Reiner Sörries - Ruhe sanft

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Der Umgang mit den Toten ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Entsprechend hat sich die christliche Bestattungskultur in den letzten 2000 Jahren kontinuierlich verändert und den sozialen Entwicklungen angepasst – von den Katakomben der frühen Christen über den kollektiven Friedhof hin zur Waldbestattung und zur Verwandlung in «Erinnerungsdiamanten». Letztere markieren den aktuellen Umbruch. Das lang bewährte «Erfolgsmodell» des von der Gemeinschaft getragenen Friedhofs scheint zugunsten eines schillernden Spektrums von Beisetzungsmöglichkeiten für die individualisierte Gesellschaft seine Tragfähigkeit zu verlieren. Wie geht es weiter? Ein Blick in Geschichte und Zukunft.

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Immerhin kann man feststellen, dass sich selbst in den rechtsrheinischen Gebieten seit dem 5. Jahrhundert fast überall die Erdbestattung durchgesetzt hatte, doch die Verwendung von Särgen war regional unterschiedlich. Im merowingisch-fränkischen Raum kam es teilweise zur Wiederverwendung antiker Sarkophage, andernorts bevorzugte man hölzerne Särge, oder man verzichtete ganz auf Särge. Die lang zurückreichende Sitte der Baumsärge findet sich noch auf alemannischen Gräberfeldern, und sie waren gemessen an ihrer Dekoration noch dem paganen Glauben verpflichtet. Anders steht es mit den berühmten Goldblattkreuzen, die man auf die Gewänder der Toten nähte; sie glaubt man mit christlichen Vorstellungen in Verbindung bringen zu dürfen. Man kann daraus erkennen, dass das Frühmittelalter eine echte, sehr lang andauernde Übergangszeit gewesen ist, die sich einer einheitlichen Beurteilung entzieht.

Man glaubt schließlich eine Nobilitierung einzelner Familien durch Separatbestattungen feststellen zu können, die ab dem 8. und 9. Jahrhundert mit Kirchen, den sog. Eigenkirchen 30, versehen werden. Hier ist ein Beginn des mittelalterlichen Friedhofs zu sehen. Andererseits wird noch auf Gräberfeldern beigesetzt, obwohl es bereits örtliche Kirchen gegeben hat. Den Beisetzungen auf den Gräberfeldern setzen erst die Bestimmungen Karls des Großen zwischen 786 und 813 ein Ende, wodurch die Bestattung bei den Kirchen zwingend vorgeschrieben wurde. Doch selbst diese historischen Fakten führen nicht sofort zur Aufgabe der Reihengräberfelder, die regional noch bis ins 12./13. Jahrhundert belegt werden: „Der Übergang vom Reihengräberfeld zum ausgebildeten mittelalterlichen Friedhof vollzog sich in einem vielschichtigen, räumlich und zeitlich unterschiedlichen Prozess vom 7. bis zum 12./13. Jahrhundert.“ 31Konkret kann dieser Übergang jeweils nur an einzelnen Beispielen für sich betrachtet werden, soweit die archäologischen Befunde dies erlauben. 32

So viel scheint festzustehen, dass die Reihengräberfelder noch nicht kirchlicher Verwaltung unterworfen waren, sondern ihre Entstehung und Verwaltung (wenn man von einer solchen sprechen kann) den herrschenden Clans zuzuschreiben ist. Mit dem Übertritt der Clanfrüher zum Christentum konnten ihre Kirchen den Status einer Pfarrkirche übernehmen und weitere Gräber um sich scharen. Oder die Erlasse Karls des Großen führten qua Verordnung zu einer Umstrukturierung der Friedhöfe. Am Ende dieses Prozesses war die Totenfürsorge aus der Hand der Familie oder des Clans in kirchliche Verantwortung übergegangen.

