Reiner Sörries - Ruhe sanft

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Der Umgang mit den Toten ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Entsprechend hat sich die christliche Bestattungskultur in den letzten 2000 Jahren kontinuierlich verändert und den sozialen Entwicklungen angepasst – von den Katakomben der frühen Christen über den kollektiven Friedhof hin zur Waldbestattung und zur Verwandlung in «Erinnerungsdiamanten». Letztere markieren den aktuellen Umbruch. Das lang bewährte «Erfolgsmodell» des von der Gemeinschaft getragenen Friedhofs scheint zugunsten eines schillernden Spektrums von Beisetzungsmöglichkeiten für die individualisierte Gesellschaft seine Tragfähigkeit zu verlieren. Wie geht es weiter? Ein Blick in Geschichte und Zukunft.

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In Großstädten wie Rom, Antiochia oder Alexandria wurden allerdings bereits während der Kaiserzeit die „herrenlosen“, unbestatteten Leichen zu einem Entsorgungsproblem, dessen sich die Städte annehmen mussten. Zumindest für Rom ist man recht genau über die öffentlichen Abfallgruben informiert, die neben Unrat und Tierkadavern auch menschliche Leichname aufnehmen mussten. Man nannte sie schon in der Antike verächtlich „puticuli“ 8, was man vielleicht mit Verwesungsgruben übersetzen kann. Bei Nacht waren die Träger unterwegs, um die Leichen aufzusammeln und zu entsorgen. In die Gruben geworfen, bedeckte man die Leichen mit ungelöschtem Kalk, um die Seuchengefahr zu mindern. Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurden etwa 75 solcher Gruben entdeckt, von denen manche bis zu 800 Leichen, vermengt mit Kadavern und Hausmüll, enthielten. 9Seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. waren auch Massenverbrennungen üblich geworden, wohl um weiterhin für eine Minimierung der hygienischen Probleme zu sorgen. 10

Die altrömische Pietas verdient ihren Namen kaum, wenn es um die Totenfürsorge geht, eher wird man dem antiken Bestattungswesen gerecht, wenn man es unter rein ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet 11, was im Übrigen auch für das kommerzielle Bestattungswesen gilt, dessen gut organisierte und differenzierte Dienstleister im Ruf standen, geldgierig und raffiniert zu sein.

Die Verhältnisse in den antiken Großstädten dürfen zwar nicht ohne Weiteres auf die germanischen Provinzen des Römischen Reiches übertragen werden, aber die sozialen Unterschiede, die sich in monumentalen Grabanlagen der Reichen, Super- und Neureichen einerseits und in Armengräbern am Rande der Nekropolen andererseits ausdrücken, galten auch hier. Leichenbrände in billigen Amphoren im Straßengraben haben sich auch in Germanien gefunden, seit man der Erforschung der Nekropolen mehr Aufmerksamkeit schenkt und nicht allein nach der Sicherung und Erforschung der monumentalen Sarkophage, Grabbauten und Monumente trachtet.

2. Römische Nekropolen und Familiengrabstätten in Germanien

Das römische Bestattungs- und Friedhofswesen galt auch in den germanischen Provinzen des Reiches, und antike Nekropolen und Familiengrabstätten finden sich von Passau, dem alten Batavis, bis nach Xanten am Niederrhein. Ihre Monumente können teilweise noch an originalen Stätten besucht werden, wie die sog. Igeler Säule bei Trier 12, oder in den Museen. Zu den herausragenden Objekten zählt das annähernd 15 Meter hohe Grabmal des Legionsveteranen Lucius Poblicius 13im Römisch-Germanischen Museum in Köln, das in seiner Dimension nur Staunen hervorruft. Poblicius hatte in Xanten gedient und sich im Alter in der Veteranenkolonie Köln niedergelassen, wo er um 40 n. Chr. starb. Im Vergleich zur Monumentalität des Grabbaues ist die Inschrift ausgesprochen sachlich und nüchtern: „Für Lucius Poblicius, Sohn des Lucius, aus dem Wahlbezirk Teretina, Veteran der 5. Legion Alauda, nach seinem Testament errichtet, und für seine Tochter Paulla und für die noch lebenden [Ehefrau und Sohn und die Freigelassenen – – –] Modestus und Lucius Poblicius – – –. Dieses Grab geht nicht an den Erben über.“ 14Die Inschrift schildert Anlass und benennt die Rechtsverhältnisse. Die gebrauchte Formel 15„hat juristische Bedeutung. Sie löst einen Grabbezirk aus der Erbmasse heraus, das Grab geht demnach nicht in den vollständigen Besitz des Erben über. Auf diese Weise versuchten Begründer eines Gemeinschaftsgrabes die Öffnung des Monumentes für fremde Personen oder gar die immer wieder zu beobachtende Veräußerung einzelner Ruheplätze auf dem freien Markt zu verhindern.“ Dagegen vermisst man eine Charakterisierung der verstorbenen Person oder irgendwelche Trauerbekundungen.

