Andreas Friedel - Chemin Neuf in kirchenrechtlicher Sicht

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Chemin Neuf in kirchenrechtlicher Sicht: краткое содержание, описание и аннотация

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Die Gemeinschaft «Chemin Neuf» entstand 1973 in Lyon aus einem charismatischen Gebetskreis und zählt zu jenen Aufbruchphänomenen, die unter dem Begriff der geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen (GGB) zusammengefasst werden. «Chemin Neuf» versteht sich selbst als eine charismatisch und ignatianisch geprägte katholische Gemeinschaft mit ökumenischer Berufung. Kirchenrechtlich ist «Chemin Neuf» seit 1984 als öffentlicher Verein verfasst; seit 1992 gibt es zudem ein klerikales Ordensinstitut.
Neben ihrer Struktur werfen auch Glaubenspraxis, Lebensweise und Pastoral der Gemeinschaft eine Reihe von Fragen auf. Die vorliegende Arbeit beleuchtet daher nicht nur Entstehung und Entwicklung von «Chemin Neuf», sondern geht ausdrücklich auch den Herausforderungen nach, die sich aus Verfassung, Selbstverständnis und Zugehörigkeitsformen von «Chemin Neuf» für Kirche und Kirchenrecht ergeben.

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Mehrere Kommentatoren, die sich mit den GGB befassen, widmen der 1968er-Bewegung ein großes Maß an Aufmerksamkeit, weil sie in dieser ideengeschichtlichen Strömung, eine nicht unerhebliche Wirkursache für das Aufkommen der neuen religiösen Gemeinschaften sehen. 37Die Suche nach „wahren und solidarischen Beziehungen“ 38und nach der „integralen Befreiung der Menschen“ 39, der Protest gegen eine konsumorientierte Gesellschaft und eine bourgeoise Kultur bilden den Kontext für ein Suchen nach gesellschaftlichen und religiösen Alternativen. Die Kritik der 1968er-Strömung richtete sich teilweise auch gegen die Kirche, besonders wo sie als autoritär und als Stütze einer als verbürgerlicht und repressiv empfundenen Gesellschaft wahrgenommen wurde. 40Diese geistige Stimmungslage führte zu einer wechselseitigen Dynamisierung von religiösem und sozialem Protest, von Mystik und politischer Aktion. 41Unter der Oberfläche der 1968er-Rebellion meinten aufmerksame Beobachter eine religiöse bzw. eine pseudoreligiöse Bewegung zu erkennen, eine Art innerweltlichen Messianismus. 42Manche Beobachter sprechen im Zusammenhang mit der 1968er-Bewegung von Neomystik, einer Suche nach dem Heiligen, einem Ringen um Gott. „Trotz aller Säkularisation ist die Mystik wieder da und mit ihr ein neues Interesse an Zeremonie, Kontemplation, ja Vision.“ 43Dieses religiöse Gären wirkte sich auf die Gründung etlicher GGB aus. Eine Reihe von Initiatoren geistlicher Gemeinschaften war aktiv in die 1968er-Protestbewegung involviert. 44Die ersten religiösen Pioniergemeinschaften in Frankreich machten sich auf die Suche nach einer alternativen Lebenskultur. 45Sie suchten Alternativen im Umgang mit Geld, Autorität, Natur und sozialem Miteinander. Diese Pioniergemeinschaften firmierten im kirchlichen Raum oft unter dem Begriff „Basisgemeinschaften“. Sie hatten in der Regel ein politisches Profil und setzten den Akzent auf soziale Aktion. 46Insgesamt gesehen bleibt das Jahr 1968 für viele Kommunitäten, egal ob sie sich als „Kinder der Revolution“ verstehen oder sich nur in einer indirekten Abstammungslinie sehen, ein symbolisches Datum. 47

Bei CCN wird nur am Rande reflektiert, bis zu welchem Grad die 1968er-Bewegung die Kommunität beeinflusst hat. Zwei Punkte fallen dabei ins Auge: Die ältere Generation von CCN-Mitgliedern ist sich noch der Tatsache bewusst, dass die 1968er-Bewegung mit ihren kommunitären Experimenten einen Anstoß für die Gründung der Lebensgemeinschaft am Montée du Chemin Neuf gegeben hat. 48Die erste Wohngemeinschaft hatte mehr Ähnlichkeit mit einer 1968er-Kommune als mit einer religiösen Gemeinschaft. 49Auffällig ist ebenfalls, wie sehr sich der Gründer Laurent Fabre immer wieder mit den neo-marxistischen Idealen der 1968er-Bewegung auseinandersetzt, deren Ideal von sozialer Gerechtigkeit, Gleichheit, Solidarität und Menschlichkeit er in seine Konzepte integriert, deren marxistisches Menschen- und Gesellschaftsbild er jedoch ablehnt. 50

1.3.2 Das II. Vatikanische Konzil

Klarer als bei den schwer zu verifizierenden Einflüssen der 1968er-Bewegung ist die erneuerte Theologie und das neue Kirchenverständnis des Konzils zu fassen, das bei der Entstehung der Kommunität eine Rolle spielte. Die Sicht des Konzils von Kirche als Communio formuliert eine Gemeinschaftstheologie, die das Entstehen vieler GGB förderte. 51Hierbei ging es um mehr als nur atmosphärische Veränderungen. Fabre sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Communio-Theologie des Konzils und den Vorstellungen von christlicher Gemeinschaft bei CCN. 52Ebenso schenkte das Konzil den biblischen Aussagen über Charismen eine neue Beachtung. Das legitimierte nach Ansicht von Theologen die Unterschiedlichkeit in den Berufungen von einzelnen Gruppen und unterstrich das Recht auf eine gewisse geistliche Individualität und spezifische Wege des Glaubensvollzugs. 53Die Botschaft vom Priestertum aller Gläubigen ermunterte zum gemeinsamen Zeugnis und Apostolat, und die Konzilsaussagen von der Berufung aller Gläubigen zur Heiligkeit zeigten auf, dass auch Laien zum religiösen Streben berufen sind. 54Letztgenannter Gedanke trug mit dazu bei, dass bei CCN Laien ein Leben nach den evangelischen Räten führen. 55