2. Der Visitationsbericht des Regino von Prüm

Im Trierer Land war im frühen 9. Jahrhundert die Christianisierung so weit erfolgreich abgeschlossen, dass der Bischof in den einzelnen Gemeinden Visitationen durchführen ließ, mit denen der Zustand der Gemeinden überprüft werden sollte. Einer dieser Visitatoren war Regino von Prüm, zwischen 892 bis 899 Abt des gleichnamigen Klosters in der Eifel. Von unschätzbarem Wert ist sein erhaltenes Visitationshandbuch, dessen standardisierter Fragenkatalog auch den Kirchhof betraf. 33Aufschlussreich ist, dass eine Umfriedung des Raums um die Kirche zwingend vorgeschrieben ist, für deren Unterhaltung der Pfarrer verantwortlich ist. Sinn der Umfriedung ist es dem Bericht zufolge, den Kirchhof vor Verunreinigung und Entheiligung zu schützen. Vermutlich kann eine solche Einfriedung sowohl in Form einer Mauer als auch einer natürlich gewachsenen Hecke bestanden haben. Doch gleichzeitig sorgte eine solche Umfriedung für die klare Definition des Kirchhofs im Sinne eines Rechtsraumes; erst so konnte festgestellt werden, ob eine Bestattung auf dem kirchlichen Cimiterium stattfand. Weiter ist wichtig, dass terminologisch zwischen dem eigentlichen Bestattungsplatz, cimiterium genannt, und dem Raum für das soziale, öffentliche Leben, als atrium bezeichnet, unterschieden wird. Der oftmals erweckte Eindruck, dass auf dem Kirchhof, und damit gewissermaßen über den Gräbern, auch Handel und Wandel nebst öffentlichem Spektakel betrieben wurde, muss demnach dahin präzisiert werden, dass beide Bereiche auf dem Kirchhof vorhanden, aber strikt voneinander getrennt waren. Es gab den Raum der geheiligten Stätte für die Beerdigungen einerseits und den Ort für öffentliche Handlungen.

Das Wort Friedhof findet sich in diesem Zusammenhang nicht, sondern ist erst später aus dem altertümlich freithof oder vrithof entstanden, das einen umfriedeten Raum bezeichnet, der im rechtlichen Sinn auch einen Asylraum bezeichnet.

3. Der St. Galler Klosterplan

Wir wissen wenig über die Anlage von Friedhöfen im Frühen Mittelalter, noch weniger über ihr Aussehen. Man weiß lediglich, dass es gewisse Grundanforderungen an einen christlichen Bestattungsplatz gab, und ist geneigt, lediglich eine konzeptionslose Zweckeinrichtung zu vermuten. Allerdings besitzen wir mit dem Klosterplan von St. Gallen (Schweiz) aus dem frühen 9. Jahrhundert ein herausragendes Zeugnis für eine frühmittelalterliche Klosteranlage, und sie enthält auch einen Friedhof (Abb. 4). 34

Abb 4 St Gallen Klosterplan frühes 9 Jh mit Friedhofsareal rechts oben - фото 5

Abb. 4: St. Gallen, Klosterplan, frühes 9. Jh., mit Friedhofsareal rechts oben

Er ist auf dem Plan eingezeichnet, mit einem Kreuz markiert (oben rechts neben der Apsis) und auch beschriftet (in Übersetzung): „Unter diesen Hölzern der Erde ist das heiligst immer das Kreuz, / an dem duften die Früchte des ewigen Heils. / Um es herum sollen liegen die Leiber der verstorbenen Brüder; / wenn es wieder erglänzt, mögen sie empfangen die Reiche des Himmels.“ Hier wurden also die Verstorbenen des Klosters auf einem Areal bestattet, das von Obstbäumen bestanden war. Einzig das (Hoch-)Kreuz kennzeichnet diesen Ort als besondere Begräbnisstätte.

Hinsichtlich des Klosterplanes ist es umstritten, ob es sich um eine konkrete Anlage oder einen idealtypischen Plan handelt, doch spielt das hier keine Rolle. Wichtig ist, dass ein Friedhof als konstitutives Element dieses Klosters berücksichtig ist und eine Gestalt besitzt. Es handelt sich um ein rechteckiges Areal mit Baumbestand und einem Hochkreuz. Doch muss auch berücksichtigt werden, dass es sich um einen Klosterfriedhof und nicht um einen normalen Gemeindefriedhof handelt. Die klösterlichen Verhältnisse dürfen also nicht zwangsläufig verallgemeinert werden, aber sie bezeugen zumindest grundsätzlich, dass die Friedhofsplanung als elementare Aufgabe berücksichtigt ist.

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