrasse war ein gähnend leerer Luxusbau, den man höchstens einmal aus Neugierde betrat.

Lisa musste aufmerken, um keinen der vielen Grüsse, die ihr galten, zu versäumen. Alle Augenblicke winkte eine aufgeregte Dame aus einem vorbeifahrenden Wagen oder lüftete auf dem Fussweg ein Freund ihres Mannes seinen Strohhut. Heute abend erzählte man sich jedenfalls überall in Arkadia und Langeron, in der Kleinen Fontäne und auf dem Boulevard, in all den Restaurants am Meer, wo man sich nach der Glut des Tages erholte, als Neuigkeit, dass die schöne Madame Sandbauer aus dem Ausland zurückgekommen sei. Sie scheine sich also wohl mit ihrem Mann wieder vertragen zu wollen. Auf wie lange — da lächelte man und irgend jemand fing an von der neuen Weizenernte zu sprechen . . .

Sie neigte beinahe mechanisch den Kopf, wenn sie einem Bekannten begegnete. Sonst sah sie nicht rechts und links. Es war auch nicht viel Eigenartiges auf den Strassen des grossen Hafenortes zu bemerken. Früher, als Odessa beinahe nur durch den Wasserweg mit der Levante, und von da mit Europa verbunden gewesen war, hatte es ziemlich ausgeprägt den Charakter einer von zahlreichen Italienern und Griechen bewohnten Mittelmeerstadt getragen. Das hatte sich mit der Legung der Schienenwege durch die bis dahin die Hälfte des Jahres hindurch nahezu pfadlosen, von Schnee bedeckten oder vom Regen in schwarzen Brei verwandelten Steppen geändert. Seitdem waren in Menge die Russen aus dem Inneren des Reiches gekommen — sie hatten das eigentümlich Südländische der Stadt verwischt und sie doch nicht slawisch zu machen vermocht. Odessa wurde einfach farblos und blieb dabei international durch und durch, jetzt noch vielleicht die unrussischste aller russischen Städte. Nur die zahlreichen Uniformen der Militärs und Zivilbeamten, der Studenten und Gymnasiasten und die langen dickgefütterten und buntgegürteten Weiberröcke der Droschkenkutscher, die kohlengeschwärzten Fetzen der Schwarzarbeiter erinnerten an das Zarenreich, nur ein selten einmal auftauchender roter Fess oder die wildmalerische Gestalt eines gedankenvoll vor einer blauweissen Aschingerschen Bierquelle stehenden Tscherkessenhäuptlings an die Nähe Asiens. Sonst hätte das elegante, die Strassen durchflutende Publikum ebensogut irgendwo anders die Kaufläden betrachten, die neuesten Moden zur Schau tragen, miteinander plaudern und flirten können.

Nun lenkte Abdul, der tatarische Kutscher, die Orlofftraber in eine Seitengasse ein. Man kam in geringere Quartiere. Die Häuser wurden unsauber, Haufen von Juden standen scheu, neuer Tumulte gewärtig, vor ihren höhlenartig dunklen Wohnungen, Betrunkene torkelten vorbei — das war die Gegend, wo Lisas Vater in einer hauptsächlich von deutschen Handwerkern bewohnten Strasse sein „Magazin“, wie er beharrlich einen beinahe völlig leeren, tennenartigen Hofraum nannte, und eine kleine Wohnung besass.

Er stand, als der Wagen hielt, auf der Schwelle, ein kleines, dürftiges, fadenscheinig gekleidetes Männchen, und sprach hüstelnd und den zitterigen Zeigefinger hin und her bewegend mit grämlicher Fistelstimme zu einem Gorodowoi, einem weisskitteligen Stadtsoldaten, der vor ihm lehnte. Dabei sah er bedrückt und gekränkt aus.

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