1.4 Der Beginn der Lebensgemeinschaft

1.4.1 Der Kreis von sieben Gründungsmitgliedern und das erste Haus in Lyon

Sieben Anhänger der charismatischen Erneuerungsbewegung begannen im Oktober 1973 das Experiment des Gemeinschaftslebens. 56Von den Gründern sind sechs Personen namentlich bekannt: Laurent Fabre, Jacqueline Coutellier, Jacques Monfort, Claire Daurel, Pierre Laslandes und eine junge Frau mit dem Vornamen Brigitte. 57Jaqueline Coutellier weist auf eine Fluktuation in den Anfangsjahren hin. Drei bis vier Personen trugen das Gemeinschaftsleben durch, andere gingen und neue stießen dazu. 58Jedem sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, seine persönliche Berufung zu finden, so Coutellier 59. Die Gründer waren im Alter zwischen 24 und 32 Jahren 60und hatten einen Beruf oder mindestens Berufserfahrung gesammelt. 61

Jacqueline Coutellier gehörte zu den sieben Gründungsmitgliedern der Kommunität und hat bei ihrer Entstehung offensichtlich eine federführende Rolle gespielt. In Artikeln des CCN-Magazins FOI meldete sie sich häufiger zu Wort. Sie ist heute die Nationalverantwortliche der CCN in Israel. 62Jacques Monfort, der in einem FOI-Artikel etwas über seine Lebensgeschichte mitteilt, wurde von französischen Eltern auf Madagaskar geboren. Er trat zunächst als Novize bei den Spiritanern ein, verließ aber die Kongregation nach dem Noviziat. In der Phase der beruflichen Umorientierung lernte er CCN kennen. Er trat der Kommunität bei und wurde wahrscheinlich für das Bistum Lyon zum Priester geweiht. Einzelheiten zur Inkardination werden nicht genannt. 63Heute arbeitet er für die Kommunität im Tschad. 64Pierre Laslandes ist Priester des CCN-Klerikerinstituts und arbeitet heute in dem CCN-Gästehaus „Foyer de Charité Notre-Dame-de-l′Unité“ in der Diözese Port-Louis auf Mauritius. 65Das nur mit Vornamen vorgestellte Gründungsmitglied Brigitte litt bereits zum Zeitpunkt ihres Eintritts in die Kommunität an Krebs. Ein Jahr später verstarb sie an dem Leiden. 66Von Claire Daurel ist nicht in Erfahrung zu bringen, welche Aufgaben sie bekleidete oder ob sie der Kommunität weiterhin angehört.

Jacqueline Coutellier hebt hervor, dass die neue Gemeinschaft auf vier Prinzipien aufbauen sollte. Man wollte sich vom Heiligen Geist leiten lassen, in brüderlicher Liebe zusammen leben, sich verfügbar halten für die Mission und sich in den Dienst und den Auftrag der Kirche stellen. 67Laurent Fabre bat seinen Jesuitenoberen in Lyon, ihn für das Gemeinschaftsexperiment freizustellen. 68Die ersten zwei Jahre lebte Laurent Fabre allerdings weiterhin im Scholastikat der Jesuiten. Ihm wird in den Mund gelegt, er habe nicht in den Ruf eines privatisierenden Jesuiten kommen wollen, sondern Wert auf Gehorsam gegenüber seinen Oberen gelegt. 69Er verbrachte die Tage in der neu entstandenen Kommunität und kehrte abends zurück ins Scholastikatshaus. „Als wäre er der Kaplan der kleinen Kommunität, bestehend aus sieben Personen“ 70– so charakterisiert Jacqueline Coutellier seine Rolle. Fabre wurde erst einige Jahre später einstimmig zum Leiter der Kommunität gewählt, um seine Schlüsselrolle im Gründungsprozess zu würdigen. 71

Durch die Vermittlung eines Lyoner Jesuiten konnte die Gruppe in ein Haus am Montée du Chemin Neuf, am Hang des Fourviére, einziehen. Sie erhielt das Haus für ein Jahr zur Nutzung, 72danach sollte es auf dem Immobilienmarkt verkauft werden. Im Sommer 1974 lernte die CCN-Gruppe bei einem Gebetsfestival eine nicht namentlich erwähnte Person kennen, die der Gemeinschaft einen Geldbetrag stiftete, dessen Summe ausreichte, das Haus am Montée du Chemin Neuf 49 käuflich zu erwerben. 73Den Straßennamen Chemin Neuf, auf Deutsch: „Neuer Weg“, empfand man als passenden Namen für die Kommunität. Der Gründungsort gab der neu entstandenen Gemeinschaft also den Namen. Die Gründungsmitglieder sahen darin aber mehr als nur eine Straßenbezeichnung. Sie sahen darin das Programm für ihre neue christliche Gruppe vorgezeichnet. 74

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