Dieses und andere Grabmale waren kilometerweit entlang den vier großen Fernstraßen errichtet, die aus Köln hinausführten, und damit sind die Verhältnisse jenen vergleichbar, die man auch in Rom antrifft. Ist man zunächst fasziniert von der Monumentalität solcher Grabarchitekturen, so wird man bei genauerem Hinsehen auch alle anderen im römischen Reich gebräuchlichen Grabformen finden, die Grabgärten und die Armengräber am Straßenrand. 16Zu den wenigen römischen Gräberstraßen, die konserviert und zugänglich erhalten wurden, zählt jene zwischen 1982 und 1992 erforschte in Mainz-Weisenau mit Grabgärten und einfachen Brandbestattungen. Auf einer Fläche von 250 m Länge und maximal 60 m Breite konnten insgesamt 270 Beisetzungen festgestellt werden, sämtlich Brandbestattungen, wie sie bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. hier üblich waren. Hier stehen topfartige Gefäße und Urnen mit den sterblichen Überresten der kleinen Leute, wie sie so eindrucksvoll kaum an anderer Stelle zu sehen sind.

Für sich genommen kann die Archäologie zwar nichts über die Organisation von Friedhöfen und den Graberwerb aussagen, doch sind die erkennbaren Strukturen den römisch-antiken Verhältnissen so vergleichbar, dass die aus den schriftlichen Quellen erhobenen Bedingungen auch in Germanien anzunehmen sind. 17

B. Kollektive Totenfürsorge im Frühen Christentum

Die Bedingungen des Graberwerbs hatten sich mit Anbruch der christlichen Ära nicht geändert, vielmehr war in den expandierenden Großstädten die Zahl nicht begüterter Menschen weiter gestiegen, und das Problem der Grabvorsorge aus eigener Kraft hatte sich verschärft. Während sich in den ersten beiden nachchristlichen Jahrhunderten die christliche Bestattungspraxis kaum tiefgreifend verändert hatte und die Archäologen deshalb in dieser Zeit christliche und pagane Gräber nicht voneinander unterscheiden können, erfolgte gegen Ende des 2. Jahrhunderts eine Neuorientierung.

1. Theologische und organisatorische Grundlagen

Mit dem Christentum waren ein neues Menschenbild und ein modifizierter Blick auf die Gesellschaft herangewachsen. An die Stelle der biologischen Familie war die christliche Gemeinde getreten. Die neue Gemeinde-Familie regelte dabei nicht nur das soziale Zusammenleben ihrer Mitglieder, sondern sorgte sich auch wie die biologische Familie um die Totenfürsorge, und dazu zählte die Bereitstellung einer Grabstätte. Dabei konnte sie auf das Vorbild der Begräbnisvereine zurückgreifen und verband damit zwei bisher in der Antike bekannte Modelle der Grabvorsorge. Die ersten Gemeindefriedhöfe verdankten dabei ihre Entstehung der Stiftung eines Grundstücks durch vermögende Gemeindemitglieder. Diese wiederum orientierten sich an dem ebenfalls bereits bekannten Brauch des großherzigen Grabgeschenks, den man als Bestattungseuergetismus bezeichnet. 18Solche euergetischen Geschenke reichten von Gratis-Essen und -Wein über die Pflasterung von Straßen bis zur Stiftung von Grabplätzen, vermittelten dem edlen Spender ein gutes Gefühl und trugen ihm Anerkennung seitens der Gesellschaft ein.

So wurden Areale für Bestattungen gestiftet, wobei die Spender bisweilen Personengruppen, wie z. B. Selbstmörder, freiwillige Gladiatoren oder solche, die ein „unanständiges“ Gewerbe ausübten, vom Recht auf eine Beisetzung ausschlossen. Dieses konnte wiederum auf sozial Bedürftige eingeschränkt werden, womit die Stiftung zu einer Spende für die Armen wurde. Dieses Prinzip lässt sich an den ältesten christlichen Bestattungsplätzen in Rom ablesen, die nach ihren Gönnerinnen etwa Priscilla-, Domitilla- oder Generosakatakombe heißen. Wahrscheinlich waren diese Katakomben genannten, unterirdischen Totenstädte die ältesten christlichen Gemeindefriedhöfe. 19Roms Topografie und der herrschende Grundstücksmangel hatten zur Anlage von Katakomben geführt, die sich zudem durch eine Optimierung der Raumausnutzung auszeichneten. In den engen unterirdischen Galerien reihte sich Grabnische an Grabnische. Dieses für Rom so typische Begräbniswesen gab es im gesamten Römischen Reich überall dort, wo es die geologischen und topografischen Verhältnisse zuließen, wobei man vielerorts auf die Tradition der Felsgräberbestattung zurückgriff. Ein Blick in eine sizilianische Katakombe zeigt beispielhaft den geizigen Umgang mit dem Raum; an den Wänden reihen sich die Loculus genannten Wandgräber dicht an dicht, und auch der Boden ist in ähnlicher Weise mit Formae bestückt (Abb. 1).

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